So ticken die FPÖ-WählerInnen

fpoe_2015Endlich aufgedeckt: die FPÖ-Wählerschaft und was sie wirklich denkt!

Hat Satire einen Bildungsauftrag? Nein! Gibt sie Wahlempfehlungen? Auf gar keinen Fall! Dennoch darf sich Satire hin und wieder Sorgen um ihr Publikum machen. Geht es ihm noch gut? Ist es auch nach der Wahl noch da? Versteht es dann noch Spaß? Zahlreiche demographische Studien und noch zahlreichere facebook-Postings haben nachgewiesen, dass FPÖ-affine Bevölkerungsschichten nur bedingt fähig sind, Lügen und Propaganda von sachlichen Informationen zu unterscheiden. Wie soll da Satire von Wirklichkeit unterschieden werden können? Nicht nur Publikumsschwund, sondern auch eine Flut an Klagen steht zu befürchten! In Absprache mit unseren Rechtsanwälten und dem Wiener Marktforschungsinstitut MFI haben wir daher eine Studie über die FPÖ-WählerInnen in Auftrag gegeben. Hier die Ergebnisse:

94% der FPÖ-WählerInnen halten die FPÖ nicht für eine „neoliberale Millionärspartei“. Befragt nach den Gründen dafür gab 77% an, keinen Millionär persönlich zu kennen und mit diesem Begriff darum nichts zu anfangen, während 23% eine der folgenden drei Antworten ankreuzten: a) „Ich würde mich nicht als neoliberal bezeichnen.“ B) „Ich sehe mich eher als Humanist.“ C) „Millionär ist zu viel gesagt.“

95% der FPÖ-WählerInnen verstehen unter „Wirtschaftsflüchtlinge“ Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, aus zerbombten Städten oder Dörfern kommen und in löchrigen Turnschuhen tausende Kilometer marschiert sind, um in Sicherheit und Freiheit zu leben. 5% haben dazu keine Meinung. 0% verstehen darunter ehemalige oder noch amtierende Politfunktionäre, die sich durch Leugnen, Dementieren oder durch immer noch intakte Beziehungen zu obersten EntscheidungsträgerInnen dem Zugriff des Gesetzes entziehen. Bemerkenswert: Bei einem Assoziationstest wurde zum Stichwort „Hypo“ nur in 3% der Fälle „FPÖ“ angekreuzt.

Erstaunlich heterogen
73% der FPÖ-WählerInnen haben „Angst, von einem 8 Euro-Leiharbeiter aus Bulgarien verdrängt zu werden“, während 27% eben diesen Leiharbeiter jederzeit wieder einstellen würden, um noch höhere Profite zu erzielen oder sich aus ihrer unternehmerischen Verantwortung zu stehlen.

85% der FPÖ-WählerInnen sind der Ansicht, dass die freiwilligen HelferInnen an Haupt- und Westbahnhof „zu viel des Guten“ getan hätten. 15% der FPÖ-Wähler wissen das sogar aus mittelbarer Erfahrung, sie kennen zumindest jemanden flüchtig, der ebenfalls mitgeholfen hat.

63% der FPÖ-WählerInnen unter 25 Jahren haben ein Faible für Gangsterrap und/oder heimische Volksmusik, haben aber zugleich Schwierigkeiten, einen orthographisch richtigen Satz zu posten. 37% bevorzugen Kammerkonzerte und Opernaufführungen und könnten im Übrigen „auszucken, wenn während des Konzerts geraschelt oder laut gehustet wird.“

23% der FPÖ-WählerInnen schwärmen heimlich für Euro-Dschihadisten, lehnen es aber ab, selbst in den „Heiligen Krieg“ zu ziehen, weswegen sie lieber durch ein entsprechendes Wahlverhalten die eigene Heimat in Schutt und Asche legen wollen. 77% hingegen bevorzugen Hass-Prediger in deutscher Sprache („die einzigen, die unsere Sprache sprechen“).

Fazit
„Ein Publikumsschwund für die Satire ist nicht zu befürchten“, so Bernhard Schönfärber, Leiter des MFI-Marktforschungsinstituts, „denn die meisten PÖ-WählerInnen werden viel Humor benötigen, sobald sie erkennen, dass die Politiker, die sie gewählt haben, nicht die sind, die sie vor Flüchtlingen und MigrantInnen schützen, die ihnen angeblich die letzten Krümel auf dem Teller wegnehmen, sondern jene, die sich mit den oberen Zehntausend des Landes zusammentun, die tatsächlich den Großteil des Kuchens einstreifen.“ Steht hier aber nicht zu befürchten, dass die Satire dadurch erst Recht arbeitslos wird, schließlich hat die Hydra ihr Publikum noch nie so verarscht wie das die FPÖ mit ihrer Klientel tut? Darüber will Schönfärber nicht spekulieren, fügt aber hinzu: „Es spricht Bände, dass die Wiener Bezirke mit dem höchsten FPÖ-WählerInnenanteil Döbling und Simmering heißen.“

+++ Schluss +++