Posts Tagged ‘Pröll’

The Austrian Superheroes!

Posted by on Oktober 30th, 2011

Nicht nur in Amerika, auch in Europa und ganz besonders in Österreich kommen kostümierte Superhelden immer mehr in Mode. Nicht alle von ihnen sind Vollidioten, die eine Massenschlägerei vom Zaun brechen, um eine Katze aus einer kniehohen Hecke zu befreien. Nein, es gibt auch kostümierte Vigilantes, die einiges am Kasten haben. Meistens aber eher etwas auf der hohen Kante. Wir stellen Euch vier österreichische Superhelden vor.

Raymann: Wurde vor zwei Monaten erstmals bei dem Versuch beobachtet, einen Bankräuber durch undurchdringliches, nachdenklich-nichtssagendes Anstarren zur Entwaffnung zu zwingen. Der Ausgang dieses ersten, heroischen Einsatzes ist nicht überliefert. Doch der Namen Raymann klebt an dem kostümierten Superhelden seither wie die Arschkarte am Kanzler. Raymanns offenkundige Superkraft besteht darin, belanglos-nachdenklich zu schauen, dabei eine Zögerlichkeit zu verstrahlen, die praktisch alles zum Erliegen bringt. Raymann ließ bereits Großmütter beim Stricken, Bankbeamte beim Geldnoten zählen und  Abgeordnete beim Tetris-Spielen einschlafen. Ein typisch österreichischer Superheld also. Und einer, den Österreich auch dringend nötig hat.

The Erwin: Dieser Superheld ist angeblich durch Zuchtauslese entstanden. Ein Mastochse wurde mit den Genen eines Habsburgermonarchen befruchtet. Das Resultat: „The Erwin“. Ein Machtberserker, wie er im Buche steht, z.B. im niederösterreichischen Feldwegealmanach. Und so ist es auch: Wo Erwin hingeht, wächst kein fremdes Gras mehr. In seinem Einflussbereich wird alles zu Erwin, egal ob lebende oder tote Materie. Betritt er ein Krankenhaus, ist es nachher ein Erwinhaus. Schüttelt er einem Pfarrer die Hand, wird dieser zum Parteipfarrer, berührte eine Unze Gold, ist das nachher Bonzengold, und benützt er irgendwo eine Toilette, scheißt man dort nur noch schwarz wie die Nacht. Erwin ist also eine Art Umfärbungssuperheld, ein Meister der Gesinnung. Die Welt wäre ärmer ohne ihn, sie ist es aber definitiv mit ihm.

Der rote Pilz: Warum der rote Pilz so heißt, ist ein doppeltes Mysterium. Zum einen besitzt er keine erkennbaren Superkräfte, außer der Fähigkeit, binnen Sekundenbruchteilen einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu beantragen. Und dabei auch noch im Schlaf zu wissen, dass im Wort „Untersuchungsausschuss“ sechs „s“ und fünf „u“ enthalten sind. Was ein einsamer Weltrekord in dieser seltenen, dennoch olympiatauglichen Kategorie ist. Wo waren wir? Untersuchungsausschüsse: Sie sind die Waffe dieses Superhelden. Kein parlamentarischer Geisterfahrer, kein Schmiergeldempfänger, kein gedächtnisschwacher Lobbyist, dem der rote Pilz nicht mit einem Untersuchungsausschuss gehörig eine verpasst hat. Man darf sich das übrigens ruhig wie das Märchen von der Ameise Pauli und dem Elefanten vorstellen … das zweite Mysterium gilt der Farbe des Pilzes. In der Tat gibt es auf der ganzen Welt keinen grünen Pilz, sondern maximal rote, weiße, braune oder schwarze Pilze. Wäre es da nicht völliger Unfug, von einem Grünen Pilz zu sprechen?

Blauarschbube: Wo es so viele Superhelden gibt, da muss es auch einen Superschurken geben. Und wer könnte ein besserer Superschurke sein als Blauarschbube? Aufgezogen von einer alleinstehenden Apothekerin, entwickelte der in seiner Jugend stets einsame Blauarschbube bald einen enormen Hass auf die Welt. Früh lernte er, wie man durch Unterstellungen, infame Lügen und Hetzkampagnen gewaltiges Unheil anrichten kann. In diversen Anstalten für geistig abnorme Rechtsverdreher und verhaltensgestörte Individuen fand Blauarschbube schnell willfährige Handlanger (kein Superschurke ohne minderbemittelte Ganoventruppe!), die er zu einem internationalen Verbrechersyndikat namens FPÖ zusammenstellte. Dieses Syndikat hat sich seither auf die Produktion zweier Hauptexportartikel spezialisiert, korrupte Politiker und Sündenböcke. Denn Blauarschbube hat den Masterplan. Er will nicht einfach böse sein, nein, er will das Böse – und dennoch als der gute Junge durchrutschen. Und das geht eben nur mit Sündenböcken. It’s part of the game …

Soweit unsere erste Superheldeninventur. Wenn Ihr noch weitere Superhelden aus Österreich kennt, schickt Sie uns doch mit Foto und Kurzbiografie an office@hydrazine.at

33 jahre verstopfung …

Posted by on Mai 15th, 2011

jemen 300Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh ist seit 1978 an der Macht (und weigert sich beharrlich zurückzutreten, aber das nur nebenbei). 33 Jahre an der Spitze des Staates und kein Gedanke daran, das Zepter niederzulegen oder gar den Löffel abzugeben. 33 Jahre krampfhaftes Festhalten am eigenen Stuhl … wie hart muss es da wohl im Gedärm rumoren … Hydra hat die jährlichen Neujahrgrußbotschaften des jemenitischen Staatsoberhaupts minutiös recherchiert um herauszufinden, mit welchen Slogans sich die Macht an die Macht klammert.

1978: Voran mit neuem Elan!

1979: Auch im zweiten Jahr: Saleh steht für Erneuerung!

1980: Auf ein Neues! Wir machen es besser!

1981: Wir machen den Jemen noch lebenswerter!

1982: Fünf Jahre und kein bisschen müde!

1983: Jemen für immer!

1984: Jemen! Jemen! Jemen!

1985: Dem Vorjahrsslogan ist nichts hinzuzufügen!

1986: Was lange währt, hat sich bewährt!

1987: Immer noch stehe ich für Erneuerung und ein besseres Lebensgefühl!

1988: Zehn Jahre Stabilität!

1989: Auch nach dem Fall der Mauer (die uns nie interessiert hat, im Übrigen): Jemen! Jemen! Jemen!

1990: Heuer ist uns nichts eingefallen, aber Ihr könnt es Euch ohnehin nicht aussuchen!

1991: Für eine gute Ernte und für reichlich Nachwuchs!

1992: Liebe Grüße auch von meiner Zweitfrau!

1993: Neujahrsgrußbotschaft wegen Erkältung abgesagt!

1994: Ich mache weiter, ob ihr wollt oder nicht!

1995: Ich lasse mir mein Land nicht krank nörgeln, nur weil ich schon 17 Jahre im Amt bin.

1996: Unzulässige Kritik wird nicht geduldet!

1997: In Allahs Namen! Hört auf zu kritisieren!

1998: Auch heuer werden wir Oppositionelle rücksichtslos inhaftieren, foltern und erschießen. (Nicht in dieser Reihenfolge … zwinker)

1999: Okay, die Grußbotschaften der letzten Jahre waren ein wenig hart, egal. Hauptsache, ich bleibe Jemens Staatsbürger Numero Uno.

2000: Donnerwetter, schon ein neues Jahrtausend. Das habe ich mir immer gewünscht!

2001: Gähn. 24 Jahre und kein bisschen müde. Na gut, ein bisschen schon, aber mein Arsch ist einfach auf diesem Stuhl eingeschlafen, echt, wenn ich noch etwas fühlen würde in den Arschbacken, würde ich aufstehen und gehen.

2002: 2001 war ich meist mürrisch und schlecht gelaunt, aber heuer bin ich wieder staatstragender Laune. Ganz ehrlich!

2003: Ich mache sowieso, was ich will.

2004: Heuer tragen alle Staatsbürger das ganze Jahr über pinkfarbene Röcke! Warum? Weil ich Euer verficktes Staatsoberhaupt bin!

2005: Hat irgendjemand eine Idee, was ich mir für dieses Jahr vornehmen könnte?

2006: Jemen! Jemen! Jemen! (Überraschung. An diesen Spruch hat sich sicher niemand mehr erinnert, oder?) 2006 ist ja so was von 1984 … lol roffl knatter grunz)

2007: Heuer wird eine große Sintflut kommen! Und dann werden uns Aliens überfallen und  Heike Makatsch wird meine nächste Gattin. Haha, nur ein Scherz, wollte nur wissen, ob Ihr mir das auch abkauft.

2008: Das Land muss wieder … ach, Scheiß drauf.

2009: Voriges Jahr habe ich mir einen Flachbildschirm gekauft. Wirklich, ich glaube, alle Einwohner von Jemen sollte sich auch so ein Teil kaufen. Es macht zufriedener, ausgeglichener. Nichts ist leichter zu regieren als ein Land voller Couchpotatoes. Überlegt Euch das mal. Und jetzt ab in Eure Wohnzimmer Ihr Arschgeigen!

2010: So wie die Dinge sind, so sollten sie auch bleiben. Ganz ehrlich.

2011: Diese Idee mit den Scharfschützen, die auf Demonstranten zielen, die finde ich wirklich gelungen. Wollte ich nur pro forma erwähnen. Mich kriegt niemand von meinem Sessel runter. Saleh (das bin ich) for ever!

Wir sind alle mächtig gespannt auf die Ansage im Jahr 2012. Und erlauben uns, diesen Beitrag ganz besonders dem Land Niederösterreich zu widmen.

Erwin Fischer soll Heinz Pröll werden

Posted by on August 27th, 2009

farcebookOb Werner Fayman sein Krone-Abo schon gekündigt hat? Wie jedes Kind weiß, hat Hans Dichand das sinkende SPÖ-Schiff verlassen, um nun die Pröll-Dynastie (vielleicht demnächst auch als TV-Serie „Pröllas“ im ORF?) zu featuren. Der Kanzler- und EU-Parteimacher will nun offenbar auch Präsidentenmacher werden. Erwin Pröll ist ja, was die Kandidatur zur Wahl 2010 betrifft, noch unschlüssig, doch sowohl Neffe Josef als auch (laut News-Umfrage) ein Drittel der restlichen Bevölkerung will den niederösterreichischen Landesbauernkönig nun auch als Bundesbauernkaiser.

In große Fußstapfen treten die Präsidentschaftskandidaten jedenfalls beim modischen Versuch, nun auch die schicke Zielgruppe “Facebook-User” (wer also nicht?) in Obama’scher Manier zu erobern. Da sammelt sich mittlerweile schon einiges. So etwa folgende Gruppen:

“Wiederkandidatur von Heinz Fischer!” (2.500 Mitglieder)
“Nie mehr Heinz Fischer” (3 Mitglieder)
“Erwin Pröll soll Bundespräsident werden” (400 Mitglieder)
“Erwin Pröll soll Landeshauptmann von Niederösterreich bleiben” (3 Mitglieder)
“Erwin Fischer soll Heinz Pröll werden” (7 Mitglieder)

Das sollte uns bis zur Stimmabgabe 2010 doch reichlich anregen, oder? Facebook zufolge also müsste Erwin Pröll weiterhin die niederösterreichischen Felder bestellen, Hans Dichand einen ECDL-Führerschein erwerben und doch wieder Krone-Abos auf sinkenden Schiffen verkaufen. Aber bis 2010 ist noch Zeit, vielleicht ist Facebook dann schon Schnee von Gestern und Dichand twittert uns den neuen Bundespräsidenten?

 
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