Posts Tagged ‘Penis’

jessicas und kevins

Posted by on August 9th, 2011

Ein Humorist, der nur ein Humorist ist, ist überhaupt kein Humorist, schrieb Erich Fried. Darum kann man Clemens Haipls Buch „Ich scheiß mich an“ nicht besprechen – nicht, ohne zum Rundumschlag auszuholen.

Wussten Sie, dass nur jede 27. Jessica Matura hat? Es gibt außerdem keinen einzigen Kevin in unserem Land, der ein abgeschlossenes Studium vorweisen kann – nicht einmal einen Bachelor von einer FH! Dafür sind 56,3 % aller Jessicas mit einem Kevin verheiratet oder in direkter Linie verwandt.

und

Das Burgenland hat zwar die höchste MaturantInnenquote, allerdings immer noch die dicksten Kartoffel, wenn Sie verstehen, was ich meine. Außerdem hat es dort so viele Minderheiten, die natürlich nicht zur Schule gehen, so dass natürlich alle Martins und Juttas ihren Abschluss machen. Die werden ja doch nur „AgrarökonomInnen“.

Diese und ähnliche Texte können aus der x-beliebigen Feder eines jeden österreichischen Autors (um umgekehrt!) stammen, den Sie bei Thalia unter „Humor“ finden. Meine Damen und Herren, wenn Matscho Kubasta wirklich die österreichische Antwort auf Ephraim Kishon ist, sollte Israel umgehend seinen Botschafter wieder abziehen. Tatsächlich ist es nämlich sehr leicht, in Österreich „Humorist“ zu sein.

Erstens sollten Sie einen Penis haben. WennIhnen keiner gewachsen ist oder Ihnen der Ihrige nicht gefällt, kaufen Sie sich einen oder tun Sie zumindest so als ob. Sie können etwa auch die Hosentaschen nach außen stülpen und einen Zeigefinger durch Ihr Hosentürl stecken – der sogenannte Elefantentrick. Finden Sie das lustig? Sehr gut! Das ist Voraussetzung Nummer zwei.

Drittens sollten Sie wahlweise über einen Wortschatz verfügen, der Natascha Kampuschens nahe kommt, oder ein Wörterbuch aus dem frühen 20. Jahrhundert besitzen. Nehmen Sie ein Wort, irgendein Wort, das nicht in der letzten Ausgabe des VOR Magazins vorgekommen ist, begutachten Sie es, satteln Sie es und reiten sie 800 bis 2.500 Zeichen lang darauf herum. Reiten zu können ist die vierte Voraussetzung.

Fünftens ist es sehr wichtig über Frauen zu schreiben. Pendeln Sie dabei immer zwischen den folgenden Polen: Kleinkind – Schwiegermutter (Altersachse), Mario Barth – Max Goldt (Niveauachse), Dolores Schmidinger – Dolly Buster (Sexytätsachse).

Um sich in diesem Koordinatensystem problemfrei zu orientieren, wie ein Betriebsrat, der auf Weihnachtsfeiern erst lustige, dann nachdenklich stimmen wollende Gedichte zwischen den Hämorrhoiden seines Vorgesetzten (ergo problemlos) aufsagt, ist – sechstens! – notwendig, dass Sie Schachtelsätze formulieren können. Das lässt Sie klug erscheinen und Sie können Gedankensprünge einbauen. Gedankensprünge sind wichtig, weil die Texte nicht zu lang sein dürfen. Denken Sie an Ihre LeserInnen!

Siebentens ist es wichtig, ihre LeserInnen vor Augen zu haben, um die jeweils darunter stehende Schicht verächtlich mit Spötteleien zu bedecken.

So geht das. Nachzulesen in: Haipl, Clemens: Ich scheiss mich an. Kolumnen & Zeichnungen, 2008, Echomedia, 214 Seiten. PS Ich scheiß mich (fest) an 2 (Echomedia, 216 Seiten) erscheint im Oktober 2011 und wird voraussichtlich genauso.

Von Fleischästen … auch Zümpfe genannt

Posted by on Januar 13th, 2010

mustard schwänze“Der wahre Penis ist im Kopf.
Und ist er nicht im Kopf,
so ist er nirgendwo” Franzi H.

Eine Abhandlung über den Zumpf bedarf einer besonderen Herangehensweise, die per se nicht verkopft sein kann oder darf, geschweige denn soll. Das wäre nämlich Brainfuck …

Wie verhält es sich nun mit dem Penis? Wer ihn hat, hat das Sagen in Kunst, Kultur, Sport, Wissenschaft, Forschung, Lehre, Politik, Religion, Internet, Stammtisch und Beziehung. Das tun die PenisträgerInnen nicht einmal mit Absicht. Das ist einfach so, ergibt sich aus eingeübten Mustern, die eine phallozentrische Kultur eben (re)produziert.

Dessen und dem großen Einfluss eines Pipsis eingedenk, können wir getrost sagen, dass der kleine Fleischast in der männlichen Leistengegend unmöglich dafür verantwortlich sein kann, dass seine TrägerInnen auf die Butterseite der Brotschnitte die wir Welt nennen … nein, das ist blöd … auf die Butterseite der Gesellschaft purzeln.

Gesellschaften haben keine Butterseiten. Butterbrote und -striezel haben Butterseiten. Und die hat vorher jemand draufgeschmiert. Diese Butter wird aber nie mit einem Penis “appliziert” (Renee Schroeder, 2008). Daraus folgern wir, dass der Penis auch kein Messer, stärker als ein Messer und vermuteter Weise keine Waffe ist. Weiter, dass NudelträgerInnen sich nicht mit dem Schmieren abgeben, sondern gebuttert werden also StriezelverzehrerInnen oder Striezel sind.

Butterkekse sind weder Waffen noch haben sie eine Butterseite. Sie sind nicht einmal Waffeln.

A part ca ist festzustellen, dass nicht einmal mehr kluge Menschen den Unterschied zwischen Idealismus und Altruismus kennen. Meistens meinen sie A. (er hat auch einen Penis, den er durch Wiedererfahrung und Bestätigung seiner selbst immer wieder neu erwirbt) und sprechen vom I. Das ist aus idealistischer Perspektive auch nur konsequent und folgerichtig, denn wenn ich es so will, ist es so, da kann Wittgenstein sich hundertmal mit seinen Wörterreinigungen brausen gehen.

Das gilt analog (kein Käse!) auch für die posessio penibus, die Schwanzbestückung.

Klar? Nein? Ach so, nicht Wittgenstein, sondern die Dominanz des Idealismus.

Womit wir wieder bei der Kopfgeburt sind. Der I. ist eine, der Spatz nicht, nicht das kleinste Spatzi. Aber – und hier beißt sich die Katze in den (Obach, Kalauer!) Schwanz – der wahre Schwanz wird im Kopf gemacht und dort bleibt er auch. Er ist also die echte Kopfgeburt und nicht, was damit gemeint ist.

Wer das Lulu am rechten Fleck (Kopf) hat, und es auch immer brav zur Schau stellt, hat nichts zu befürchten, was sich nicht durch eine Vorhaut abwenden ließe.

Haben Sie schon einmal eine Vorhaut ohne Penis gesehen? Sehen Sie! Denken Sie darüber nach.

MaZirki, 25,
hat es sich zur Aufgabe gemacht Wittgenstein und Pimmel auf einer Seite zumindest einmal im selben Text zu verwenden und lebt in St. Pölten, Pottenstein, Wien und Bad Vöslau. In seiner Freizeit pendelt er und kauft Fahrkarten

PS An den Chefredakteur
Jetzt hab ich vergessen es zu sagen: der Artikel ist deswegen so kurz, weil lange Texte niemand liest, denk ich mir. Und es wäre schade ums Pulver, oder?

PS Sebastian an MaZirki
Wenn’s für die hp ist, dann gebe ich dir Recht!
Da kann man sagen: Zu lang ist schlecht.
Das war ein Reim.
Ich esse niemals Leim. 

 
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