Posts Tagged ‘Hydra’

Hydra wird 5!

Posted by on Mai 9th, 2012

Miele feiert 25 Jahre Besteckschublade. Hydra feiert mit. Denn Hydra wird 5. Und Hydra kann nicht kratzen. Denn es gibt nur eine Hydra-Qualität. Greifen Sie darum heute noch zu … nein, fuck, falscher Text. Hier ist der richtige: Hydra, das Satireprojekt, das eurem Spatzi Post geschickt hat, das für euch Zucker ins Weltall geschossen hat, das der Welt den Schimpf und die Schande erklärte, das “6 mit 45″ hatte und das erste Magazin weltweit zum Sofortverheizen produziert, genau diese Hydra feiert seinen 5 Geburtstag. Am beschissensten Partyabend des Jahres. 19. Mai 2012. Merkt euch dieses Date! Kringelt es rot in eure Kalender ein.

Hy gets Fy
19. Mai 2012, ab 22 Uhr
Club Pi (Zieglergasse 26, 1070 Wien)
Eintritt: 1-6 Euro (Würfle deinen Eintritt!)
bzw.: Wer auf seinem Facebook-Profil ein Foto von seiner eigenen Besteckschublade postet, wandert auf die Gästeliste. Go for it unter

http://www.facebook.com/events/170449059747859/

DJ-Line:
Christian Pangerl (NuDisco)

THE SMASHERS / Blechturm Records (NuRave)
www.facebook.com/thesmashers

EdFaber / Blechturm Records (Techno)
www.mixcloud.com/edfaber

diaphonic / honeytreeLabs (Electro/Dubstep)
www.soundcloud.com/diaphonic

VJ : Motioneer
www.facebook.com/Motioneer

www.club-pi.com

In rein beleidigender Absicht!

Posted by on Mai 6th, 2012

Das Reicheisen-Hochhaus am Wiener Schöpfwerk. Fidel Kostrad thront an seinem aufgeräumten Schreibtisch, an der Wand glänzt ein Politikergeweih neben einem wurmstichigen Holzkruzifix. Aus den Augen hinter der dunklen Hornbrille blitzt der Kalk. Am Vorabend erst habe er eine kapitale Maus geschossen, erzählt der herzlose Freizeittiermörder. „Das niedere Getier rundherum war schon sehr unruhig. Die Hasen und Fasane sind plötzlich wieder rein in den Raps und in die Erbsen. Die Maus war die Erklärung. Sie hat’s nicht überlebt.“ Breites Siegerlächeln. Dann seien die Hasen gekommen und hätten sich vor seinem Hochstand verbeugt, die kleinen Schnäuzchen tief im Dreck. Das habe Kostrad gefallen.

Hydra: Welcher arme Politiker hängt da hinter Ihnen?
Fidel Kostrad: Das war ein neoliberaler Steirer, der drei Jahre lang nicht nach meiner Pfeife tanzen wollte. Ende September habe ich ihn endlich erwischt. Der Sauschädel, der vorher an der Wand hing, ist heruntergestürzt.

Hydra: Wie ist das passiert?
Fidel Kostrad: Da ist ein neugieriger Fotograf trotz mehrfacher Warnungen meinerseits so lange um den Schädel herumgestrichen, bis es Rumpold gemacht hat. Der Kopf ist runter gefallen und aufgebrochen. Da waren lauter Geldscheine drinnen, die sind mir vorher gar nicht aufgefallen. Habe sie alle wegräumen lassen müssen.

Hydra: War das ein Kollege aus Ihrem Medienimperium?
Fidel Kostrad: Ich habe kein Imperium.

Hydra: Dazu kommen wir noch… Herr Kostrad, Sie beenden nach 22 Jahren Ihre Ära. Das stinkt doch zum Himmel?
Fidel Kostrad: Nein, es gibt keinen Himmel!

Hydra: Finanzkrise, faule Kredite?
Fidel Kostrad: Ganz im Gegenteil. Wir haben in den letzten 20 Jahren nur Geld gescheffelt und die Zügel der Macht so souverän in Händen gehalten, dass es schon langweilig wurde.

Hydra: Warum gehen Sie dann zwei Jahre früher als geplant?
Fidel Kostrad: Weil ich mir den Wecker falsch gestellt habe … nein, im Ernst, ich habe das Sudern meiner Nachfolger nicht mehr ausgehalten.

Hydra: Sie sind mit Reicheisen groß geworden, haben Sie diese „Firma“ deswegen nie verlassen – oder weil man sich eher in die Kehle stechen lassen würde, als einen Führungsposten bei einer Bank aufzugeben?
Fidel Kostrad: Reicheisen ist viel mehr als ein Unternehmen, es ist eine Idee, eine Haltung.

Hydra: Und die wäre?
Fidel Kostrad: Scheffeln, scheffeln, scheffeln. Und wenn das nicht mehr klappt, sich vom Staat die Boni pumpen!

Hydra: Sie sind in 15 Unternehmen Aufsichtsrat, in weiteren fünf Mitglied des Aufsichtsrats, Sie sind Geschäftsführer, Vorstand, Obmann …
Fidel Kostrad: Ja, das stimmt.

Hydra: Ähm …
Fidel Kostrad [Blickt finster]: Grrrr …

Hydra: Und dann gibt es da noch ihr weitverzweigtes Mediennetz –  Der Österreichische Kirchenkurier, Profit, Hype …
Fidel Kostrad: Bitte, das ist historisch entstanden. Ich habe eben ein Unternehmen nach dem anderen aufgekauft, irgendwann bin ich zwangsläufig in die Mehrheitsposition gekommen … na, und wo ich dann schon so mächtig war, hätte ich mir in die eigene Suppe spucken sollen?

Hydra: Welche Ihrer vielen Posten behalten Sie sich für die sogenannte Pension?
Fidel Kostrad: Ich gehe nicht in Pension. Ich pfeife lediglich auf die Reicheisen und werde weiterhin in einem Dutzend Vorständen sitzen. Nicht schlecht, oder? Insbesondere, dass darüber alle österreichische Medien so berichten, als würde ein Kaiser abdanken. Ich denke, das habe ich mir auch verdient.

Hydra: Was verbindet sie mit dem Landesfürsten Erwin Brüll?
Fidel Kostrad: Wir ziehen gemeinsam Fäden. Seit 45 Jahren. Außerdem knallt er genauso gern wie ich Tiere ab. Besonders die kleinen, herzigen Viecherln. Aber schreiben’s das nicht, da könnt’ sich wer vom Fußvolk aufregen.

Hydra: War da nicht etwas mit dem Sohn von ihrem Tierkillergenossen?
Fidel Kostrad: Ja, der Joschi. Der hat gar keine Lust mehr gehabt, weil er nicht viel zum mitreden gehabt hat, so zwischen Papa und Onkel. Na ja, wir alten Herren haben da halt das Problem, dass es zunehmend schwieriger wird, gute Leute für die Politik zu motivieren. Vielleicht sollten wir das Jungvieh auch ein bisserl mitreden lassen.

Hydra: Auch weil Jagden und Festspieleinladungen verpönt sind?
Fidel Kostrad: Da haben die Medien wieder maßlos überzogen. Wahr ist nur, was in meinen Medien steht. Die berichten wirklich unabhängig, besonders wenn es um meine Person – und alle meine Proteges– geht.

Hydra: Wird es mit der Weltwirtschaft irgendwann wieder aufwärts gehen – ich meine, solange alte Knacker wie sie alles Geld an sich reißen?
Fidel Kostrad: Also Geld ist auf der Welt ja vorhanden, jede Menge. Es wird ja ständig neues generiert. Denken Sie nur an die Rohstoffförderung. Die Frage ist, wer es wem gibt. Also ich würde alles neue Geld nur Leuten wir mir geben. Ich habe ja bewiesen, dass ich die Sachen zusammen halten kann. Wer hat das denn sonst noch in Österreich, hm?

Hydra: Haben Sie leicht autoritäre Züge?
Fidel Kostrad: Ich bin eine Autorität, nicht autoritär. Ich habe immer getan und gemacht, was mir passt. Und daraus auch keinen Hehl gemacht. Und wenn ich damit viele beleidigt habe, war das Absicht. Und warum war das Absicht? Weil es mir am Arsch vorbei geht, weil es mich nicht kratzt. Mir kann man …

Hydra: Können Sie selbst auch Kritik einstecken?
Fidel Kostrad: Nächste Frage. Aber in meinen Medien wären sie längst rausflogen!

Hydra: Abschließend eine philosophische Frage. Glauben sie an den Himmel!
Fidel Kostrad: Nein, nein und nochmals nein. Im Himmel gibt es keine Banken, Aufsichtsräte, Vorstände. Das muss die Hölle sein! Das darf und kann es nicht geben. Mein Himmel ist hier. Sehen Sie, mein Vater hat mir einmal gesagt: „Bua, merke dir: Mit einer Milliarde einkaufen gehen kann jeder, aber mit eine Handvoll Mille, das ist schon schwieriger.“ Und so werde ich es auch in Zukunft halten.

Das Gespräch endet mit einem breiten, selbstgefälligen Siegergrinsen eines sichtlich zufriedenen Fidel Kostrad. Ein ähnliches Interview mit einem ganz anderen Herren findet sich hier.

Hitler’s Tagebücher nochmals entdeckt!

Posted by on April 20th, 2012

 2. Juni, 1941

Toller Tag! War Katzen-Schießen mit Göring. Ich mag ihn nicht. Ich gab ihm die Stelle bloß, weil er so lustig grunzt beim Essen. Da hab ich ihn gern dabei! Nach dem Katzen-Schießen lud ich ihn zum Spaß noch zum Diner ein. Es gab Boeff Stroganoff für uns und Schmalzbrot mit Mist für Rommel, das wir ihm als „une petite surprise avec beaucoup de Mist“ vorsetzten. Er hatte seit Geburt an keinen Geschmackssinn, was sehr zu unserer Belustigung beiträgt. Wir saßen in der Runde, Goebbels, Göring, Himmler und der ganze Verein halt und sahen dem Trottel zu, wie er ein halbes Kilo Mist in sich hineinschaufelte.

Grunzend bestellte er die Nachspeise: „Bringen Sie mir doch bitte noch etwas von dem Schweineschnauzen-Eintopf mit Fleischallerlei!“ (Ich will gar nicht ansatzweise erwähnen was wirklich hinter dem sogenannten „Schweineschnauzen-Eintopf“ steckt. Disgusting! – würde der verhasste Engländer sagen. Und damit hätte er verdammt Recht!) Und er fügte in einem Sing-Sang hinzu: „Und geizen Sie nicht mit den Pferdehoden, gnädige Frau!“ und an mich gewandt: „Einen vorzüglichen Hintern hat das Weib, nicht wahr!“

Ich konnt’s nicht glauben. „Das ist meine Frau, Sie hirnverbranntes Mistvieh!“ schrie ich ihn an. Mit Göring bin ich per Sie. Die einzigen zwei Menschen, die mich duzen dürfen sind Eva Braun und Goebbels. Eva, weil Sie mein Weib ist und Goebbels, weil er zu blöd ist. Tagebuch, du weißt wie schwer es ist, einem Kind das Siezen beizubringen. Dreimal schwerer ist es bei Goebbels. Mein Tagebuch, es deucht mir, ich bin von Schwachsinnigen umgeben.

„Entschuldigen Sie, mein Obernazi. Das konnte ich nicht ahnen.“ Er mampfte zur Ablenkung in sich hinein wie eine krasse Mistsau beim letzten Abendmahl.

„Ich halt’s nicht aus, der grunzt wie ein Schwein“ sagte ich laut und die Runde brüllte vor lachen. Görings Gesicht lief Rot an und er fraß noch schneller in sich hinein. Das macht er immer, wenn er sich schämt. In dem Moment war ich glücklich, dass ich ihn hatte. Gibt’s nicht! Grunzt wie ’ne Mistsau, der Göring.

3. September, 1942

Heute war ich im Theater. Öde Vorstellung, das Stück hieß „Drei Nazis in Südafrika“.  Die übliche Nazi-Hau-Drauf-Action halt. Um was es ging, na ja, blöde Frage, drei Nazis mischten wieder mal die Neger auf. Seit ich die absolute Gleichschaltung aller Medien und Unterhaltung befohlen habe, ist das Programm relativ eintönig. „Zwei Nazis außer Rand und Band“, „Vier Fäuste für ein Heil Hitler“, „Zwei Himmler-Hunde auf dem Weg zur Hölle“ und so Zeugs halt.

Vor meiner Zeit als Obernazi (wie mich nur meine engsten Freunde nennen, nicht Führer wie das gemeine Volk) war ich ja bekanntlich Kabarettist. Mein Programm bestand aus heiteren Tanzeinlagen und Hetzparolen gegen die Kommunisten. Mein Manager sagte mir immer, ich solle mich auf die Hetzparolen beschränken, da ich beim Tanzen wie ein „vertrottelter Dummarsch aussehe“. Das tat ich dann auch.

Meine Spezialität war es aber, das Publikum zu beschimpfen. Mein Eröffnungssatz war immer: „Guten Abend, ihr angepissten Saufnasen, willkommen bei meinem Programm politischen Spasses und produktiven Frohlockens zum Zwecke allgemeiner Leistungssteigerung, Sauerkraut, strunz und die strunz, schrmmpf schst drumm, rotzdidotz, abereidschibummbeidschibummbumm. Bei diesem Zeitpunkt flogen meist die ersten Stühle – oder Kleinkinder, was das Deutsche Volk halt so zur Hand hatte. Ich beschränkte mich also darauf, nur einzelne Personen oder Minderheiten zu beschimpfen: Dicke, Frauen, dicke Frauen oder Juden halt. Kam drauf an, wer so in der ersten Reihe saß. Da hatte ich so einige Brüller. Zum Beispiel brüllte ich einmal: „Du dicke Juden-Frau! Hast wohl zu viel  Shalomi gegessen, was.“

„Verpiss dich, du Karnickel!“ Schrie sie zurück und warf mir ihren Erstgeborenen an die Stirn. Zackprack, das haute mich von den Socken. In dem Moment wusste ich, ich würde einmal ein großer Redner werden.

 [Hitlers Tagebücher, Teil 2, wurden uns zugeschanzt von Michael Bichler, 1000jährigen Dank dafür.
Die Fotostrecke "Der alte Mann und das Meer" stammt aus dem längst eingestellten Satiremagazin "Pardon" ... denn welcher Tag ist heute?]

Atmosphärische Störung

Posted by on April 3rd, 2012

Hallo,
mein Name ist Olaf Plombe und ich arbeite seit einiger Zeit für ein Online-Magazin. Daneben suche ich nach weiteren Plattformen für eine Zusammenarbeit und fand dabei Hydrazine. Ich finde es wirklich gut und würde gerne Beträge einsenden.

lg
olaf

Olaf, Olaf, Olaf,
tsssstss, also wirklich, Olaf, also ehrlich … tsss … da könnte ja jeder kommen. Und stell dir das mal vor! Da kommt dann jeder. Und dann ist jeder da. Und was dann? Was macht man dann, wenn alle da sind, Ha!? Stehen die dann alle so rum? Trinken die dann alle so Rum? Sind die dann besoffen oder was? Und das soll auch noch witzig sein?

Also ich denke, da hast jetzt schon mal einen Einblick in das, was dich erwartet bei der Hydra … keine Kohle, kein Ruhm, nur Unfug, Gemeinheiten und … Rum. Klar. Wenn du dafür bereit bist, dann immer her mit deinen Texten …

lg
curt cuisine

Problem
…………… der Funkv ………………. Ich versuc ……… zu stabil .. ieren ………. Energiereserv … bei null- Wiederhole bei null …………………………………………… …………………………………… Mein ::::: Schifffffffffffffffffff wird ald den Ereignishorizont passier ——— Letzte Chance für Nachricht ———— Viellei …… hjhjh  die Argo …….. Schwarz ….. Loch sichern ….. dfngnnniodfn bedeuten ……. Jahrzehnte für eine Nachricht hinaus brauchen. Trotzdem viel Spaß mit dem Text. Ich will nur wissen ob er so gut ist und nicht komplette Sch … an eine Veröffentlichung denke ich eigentlich gar nicht. Obwohl ich über eine Absage sehr weinen würde.

lg
olaf

Herrje, Olaf,
die Einstellung, einen Text zu schreiben, der bitte nicht erscheinen möge, ist die grundsätzlich falsche. Also klar, du kannst natürlich ein versponnener Literat sein, der nur für sich selbst schreibt und irgendwann in 234 Jahren von einer Horde unterbeschäftigter Literaturwissenschaftler entdeckt und zum Weltliteraten aufpoliert wird. Aber wenn du mit dem, was du machst, irgendwo hinkommen willst, solltest du deinen Text so ziemlich jeden auf die Nase binden, der dir wichtig ist. Wenn man zu den eigenen Sachen nicht steht, dann landet man maximal irgendwann auf dem großen Scheiterhaufen der anonymen Poster …

lg
curt cuisine

Ein Gravitationsl
.. ch ……….. kann .. senden . bsssssssssssssssssssss wird … alles erd ….. huihuhuihu tun damit nachricht durch komm …….. lieber Curt, danke für deine Nachricht. Ich weiß, du glaubst mir nicht, ich glaube es mir auch nicht und meine anderen Redakteure sowieso nicht. Überhaupt vertrete ich schon seit Jahren eine ähnliche Philosophie, wie du sie mir angeraten hast. Ich bin Konsalik verdammt! Eine Frage hätte ich noch: Soll ich aufhören so zu tun als würde ich meine Mails aus einem Raumschiff heraus schreiben, das in einem schwarzen Loch hängt. Oder geht euch das am Keks?

vlg
olaf

Mein guter Olaf,
wer in einem Raumschiff unterwegs ist, Äonen durchbraust, mit Aliens auf Du und Du ist und dann Empfangsprobleme hat, der ist eigentlich ziemlich arm dran, oder? All diese Technik und dann nicht mal ein gerader Satz im Äther … bzw. runtergebrochen auf die Comedy (Mario Barth mit drei Krücken, pruhahaha): Man kommt auf die Pointe, die du mir da anbieten willst, im Traum nicht drauf. Weil man über drei Ecken denken müsste, um sich das zusammen zu reimen. (Ah, ja, Funkstörungen, ah ja, Raumschiff, ah ja, hängt in einem schwarzen Loch, ah ja, und der Funker bohrt gerade in der Nase, ah ja, und die Nase hängt in einem Raum-Zeit-Kontinuum fest, ah ja … )

Und genau das ist leider auch das Problem mit deinem Text, Mr. Konsalik. Der hinkt über drei Ecken, weil er sich ständig in irgendwelche Nebenschauplätze verirrt, ohne dabei der Leserin eine Grundorientierung zu bieten. Wer ist der Erzähler, was tut der Eine beim anderen, warum schaut man gemeinsam Werbefernsehen, und wenn dann schon das Werbefernsehen im Vordergrund stehen soll, warum braucht es überhaupt die komplizierte Hinführung zum Thema? Oder: was hat man von einem schönen Satz wie „der Wind ohrfeigte die Äste“, wenn diese Umgebungsbeschreibung in der ganzen Geschichte völlig für den Hugo (den vom Werbefernsehen nämlich) ist?

Nicht, dass eine Geschichte nicht auch mal ausfransen darf, aber man weiß die ersten drei Absätze überhaupt nicht was los ist … und wenn dann die Geschichte mit dem Werbefernsehen endlich losgeht, hat man schon so Schwierigkeiten, in den Text reinzufinden, dass man eben auch in diese beschissene Werbesendung nicht reinfindet. Was auch an den Tippfehlern/sprachlichen Schwächen liegt. Ich zitiere dir mal einen Satz aus deinem Werk, lies ihn aufmerksam: “Kricket begeisterte die Teile des Commonwealth bewohnen stellen sich bitte als Vergleich florentinischen Fußball vor und die Fans des florentinischen Fußballes wiederum Kricket.” Kennst du dich aus? Ich nicht. Als Leser wünsche ich mir, dass ich zum Wind werde und du ein Ast bist.

Wenn du mich also fragen würdest, ob du zum Dichter oder Comedian geboren bist, dann würde ich sagen: Mmmmmmmmmnnnaaaajaaaaa … weißt du was, frag bitte lieber jemand anderen!

ein herzlichstes sorry,
curt cuisine

Frühlingsburnout!

Posted by on März 28th, 2012

Burnout ist wieder da. Kein Wunder, nach einem derart beschissenen Winter und der alljährlich deprimierenden Umstellung auf die Sommerzeit. Aber Burnout ist in der Tat eine Volkskrankheit. Schätzungen zufolge ist fast ein Viertel der Erwerbstätigen in Österreich und Deutschland chronisch völlig am Ende, ausgelaugt, planiert, fix und fertig. Manche sägen sich gar ein Bein ab oder melden sich zur Polizei und verprügeln Ausländer, nur damit sie aus der „Arbeitshölle“ entkommen können. Völlig neu ist aber, dass Burnout nicht nur Menschen betrifft.

Auch Häuser leiden neuerdings unter Burnout. So deckte das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ auf, dass gerade Einfamilienhäuser mit Holzverkleidungen oder Villen mit Intarsienarbeiten unter einer ganz fatalen Form des Burnouts leiden. Eines ist jedoch anders bei dieser brandgefährlichen Immobilienauszehrung. Beim Menschen entscheidet die berufliche Position bzw. die Rangordnung: Je höher das Arbeitstempo, je weniger Kontrollmöglichkeiten, je unsicherer der Arbeitsplatz, um so eher droht der Motivationskollaps. Bei Häusern hingegen ist es umgekehrt. „Je billiger die Einrichtung, desto unbrennbarer“, so Hausbrennexperte Jens Flame im „Spiegel“. Und fügt feixend hinzu: „Je schöner die Villa, desto lichterloher brennt sie auch.“

Aber nicht nur Häuser, auch Kraftfahrzeuge sind immer öfter von Burnout betroffen. „Kommt der Frühling, setzten sich auch immer mehr Sonntagsfahrer – und besonders Sonntagsfahrerinnen – ans Steuer“, so ein anonymer Verkehrsexperte in deutschen „Focus“. Autos seien jedoch aufgrund der immer komplizierter werdenden Elektronik zu empfindsamen Wesen gediehen (Stichwort „Künstliche Intelligenz“).

Unsensible Schaltfehler, äffisches Hupverhalten oder subwooferverstärkte Musikabscheulichkeiten deprimieren Kraftfahrzeuge mit sensibler Elektronik zunehmends. Immer öfters kommt es zu spontanen Selbstverbrennungen, in Deutschland besonders bei Golf GTI-Lenkern (mit Blondinen auf dem Beifahrersitz) oder Golf GTI-Lenkerinnen (mit hirnamputierten Beifahrern, sog. „Neonazis“). In Österreich betrifft dies überwiegend die Automarke Skoda, insbesondere die sog. „preisgünstigen“ Modelle.

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Die bitterste Burnout-Variante hat jedoch das deutsche Sensationsmagazin „Stern“ ausgegraben. Das berüchtigte „Dog-out“ gilt als Haustierzivilisationskrankheit. Hunde, die von ihren Besitzern nicht mehr so verhätschelt werden wie ehedem, verkraften dies häufig nicht mehr und machen erst noch eine Zeitlang nervigen Beziehungsstress („Was, schon wieder zweitklassiges Chappi?“, „Heute echt nur eine Viertelstunde Gassi?“, “Du kraulst mich aber nicht mehr so wie früher!“), bevor sie sich schließlich als Suchhunde bei der Freiwilligen Feuerwehr melden. Offiziell behaupten die meisten Hunde zwar, sie würden dies tun, um ein wenig Anerkennung zu ernten, doch in Wahrheit geht es den meisten unter Dog-out leidenden Hunden nur darum, sich so schnell wie möglich in die nächste Feuersbrunst zu werfen.

Die heimischen Tierschutzorganisationen arbeiten bereits an einem psychotherapeutischen Notfallspaket für betroffene Hunde. Tierpsychologe Helmuth Wart rät einstweilen zur Vorsicht und empfiehlt Hundebesitzern, sich anstelle eines Viecherls eine Briefmarkensammlung zuzulegen.  ++Hydra++Schluss++

6 aus 45!

Posted by on März 21st, 2012

Letztes Jahr startete Hydra den Aufruf zum kollektiven Schund-Geschichten-Schreiben, die Protagonistin der erotischen Geschichte stand von Anfang an fest: Frau Lotte Zusatz-Zahl steht im Mittelpunkt des Geschehens. Die Gute ist 45 Jahre alt, die Assistenz der Geschäftsführung in einem Großhandelsbetrieb für Kunststoffrohre (ein Schelm, wer hier an Rohrverlegungen denkt) und tanzt in ihrer Freizeit gerne Salsa.

Zu ihren Hobbys zählen zudem CSI Miami schauen, im Internet flirten, ihr Cockerspaniel, ins Casino gehen und Roller-Skaten auf der Donauinsel. Ach ja, und ihr Lieblingslied ist ‘Hold the Line’ von Toto. Auf www.sexfick.at – ja, wirklich – durfte man die letzten Wochen und Monate beitragen, dabei sind 23 Kapiteln auf 96 Seiten entstanden, auf denen sich Lotte Zusatz-Zahl ordentlich austoben durfte.

Vom Stationsaufseher bis zum Wurstprinzen

Lotte Zusatz-Zahl kommt im Hydra-Schundroman nicht zu kurz, der freundliche Stationsaufseher oder der Wurstprinz Hans verwöhnen die Single-Dame. Leicht lesen sich die einzelnen Geschichten, sind unterhaltsam, manchmal mit Klischees gespickt, gut geschrieben und malen gemeinsam ein recht stimmiges Bild von Lotte. Schundromane sind ja sowieso eine Klasse für sich, und meist ungewollt äußerst komisch, hier durfte man sich aber mal so richtig austoben, was zu häufigem Schmunzeln führt. Sex mit 45 ließt sich locker leicht, am besten in der Sonne, am Strand, in der Ubahn oder an einem verregneten Sonntag, der uns ganz besonders an Lotte denken lässt. Eine herzliche Empfehlung.

6 mit 45
96 Seiten
ISBN 978-3-9503097-3-7
© HYDRA & Holzbaum Verlag, 2012
6,45 Euro

6 mit 45 gibt es ab April im gut sortierten Buchhandel zu kaufen bzw. ab sofort im Shop der http://www.komischekuenste.com/

bzw. lies sofort rein unter

 

Ein ganz herzliches Dankeschön für diesen Text an stadtbekannt.at bzw. siehe http://www.stadtbekannt.at/de/magazin/skurriles/lotte_-sex-mit-45.html

Grinebitter 2012

Posted by on März 1st, 2012

Wie jedes Jahr strömten auch heuer wieder hunderte Teilnehmer aus ganz Europa – und immer öfter auch aus Amerika, Kanada und sogar aus Asien – in das kleine 500-Seelendorf Angwalk im Norden Norwegens, um hier den begehrten Titel des „Grinebitter“, des Miesepeters, Grantscherbens, Stinkestiefels, kurz: des schlecht gelauntesten Menschen der Welt zu erheischen.

Angwalk ist ein verschlafenes Dörfchen tief in einem norwegischen Hinterfjördwald. 2001 brach hier zwischen zwei Nachbarn, Mats Alert Gustavsson und Are Fjubackson ein morgenmuffeliger Streit aus. Die Sache eskalierte schnell, jeder warf den anderen an den Kopf, er sei der grantigere und unerträglichere. Der ursprünglich negativ konnotierte Begriff des „Grinebitter“ schlug allerdings ins Positive um, als ein Dritter herbei kam, der Bürgermeister Per Ale Langbleddern. Langbleddern schlug vor, die Dorfgemeinschaft entscheiden zu lassen, wer denn nun tatsächlich der ungenießbarste Zeitgenosse sei. Doch als sich ein gewitztes Angwalker Gremium auf eine Handvoll Spielregeln einigte, um dieses Attribut zuverlässig zu ermitteln, meldeten sich plötzlich Menschen aus den Nachbardörfern. Es sei nicht einzusehen, so der entrüstete Tenor, warum sich nur Gustavsson und Fjubackson als die grantigsten Menschen des Landes erweisen sollten.

Seither wurde der „Grinebitter“ zur nicht nur in Norwegen begehrten Trophäe – was nicht zuletzt den eigenwilligen und publikumswirksamen Wettbewerben zur Erlangung derselben geschuldet ist. Etwa muss jeder Teilnehmer vor Jury und Publikum eine Stunde lang ununterbrochen Argumente aufzählen, warum „einfach alles Scheiße“ ist. Nicht die virtuoseste „Wordrap“-Performance zählt hier jedoch, sondern der glaubhaft gemachte Weltekel.

Ein weiterer Wettbewerb besteht darin, an einem mit Köstlichkeiten reich gedeckten Tisch Platz zu nehmen. Unabhängig aller Gaumenfreuden muss jedoch jede einzelne Speise, jedes Stück Gebäck, das Besteck, die Servietten, jedes noch so nebensächliche Details dieses Mahls in Grund und Boden genörgelt werden. Jean-Francois Cactus, dem Preisträger aus dem Jahr 2007, gelang es sogar, die erlesenen Gerichte angewidert hoch zu würgen.

Als eine der härtesten Prüfungen gilt die „Nachtgrantwache“. Der Schlaf der Teilnehmerinnen wird mittels Videoaufzeichnungen überwacht, wobei durch Geräusche und Irritationen für einen äußerst unruhigen Schlag gesorgt wird. Wahre Semifinalisten nörgeln nämlich noch murmelnd im Schlaf. Um jeglichen Betrug durch bloße Schaustellerei auszuschließen, wird dieser Wettbewerb drei Nächte hindurch ausgeführt. Nur die Performance am Ende dieser 72 Stunden zählt!

Ebenfalls eine absolute Hardcore-Prüfung ist der Freundschaftstest. Wer wirklich ein Meister des Grantelns sein will, der nimmt auf Freunde (und ehemalige Freundschaften) keine Rücksicht. Erbarmungslos wird kritisiert, destruktiv herumgemeckert und im Idealfall möglichst öffentlich angeschwärzt, was durch ein kurzes, direktes Wort unter Freunden problemlos aus der Welt geschafft werden hätte können. Ein „Grinebitter“ von Schrot und Korn pfeift seine Freunde wegen der lächerlichsten Nichtigkeit an und besteht bei Hausbesuchen auf der Rückerstattung des verbrauchten Klopapiers.

Besonders heimtückisch ist auch der Geschenke-Contest. Da seit 2005 reichlich Sponsoren (und die wie Mastgänse ausgenommene Besucherinnen) den Wettbewerb und Angwalk selbst praktisch vergolden, leistet man sich einen Wettbewerb, bei dem den Teilnehmerinnen mehrere Geschenke angeboten werden. Der Clou daran: Eines dieser Geschenke ist real (etwa diverse Aktien, ein Kleinwagen, eine Mittelmeerkreuzfahrt) und würde dem Teilnehmer tatsächlich gehören – wenn er es denn annehmen würde. Aber natürlich ist der Wettbewerb damit verloren. Ein echter „Grinebitter“ nimmt natürlich keine Geschenke an, sondern spuckt noch auf die Hand, die ihm Gutes will.

Zum heurigen Bewerb, der Mitte Februar in Angwalk über die Bühne ging, reisten erneut mehr als 250 Teilnehmerinnen an. Allerdings kamen nur etwa zwei Drittel an, der Rest wurde unter anderem von Mitreisenden aus dem fahrenden Zug geworfen oder blieb schmollend an stillgelegten Tankstellen hängen. Den Titel des „Grinebitter 2012“ errang der Kanadier Arty Short, der seine Teilnahme zwischen zwei Selbstmordversuchen gerade noch mal so einrichten konnte. Grantigste Frau wurde die Duisburgerin Heike Möller, die als Verschickerin von mehr als 230.000 Beschwerdemails an diverse Versandhauskataloge zuvor bereits internetweite Berühmtheit erlangt hatte.

Bester Österreicher wurde Michael Muckeneder auf Platz 16. Er ist Beamter und ehemaliges BZÖ-Mitglied. Mit Eduard Frotteur reiste auch ein passionierter Nörgler mit einer gewissen Hydra-Affinität nach Angwalk (er stritt allerdings schon vor der Abreise jede Beziehung oder sonstige Verstrickung mit diesem „Drecksprojekt“ ab). Frotteur belegte den guten 34. Rang, wurde jedoch, nachdem er diesen zugeteilten Rang und den gesamten Wettbewerb (inkl. der Berichterstattung darüber) für „unwitzigen, hirnlosen Dreck“ bezeichnete, umgehend für das kommende Jahr erneut eingeladen.

Für Hydra berichtete Konrad Gregor jr.

 
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