Posts Tagged ‘Haider’

Race-isten geben Gas!

Posted by on Oktober 25th, 2011

Sondermeldung: In einer spontan einberufenen Pressekonferenz kündigte noch-BZÖ Chef Josef Pücher eine völlig neue Pole-Positionierung seines Rennstalles für den Innkreis 500 an.

Klagenfurt –  „Ich weiß, wir hatten in letzter Zeit einige Schikanen zu meistern – und ich weiß, Haider bin I leider keiner – dennoch sehe ich gute Chancen für uns, mit unserer Neuorientierung die Konstrukteurs-Meisterschaft zu gewinnen! Österreicher, die Zukunft des Bündnis Zukunft Österreichs ist orange!“ So Parteiobmann Joseph Pücher heute morgen in einer überraschend schnittigen Wende.

„Österreich war schon immer ein Land, das gerne mit Vollgas in die Vergangenheit rast. Und als überzeugte Race-isten haben wir von der BZÖ den Rückwärtsgang nie gescheut. Bereits unser Gründer, der selige Landeshauptmann der Herzen, hat mit seinem VW Phaeton viel gewagt. Nur, ohne Jörg hat man uns nix zugetraut. Gewiss: Als Landeschef hat er keinen Stein auf dem anderen gelassen. Einen fescheren, international kontaktfreudigeren, einfach ehrlicheren Piloten für den Boliden Kärnten konnte man sich nicht wünschen. Er war ja gewissermaßen der Ayrton Senna der österreichischen Politik – nur halt hübscher, und, naja, eben Inländer!“

Soweit nichts Neues aus BZÖ-Kreisen. Aber dann der Knüller: „Wir haben endlich die Quadratur des Kreises geschafft, das Unerreichbare erreicht und das Unmögliche zumindest plausibel gemacht – und damit meine ich nicht das Kärntner Landesbudget! Wir verhandeln für die Saison 2012 mit einem renommierten – selbstverständlich inländischen – Rennstall um einen neuen Piloten, der dem alten Erfolgsmodell Haider um nichts nachsteht: Genauso spitzbübisch-jugendlich, genauso ein Rechtsaußenüberholer, genauso bereit, nicht für zweisprachige Ortstafeln (und notfalls das Verfassungsgerichtshof) zu bremsen. Er ist vielleicht nicht gar so braun – aber dafür haben wir den kritischen Fehler des alten Modells bereinigt: Der zukünftige BZÖ-Obmann wird mit Sicherheit auch bei 142 km/h jede Kurve kratzen, egal, wie viel Red Bull mit Wodka er trinkt!“

Den Namen des Bolidenpiloten wollte Pücher noch nicht nennen, aber sein branchenübliches Bartgemurmel ließ den Namen Niki Pacifico-Mateschitz-Pröll erahnen. Abschließend fügte der Pücher noch hinzu: „Ich bin überzeugt davon, unser neuer Vollgasprogramm wird wieder Part of the game in Kärnten. Und falls nicht – bleiben uns immer noch unsere guten Kontakte aus dem EU-Parlament. Sind ja nicht alles verdeckte Ermittler.“ Pücher selbst will weiterhin Aktiv im Rennsport bleiben. Als Crashtestpilot.

Text by Binu, Montage by Bart. 

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Jörg 4 Kidz

Posted by on Oktober 10th, 2009

mustard joergDas „Faszinosum Haider“ gedeutet aus der Sicht der Spatzipost. Zum ersten Todestag von „Landesvater“ Jörg Haider erscheinen allerorts Würdigungen, Erinnerungen und natürlich Verklärungen. Niemand aber macht sich die Mühe, jungen Menschen, die den größten Landeshauptmann aller Zeiten nicht mehr so richtig mit erlebt haben, zu erklären, was eigentlich so faszinierend an Jörg Haider war. Wie gut, dass es die Spatzipost gibt.

 Heute, vor zwei, drei Jahren. Deine Eltern sind umgezogen, und du kommst in eine neue Schule. Am ersten Schultag, in der großen Pause, gehst du durch den Schulhof. Immer schön vorsichtig, denn du willst erst mal herausfinden, wie die Dinge hier laufen. Du bist kein großer Held, kein Anführer, sondern eher ein Schäfchen wie die meisten anderen. Du willst bloß wissen, wie der Hase läuft, wo die größten Fettnäpfchen lauern und wo man vielleicht sogar ein bisschen was für sich selber rausschlagen kann. Denn wie das Spiel läuft, das hast du schon herausgefunden. Auf den Kopf gefallen bist du ja nicht.

 Auf der Bank hinter dem Klettergerüst etwa sitzt der Josef. Er ist ein bisschen fester, hat schütteres Haar und hübsche Pausbacken. Ein paar Burschen hängen bei ihm rum. Sie teilen ihre Jause mit ihm, sprich: er kriegt was von den anderen ab. Sein Vater, erfährst du schnell, kennt den Schuldirektor. Außerdem ist sein Onkel bei der Raiffeisen und alle Kinder, die vom Land kommen, müssen ihn respektieren. Das haben ihre Väter ihnen eingebläut. Charisma hat er nicht viel der Josef, aber eben: Was er hat und was er ist, das erschließt sich erst durch einen Blick hinter die Kulissen.

Dann gibt es den Werner. Der ist der beste Freund vom Hans, der die Schülerzeitung herausgibt. Rein zufällig arbeitet der Papa vom Hans auch bei einer Zeitung, darum darf der Hans manchmal auch schreiben, was den Lehrern nicht passt. Was er dann meistens nicht tut, aber androhen kann er es ja. Der Werner hat sehr schnell gemerkt, dass das gar nicht so blöd ist, dass man ganz schön punkten kann, wenn man den Lehrern mit der Schülerzeitung droht. Darum ist er der beste Freund vom Hans (der aber nicht so blöd ist, es sich nur mit einem Jungen gut zu stellen). Und darum hängen auch ein paar Leute beim Werner rum. Auch da würde man am ersten Blick gar nicht verstehen, warum der Werner nicht alleine in einer Ecke hängt und traurig an seinem Jausenbrot kaut. Ist ja nicht viel dran am Werner …

Mitten am Schulhof stolziert der Heinz-Christian. Der ist dir eigentlich gleich aufgefallen. Er ist der lauteste hier. Um ihn herum ein Rudel von bulligen Typen, die ihn ganz toll finden, obwohl er eigentlich nur ein präpotenter Rüpel ist. (So dein erster Eindruck zumindest.) Er lässt markige Sprüche vom Stapel, winkt allen zu, auch denen, die ihn niemals grüßen würden, und am liebsten plaudert er mit den dümmsten Mädchen im Schulhof. Das sind auch die einzigen, die nicht gleich davon rennen. Der Heinz-Christian kennt eigentlich nur ein Gesprächsthema, das er in allen möglichen Variationen wiederholt. Nämlich den Ahmed, den Igor und die Fereshta, die auch in deine neue Klasse gehen. Dauernd hänselt er die Drei und erklärt den anderen, dass das eigentlich gar nicht geht, dass die auch in der Klasse sind. Aber eigentlich würde ihm keiner zuhören, aber seine bullige Leibgarde rempelt alle an, die nicht gleich blöde zustimmend grinsen. Auch Mädchen übrigens, die kennen da nichts. Letzte Woche hat sich die Doris eine blutige Nase eingefangen. Na ja, ist halt eine Schlägertruppe, die gibt’s in jeder Schule.

Irgendwo in einer Ecke sitzen noch die Eva und der Michael und streiten die ganze Zeit. Die wären dir eigentlich ganz sympathisch und dir ist auch gleich klar, dass das keine Schafe sind. Aber was du davon hättest, wenn du dich auf ihre Seite schlagen würdest, das wird dir einfach nicht klar. Du verstehst nicht einmal, worüber da die ganze Zeit gestritten wird. Stehen auch nur zwei, drei Kinder herum und verdrehen die Augen. Aber deine Aufmerksamkeit ist ohnehin die ganze Zeit von einem ganz anderen Typen gefesselt.

Denn da gibt es noch den Jörg. Das ist ein rotzfrecher Junge, der fast nur von Burschen umringt wird. Ui, die haben Spaß! Und scheinen sich auch wahnsinnig gut zu verstehen. Da greift man sich liebevoll auf die Schulter, schüttelt sich vor Lachen, umarmt sich hin und wieder sogar. Da leuchten sogar ein paar Augen, weil jeder Bursche, der dort herumsteht, auch mal will, dass ihn der Jörg anschaut und mit ihm spricht. Und der Jörg weiß genau, dass das so ist. Zwischendurch klettert er auf das Klettergerüst, bis ganz oben, und zeigt allen, was er sich traut. Alles nämlich. Vor gar nichts hat er Angst. Und dann wieder hörst du ihn flüstern: „Burschen, dem Werner spielen wir jetzt einen Streich. Seht ihr den Hans …“ Mehr kannst du nicht hören, weil dich die anderen Burschen wegdrängen. Sie wollen alle an die Sonne. Und du auch irgendwie. Dass der Jörg genauso über den Ahmed, den Igor und die Fereshta lästert, das gefällt dir zwar nicht so, aber so frech wie er das tut, ist das irgendwie schon wieder cool. Und ein bisschen recht hat er schon, denn die sind nicht so wie wir. Warum das ein Problem sein soll, hast du aber gleich wieder vergessen, ist auch nicht so wichtig …

Das war vor zwei, drei Jahren. Wenn du heute raus auf den Schulhof gehst, ist alles anders. Der Jörg geht in eine andere Schule, irgendwo in der Himmelpfortgasse (oder war’s am Höllriegl?), aber die anderen sitzen noch genauso dort wie vor drei Jahren. Und irgendwie ist das alles total fad. Was soll ich bloß tun, fragst du dich. Bald kommst du in die nächste Schule, und du musst überlegen, wie es mit dir weitergeht. Na ja, denkst du dir, begeistern tut mich da gar nichts, also sichere ich mich nach allen Richtungen ab. Auf jeden Fall kriechst du dem Josef in den Arsch, denn er kann es dir richten, wenn du ihm auch was von der Jause abgibst. Mit dem Heinz-Christian stellst du es dir auch gut, sonst gibt’s eine auf die Nase. Und der Werner … na schauen wir mal, wenn der Hans wieder in Gönnerlaune ist, dann denkst du vielleicht auch eine Minute an ihn. So wirst du dich schon irgendwie durchs Leben wurschteln. ek

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Österreich trauert …

Posted by on November 7th, 2008

mustard gartenzwerg… um die einzige, um die wahrhaftestigste, um die unvergleichlichste politische Führernatur des Landes. Wir wollten in aller Stilvölle mittrauern, aber leider musste der Eintrag, der an dieser Stelle war, nach nur wenigen Stunden wieder aus dem Netz genommen werden. Weniger weil, wie beim Thema “Alkohol, Auto und überhöhte Geschwindigkeit” üblich, bin kürzester Zeit hunderte Poster aufgetaucht sind und sich die Finger wund geschrieben haben, sondern weil man uns (von hier aus nicht nennbarer Stelle) mit diversen Konsequenzen drohte. Wir können hier nicht ins Detail gehen (damit meinen wir nicht ein Lokal oder Beisl in Wien), aber wir versprechen Euch auf dem Laufenden zu halten, sobald wir den Würgegriff des Meinungsterrors etwas gelockert haben.

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