So ticken die FPÖ-WählerInnen

fpoe_2015Endlich aufgedeckt: die FPÖ-Wählerschaft und was sie wirklich denkt!

Hat Satire einen Bildungsauftrag? Nein! Gibt sie Wahlempfehlungen? Auf gar keinen Fall! Dennoch darf sich Satire hin und wieder Sorgen um ihr Publikum machen. Geht es ihm noch gut? Ist es auch nach der Wahl noch da? Versteht es dann noch Spaß? Zahlreiche demographische Studien und noch zahlreichere facebook-Postings haben nachgewiesen, dass FPÖ-affine Bevölkerungsschichten nur bedingt fähig sind, Lügen und Propaganda von sachlichen Informationen zu unterscheiden. Wie soll da Satire von Wirklichkeit unterschieden werden können? Nicht nur Publikumsschwund, sondern auch eine Flut an Klagen steht zu befürchten! In Absprache mit unseren Rechtsanwälten und dem Wiener Marktforschungsinstitut MFI haben wir daher eine Studie über die FPÖ-WählerInnen in Auftrag gegeben. Hier die Ergebnisse:

94% der FPÖ-WählerInnen halten die FPÖ nicht für eine „neoliberale Millionärspartei“. Befragt nach den Gründen dafür gab 77% an, keinen Millionär persönlich zu kennen und mit diesem Begriff darum nichts zu anfangen, während 23% eine der folgenden drei Antworten ankreuzten: a) „Ich würde mich nicht als neoliberal bezeichnen.“ B) „Ich sehe mich eher als Humanist.“ C) „Millionär ist zu viel gesagt.“

95% der FPÖ-WählerInnen verstehen unter „Wirtschaftsflüchtlinge“ Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, aus zerbombten Städten oder Dörfern kommen und in löchrigen Turnschuhen tausende Kilometer marschiert sind, um in Sicherheit und Freiheit zu leben. 5% haben dazu keine Meinung. 0% verstehen darunter ehemalige oder noch amtierende Politfunktionäre, die sich durch Leugnen, Dementieren oder durch immer noch intakte Beziehungen zu obersten EntscheidungsträgerInnen dem Zugriff des Gesetzes entziehen. Bemerkenswert: Bei einem Assoziationstest wurde zum Stichwort „Hypo“ nur in 3% der Fälle „FPÖ“ angekreuzt.

Erstaunlich heterogen
73% der FPÖ-WählerInnen haben „Angst, von einem 8 Euro-Leiharbeiter aus Bulgarien verdrängt zu werden“, während 27% eben diesen Leiharbeiter jederzeit wieder einstellen würden, um noch höhere Profite zu erzielen oder sich aus ihrer unternehmerischen Verantwortung zu stehlen.

85% der FPÖ-WählerInnen sind der Ansicht, dass die freiwilligen HelferInnen an Haupt- und Westbahnhof „zu viel des Guten“ getan hätten. 15% der FPÖ-Wähler wissen das sogar aus mittelbarer Erfahrung, sie kennen zumindest jemanden flüchtig, der ebenfalls mitgeholfen hat.

63% der FPÖ-WählerInnen unter 25 Jahren haben ein Faible für Gangsterrap und/oder heimische Volksmusik, haben aber zugleich Schwierigkeiten, einen orthographisch richtigen Satz zu posten. 37% bevorzugen Kammerkonzerte und Opernaufführungen und könnten im Übrigen „auszucken, wenn während des Konzerts geraschelt oder laut gehustet wird.“

23% der FPÖ-WählerInnen schwärmen heimlich für Euro-Dschihadisten, lehnen es aber ab, selbst in den „Heiligen Krieg“ zu ziehen, weswegen sie lieber durch ein entsprechendes Wahlverhalten die eigene Heimat in Schutt und Asche legen wollen. 77% hingegen bevorzugen Hass-Prediger in deutscher Sprache („die einzigen, die unsere Sprache sprechen“).

Fazit
„Ein Publikumsschwund für die Satire ist nicht zu befürchten“, so Bernhard Schönfärber, Leiter des MFI-Marktforschungsinstituts, „denn die meisten PÖ-WählerInnen werden viel Humor benötigen, sobald sie erkennen, dass die Politiker, die sie gewählt haben, nicht die sind, die sie vor Flüchtlingen und MigrantInnen schützen, die ihnen angeblich die letzten Krümel auf dem Teller wegnehmen, sondern jene, die sich mit den oberen Zehntausend des Landes zusammentun, die tatsächlich den Großteil des Kuchens einstreifen.“ Steht hier aber nicht zu befürchten, dass die Satire dadurch erst Recht arbeitslos wird, schließlich hat die Hydra ihr Publikum noch nie so verarscht wie das die FPÖ mit ihrer Klientel tut? Darüber will Schönfärber nicht spekulieren, fügt aber hinzu: „Es spricht Bände, dass die Wiener Bezirke mit dem höchsten FPÖ-WählerInnenanteil Döbling und Simmering heißen.“

+++ Schluss +++

Von der Wirtschaft ausgegrenzt: die FPÖ!

whosafraidPolitiker sein bedeutet in Hauptsache Geld ausgeben und Ausgaben für Flüchtlinge einschränken. Eine Pressestunde mit lauter Zeitungschefs, geschaut & protokolliert von Kerstin Kellermann, während sie auf ihr leeres Börsl schielte.

Vom Begriff des „Ausgrenzens“, das die FPÖ so gerne verwendet, grenzt sich der Kurier-Chefredakteur ab. Dabei wird die FPÖ doch wirklich ausgegrenzt! Von der Wirtschaft! Niemand lässt sie an die wahrhaft großen Töpfe! Chefica werden! Diese lächerlichen kleinen Staats-Budgets …, die sind ja so schnell leer, das zahlt sich gar nicht wirklich aus, dieser Aufwand. Der Presse-Chefredakteur kriegte nach eigenen Angaben „keinen großen hysterischen Anfall“, als er von der Burgenland-Koalition mit der FPÖ hörte. „Es wird eine Koalition der Geldausgeber, die sich nicht um die Finanz kümmern.“ (Tiefes Luftholen). „Als bürgerlicher Standpunkt: Wirtschaft! Wundere mich nur über die FPÖ, die linkspopulistische Positionen vertritt, z. B. Pensionen nicht anrühren!“ Denkt Nowak wirklich, FPÖ-PolitikerInnen wollen nach einem Berufslebens des fröhlichen Geldschöpfens mit weniger Gestaltungsmöglichkeiten in Pension gehen? Pandi von der Krone ist froh, dass die Bank Burgenland nicht dem Burgenland gehört. „Vielleicht macht die SPÖFPÖ-Koalition auch etwas gut – mit dem Geld“, sagt er. Die Standard-Chefin sieht den Staat als Unternehmen an: „Der Kanzler ist beschädigt, weil er sich nicht mehr durchsetzen kann. Es ist wie, wenn ich in einem Konzern etwas vorgebe und die Unteren halten sich nicht dran…“ Zur FPÖ mit oder ohne Geldausgeberei: „Vor der FPÖ muss man sich schon fürchten.“ Die FPÖ Landstraße forderte, dass alle legal lebenden Ausländer in sechs Monaten „weg“ sollen, erzählt Brandstätter, „nur die aus den Kronländern nicht. EU-Austritt wollen die auch. Die FPÖ hat ein Verarmungsprogramm vor!“ Arme FPÖ! Mölzer wurde nicht eingeladen zur Runde der Chefredakteure. Aber mit Wirtschaft hat er nichts am Hut und Geldausgeben tut er auch nicht so viel.

Kleinen Männern Geld geben
„Leute des Landes verweisen und enteignen, das gefällt manchen Leuten“, behauptet die Chefredakteurin des News. Enteignen?! So weit hat noch nicht einmal die FPÖ gedacht, denn mit den kleinen Familienbeihilfen ins Ausland und den Mini-Pensionen, ist nicht viel finanzieller Staat zu machen. Und es wäre doch ein enormer Verwaltungsaufwand, das den Ausländern wieder wegzunehmen, das bissl Geld. Dann geht es um ein mögliches Schwarz-Blau. „Ein Gleichgewicht des Schreckens“, lacht Pandi. „Darf ich etwas Staatstragendes sagen?“, fragt Brandstätter, „Wir diskutieren über Pograpschen, das finde ich ganz schlimm. Über einen Deppen. In dieser wirtschaftspolitischen Lage!“ Ja eh, lieber jemand in die Brieftasche greifen als an den Hintern, stimmt doch wirklich. „Warum wählt Österreich aus Protest rechts?“, fragt Pandi. „Es hätte doch eine Alternative gegeben: die Neos!“ Die Neos, die den Staat als die Reinkarnation neoliberaler Ideen per se ansehen! Eigenwerbung, Selbstoptimierung, AMS-Kurs… Weissenberger mit ernstem Gesicht: „Etliche Gewerkschafter sagen, die FPÖ sei nicht so schlimm. Das Sozialpolitische überschneide sich. Wenn man den Autofahrern, den Pensionisten und den kleinen Männern das Geld, äh recht gibt.“ Nowak: „Wenn man die FPÖ wählt und sich denkt, die kommen nicht in die Regierung, ist das eine billige Form des Protests. Man müsste denen sagen, ihr riskiert wirklich, dass die an die Regierung kommen.“ Er kann auch lustig sein.

Entzauberung der Regionalregierung
Brandstätter: „Alle verteilen wir das Geld: Die SPÖ will die Vermögenssteuer, die FPÖ will noch mehr Geld ausgeben, aber schreit, keine Steuer! Die FPÖ sagt nicht einmal, wie sie die Geldausgeberei finanziert.“ Pandi: „Der FPÖ-Hofer hat neulich gut im Fernsehen diskutiert, der wird nicht in einem halben Jahr das Burgenland bankrott machen.“ Das ist die neue Hoffung an Politiker, Leute: Macht uns bitte nicht so schnell bankrott! Laßt uns bitte vorher noch ein bissl Beachvolleyball genießen. „Zum Stichwort Entzauberung der FPÖ: Das ist die Hoffnung, ich mache den Bock zum Gärtner, um zu zeigen wie der Bock ist.“ Weissenberger schiebt immer mit todernsten Gesicht die härtesten Wuchteln. Nowak: „Das ist eine Regionalregierung, da kann nicht viel passiern…“ Pandi ist sich sicher, dass die EU dem  rotblauen Burgenland keine Sanktionen verhängen wird – das war schon ein wahrhaft  traumatisches Erlebnis, diese Sanktionen damals!

Unternehmensfreie FPÖ
Dann kommt der Höhepunkt: Bundeskanzler Faymann schaute den Medienmachern zu und wird nun interviewt! „Man soll nicht übertreiben“, meint er. „Die Vorschläge der FPÖ sind unbrauchbar und unsere sind nicht gut genug.“ Faymann wird bald in einer FPÖ-Holding sitzen, prophezeit die Journalistin. Holding? „Wie lange können Sie diesen Spagat noch halten?!“ Faymann jovial: „No, sehr lange….! Wenn die ÖVP ständig versucht…. hinter unserem Rücken, die FPÖ! Ich interessiere mich nicht für Strache. Die Hackler in der Steiermark…“ Die Journalistin steigert sich rein: „Was haben Sie falsch gemacht, dass die FPÖ so stark ist?“ Faymann: „Ich will nicht nachdenken über rot-blau. Wir machen nix nach beim Aufhetzen der Leute. Jetzt habe ich mich an den vierten Schwarzen gewöhnt. Jeder hat sein Hobby, nur ich hab’ Verantwortung.“

Ich persönlich, als Frau, die viel mit Handwerkern diskutiert, glaube ja, dass nicht wenige die FPÖ wählen, weil die mit den Unternehmen, die sie effizienz-, arbeitszeits- und geldbörslmäßig quälen, garantiert nichts am Hut hat. Auch wenn die FPÖ das gerne ändern würde! Man braucht sich nur diese unwirtschaftlichen Aussagen der FPÖ-Gesundheitssprecherin anzuhören: Hercules-Militärmaschinen, um Flüchtlinge abzuschieben! Diese Kosten! Die würden doch leer zurück fliegen!

Kerstin Kellermann, exklusiv für Hydra

Horrorkabinett der Engstirnigkeit

eau_2Die Website eaudestrache.at versammelt Wortmeldungen, Ansichten und Postings von FPÖ-Anhänger bzw. Sympathisanten. Hydra hat die verständlicherweise lieber anonym bleibenden Macher der Seite zu einem kurzen Interview gebeten.

Hydra: Die Idee, diese Wortmeldungen zu sammeln, um daraus
 eine Art Sittenspiegel zu machen, scheint einerseits einleuchtend. Aber man
 könnte auch sagen, dass ihr dieser Negativität dadurch umso mehr Raum 
bzw. Öffentlichkeit gebt. Was sind eure Überlegungen dazu?



EaudeStrache: Ja, man könnte sagen, dass man dieser Negativität durch die Website mehr Raum und Öffentlichkeit gibt. Das war auch einer unserer Gedanken, den wir vor der Erstellung der Website hatten. Jedoch kann es, unserer Meinung nach, nur durch die breite Öffentlichkeit gelingen, der FPÖ den Spiegel vorzuhalten und diese Art von Politik zu verurteilen. Unserer Erfahrung und der Reaktionen nach, wusste die breite Öffentlichkeit nichts von den Auswirkungen dieser Politik. Wenn man es runterbricht, könnte man sagen, dass die Negativität zwar multipliziert wird bzw. mehr nach außen getragen wird, aber sich erst dadurch eventuell etwas ändern könnte. Vielleicht können wir da ein ganz ganz klein Wenig dazu beitragen. Schön ist, dass wir Mails bekommen haben von Menschen, die erfolgreich ihre Bekannten über ihre Blendung durch die Hetzpolitik aufklären und sie dadurch umstimmen konnten.

eau_1Hydra: Mir fällt beim Durchschauen der Wortmeldungen auf, dass diese
 engstirnigen, ausgrenzenden, diskriminierenden Statements zwar oft
genug das dürftige Bildungsniveau (oder gar Analphabetismus) ihrer
 Urheber verraten, aber hin und wieder auch erschreckend kreativ sind.
 Wie erlebt ihr das? Gibt es Lehren, die man aus der Beschäftigung mit
 diesem Horrorkabinett der Engstirnigkeit ziehen kann?



EaudeStrache: Man sieht, dass es keine Einzelfälle sind, die sich vom bewusst geschürten Hass angesprochen fühlen und fast schon „verführt“ werden – auf der Seite sind aktuell 933 Zitate gelistet, jedoch ist das nur ein Bruchteil der Menge, die wir gesammelt haben. Viele Zitate sind zwar auch sehr hasserfüllt, fallen aber unter die freie Meinungsäußerung. Da diese noch im Rahmen des Rechtlichen sind, wollten wir sie nicht publik machen.

Wie du angesprochen hast, sind viele Zitate tatsächlich kreativ. Irgendwie macht die Kreativität das Ganze noch um einen Tacken trauriger, da Personen nicht nur fordern, dass Asylanten z. B. einfach erschossen werden sollen, sondern manche auch erschossen werden sollen und danach Fotos von diesen in den Zelten den anderen Asylanten gezeigt werden sollen. Mittlerweile gibt es nur mehr wenige Zitate, wo wir uns erschrecken – man wird irgendwie abgestumpft. Die Wirkung von Zitaten mit KZ-, Gas-, oder Hitler-Inhalten stumpft allerdings nie ab.

Immer wieder wird ja gesagt, dass Bildung der Schlüssel ist. Laut Wählerstatistiken würde das auf den Durchschnitt zutreffen. Es wird gesagt, die anderen Parteien sollen auf die Ängste jener Wähler eingehen, die zur FPÖ gewandert sind. Jedoch ist es unserer Ansicht nach schwer, auf Ängste einzugehen, die bei einer Vielzahl der Menschen ohne die Facebook-Kampagnen und den öffentlichen Plakaten der FPÖ, nicht so existieren würden.

eau_3Hydra: Wie kamt ihr auf die Idee? Gab es einen bestimmten Punkt,
 eine bestimmte Wortmeldung, bei der ihr gesagt habt: „So! Jetzt aber!“?



EaudeStrache: Die Idee hatten wir ein paar Tage nachdem ein FPÖ-Mandatar wegen fremdenfeindlichen Postings auf facebook zurücktreten musste. Wir haben uns mehr aus Zufall die facebook-Seite angesehen und die anderen Postings und Kommentare durchgelesen. Im Zuge dessen haben wir uns durch viele andere FPÖ-facebook-Seiten geklickt und auch dort die Postings und Kommentare gelesen.

Wie zu erwarten, waren diese sehr eklig und hasserfüllt. Viele aber nicht gelöscht. Wir dachten uns, dass wir die Postings und Kommentare irgendwie nach Außen tragen müssen, denn gelesen werden diese Großteils nur von Menschen, die auf FPÖ-facebook-Seiten unterwegs sind. Wir entschlossen uns eine sehr einfache Website zu erstellen, auf welcher der Inhalt der Kommentare besser rübergebracht werden kann als auf facebook.

Auf facebook sieht man solche Kommentare immer nur als Haufen, in kleiner Schrift und mit schönen Profilbildern untereinander. Beim Durchlesen der Kommentare wirken diese zwar auch eklig, aber durch diese optische Überladung sind sie nicht eindringlich genug. Der optische Rahmen sollte sozusagen leider dem „gerecht“ sein, ohne viele visuell ablenkende Elemente.

Ganz im Kopf haben wir einen „So! Jetzt aber“ Zeitpunkt nicht, aber ich glaube es war ein Moment bei einem Posting auf einer FPÖ-Seite das mittlerweile schon entfernt wurde. Dort haben wir Kommentare gefunden wie: „Einfach das kz wieder öffnen und rein […]“ oder: „Ich sags ja nur ungern ! Aber lasst uns die alten Öfen wieder anwerfen !!!“

Hydra: Wie geht es jetzt weiter? Was erhofft ihr euch?

eau_4EaudeStrache: Wir wollen dadurch auf die Auswirkungen einer bewusst schockierenden, anstachelnden und entsetzlichen Politik aufmerksam machen. Eigentlich gehören solche Sachen nicht als „Das ist eh schon bekannt“ oder „Wenn sie sich davon distanzieren, passt das“, abgetan werden. Vielleicht dringt die Seite ja noch auf irgendeine Weise zu den sich für dieses Thema engagierenden Politikern durch oder zu anderen „Multiplikatoren“ der Öffentlichkeit. Wahrscheinlich wird sich erst dann etwas ändern. Die politische Öffentlichkeit müsste sich entschließen, H.C. Strache und der FPÖ den Spiegel ihrer Politik vorzuhalten. Deshalb freuen wir uns, wenn die Seite weiterkommuniziert wird. Vielleicht können wir ein kleines Bisschen dazu beitragen, dass Blau bei den kommenden Wien- bzw. Oberösterreich-Wahlen nicht so stark wird wie in der Steiermark.

 

Vilimsky hängt sich an den Ameriganern auf

vilimskyingruen„Verstehen Sie die Menschen, die Ihre Plakate kritisieren? Ich will mich nicht als Spaßbremse betätigen, aber diese Plakate passen nicht zu Ihnen! Sie sind doch nicht unpolitisch. Sie sollten sich von Ihren Leuten distanzieren“, sagt der angriffige Herr Nowak, Chefredakteur der Presse, der nichts von Maikäferchen, krummen Gurken oder Paradeisern hält. Alte Gärtner mit Brille und Strohut! „Doch, besonders, die Tomate gefällt mir“, antwortet die politische Politikerin Ulrike Lunacek. „Es geht um die Vielfalt von Obst und Gemüse. Die Konzerne, die das Saatgut verkaufen wollen …“ Nowak unterbricht: „Der arme Strasser!“ ORF-Redakteur Stoppacher zeigt das Plakat her, auf dem der ehemalige Innenminister, der bei Wutanfällen Laptops an die Wand schmiss, comicartig mit zu großem Kopf und a lá Oliver Twist hungerschwächelnd abgebildet ist. „Sie haben ja intern viel Erklärungsbedarf. Das Strasser-Bild ähnle einer Kampange der Freiheitlichen, sagt ihr eigener Pius Strobl“, kümmern und sorgen sich die beiden Journalisten um die Interna der grünen Partei. „Herr Strasser war Delegationsleiter im europäischen Parlament…“ „Sind Menschen nicht wichtiger als…“, unterbricht Nowak. „Der arme, noch nicht rechtskräftig verurteilte Strasser!“ „Tschuldigung, Herr Nowak, tschuldigung“, sagt Lunacek, wie noch öfter in dieser Sendung, „das Bild ist von der APA. Herr Nowak, es ist ganz klar, dass die ÖVP verhindert, dass es ein Transparenzgesetz gibt.“ „Nein!“, ruft Nowak, „das ist hanebüchen!“ Seine Augen sprühen Blitze. Vielleicht würde er auch gerne mal gefragt werden, ob er EU-Politiker werden will. Spitzenkandidat! „Der Schaden, der angerichtet wurde, gegen Geld Gesetze zu verändern, das Image des Europaparlaments ist immens geschädigt!“, ruft Lunacek. „Ich will ein Lobbyisten-Register und sehen, wieviel die ausgeben.“ Nowak staunt: „Warum sind Sie populistisch? Der Strasser ist doch kein Lobbyist!“

Die Sonnenenergie Putins
Stoppacher hängt geistig noch immer an den grünen Plakatmotiven fest, die sind ja auch viel interessanter als diese langweilige, undurchschaubare EU. „Ein Plakat soll plakativ sein. Wir haben ja sozusagen Wahlkampf“, ist die Antwort. Sehr schlau, die konfrontieren sie mit noch mehr Kritikern aus den eigenen Reihen – STUVAG, nannten wir das in der Schule, Stundenverkürzungsaktion, wenn wer z. B. ganz langsam die Tafel abwischte und sogar noch nachtrocknete. Die halbe Sendezeit ist bereits vorbei. (Was macht diese Lunacek eigentlich den lieben langen Tag in der EU?!) Diese seichte EVA-Zeitung aus Graz ist das nächste Thema, pf…, ich werfe den Staubsauger an. Sonntag, Hausfrauen Tag. „Die Kosten fürs Wasser sind in Paris nach der Privatisierung um 260 Prozent gestiegen.“ „Verseuchtes Grundwasser…“ „Sie wissen schon, dass es Exporte gibt. Die Industrie schafft Arbeitsplätze…“ „Ja, sie schafft schon Arbeitsplätze, es gehen aber auch ganz viele verloren.“ „Putin kann auch Sonne und Wind nicht abstellen“, höre ich beim Stühle rücken über den Staubsaugerlärm drüber.

„Albanien! Kosovo! Auch in die EU?!“ „Die EU ist ein Friedensprojekt, dort waren grausame Kriege, Traumata der Bevölkerung…“ „Flüchtlinge! Was tun Sie dagegen?! Wenn man die Tore aufmacht…“ Lunacek bleibt einschmeichelnd und freundlich, geht auf die ständig kleine Vorwürfe schleudernden Journalisten ein – „genau“. „Tschuldigung!“ Am Ende lacht der Stoppacher sogar einmal. „Jede Stimme zählt …, es gibt EU-Entscheidungen mit nur einer Stimme Unterschied!“, wirbt Lunacek. Nowak redet die ganze letzte Minute der Sendezeit selber: „Arbeitslosigkeit, Sparpolitik, Schuldenpolitik …“ „Man muss schauen, dass die Gesellschaft nicht kippt“, hört man noch von der EU-Politikerin. Wie von der Weiten, von Brüssel her. Viel Windenergie in dieser Sendung. Könnte man die nicht auch irgendwie nutzen?

„Man schießt nicht auf Leute“
Wolfgang Wagner vom ORF fürchtet sich nicht vor Harald Vilimsky und seinen „kulturfernen Migranten“: „Sie sind als einziger für Putin und Russland!“, hält er ihm vor. „Wir verstehen uns als neutrale Partei“, betont Vilimsky. „Es ist herzzerreißend, was in der Ukraine passiert. Die US-Soldaten wären da tätig…“ Mancher Fernsehzuschauer glaubt, sich verhört zu haben. Die Ameriganer?! Wieso das denn? „Vermeintliche Demokratiebewegung, es ist gefährlich, die Russen zu provozieren …“, Waldner stottert, bleibt aber dran. „Da wird mit gezinkten Karten gespielt, Jankowitsch wurde davon gejagt, dabei war er noch vorher bei Faymann, Spindelegger, Häupel zu Besuch!“ Die Freiheitlichen lieben das Verratsthema. „Eine Friedensbewegung mit Sturmgewehren am Maidan?  Man muss sich als Europäer nicht zum Spielball der Ameriganer machen. Wir hatten Blackhawk Soldaten am Maidan. Die Ameriganer …“ Ist das nun nur die beliebte Umdreh-Technik der FPÖ? „Der Spiegel berichtete darüber! Man schießt nicht auf Leute. Nackte Angst um ihr Leben …“ Genau, er redet aber von Jankowitsch, dem verflossenen Premier der Ukraine, nicht von den am Maidan getöteten Menschen. Irgendwie habe ich das Gefühl etwas verpaßt zu haben. Ich habe doch gar nicht mehr gestaubsaugt?

Beim Zeit im Bild-Faktencheck kommt heraus, dass das „Klagemauer-TV“ (Was für ein Name!!) von Spiegel Online übernahm, das von der Bild am Sonntag übernahm, dass es in der Ukraine US-Soldaten gibt. Aber erst jetzt. Vom Maidan stand in der Bild nix. Sagte der Bild-Redakteur auf Nachfrage. Vilimsky hängt sich an den Ameriganern auf. Obama praktiziert die Todesstrafe, Putin hat sie schon längst abgeschafft. Waldner bringt die Abstimmung unter  Waffenbedrohung auf der Halbinsel Krim ein. „Abstimmungen… Es gibt immer Kritik! Die Mariahilferstraße! Und diese Conchita Wurst!“ Und beim Settele im Taxi mitfahren darf auch nicht jeder.

Manneken pis in Meta-Jerusalem
Vilimsky ist gegen US-Überwachungs-Wahnsinn, EU-Zentralismus und Conchita-Homosexuellen-Gender-Wahn. Ulla Kramar-Schmid vom Profil beobachtet ihn scharf durch ihre Brille. Vilimsky: „Der Staat fördert die Familien ja nur, weil die Leben schenken können. Pensionsystem, Sozialausgaben – deswegen fördert der Staat das ja!“  Dann geht es um eine Art Renationalisierung der EU. „Brüssel sollte keine Stadt mit sakralem Charakter sein – so eine Art Meta-Jerusalem.“ Und: „Seit den Lehmann Brothers füttern wir die Banken.“ Ulla Kramar-Schmid: „Der Meinung kann man schon sein. Die EU-Kommission fördert mehrere Maßnahmen, um Banken in Schranken zu weisen, wie Sie ja plakatieren. Warum stimmten die EU-Abgeordneten Mölzer und Obermayer dann dagegen oder waren nicht da bei der Abstimmung?“ Kramar sitzt ganz locker da, einen Arm lässig nach hinten über die Stullehne gehängt. Vilimsky: „Ich brauche keinen Regulierungs Wahn.“ Kramar: „Sie weichen mir aus. Sie plakatieren Banken in die Schranken und ihre Mandatare stimmen dagegen.“ Vilimsky: „Das nackte Abstimmungsverhalten zählt nicht. Das können wir nicht so im Raum stehen lassen. Das hätten Sie mir vorher sagen müssen.“ (Oh je,von wegen Stühle im Raum stehen lassen – Boden wischen muss ich auch noch.)

Ula: „Jugendarbeitslosigkeit. Ihre Mandatare enthalten sich der Stimme. Sozialer Wohnbau, die stimmten dagegen. Der Steuerzahler müsste noch viel mehr zahlen, wenn die EU die Haftungen der Länder für die Banken nicht abgestellt hätte.“ Da hat sich aber wer vorbereitet auf die Sendung. „Reden die nicht mit Ihnen oder wird den Wählern Sand in die Augen gestreut?!“ Beinhart ist die, aber sonst wird man wohl auch nix beim Profil. Wirtschafts-Enthüllungs-Journalistin! Vilimsky geht erstaunlicherweise nicht in die Luft. Irgendwie ein untypischer FPÖler. Oder schon an Vorhaltungen gewöhnt und immunisiert. Sogar Mölzer kriegte manchmal diesen eiskalten  Giftschlangen-Blick oder vergass sich… Der hier regt sich nur über die Mariahilfer und den ORF auf – ein typischer Wiener? „Wenn Sie uns helfen, der ORF, kommen wir auf über zwanzig Prozent bei der EU-Wahl.“ Mit dem Settele Taxi fahren! Im Fernsehen!

Von Kerstin Kellermann

Wer hat hier Strohsack gesagt?

In einer „seriösen“ politischen Diskussion hat das Thema „Beschimpfung“ eigentlich nichts verloren, aber vom Stapel getreten wurde es eben dort, als der EU-Abgeordnete Ewald Stadler in einer ZiB-Sendung vor einiger Zeit hartnäckig die Wendung „Stronach vulgo Strohsack“ verwendete. Der notorische Verweis auf den Geburtsnamen von Frank Stronach ist nicht nur blöd, sondern hat auch einen leicht herstellbaren antisemitischen Bezug, etwa wenn der Strohsack zu einem gierigen Geldsack mutiert. Es ist unerheblich, ob Frank Stronach tatsächlich jüdische Wurzeln hat, denn wir wissen ja, dass Antisemitismus überall bestens gedeiht, egal ob es einen realen Anlass dazu gibt oder nicht. Manchmal braucht es dafür nicht einmal ein Gerücht.

Stroh from the past
Aber lassen wir dieses heikle Thema beiseite, widmen wir uns dem Nachliegenden. Tatsächlich ist die Namensänderung von Stronach eine seiner nachvollziehbarsten und somit fast sympathischsten Handlungen. Niemand von uns hätte gerne diesen Namen und niemand von uns würde sich deswegen gerne aufziehen lassen. Und wer von uns hat noch nicht über Stronachs Geburtsnamen geschmunzelt? Natürlich ist das kindisch und beleidigend … und, wir gestehen es, wir haben es auch schon gemacht.

Umgekehrt ist es offenbar so, dass jemand, der solche medialen Spielchen treibt wie Frank Stronach (erkaufte Berichterstattung, entrüstetes Abwürgen kritischer Fragen oder nicht zuletzt die kitschig-blöden Weihnachts- und Neujahrsinserate in allen österreichischen Tageszeitungen), uns für Strohköpfe hält. Uns alle nämlich. Als würden wir nur darauf warten, dass uns der begüterte Onkel aus Amerika (sorry, Kanada) erzählt, wie die Dinge liegen. Als hätte sein eigener wirtschaftlicher Erfolg nicht bloß die normative Kraft des Faktischen, nein, als wäre das schon die gesamte politische Legitimation. In satirisch-beleidigendem Sinne müsste man also formulieren: Stronach ist ein Geldsack, der uns alle für Strohköpfe hält. Womit er in seiner Logik unzweifelhaft Recht hat, aber damit kommt der Strohsack als inhaltlich adäquate Metapher eben doch wieder ins Spiel. Oder mit anderen Worten: He lives up to his name.

Geld vs. Stroh
Die wahre Bestürzung über Frank Stronach liegt genau in diesem Missverhältnis zwischen Geld und Stroh. Stronach hätte das Geld, um ungeschminkte Wahrheiten zu vertreten, um komplexe Zusammenhänge zu transportieren, um das in den öffentlichen Diskurs einzuspeisen, was zunehmend auf der Strecke bleibt. Von der inhaltlichen Austrocknung gesellschaftlicher Diskurse durch wechselseitige Abhängigkeiten (zwischen Medien, Politik und Wirtschaft) wäre zu sprechen, und von einer breitflächigen Korrumpierung der Politik durch wirtschaftliche Interessen – und zwar lange vor der supernackten Inkompetenz und Kaltschnäuzigkeit einzelner Übeltäter. Von generell neuen Spielregeln für öffentliche Diskurse wäre zu berichten, die zwischen gezwitschterten Aufmerksamkeitsstürmen und breitflächigem Qualitätsmediensterben kaum eine substantielle Mitte finden.

So viel gäbe es also zu politischen/wirtschaftlichen/medialen Problemen des Landes zu sagen, so viel könnte man zur Besserung der demokratischen Kultur beitragen – wenn man es sich denn leisten könnte, derart mühsame Themen durch genügend Geldeinsatz unter die Leute zu bringen. Aber was tut Stronach stattdessen? Er schlüpft in die Rolle des Märchenonkels und behandelt uns wie Vollidioten. Weil es das ist, was ihm seine neoliberale Unternehmenskultur jahrzehntelang gelehrt hat. Offenbar ist nur der erfolgreiche Unternehmer in seinen Augen ein mündiges Wesen. Wer sich hingegen Gehaltsempfänger nennen darf, ist praktisch dadurch schon zum Vollkoffer degradiert, dem man einzig und alleine ein Märchen zutrauen kann.

Und da sind wir dann wieder. Beim Geld und beim Stroh. Sie wollen einfach nicht zusammenkommen bei Stronach. Schade, dass er es nicht besser weiß oder kann. Ist eben nicht zu ändern. Aber wer in dem Austrokanadier tatsächlich einen Heilsbringer sieht, ist wohl selbst ein Freund des Strohs.

Curt Cuisine,
dankt Maximilian Zirkowitsch und Gregor Fröhlich für den wie stets unverzichtbaren Input

 

Filmtipp der Woche

Ins Kino gehen ist wieder in, denn nirgendwo fühlen sich gute Mütter und brave Hausfrauen wohler als im Kino. „Cineplexx statt Sex“ ist darum der Leitspruch vieler Frauen, und nicht wenige Männer gehorchen ihren Frauen auf’s Wort. Was für ein Glück, dass es eine Reihe hervorragender Filme gibt, die in jüngster Zeit ins Kino gekommen sind, und die einen Kinobesuch so richtig schmackhaft machen.

Da ist zunächst „Arier Süß“ mit dem jungen Hollywood-Talent H. C. Strache in der Titelrolle als von aller Welt verfolgter Arier. Zum Inhalt: Der junge Arier sieht sich selbst als Musikant, spielt aber grottenschlecht auf seiner Bassgeige, weswegen das Publikum bei seinen Zurufen oft genug den Bass durch einen Arsch ersetzt. Außerdem liebt der Musikant Arier Süßes, nicht Saures, wie bei diesem amerikanisch-haidnischen Halloween-Spektakel, wo man mit Vorliebe über ganz grausliche Dinge lacht und erkennt, dass viele schiache Sachen ja im Grunde gar nicht so schlimm waren. Regie führte Regieveteran Veit Harlan, der zuletzt mit seinem Film „Opfergang“ von sich reden machte. „Opfergang“ schildert die letzten Stunden eines FPÖ-Funktionärs vor einem Ballbesuch.

Ebenfalls brandneu in den Kinos ist der Film „True Lies“ mit Arnold Stracheneger in der Titelrolle. In „True Lies“ geht es um einen Agenten, der sich bei einem Einsatz dermaßen in die Hose gemacht hat, dass man die braune Spur immer noch riechen kann. Doch der Agent leugnet beharrlich alles Braune in seiner Hose ab. Bis er die Liebe seines Lebens kennen lernt, eine Schäferhündin namens Eva. Fortan lebt er mit ihr in einer metaphorischen Beziehung und muss keine Lügen mehr erzählen, nur noch Gleichnisse. Regie führte James Cameron, auch bekannt durch seine brachialen Terminatorfilmen, in denen Roboter alles kurz und klein schießen. Rein metaphorisch gesprochen natürlich.

Ein Melodram speziell für zarte Herzen ist der Film „Hetzer in the Dark“. In diesem utopischen Meisterwerk geht es um eine neofaschistische Drecksau, die aufgrund eines Unfalls das Augenlicht verliert. Da in dieser Utopie eine beherzte Zivilgesellschaft Realität ist, zeigt niemand dem blinden Neonazi den Weg. Also tappt der Protagonist des Films 97 Minuten lang durch die Dunkelheit. Am Ende taucht aus dem Nichts ein Bundespräsident auf und reißt alle Ehrenabzeichen an sich. Regisseur Lars von Trier dazu: „Die Handlung selbst ist ein Gleichnis auf die intellektuellen Leistungen der Ewiggestrigen. Mich eingeschlossen übrigens.“

„Fear and Loathing in Vienna“ ist schließlich eher ein Film für experimentelle Naturen. Gezeigt wird der Werdegang eines einst hoffnungsfrohen jungen Studenten, der an falsche Freunde gerät, sich mit Drogen und Klebstoff (schnüffeln) das Gehirn wegbläst, bis man ihm ärztlich attestiert, dass seine Gehirnleistung auf 8,8 Prozent gesunken ist. In diesem Zustand gründet der Protagonist des Films eine freiheitliche Partei. Ein deprimierender Film, der oftmals für seinen grimmigen Realismus getadelt wurde. Regisseur Terry Giliam erhält darum auch praktisch keine Angebote mehr aus Hollywood. [schluss]

Race-isten geben Gas!

Sondermeldung: In einer spontan einberufenen Pressekonferenz kündigte noch-BZÖ Chef Josef Pücher eine völlig neue Pole-Positionierung seines Rennstalles für den Innkreis 500 an.

Klagenfurt –  „Ich weiß, wir hatten in letzter Zeit einige Schikanen zu meistern – und ich weiß, Haider bin I leider keiner – dennoch sehe ich gute Chancen für uns, mit unserer Neuorientierung die Konstrukteurs-Meisterschaft zu gewinnen! Österreicher, die Zukunft des Bündnis Zukunft Österreichs ist orange!“ So Parteiobmann Joseph Pücher heute morgen in einer überraschend schnittigen Wende.

„Österreich war schon immer ein Land, das gerne mit Vollgas in die Vergangenheit rast. Und als überzeugte Race-isten haben wir von der BZÖ den Rückwärtsgang nie gescheut. Bereits unser Gründer, der selige Landeshauptmann der Herzen, hat mit seinem VW Phaeton viel gewagt. Nur, ohne Jörg hat man uns nix zugetraut. Gewiss: Als Landeschef hat er keinen Stein auf dem anderen gelassen. Einen fescheren, international kontaktfreudigeren, einfach ehrlicheren Piloten für den Boliden Kärnten konnte man sich nicht wünschen. Er war ja gewissermaßen der Ayrton Senna der österreichischen Politik – nur halt hübscher, und, naja, eben Inländer!“

Soweit nichts Neues aus BZÖ-Kreisen. Aber dann der Knüller: „Wir haben endlich die Quadratur des Kreises geschafft, das Unerreichbare erreicht und das Unmögliche zumindest plausibel gemacht – und damit meine ich nicht das Kärntner Landesbudget! Wir verhandeln für die Saison 2012 mit einem renommierten – selbstverständlich inländischen – Rennstall um einen neuen Piloten, der dem alten Erfolgsmodell Haider um nichts nachsteht: Genauso spitzbübisch-jugendlich, genauso ein Rechtsaußenüberholer, genauso bereit, nicht für zweisprachige Ortstafeln (und notfalls das Verfassungsgerichtshof) zu bremsen. Er ist vielleicht nicht gar so braun – aber dafür haben wir den kritischen Fehler des alten Modells bereinigt: Der zukünftige BZÖ-Obmann wird mit Sicherheit auch bei 142 km/h jede Kurve kratzen, egal, wie viel Red Bull mit Wodka er trinkt!“

Den Namen des Bolidenpiloten wollte Pücher noch nicht nennen, aber sein branchenübliches Bartgemurmel ließ den Namen Niki Pacifico-Mateschitz-Pröll erahnen. Abschließend fügte der Pücher noch hinzu: „Ich bin überzeugt davon, unser neuer Vollgasprogramm wird wieder Part of the game in Kärnten. Und falls nicht – bleiben uns immer noch unsere guten Kontakte aus dem EU-Parlament. Sind ja nicht alles verdeckte Ermittler.“ Pücher selbst will weiterhin Aktiv im Rennsport bleiben. Als Crashtestpilot.

Text by Binu, Montage by Bart.