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Pressefoyer

Auszug aus Hydra 6
Auszug aus Hydra 6

1) Gestatten, HYDRA …

Ein Satiremagazin stellt sich vor.

Wien (ots) - Satiremagazine gibt es viele. Nehmen wir zum Beispiel „Österreich“. Das bunte Tagesperiodikum versucht täglich seiner LeserInnenschaft das blanke Nichts als Sensation ersten Ranges zu verkaufen. Wer hier keinen Sarkasmus ortet, hat die frohe Botschaft moderner Verlegerschaft noch nicht vernommen. Oder „Die Presse“. Im Stile Don Quichotes wird hier ein Wochentag zu retten versucht, der weder darum gebeten hat, noch je in seiner Existenz bedroht war. Chefredakteur Michael Fleischhacker träumt offenbar von einer kühlen Blondine Namens Sandy Sunday – oder ist doch in erster Linie ein Humorist ersten Grades. Genauso das Wochenmagazin „Profil“. Wie hier alle drei Wochen mit schonungsloser Ehrlichkeit aufgedeckt wird, dass Essen auch dick machen kann oder Pharmafirmen an Tabletten so einiges verdienen, das verdient keinen anderen Namen als Satire. 

Warum also in Zeiten derart reichhaltigen humoristischen Medienschaffens eine weitere Satirezeitschrift herausgeben? „Ähm“, kommentiert die frischgebackene HYDRA-Chefredakteurin Eva Kiel diese Frage. Natürlich, offiziell trägt die Funktionsbezeichnung „Satire“ kein einziges Magazin in Österreich, zumindest keines, das am Kiosk erhältlich wäre. Aber deswegen gleich davon ausgehen, dass es höchste Zeit wäre, in Österreich endlich ein Satiremagazin von internationalem Rang herauszugeben, hieße nicht nur Eins und Eins zusammen zu zählen, sondern dabei sogar auf die Summe Zwei zu kommen. „Äh, ah ja …“, meint dazu auch Satirechefin Kiel.

HYDRA will aber mehr als bloß eine Spaßzeitschrift (© Martin Blumenau) sein. Man habe die Zeichen der Zeit erkannt, heißt es seitens engagierter Redaktionsmitglieder, die üblicherweise auch das Denken für die Redaktionsdiva besorgen. Humor und Satire beschränken sich bei der HYDRA nicht auf die Inhalte, sondern gelten dem kompletten Produktionsprozess und der Erscheinungsform Printmagazin generell. „Wir haben den medialen Einheitsbrei satt, das Markendiktat nervt und das Jammern über sinkende Auflagenzahlen dank Internet ödet uns an“, heißt es im längst verschollenen Gründungspamphlet der HYDRA. Kiel dazu: „Hmm …“

Die aktuelle Ausgabe der HYDRA gibt sich als Kinderzeitschrift in geschrumpftem Format, wobei sogar der Markenname nur noch am Rande auftaucht. „Spatzipost“ heißt das neue Werk, dem nur noch die Celluphanhülle mit eingeschweißtem Billigstspielzeug fehlt, um es mit branchenüblichen Taschengeldattacken aufzunehmen. Diesem Werk, das ob seines infantilen Humors auch die LeserInnenschaft spaltet, die Seriösität eines periodischen Druckwerks abzusprechen, geht allerdings glatt an der Sache vorbei. Zumindest könnte man so das verwirrte Nicken der Chefredakteuse deuten, die zwecks hilfloser Verteidigung auf verflossene Ausgaben der HYDRA verweist.

Ausgabe No. 5 der HYDRA etwa erschien als lupenreines Lifestylemagazin, während die Nummer davor prähistorische Produktionsbedingungen mit Tixo, Heftklammern, Schreibmaschinentypographie simulierte. Auch in Zukunft soll sich nichts am sich stetig ändernden Erscheinungsbild der HYDRA ändern, ja, es sei sogar ungewiss, ob zukünftige Ausgaben stets als Magazin erscheinen werden. Wandzeitungen, bedruckte Klopapierrollen, ein Gothikausgabe, die nur auf Grabsteine gemeißelt wird, alles das sei angedacht, heißt es aus gut informierten redaktionellen Kreisen dazu. Chefredakteurin Kiel nickt mit dem Kopf, sie hat die Frage aber offenbar nicht verstanden. Satirische Aktionen im öffentlichen Raum wie eine Suppenausspeisung für magersüchtige Models oder ein knallhartes Verkaufstraining für NeovertreterInnen ergänzen die „publizistischen“ Tätigkeiten des Magazins, das sich über ständig wachsende Bekannt- und Beliebtheit erfreut.

Die “Spatzipost” ist derzeit via Online-Bestellung (siehe hier oben bzw. office@hydrazine.at ) erhältlich, so wie im Rahmen einer der öffentlichen Aktionen des HYDRA-Teams, wie etwa die kommende Releaseparty am 6.11.2009 im Roten Bogen.

Rückfragehinweis
0664/825 22 77 (Sekretariat von Frau Kiel) oder office@hydrazine.at

 

presse hydragoogle2) Es geht allerdings auch ernster: Hier ein durchaus seriöser Text zum Thema HYDRA

  

Die „Hydra“ ist ein österreichisches Satiremagazin mit Redaktionssitz in Wien.

Entstehung und Entwicklung

Das Satiremagazin „HYDRA“ wurde Anfang 2007 in Wien gegründet. „HYDRA“ entstand ursprünglich als Nachfolgeprojekt des mittlerweile eingestellten Online-Fanzines „Germ“ („gelassen erlesen rund um Musik“) der Kulturvereins „Medienmanufaktur Wien. (http://www.medienmanufaktur.com/) Herausgeber und Chefredakteur der HYDRA war bis zur Ausgabe No. 6 Curt Cuisine. Seither hat die notorische Weltreisende Eva Kiel diese Agenden übernommen. HYDRA startete als Privatinitiative ohne finanzielle Schützenhilfe seitens eines Verlags oder Sponsors.  

Die Präsentation der ersten Ausgabe fand am 5.5.2007 in der Kunsthalle am Karlsplatz statt, ein Beitrag darüber wurde in der mittlerweile eingestellten ORF-Sendung „Szene“ gezeigt. (www.youtube.com/watch?v=uNpW2hDQdDc)

Die ersten vier Ausgaben erschienen in einer Auflage von 1.000 Stück, mit der vierten Ausgabe wurde die Auflage auf 2.500 Stück erhöht. Auch der Umfang des Heftes stieg von 24 Seiten (1. Ausgabe) auf mittlerweile 52 Seiten. HYDRA No. 5 war im gut sortierten Zeitschriftenhandel bzw. in Wien via Vertriebssystem der „Bunten Zeitung“ (http://www.wien-vienna.at/indexmedien.php?ID=1791) im Straßenverkauf erhältlich.

Besonderheiten

HYDRA versteht sich nicht nur als Satirezeitschrift sondern als ironisches Medienprojekt. Ziel der HerausgeberInnen ist es, nicht bloß eine in ihrem Inhalt humoristische Zeitschrift herauszugeben, sondern mit medialen Darstellungsformen zu experimentieren bzw. diese zu persiflieren. Seit der dritten Ausgabe erscheint die HYDRA darum stets in einem anderen Erscheinungsbild.

HYDRA No. 3 widmete sich schwerpunktmäßig dem „Tod der CD“ und war inhaltlich und visuell vage an einschlägige Musikzeitschriften angelehnt.

HYDRA No. 4 hatte die Weltfinanzkrise als Subthema und simulierte dementsprechend billigste Produktionsmethoden. Die Headlines wurden gestempelt, die Texte teils auf Schreibmaschine verfasst und per Tixo oder Heftklammern ins Layout gesetzt.

HYDRA No. 5 hingegen persiflierte die makellose Welt der Lifestylemagazine und erschien folgerichtig als Hochglanzmagazin mit entsprechendem Inhalt.

HYDRA No. 6, erschienen am 19. Oktober 2009, widmete sich dem Thema Kinderzeitschriften.

Mitarbeit

HYDRA versteht sich als unabhängiges und partizipatives Medium, das in erster Linie kreativen, bislang unbekannten Talenten Platz zur Selbstverwirklichung bieten will. Aus diesem Grund werden keine namhaften AutorInnen verpflichtet, was allerdings alleine aus finanziellen Gründen kaum möglich wäre. Alle MitarbeiterInnen der HYDRA arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich.

Bisherige MitarbeiterInnen der HYDRA waren bislang bzw. sind nach wie vor:

Axel Beer, Bennie Buchegger, Markus Egger, Heidi Fial, Thomas Flicker, Matthias Garzon, Alice Gruber , Jakob Gsoellpointner, Christoph Hautzenberger, Marc Heim, Michael Herz, Oleksandr Hnatenko, Sabine Karl, Sebastian Klug, Bernhard Lang, Sophie Lapierre, Gregor Lauss, Georg Moser, Christian Orou, Justus Ramm, Peter Rathmanner (Grafik), Stefan Rathmanner, Franz Alexander Stanzl, Martin Strecha (Martin Moped), Maximilian Zirkowitsch, Lilli Zirpel (Illustration).

 

presse stadtbahn3) Alle bisherige HYDRA-Aktivitäten im Überblick
(Auszug: Liste wird laufend ergänzt und auch noch kommentiert)

6. November 2009: Releaseparty HYDRA #5 im Roten Bogen, Wien

28. Oktober 2009: Exklusiv für die große StudentInnendemo produziert HYDRA eine Unterstützungs-Sonderausgabe (”Revolution”); siehe “Print”

19. Oktober 2009: HYDRA #5 erscheint („Spatzipost“)

31. September 2009: Neue Hydra-Website online

31. Juli 2009: Hydra-Halligalli im Museumsquartier Wien (Splash for Cash)

1. Juli 2009: Hydra-Sale-Event No. 3 vor der Oper, 1010 Wien

14. Juni 2009: Hydra-Sale-Event No. 2 im Museumsquartier, Wien

23. Mai 2009: Hydra-Sale-Event No. 1 im Museumsquartier, Wien

22. Mai 2009: HYDRA #5 Präsentation im Cinema Paradiso, St. Pölten

30. April 2009: HYDRA #5 bei der IZK-Vorlesung “Der arbeitslose Austropopper” in der Bunkerei, 1020 Wien

25. März 2009: HYDRA #5 erscheint, zwei Wochen später auch im Zeitschriftenhandel erhältlich

27. Februar 2009: Hydra-Aktion: Brot & Suppe für die Modewelt im Hotel Marriott, Wien (Nicht ganz ein voller Erfolg wurde unser Aktionstag gegen Unterernährung. Vermutlich lag es am Slogan, der nicht überzeugend genug war. In der engeren Auswahl waren unter anderem: „Esst mehr. Der Herr will es so.“ „Linsensuppe – Das gönn’ ich mir!“ „Iss vom Süppchen, kleines Püppchen!“ „Gute Suppe für die Puppe.“ „Suppe gut – Alles gut.“ „Ihr seid dürr’n'matt!“)

25. Dezember 2008: HYDRA #4 Präsentation bei den „FLUFFY USELESS TOYS“ im Rhiz, Wien

19. Dezember 2008: HYDRA #4 Präsentation beim Plattenquiz, im Gasthaus Egon, St. Pölten

12. Dezember 2008: Releaseparty zu HYDRA #4 im Cafe Stadtbahn, 1190 Wien

9. Dezember 2008: Das Hydra-Team (inkl. HYDRA #4) am Tag der Freien Medien, Fluc-Wanne, Wien

 7. August 2008: Releaseparty zu HYDRA #3 im Rhiz, Wien

9. Juli 2008: HYDRA #3 im Zeitschriftenhandel erhältlich

8. Dezember 2007: HYDRA #2 Präsentation im Gasthaus Egon, St. Pölten

5. Oktober 2007: HYDRA #2 im Zeitschriftenhandel erhältlich

15. September 2007: Hydra #2 Präsentation im Rhiz, Wien

5. Mai 2007: HYDRA #1 Releaseparty in der Kunsthalle Wien (inkl. Bingo-Club & ORF-Szene Beitrag)

4. Mai 2007: HYDRA #1 erscheint

April 2007: Gründung des Satiremagazins „HYDRA“, ursprünglich als Nachfolgeprojekt des mittlerweile eingestellten Online-Fanzines „Germ“ („gelassen erlesen rund um Musik“) des Kulturvereins „Medienmanufaktur Wien“.

 
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