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“Die BruBru-Tour ist nicht lustig”

Posted by on August 29th, 2011

Hydra: Geschätzter Reiseleiter, nach einem Jahr und fünf bewegten BruBru-Tours, wie fällt der Blick zurück aus?
Reiseleiter:
Zunächst mal, ich bin kein Reiseleiter, denn die BruBru ist keine Reise an die man sich bloß erinnert – sondern die BruBru-Tour ist ein Lebensausschnitt, der in den Alltag übergreift, sozusagen immer präsent ist.

Hydra: Okay, trotzdem bitte ein Blick zurück.
Justus Ramm:
Die BruBru-Tours waren ursprünglich als Unterhaltungsprojekt für das Hydrateam und die engsten Fans gedacht. Dass dieses Unterhaltungsformat (das auf eine Idee eines unserer kreativsten Köpfe, Sebastian Klug, zurückgeht) derart erfolgreich sein würde, hat anfangs kaum jemand erwartet. Zugleich steht kaum eine Aktion der Hydra so nahe an der eigentlichen Grundidee der Hydra, dass wir eben komplexe soziale Strukturen aufbrechen, in Frage stellen, dekonstruieren – und zugleich in spaßiger Weise verpacken. Dabei brauche ich als Reiseleiter keinerlei Hintergrundwissen, weder über historische, noch über soziale oder politische Gegebenheiten, sondern es geht darum, kontextunabhängige Fragen zu stellen. Wenn wir z.B. in ein Hotel gehen und dort ein Tortenstück bestellen, das wir in 50 Teile aufteilen wollen, oder in einer Kirche BruBru Jakob singen, stellt das elementare Fragen über die Funktionsweise bestimmter Orte.

Hydra: Aber bei der Tour stellst Du meist weniger Fragen, sondern erklärst und erläuterst.
Justus Ramm:
Das ist ein weiterer Aspekt, der mich an der BruBru-Tour begeistert, dass sie unglaublich selbstreferentiell funktioniert. So heterogen die Gruppe in ihrer Herkunft und ihren Lebensstilen ist, in ihrer Intention und in der Reaktion auf die Umwelt wird die Gruppe homogen. Wo herkömmliche Reisegruppen nur den Ort konsumieren, da gestalten wir diesen mit, da ändern wir das Stadtbild und unser Umfeld – was selbstverständlich auch zu Reibungsflächen führt. Jede Station bei einer BruBru-Tours sollte Reibung erzeugen, allerdings nie mit irgendeiner Form von Gewalt oder persönlicher Beschneidung. Die Angriffe, die wir tätigen, sind nur Hinweise. Wenn wir in der Kirche singen, dann grölen wir nicht, sondern tun das, was man in einer Kirche eben tut. Wir singen nur eben kein religiöses Lied. Wenn „Wir“ provozieren, heißt das jedoch nicht immer, das jeder der mitmacht auch wirklich weiß, was er oder sie gerade tut, bzw. ist der Grad der Interaktivität der einzelnen Leute sehr individuell und unterschiedlich

Hydra: Dennoch folgen alle Deinem Wort und Geheiß.
Justus Ramm:
Das ist zwangsläufig ein Teil der Gruppenzusammengehörigkeit, die ich nur stellvertretend inne habe. Natürlich stelle ich mich hin und sage: „Haltet Euch an mich, ich regiere hier, Euch passiert nichts, Ihr dürft machen, was Ihr wollt.“ Und bis zu einem gewissen Grad stimmt das dann auch, wie man beim McDonalds auf der Alserstraße gesehen hat. Ich versuche jedoch immer, nur einen Anstoß zu geben, auch wenn mit diesem alles fällt und steht, ist die Gruppe jedoch am Ende für Sinn, Witz und Funktionieren der Aktion  entscheidend.

Hydra: Das klingt aber gar nicht so lustig, wie es tatsächlich ist.
Justus Ramm:
Die BruBru-Tour ist in ihrem Kern gar nicht lustig. Dass die TeilnehmerInnen das lustig finden, ist eine Übersprungshandlung, weil sie in den paradoxen Situationen während der Tour – aus Angst, Orientierungslosigkeit oder Fremdscham – nicht entscheiden können, wie sie reagieren sollen. Deswegen lachen sie. Aber wenn sich 60 Leute am Stephansplatz aufstellen und ein Lied gegen Ausgrenzung singen, mag das zwar unüblich sein, ist aber im Kern ein ernstes Anliegen. Glaub mir, lustig sind ganz andere Menschen.

Hydra: Wenn wir die BruBru-Tour V, die Ghettoblast-Tour noch einmal Revue passieren lassen, was waren die Höhepunkte, was die kritischen Stellen?
Justus Ramm:
Höhepunkte für mich waren alle Situation, wo wir PassantInnen auf der Straße oder an den Fenstern, meist MigrantInnen übrigens, schamlos unterstellt haben, dass sie hier in einem Ghetto leben würden – und diese fast ausnahmslos positiv darauf reagiert haben. Etwa beim Walk of Fame neben der Thaliastraßenstation. Auch, dass die eigentlich recht willkürlich gewählte Route ganz eigenwillige, teils weirde Situationen hervorrief, z.B. der Besuch im Laufhaus oder die Bollywoodvorführung, die ich als Versuch kommentiert habe, hochwertige Filmkunst ins Ghetto zu bringen. Auch die Wiederbelebungsidee, also die Graffitikunst am Gürtel mit Geschenkpapierinstallationen zu crossen, hatte für mich unglaublich hohen künstlerischen Wert. Das illegale Straßenrennen war anfangs wegen der Grünwelle und der kaum zu überschätzenden Kraft der Motoren strategisch unklug gewählt, dennoch hat sich ganz klar gezeigt, dass illegale Straßenrennen nur im Ghetto funktionieren. Weil sich viele Menschen dort eben über ihre Autos zu definieren. Ein negatives Highlight war die Pfeffersprayaktion, wo die BruBru-Gemeinschaft erstmals durch rohe, unangekündigte Gewalt durchbrochen wurde.

Hydra: Welche neuen Erfahrungen brachte dieses ungewohnte Ghetto-Terrain?
Justus Ramm:
Dass es offenkundig doch den Rahmen einer BruBru-Tour braucht, um die Leute vorurteilsfreier und gerechter, eben auch liebevoller durch die Straßen laufen zu lassen. Natürlich geschieht das auch durch eine Vereinnahmung, einen Gewaltakt meinerseits, aber man lernt dabei, dass man Street-Credibility nicht durch Schweigen und Mitlaufen erwirbt (und schon gar nicht durch Gewalt), sondern durch ein friedliches und gleichberechtigtes Nebeneinander, durch ein Aufeinander zu gehen, ein Durchbrechen  festgesetzter, althergebrachter Handlungsrahmen, das Eröffnen unkonventioneller Wege des Miteinanders. Dass man einen Ausblick schafft … die BruBru-Tours als Brutopia. Im Grunde hat die Ghetto Tour genau das gezeigt, was sie in Frage gestellt hat: alle Stereotype und Klischees eines sozial benachteiligten Bezirks wurden durch ein bestimmtes Verhalten bedient.

Hydra: Blicken wir zurück nach vorn. Du gehst nach New York, warum eigentlich? New York gilt ja als öde, Nordamerika scheint überhaupt derzeit zum einem Slum zu verkommen. Welchen Herausforderungen kann man sich dort noch stellen?
Justus Ramm:
New York verkommt nicht zum Slum, es ist nur das europäisierte Denken, das es zum Slum macht. Der Gang nach New York ist für mich eine kreative Herausforderung … zunächst aufgrund der größeren Konkurrenz, Stichwort Street-Credibility, die ja immens schwierig zu gainen sein soll in New York. Aber es geht auch um eine künstlerische Fokussierung, vor allem hinsichtlich meines Stils. Drittens geht es darum, unsere Aktion, unser Projekt in einen größeren Raum zu tragen.

Hydra: D.h. man darf von einer BruBru-Tour in New York ausgehen.
Justus Ramm:
Das ist, ganz vage formuliert, richtig. Weil die Stadt viel mehr Schwierigkeiten in sich trägt, so vermute ich zumindest, werde ich dort vieles ausprobieren, in mir und an mir selbst. Ich werde eine Art Sozialexperiment starten … ob eben die Selbstreflexion einer ganzen Stadtgemeinde weit genug reicht, um die künstlerischen und kulturellen Erzeugnisse meiner Person anzunehmen, aufzusaugen und ihnen zu folgen: If they can make what I expect from them there, i can make it anywhere.

Hydra: Sind damit nicht vor allem Frauen gemeint?
Justus Ramm:
Nein, ich bin nicht auf Geschlechter fixiert, Sexualität ist bei mir kein Thema.

Hydra: Wann besteht die nächste realistische Chance auf eine 6. BruBru-Tour wieder in einem der Wiener Ghettos?
Justus Ramm:
Die LeserInnen sollten davon ausgehen, dass die nächste BruBru-Tour nicht unbedingt eine Stadtführung wird, sondern einen ganz anderen Rahmen oder andere inhaltliche Herausforderungen bereit halten könnte. Was aber kein Farewell to BruBru ist, sondern eher die Ankündigung einer BruBru-Extended, um hier schon mal mit meinem zukünftigen Sprachschatz aufhorchen zu lassen.

Hydra: Aber der Zeitpunkt? Wann?
Justus Ramm:
Das kann ich momentan nicht beantworten.

Die Hydra dankt für das Gespräch, Justus Ramm dankt zum Abschied allen MitorganisatorInnen und allen TeilnehmerInnen der fünf BruBru-Tours.


Das grenzenlose Unglück – Ein Klagegedicht bzw. Klagesonett in Reinform (und Reimform)

Oh ihr Kurse! Ihr dümmsten Schweine ohne gleichen!
Wie ihr mit eurem Gang bescheuert
meine Angst ihr stets erneuert -
Lang zählt’ ich zu den ohne gleichen Reichen!

Doch nun DAS: Fort ist mein Geld, ohne Vorzeichen!
“Alles Paletti!“ hat’s Brokerarschloch noch beteuert
Von € 40 Millionen morgens auf den Markt gefeuert (unversteuert)
mittags nur 39,97(!) Mille mir blieben…(Anm.: muß man sich mal vorstellen!!) Des ungnädigen Schicksals Weichen?

Oh Fortuna! Der härtesten Fügungen Schmiederin, gib Kunde:
Wie soll ich Geprügelter durchs Leben mich nun schlagen?
Wer wird ein Zuhülfmireiler wenn Möbbe (vgl. ‚Mob’) plündern wie die Hunde?

Werden auslangen Champagnerflaschen deren täglich sieben und wohlig runde
Eskortdamen deren täglich acht mal acht bei den Gelagen?
Muß ich nun leben bitterärmstens von fei(n)ster Goldhand in den Munde?? (Anm.: 24-Karat-Klunker!)

 

 

[Sebastian Klug]

The Börsencrush

Posted by on August 5th, 2011

Die Stimmung am internationalen Partnermarkt wird zurzeit ganz stark von Misstrauen und bad moods bestimmt! :-( Wir wollten wissen, warum das so ist und haben deshalb hinter die Kulissen der drei großen Rating-Quatschtanten Moody’s, Fitch und Standard & Poor’s geschaut! Lest alles über die persönlichen Zukunftsprognosen für die trendigsten Societypärchen an der Börse!

Viel Spaß und alles Liebe,
Eure Hydra.

 


Fiat & Chrysler

Moody’s: Heeey, Fiat und Chrysler sind sooo süß, die beiden Frischverliebten!
S&P: Ja, total! Seit der Fiat bei Chrysler eingezogen ist, ist er nicht wieder zu erkennen. Die beiden sind echt totale Business Angels zusammen :-)
Fitch: Ich find es ja auch schon ur süß, wie Fiat ständig Open Interest an Chrysler gezeigt hat. Diesen Mut haben nicht viele! Und nach dem Rückschlag ein Secondary Offer zu wagen war ein Zeichen, dass Fiat es wirklich ernst gemeint hat!
Moody’s: Angeblich hat Chrysler aber bis zur Naked Position abgewartet, bevor sie den Merge vollzogen haben…
Fitch: Naja, das versteh ich aber. Wer kauft schon gern die Cat in the sack?

Dow Jones & DAX

Fitch: Hey, was wisst ihr über diesen Dow Jones, der immer in der Gold-Bar tanzt?
Moody’s: Finger weg von dem! Der ist ein Hallodri! Er tanzt die Frauen zuerst wie ein wilder Bulle an, dann nimmt er sie tief unten auf dem Floor in der Baisse, und dann vögelt er sie oben auf der Benchmark weiter. Nix mit geregeltem Freiverkehr!
Fitch: Aber hallo! Das hör ich heute zum ersten Mal!! Apropos erstes Mal: Hat Linde endlich einen gefunden, der sie bumst?
S&P: Heeey, Fitch, du Bitch! Linde ist schon seit Jahren ungedeckt…die steht bald vor ihrem Verfallstag sag ich mal, ihr Zeitwert sinkt ständig.
Fitch: Traurig so was.
Moody’s: Ja. Traurigtraurig. Hoffentlich verspekuliert sie sich da nicht! Wird Zeit, dass sie mal wer callt und anbrüllt: KAUFEN –VERKAUFEN – KAUFEN!!! Sie sollte ihr eigener Inhaber sein!!
Fitch: Stimmt. Und sie könnte mal ruhig diesen DAX anquatschen, der öfters in der Gold-Bar ist. Der ist zwar bisschen auf Index-Inzest, aber hey: Wir leben in einem freien Markt! Jedenfalls: Sie hätte doch jede Menge Options!

Wienerberger & bwin

Moody’s: Apropos: Wienerberger und bwin haben sich jetzt ein Haus gekauft! In Port d’Folio, direkt am Meer. Ur schön!
S&P: Echt? bwin? Die perverse Sau, die auf kleine Japanerinnen steht, Nikkei und was weiß ich…?
Moody’s: Ja, genau. Wienerberger hatte ja quasi null Eigenkapital, die Rücklagen haben einfach nicht gereicht! Da war das die beste Option, sich an bwin ranzuschmeißen…
S&P: Schlimm so was.
Moody’s: Ja. Schlimmschlimm.

Bank Austria & Uni Credit

Moody’s: Habt ihr schon gehört? Erste Bank und Uni Credit streiten uuur oft!
Fitch:  Naja, kein Wunder. Uni Credit nimmt das mit der Treue nicht ganz so genau. Wie die Italiener eben so sind!
S&P: Ich hab schon vor zwei Jahren gesagt:  Das hält nie, das wird gesplittet! Das war doch schon vorhersehbar, nachdem sich Uni Credit die Liebe der Erste Bank um diesen unverschämten Dirty Price quasi erkauft hat.
Fitch: Stimmt. Diese Italiener glauben einfach immer, dass sie mit ihrem Eigenkapital das Genussrecht an jedem kriegen können. Für mich ein totaler Mistrade!!!

Euro & Franken

S&P: Oh Gott, der Euro ist innerlich total eingebrochen und der Franken hurt nur noch auf den internationalen Märkten herum! Keine Spur von Settlement.
Moody’s: Ja, weil er im Moment dauerhart ist! Echt heftig. Bailout über Bailout, eine einzige Daueremission. Für mich sitzt der klar auf der Short Position.
S&P: Ja. Und dann kommt er nach Hause und sagt so schleimige Sachen wie „Du bist mein Schatzschein!“
Fitch: So ein Arsch! Glaubt der, auf dem Markt herrscht Freiverkehr?
Moody’s: Der Euro wollte halt einfach nicht mehr nur Depot des Franken sein. Er hat eh schon genug Tränen ausgeschüttet deswegen.
S&P: Ja, aber der Euro ist auch ziemlich dumm. Angeblich war er nach einem Long Call und einem billigen Mantel – Cheapest to deliver! – später wieder halbwegs besänftigt …
Fitch: Manche lernen‘s eben nie! Sehr viel gemeinsame Restlaufzeit geb’ ich denen nicht mehr…

NYSE & Deutsche Börse

Fitch: Was ist eigentlich mit der Deutschen Börse und NYSE? Wollten die nicht auch heiraten? Ich weiß nur, dass sie bald ein kleines, süßes Aktienbündel erwartet!
S&P: Ahhh! Vorzeitige Ausübung von Vorbörslichem Handel??? Ist das nicht gegen alle guten Usancen?
Moody’s: Wenn ihr mich fragt, ist dieser NYSE sowieso das Allerletzte! Sein dummes inflationäres Geldgewäsch: Wer soll das noch haushalten? Seine Versprechen sind doch reiner Leerverkauf am letzten Handelstag. Der bietet doch überhaupt keine Sicherheiten!! Und im Bett ist er ganz ein Passiva angeblich …
S&P: Hast Recht, die Deutsche Börse ist eigentlich ganz eine Arme. Und jetzt auch noch das kleine Bündel! Die hat sich ihr Final Settlement sicher auch ganz anders vorgestellt! Wollte immer ein schmuckes Häuschen und sitzt jetzt auf einem Kredit für diese faule Immobilie …
Moody’s: Wieso zieht sie nicht wieder zurück nach Hause?
Fitch: Naja, sie kommt angeblich mit dem Continental-Klima überhaupt nicht zurecht.
S&P: Armes Ding! Bilanz der Beziehung: Ein Fiasko. Am Ende des Börsentages wird abgerechnet!
Moody’s: Arg so was.
Fitch: Ja. Argarg.

Gold & Silber

Fitch: Ich sag’s euch, Gold geht’s jetzt viel besser seit seinem Going Public! Glänzt über das ganze Gesicht.
Moody’s: Aaaahaaa? Interessant. Mit dem Gold ist irgendwas anders, das ist mir schon auch aufgefallen … mit mir wollte Gold sogar einmal einen Swap ausprobieren!! War mir dann aber zu hart. Wie es mit dem wohl weitergeht? Ich glaube, hier müsste wieder mehr in eine Beziehung mit Silber investiert werden!
Fitch: Kann schon sein. Vielleicht hat Gold aber auch nur die Dividende seiner letzten Bindung an den Dollar nicht verkraftet?
S&P: Oh Fistfuck! Ich muss jetzt leider gehen. Perfektes Timing :-) Es regnet bald Defizite und ich muss los…Darf ich mir deinen Euro-Rettungsschirm ausborgen, Moody’s? Mir ist das Ausfallrisiko aus den Wolken einfach zu hoch.
Moody’s: Ja, klar, nimm ihn dir ruhig!
S&P: Ciao Mädels!
Moody’s & Fitch: Ciao!

[Text: Stefan Rathmanner & Sebastian Klug, Icon: Bartlomiej Szatkowski]

Scheucher Wohnen

Posted by on August 3rd, 2011

„Die schwedischen Gardinen? Die hab ich vom IKEA!“ Ein gutgelaunter Uwe Scheuch öffnet uns das zeitlos metallene Türchen zu seinem schicken Single-Loft. Die Einrichtung ist einfach, aber schlicht. Wie er hier lebe? „Leben? Haha, davon kann keine Rede sein! Nein, ganz im Ernst, mir gefällt es hier drinnen so gut, dass ich kaum einen Schritt vor die Tür setzen mag.“ Er geht zur  zelleigenen Minibar und öffnet eine offensichtlich für uns auf Eis gestellte Flasche Spiritus. Ein Bonvivant der seine Gäste zu umschmeicheln weiß!

Auffallend im überraschend einfach eingerichteten Mini-Appartment des Lifestyle-Gigolos: die Reduktion auf das Wesentliche! Die Sichtachse zum gut vergitterten Fensterchen wird von einer schlichten Pritsche aus stabiler Fichte dominiert, die Verankerung in der Wand wurde mit gusseisernen Ketten vorgenommen. Eine saubere Lösung, die hervorragend zum Ambiente passt. Eine verlauste Steppdecke, die auch schon einmal bessere Zeiten gesehen haben mag, rundet das kleine Schlafparadies ab: „Hier tanke ich Energie, wenn ich einmal nicht so gut drauf bin! Dann lese ich ein Gedicht oder hole mir einen runter.“

Man merkt: Uwe Scheuch hat Deutsch gelernt. „Ich habe ja jetzt viel Zeit, darum habe ich mir gedacht: Warum nicht auch einmal etwas Gescheites tun?“ Seine sauber ausgesprochenen Worte hallen von den azurblau lackierten, unbehauenen Granitblöcken wieder. Hier lebt einer, der sich in seinem Leben alles gerichtet und eingerichtet hat. Das Deckchen auf dem miniatürlichen Tischchen harmoniert auf das Perverseste mit der hinter jeder Luke lauernden, homoerotischen Horroratmosphäre: „Das hat mir die Mutter von Jörg Haider geschenkt. Es sind die Geburtstage von allen Abgeordneten zum Landtag eingestickt. Von allen freiheitlichen natürlich! So kann ich sicher sein, dass ich nie einen vergessen werde.“ Uwe Scheuch verbindet das Praktische mit dem Nützlichen, verquirlt das Schöne mit dem Ästhetischen: er nimmt das Beste aus beiden Welten und macht etwas ganz Neues daraus, zum Beispiel etwas ganz Altes und Kaputtes. Paradigmatisch für diese Lebenseinstellung ist der zerbrochene Tonkrug auf dem Boden: „Die Scherben sind nicht nur dekorativ und schmückend. Wenn ich ganz viele kleine Scherbenkrümel mache, kann ich an ihnen abzählen, wie viele Tage mir hier in meinem Domizil noch vergönnt sind. Das hilft mir!“

Feng Shui gliedert das Kämmerchen in energetisch aufeinander abgestimmte Bereiche.
„In der anstaltseigenen Bibliothek habe ich mir dazu ein nettes Büchlein ausgeborgt. Echt toll, was fremde Völker mit ihrem zehntausende Jahre alten Wissen alles schaffen!“ Uwe Scheuch hat sich viel Zeit genommen. Zeit, die er auch hat. Zeit, die es gebraucht hat, damit sein persönlicher Singlewohntraum zu etwas ganz Besonderem wurde. „Ich habe viele Möbel herumgerückt, vor allem ins rechte Eck. Das ist für mich der energetische Schwerpunkt, dort fließt die Energie hin! Ich hab den Raum natürlich auch auf Wasseradern untersuchen lassen. Leider ist da nirgends eine. Schade, ich hätte mich in der sprudelnden Quelle sehr gerne ertränkt!“ Was er nun als Nächstes mit seinem Meer an Zeit plane? „Den Fahrradführerschein machen. Das ist ein ganz ein großer Bubentraum von mir.“

An den Wänden modern ein paar liebevoll drapierte Poster vor sich hin. „I HC“ und „I Böhse Gefängnisonkelz“. Die Dekoration vermag zweierlei: sie lockert die Atmosphäre auf und vermittelt eine sublime, versteckte Botschaft: „Für mich ist es wichtig, für etwas Partei zu ergreifen, eine Schlagseite zu haben, der ich mich zugehörig fühlen kann!“ Für etwas geradestehen zu können und das auch zu zeigen: in unserer flatterhaften Zeit wichtiger denn je! Auch der kleine, schiefe Waschtisch steht gerade bzw. das gerade eben nicht: kleine Hakenkreuzaufkleber auf dem zerbrochenen Spiegel zeigen Uwe Scheuch beim allmorgendlichen Blick in denselben sein wahres Gesicht, sein Wahres ICH. So sollte es sein: Innenarchitektur die in die Seele dringt!

Durch das gesicherte Metallfensterchen dringt Licht in den zwei mal drei Meter großen Raum. Allerdings nicht sehr viel Licht: Alles in Allem ist es sehr dunkel. Auch die schwache Glühbirne vermag kaum die ihr zugewiesene Aufgabe zu erfüllen. Kein Schirm schützt ihr zerbrechliches Glas. Eine Hommage an das Leben? Schwer zu sagen, sicherlich aber ein Bekenntnis zur Einfachheit: Alles Unnütze weglassen! Ob er sich selbst manchmal auch unnütz fühle? „Ja, das kommt schon vor. Genauer gesagt jeden Morgen! Aber dann stehe ich schnell auf, mache ein paar Meditationsübungen, laufe mit dem Kopf irgendwo dagegen und dann passt es wieder.“ Wie er mit der Dunkelheit umgehe? „Ich mag das Dunkle. Es dringt in meine kaputte Seele und zerfrisst sie, Stückchen für Stückchen. Wissen Sie, was ich meine?“ Nein.

Über Allem schwebt eine Aura der Aussichtslosigkeit. Langsam beginnen wir uns dann doch unwohl zu fühlen und verlassen grußlos das schicke, auf das Wesentliche reduzierte Zimmerchen.

 

[Text: Sebastian Klug; Fotomontage: Curt Cuisine & Peter Raritäter]

Blondinenwitze

Posted by on Juli 29th, 2011

Der schlechteste Blondenwitz ever!

Die Leute kommen immer wieder zu uns und fragen: Der Humor der Hydra, wie ist es um den eigentlich bestellt? Wir sagen dann meist, wenn ihr etwas bestellen wollt, müsst ihr zur Bar gehen. Okay, der war schlecht … so schlecht wie ein Blondinenwitz. Blondinenwitze sind zwar ein Klassiker des chauvinistischen Humors, aber letztlich nur eine Variante des Stereotypenwitzes. Und der wiederum wird oft mit dem Stereotreppenwitz verwechselt. Fragt uns aber nicht, was das jetzt wieder ist. Egal. Hier unser Volkshochschulkurs zum Thema Blondinenwitz:

Drei klassische Blondinenwitze

Warum nimmt eine Blondine ein Surfbrett mit zum Computer?
Damit sie besser durchs Internet surfen kann!

Warum sind Blondinen auf der Damentoilette so verwirrt?
Weil sie ihr Höschen selber runterziehen müssen!

Eine Blondine bekommt Zwillinge und sagt danach unter Tränen zum Arzt:
„Ich weiß gar nicht, von wem das zweite ist.“

Drei Klassiker in politisch korrekter Form

Warum nimmt ein Blonder ein Surfbrett mit zum Computer?
Damit er es gleich auf ebay stellen kann!

Warum sind Blonde auf der Damentoilette so verwirrt?
Sonst wären sie ja überhaupt nicht dort gelandet!

Ein Blonder kommt mit Zwillingen zum Arzt und sagt unter Tränen:
„Ich weiß echt nicht, warum das nicht eine der beiden Mütter erledigen kann!“

[Man merkt sofort, gegendert ist das nur halb so witzig, aber wir beharren jetzt ganz einfach (und auch ein wenig vorausschauend) auf der political correctness.]

Die Bolano Variationen*

Warum können Blondinen nicht bis 70 zählen?
Weil sie bei 69 bereits den Mund voll haben.

Was macht eine Gehirnzelle im Kopf eine Blondine?
Tourismus.

Was macht das Gehirn einer Blondine in einem Teelöffel?
Oben schwimmen.

[* Diese Witze stammen nicht von uns, sondern aus dem Buch „2666“ von Roberto Bolano. Wer jetzt Schlimmes denkt: Erstens sind das ursprünglich nicht Blondinen- sondern sogar Frauenwitze, zweitens gibt es in „2666“ noch viel ärgere Witze, drittens steht das dort natürlich in einem bestimmten Kontext. Aber den verraten wir natürlich nicht. Lest das Buch doch selbst! ]

Die gegenderten Bolano Variationen*

Warum können Blonde nur bis 44 zählen?
Weil sie 45 den Krieg verloren haben.

Was macht eine Gehirnzelle im Kopf eines Blonden?
Sie sucht den Anschluss.

Was macht das Gehirn eines Blonden in einem Teelöffel?
Neuen Lebensraum erobern.

[Holla! Da haben wir wohl etwas mit der Haarfarbe falsch verstanden. Aber wenn wir schon bei den Geschmacklosigkeiten sind …]

Die norwegischen Variationen

Was hält eine Blondine von Neonazis?
Meistens den Schwanz.

Wofür braucht eine Blondine Kunstdünger?
Um Sexbomben zu basteln.

Was macht eine Blondine in einem Ego-Shooter?
Dasselbe wie sonst auch: Sie dient als Aufputz!

[Und hier selbstverständlich die gegenderte Version] 

Die norwegische Idiotie

Was hält ein Blonder von Neonazis?
Wissen wir mittlerweile.

Wofür braucht ein Blonder Kunstdünger?
Wissen wir leider auch mittlerweile.

Was macht ein Blonder in einem Ego-Shooter?
Das hätten wir lieber gar nicht erst erfahren.

[Fuck! Was ist denn hier los!? Das sind doch keine harmlosen Blondinenwitze mehr! Richtig ... also überlegt es Euch zweimal, bevor ihr das nächste Mal Witze über Frauen reißt ... ] 

OTTO VON HABSBURG!

Posted by on Juli 4th, 2011

otto habsburg bike 350SIE NANNTEN IHN DEN RADSPORT-KAISER! CHRONIK EINES TRAGISCHEN TODES BEI DER MÖRDERISCHEN KAISERETAPPE DER ÖSTERREICH RUNDFAHRT AUFS KITZBÜHLER HORN

360 Watt. 180 Puls.
Otto von Habsburg hängt tief über dem Lenker und kämpft wie ein Berserker. Gegen den Fahrtwind, gegen die Konkurrenten, gegen sich selbst. Der Unterkiefer ist vorgeschoben, die Augäpfel treten weit aus ihren Höhlen. Auf seinem maroden Waffenrad Marke Steyr-Daimler-Puch & Söhne ist er der Konkurrenz scheinbar unterlegen. Scheinbar. Denn Otto von Habsburg führt das Feld der Teilnehmer der Österreichradrundfahrt an, führt es mit eisernem Willen zum Kitzbühler Horn. Er leistet hier im Flachen die Führungsarbeit, opfert sich auf, nicht nur für seine Teamkollegen, sondern auch für alle anderen. Sie alle profitieren von seinem Windschatten. Und doch reißen einige Fahrer ab, können das schier brutale Tempo des 98-Jährigen nicht mehr mitgehen. Otto von Habsburg ist der älteste Teilnehmer dieser Österreich-Tour. Und der willensstärkste. Nur für wenige Sekunden erwacht er aus seinem tranceartigen Komazustand in den der Kämpfer nach über dreieinhalbstündiger Rennbelastung verfallen war, um seinen Blick gen Süden schweifen zu lassen, wo die Hohen Tauern herüberdräuen. Der Glockner. Dort hat er von 1951 bis 1973 durchgehend gewonnen, und dann noch einmal von 1975 bis 2010. Heuer will er sich zum ersten Mal am Kitzbühler Horn in die Siegerliste eintragen. 98 Kehren bis zum ewigen Ruhm. 98 Jahre bis er nun endlich auf einer Stufe mit Gott stehen darf. Er, der Kletter-Kaiser oder Radsport-Kaiser wie sie ihn alle nennen, will sich zum unangefochtenen Rad-Regenten der nördlichen Hemisphäre mausern. In Österreich hat er praktisch alles gewonnen was es zu gewinnen gab: von seinen ersten Rad-Gehversuchen im Kaiserlichen Prater anno 1913 mit seinem hölzernen Gehrad bis zu seinen legendären Siegen bei den Sechstagerennen im Ferry-Dusika-Stadion zu Wien, war es ein langer und beschwerlicher Weg. Die klassische Österreich Radrundfahrt von Triest nach Odessa. Wie oft hat er sie gewonnen? Keiner weiß es genau.

400 Watt. 200 Puls.
Der Fuß des Kitzbühler Horn ist erreicht: der Anstieg beginnt. 856 Höhenmeter gilt es nun bis zur Bergankunft am Alpenhaus zu überwinden. Ein Anstieg, vor dem internationale Radgrößen erzittern, wie junge K&K-Kadetten vor dem allabendlichen Duschgang mit ihren Geschlechtsgenossen. Habsburg fackelt nicht lange herum, unwiderstehlich tritt er in die Pedale. Sein Blick hat den glühenden Asphalt fixiert, er schnaubt wie ein Arbeitsochse am Feld, seine Lunge rasselt. Nur wenige können die Tempoverschärfung mitgehen. Mentschov, Sastre, Rohregger. Zu viert schrauben sich die vier ausgemachten Kletterspezialisten nun Kehre um Kehre hoch. Die minderwertige Spreu hat sich nun endgültig vom Weizen getrennt. Doch Habsburg hat sich bereits im Flachen ausgepowert. Ob es ihm doch zuviel war? Seine Betreuer machen sich Sorgen, denn er verzichtet auf moderne Funktechnik, führt am Gepäckträger nur ein altes Feldtelefon aus der Schlacht von Verdun mit. Es funktioniert schon lange nicht mehr. Ebenso verweigert er die Aufnahme von Flüssigkeit aus dem Betreuerauto, genau so wie er das Trinken während eines mehrstündigen Hitzerennens generell ablehnt. Aus Tradition wie man munkelt. Otto von Habsburg ist eben einer von der ganz alten Schule. Er will es selbst schaffen, mit einfachster Technik und mit einfachsten Mitteln. Will wie ein Soldat dem Gegner alleine gegenüberstehen, will alles überwinden und mit sich selbst im Reinen zum Gipfel des Ruhmes hinaufsteigen. Eine Zuschauerin hält ihm ein Speckbrot hin. Da kann er nicht nein sagen, nimmt einen Bissen, schlingt dann wie ein Löwe gierig mit einem Satz alles hinunter. Der Schweiß strömt in kleinen Sturzbächen von seiner Stirn. Wenn er nicht bald etwas trinkt, droht er zu dehydrieren.

758 Watt. 389 Puls.
Die Vierergruppe erreicht nun endgültig das steilste Stück: eine schier vertikale Asphaltwand baut sich vor den Radsoldaten auf. So viele hat das Kitzbühler Horn schon abgeworfen, so viele Radlerherzen zermürbt und Radlerknie gemartert. Otto von Habsburg ist nun am absoluten Limit. Seine schlecht aufgepumpten Vollgummireifen kleben am Asphalt. Kein Vergleich zu den ultraleichten Carbon-Flitzern der anderen Teilnehmer! Doch er will es so. Will ehrlich gewinnen oder ehrlich untergehen. Will es an diesem Tag der Wahrheit endgültig wissen. Seine unrasierten und käsebleichen Waden glänzen schweißpoliert in der Sonne. Plötzlich scheint er langsamer zu werden, droht kurz den Anschluss zu verlieren. Er taumelt, scheint verwirrt. Ein Zusammenbruch? Doch da! Schon kämpft er sich wieder zu den drei anderen zurück. Und nicht nur das: fasst sich, fasst sich ein Herz, schaltet auf den dritten von drei Gängen, überholt seine drei Gegner und strebt mit quietschender Kette im Wiegetritt zwischen jubelnden Massen der Bergankunft entgegen. Die Menschen tragen ihn wie Meereswogen dem Ziel zu. Jetzt ist es nur noch ein Kilometer. Jetzt heißt es durchbeißen.

Doch da: Habsburg fällt vom Rad. Er bewegt sich nicht mehr. Der eilig herbeigeholte Rennarzt kann nur noch den Tod feststellen. Totale Dehydration. Rennabbruch. Die Radwelt ist geschockt, sie verliert einen ihrer ganz großen Fixsterne am Firmament. Einen, der mit seinem impulsiven Fahrstil an den ganz jungen Ullrich oder den späten Merckx erinnerte. Oder auch umgekehrt. Einen, der mit einem einfachen 25-kg Rad ohne Flaschenhalterung und mit nur drei Gängen mehr erreicht hat, als alle anderen vor ihm.

Sie nannten ihn den Radsport-Kaiser. Und unter diesem Namen wird er nun ewiglich in den Herzen der Radsportfans fortleben. Gott schütze Österreich.

Sarah Palins Praymails

Posted by on Juni 15th, 2011

palindromeUnlängst wurden in den USofA 1000de Mails der ehemaligen (und womöglich zukünftigen) Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin geleaked. Hydra hat sich für Euch durch diesen umfangreichen Stapel gewühlt und dabei die Gute-Nacht-Gebete der Tea-Party-Ikone Palin entdeckt.

Lieber Gott,
komm’ doch mal,
es steht schon an die nächste Wahl,
und da brauch’ ich Sonderzahl,
Investorenkapital!

Lieber Gott,
bin ich auf Zack,
anders als Obama Barack!
Dem sein liberales Pack
geht mir ziemlich auf den Sack!

Lieber Gott,
Gott sei Dank,
hab’ ich Tassen viel im Schrank.
Ich bring’ Frieden, die anderen Zank,
bin außerdem ger(s)tenschlank!

Lieber Gott,
ich frag’ zahm:
Sind die Medien alle lahm?
Warum schreib’n die keine Hymnen
über unbefleckte Hymen?
Ähem.

Lieber Gott,
das letzte Mail,
ging vielleicht ein wenig fehl.
Ich wollt’ ihr hätt’ es nicht verschickt,
es wurde leider doch geleaked!

Lieber Gott,
gib mir Macht,
gib mir Geld und deinen Segen,
ich versprech’ dafür das Land zu hegen,
wie dereinst Herr Ronald Reagan!

Und zum Schluss,
ein letztes Wort:
Feg’ die Journalisten fort!
Denn die schreiben doch nur Stuss,
den ich dann ertragen muss!
Danke!

 
Matrattel Mazirki Lilli Peterska Espresso Revue Kevin Goes ...