Archive for the ‘News’ Category

Schirm eingeschleppt!

Posted by on Oktober 31st, 2011

Lahore/Grosny/Antalya -  Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) fordert einen „Schutzschirm“ gegen illegale Migration in die EU. Da diese aber in der Geiselhaft von korrupten Bonzen (Lobbyisten) und großteils Fremden (EU-Inlandsausländer) ist, schritt Mikl-Leitner selbst zur Tat.

In einer Gemeinschaftsaktion mit dem Österreichischen Bundesheer drang sie in den Urdu Bazaar in Lahore (Pakistan) ein und erwarb einen kompletten Schutzschirm, um die Grenzen der EU vor Regen, Schnee und anderem Fremdmaterial abzuschirmen.

„Da haben wir ganz schön handeln müssen, dieser Tschusch wollte ursprünglich 10 Euro dafür, stellen sie sich das vor, 10 Euro! Beim Nachbarstand hätt’s die um 5 gegeben, fünf!“

Unfassbar, oder? So ein sauteurer Schirm. Hydra hat sich das Produkt genauer angeschaut und muss sagen: Hier hat unsere Innenministerin gut eingekauft. Überraschend mag die Farbe sein, aber Mikl-Leitner wäre nicht die erste Dame, der aufgefallen ist, dass Pink das Resultat ist, wenn man die Farben Rot, Weiß und dann noch einen Tupfer Rot mischt. Mit diesem Schirm ist Österreich jetzt jedenfalls fit für den Migrationstsunami …

[Text & Montage: Weecee, Bart & Cuisine]

Acht Absurde Fakten über Gaddafi

Posted by on Oktober 28th, 2011

  

1. Gaddafi führte auf Reisen stets ein Zelt mit sich. Dieses vermochte er aber wegen der komplizierten Aufbau-Anleitung kaum jemals selbst aufzustellen, weswegen er meist gezwungen war, in den üblichen Neun-Sterne-Suites zu übernachten.

2. Gaddafi hielt sich eine Leibwache bestehend aus 40 weiblichen Bodyguards, die mit ihrem durchwegs katastrophalen Äußeren potentielle Attentäter schon von weitem abschrecken sollten (sg. Buchverkäuferinnen bzw. Amazonen).

3. Gaddafi war ein Freund grotesker Kostümierungen, die er allesamt am Bazar von Tripolis zu absoluten Ladenhüter-Schnäppchenpreisen erfeilschte (siehe auch: Wüstenklima-Niemals-Schluss-Verkauf!).

4. Gaddafi konnte weder lesen noch schreiben, weswegen er jeden einzelnen seiner Befehle in den warmen Wüstensand zeichnen musste.

5. Gaddafi litt an extremer Flugangst der übelsten Sorte, seltsamerweise aber nur bei Flügen über britischem Hoheitsgebiet.

6. Gaddafi konnte nicht mit ‘normalen’ Zahlen rechnen: Das arabeske Jahresbudget für Libyen erstellte er deshalb stets an seinem kleinen Abakus.

7. Gaddafi konnte nicht sprechen. Deshalb stammelte er oft unverständliches Zeug, das von internationalen Diplomaten oftmals fälschlich als eine rustikale Variante von Libysch mißinterpretiert wurde.

8. Gaddafis charakteristische geschwollene Augenlider stammten vom Durchlesen besonders langer und blödsinniger Listen.

[Sebastian Klug]

Race-isten geben Gas!

Posted by on Oktober 25th, 2011

Sondermeldung: In einer spontan einberufenen Pressekonferenz kündigte noch-BZÖ Chef Josef Pücher eine völlig neue Pole-Positionierung seines Rennstalles für den Innkreis 500 an.

Klagenfurt –  „Ich weiß, wir hatten in letzter Zeit einige Schikanen zu meistern – und ich weiß, Haider bin I leider keiner – dennoch sehe ich gute Chancen für uns, mit unserer Neuorientierung die Konstrukteurs-Meisterschaft zu gewinnen! Österreicher, die Zukunft des Bündnis Zukunft Österreichs ist orange!“ So Parteiobmann Joseph Pücher heute morgen in einer überraschend schnittigen Wende.

„Österreich war schon immer ein Land, das gerne mit Vollgas in die Vergangenheit rast. Und als überzeugte Race-isten haben wir von der BZÖ den Rückwärtsgang nie gescheut. Bereits unser Gründer, der selige Landeshauptmann der Herzen, hat mit seinem VW Phaeton viel gewagt. Nur, ohne Jörg hat man uns nix zugetraut. Gewiss: Als Landeschef hat er keinen Stein auf dem anderen gelassen. Einen fescheren, international kontaktfreudigeren, einfach ehrlicheren Piloten für den Boliden Kärnten konnte man sich nicht wünschen. Er war ja gewissermaßen der Ayrton Senna der österreichischen Politik – nur halt hübscher, und, naja, eben Inländer!“

Soweit nichts Neues aus BZÖ-Kreisen. Aber dann der Knüller: „Wir haben endlich die Quadratur des Kreises geschafft, das Unerreichbare erreicht und das Unmögliche zumindest plausibel gemacht – und damit meine ich nicht das Kärntner Landesbudget! Wir verhandeln für die Saison 2012 mit einem renommierten – selbstverständlich inländischen – Rennstall um einen neuen Piloten, der dem alten Erfolgsmodell Haider um nichts nachsteht: Genauso spitzbübisch-jugendlich, genauso ein Rechtsaußenüberholer, genauso bereit, nicht für zweisprachige Ortstafeln (und notfalls das Verfassungsgerichtshof) zu bremsen. Er ist vielleicht nicht gar so braun – aber dafür haben wir den kritischen Fehler des alten Modells bereinigt: Der zukünftige BZÖ-Obmann wird mit Sicherheit auch bei 142 km/h jede Kurve kratzen, egal, wie viel Red Bull mit Wodka er trinkt!“

Den Namen des Bolidenpiloten wollte Pücher noch nicht nennen, aber sein branchenübliches Bartgemurmel ließ den Namen Niki Pacifico-Mateschitz-Pröll erahnen. Abschließend fügte der Pücher noch hinzu: „Ich bin überzeugt davon, unser neuer Vollgasprogramm wird wieder Part of the game in Kärnten. Und falls nicht – bleiben uns immer noch unsere guten Kontakte aus dem EU-Parlament. Sind ja nicht alles verdeckte Ermittler.“ Pücher selbst will weiterhin Aktiv im Rennsport bleiben. Als Crashtestpilot.

Text by Binu, Montage by Bart. 

Aliennazis & Weltinsolvenz

Posted by on Oktober 20th, 2011

Live von der Game-City-Vienna: Unser Gaming-Experte Art Zoccomeij über die allerheißesten Konsolenspiele für den kommenden Spieleherbst!

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Im Action-RPG „Silent Null“ schlüpft die SpielerIn in die Rolle eines minderbemittelten Volksdemagogen. Durch unentwegtes Drücken der X-Taste (manchmal auch die O-Taste) wird eine „Wall of Lies“ aufgebaut, mit deren Hilfe der Spieler schließlich das Level „Parlament“ erreicht. Dort geht es dann genauso weiter. Nervtötendes Buttonsmashing, bis 2/3 der Staatsbevölkerung bereit ist, nach einem Ziegelstein zu greifen, sobald sich auch nur die Silhouette eines Minaretts am Horizont zeigt.

Das Spiel gewinnt jedoch in der Regel der Spieler, der bis zum Ende des Parlamentlevels seine Klappe hält. „Das Ende ist überraschend, der Rest spielt sich so öde wie die Realität“, meint unser Game-Korrespondent Art Zoccomeij.

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„World of Banks“ ist ein ausgefeilter Strategietitel, der von den SpielerInnen haarsträubende Investitionen abverlangt. In jeder Spielrunde werden neue, ungedeckte Kredite aufgenommen. Diese Kredite werden versichert, der Versicherungsdeal wird selbst zur Spekulationsmasse. Nachdem auch diese Milliarden durch den Rauchfang gerauscht sind, wird auch das Staatsdarlehen zur Deckung der verspekulierten Unsummen als High-Risk-Aktie angelegt. Das Spiel endet mit dem Highscore Worldinsolvency. “Ein spannender Spielspaß für Jung und Reich“ so unser Game-Experte Zoccomeij.

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„Call of Booty“ ist definitiv ein Spiel, das in keine Kinderhände gehört. Aber hinschauen dürfen Kinder natürlich, wenn der Held des Spiels, Sergeant Arthur Pembrake – schwerstens traumatisiert, nach dem Aliennazis seinen Großvater auf Beteigeuze umgebracht haben – mit nur einer Pumpgun, einer Derringer, einer Winchester-Rifle, ein paar Dutzend Granatwerfern, etwa 300 halbautomatischen Schusswaffen, einer LKW-Ladung voller Handgranaten und diverser Optionen auf artillerieunterstützte Vernichtungsangriffe ein Bordell in Singapur aufmischt.

Der Titel wird in Deutschland nur indiziert erscheinen (angeblich hätten die herumfliegenden Geschlechtsteile der zersiebten Frauenleichen irgendein sittliches Empfinden gestört). „Ein klassischer Call of Booty Teil mit hirnloser Action am laufenden Band. Auf den Multiplayer darf man gespannt sein“, so Zoccomeij. Und Zoccomeij weiter: „Nein, echt, das ist keine Floskel. Das sag ich nicht nur so hin. Auf den Multiplayer darf man wirklich gespannt sein.“

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In „House of the dept“ übernimmt der Spieler die Rolle eines Steuereintreibers für das rote Wien. Man fängt ganz klein an, in dem man Mahngebühren eintreibt, später kann man sich bis zum „Kingpin“ aka Bürgermeister von Wien hocharbeiten. Einen tieferen Sinn hat dieses Treiben nicht, aber die grafisch tadellosen Passagen mit den ausgedehnten Heurigenbesuchen sind definitiv ein Pluspunkt des Spiels. „Ich wäre ja gerne als Wiener Bürgermeister Amok gelaufen, wie das Cover durchaus suggeriert, aber House of the dept ist eine klassische Wirtschaftssimulation im Stile von Monopoly. Nur noch schlechter“, so unser Mann an der Konsole.

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„Girl of Store 2“ will ganz offensichtlich an den gewaltigen Erfolg des ersten Teils anschließen. Das Motto also: Noch mehr Shoppingmalls, noch mehr Einkaufstaschen, noch mehr leicht bekleidete Lolitas, die kugelschreibernuckelnd eine Styleboutique nach der anderen leer räumen. Der besondere Clou dieses First-Person-Shoppers ist die eingebaute Kreditkartenfunktion.

Für die vielen virtuellen Dinge in diesem virtuellen Spiel, für die man im realen Leben absolut Null Gebrauch hat, zahlt man reales Geld – und zwar Länge mal Breite. „Eine fantastische Spielidee, die zwar schon so manche MMORPGs hatten, aber noch nie wurde sie so sinnentleert umgesetzt“, so Zoccomeij Art.

Zoccomeijs Gesamtfazit von der Spielemesse: Wieder steht uns ein heißer Spieleherbst ins Haus. Ich rate, erst gar nicht heim zu gehen, sondern gleich im Wirtshaus zu übernachten.

Die Frankfurter Buchfresse

Posted by on Oktober 6th, 2011

Hydra auf der Frankfurter Buchmesse Unser Starkritiker Marcel Koll-Kotzinsky stellt die aufsehenerregendsten Neuerscheinungen vor.  

John „Woolfegang“ Goethe: „Fist“
Die Entdeckung des Bücherherbsts 2011 ist sicher „Fist“ von John Woolfegang Goethe, einem bislang wenig bekannten, angelsächsischen Punkdichter aus dem 15. Jahrhundert. Hinter dieser Entdeckung verbirgt sich ein faustdicker Skandal: Der Weimarer Goethe und alle seine Erben versuchten tatsächlich über Jahrhunderte hinweg die Aufdeckung der bestürzenden Tatsache zu verhindern, dass Goethe buchstäblich alles von Goethe abgeschrieben hat. „Nur Goethe war wirklich kreativ, während Goethe wiederum ein faules, unkreatives, prä-guttenbergisches Arschloch war“, so der Hydra-Starkritiker Marcel Koll-Kotzinksy. Er vergibt für „Fist“ drei von vier Paar Frankfurtern.

Peter Pancake: „Die Traurigkeit des Strichjungen nach der Ejakulation“
Die Wiener Schule kehrt zurück. Sperrige, unleserliche Texte ohne jede erkennbare Handlung, die von Ewigkeitsblähungen und Schuldgefühlen wegen Pipi-Kaka-Wixi unter der Bettdecke handeln. Am Ende erklärt man sich solidarisch mit irgendeiner Diktatorenfamilie und zieht sich starrsinnig in einen heruntergekommenen Elfenbeinturm zurück. „Das zeitgenössische Lesepublikum ist nach ereignisloser Lektüre so narrisch wie ein Rottweiler nach einem Paar Debreziner“, so Literaturpapst Marcel Koll-Kotzinksy. Und vergibt für „Strichjunge“ zwei von drei Paar Frankfurtern und einen Kleckser Senf.

Charlotte Röchel: Scheißgeräte
Mit „Scheißgebete“ schließt die Fäkal-Starautorin Charlotte Röchel ihre Scheiß-Trilogie ab. „Scheißgebete“ folgt den beiden Erfolgstiteln „Scheißgebiete“ und „Scheißgebote“. In allen drei Büchern geht es um Scheiße, beim Lesen fühlt man sich Scheiße, der Preis ist auch ziemlich Scheiße, aber Scheiße, diese Bücher sind ein Scheißerfolg. „Endlich ist Scheiße Literatur geworden“, so der Belletristikmeisterrezensent Marcel Koll-Kotzinksy. Er gibt der ganzen Scheiße ein angebissenes Paar Frankfurter in einer Wurstfabrik.

Karl Kraus: Die Fuckel
Ebenfalls ein sensationeller Fund: Dank modernster Restaurationstechniken entdeckte ein Forscherteam aus Beverly Hills, L.A., dass sich unter der Erstausgabe „Fackel“ von Karl Kraus ein noch viel älteres Zeitschriftenprojekt des Wiener Allroundnörglers befindet. Bei „Die Fuckel“ handelt es sich um einen avantgardistisch-expressionistischen Pornoroman. Der Protagonist des Romans Suark Lrak bimst auf einem fremden Planeten blauhäutige Yaks durch, ohne ein einziges Mal an Orthographie zu denken. Literaturdoyen Marcel Koll-Kotzinsky: „Dieser Yakfuck ist ein literarischer Abfuck! Ich gebe eine Frankfurter, hochfrisiert auf einen Käsekrainer.“

Nicolai Google: Die toten Seelen
Der Roman zur aktuellen Internetvertrauenskrise. Steve Jobs ist tot, facebook speichert alle Pornoseiten, die man je angesurft hat, und die Revolutionen in Syrien, Libyen und Ägypten zeigen: Es gibt offensichtlich auch ein arabisches Wort für twitter. Nicolai Google hat dazu den Soundtrack geschrieben, der von Wutbürgern, Bootwürgern und Notlügen handelt. „Noch ein Buch, das alten Männern jammernd erklärt, dass die Jugend von heute genau solche Bücher auf gar keinen Fall liest. Ein Fall für das Modernisierungsverliererghetto also“, so Zeitdiagnostiker Marcel Koll-Kotzinsky. Für Dead Souls verleiht er „ein halbes Paar Frankfurter“ als Suchbegriff.

Tussi Alder Oider: Verschnarchung
Wir wechseln in die leichter bekömmliche Krimiecke. Nach „Erschlaffung“ und „Abschlappung“ nun also „Verschnarchung“ vom neuen Norwegischen Bestsellerkrimiautor Alder Oider. Wieder geht ein Massenmörder in den Straßen von Oslo umher, wieder spielt eine Knackwurst gar keine entscheidende Rolle, und wieder erfahren wir von absurd-finsteren Abgründen der menschlichen Seele, in die wir am liebsten das kläffende Zierhündchen der Nachbarin mit einem unmerklichen Arschtritt befördern würden. Also meint unser Kriminologe Marcel Koll-Kotzinsky: „Wie war das noch mal mit dem Zierhündchen?“ Er verleiht „Verschnarchung“ ein Hundstrümmel in Form einer vereinsamten Frankfurter.

endlager für fb-betroffenheit

Posted by on September 21st, 2011

In Unterforgettingen (Rheinland) wird dieser Tage das weltweit erste professionelle Endlager für hochgiftigen Betroffenheitsmüll eröffnet. Wir haben uns dort umgesehen!

„Wir sind hier das weltweit erste professionelles Endlager für Betroffenheitsmüll“, weiß der geschäftsführende Leiter des Endlagers zu berichten. „Sie befinden sich hier im Rheinland!“ Wertvolle Informationen prasseln auf uns nieder wie gefährlicher, radioaktiver Fallout: „Im menschlichen Meinungskraftwerk werden in einem hochkomplexen, durch mediale Falschnutzungsenergie befeuerten Core-Prozess Persönlichkeiten gespalten – dabei werden zwei Endprodukte erhalten: echte Langweilerpersönlichkeiten mit wenig Meinung, kaum Einstellung und wenig Aktionspotential – so genannte ‘Lahmärsche’ – und zweitens hochgiftige Facebookpersönlichkeiten, die mit ihrem prätentiösen Scheißgehabe unsere ganze schöne Umwelt vergiften! Unsere Aufgabe ist es, die schlimmsten und gefährlichsten Aspekte von solchem Befindlichkeitsmüll fachgerecht endzulagern, damit der Nachwelt kein massiver Schaden entsteht.“

Ein Arbeiter lenkt einen Caterpillar geschickt zwischen Haufen aus gelbem Scheißdreck hindurch. „Sehen Sie diese Haufen aus gelbem Scheißdreck? Das sind die Buttons, die noch vor wenigen Monaten jeder Mensch der westlichen Zivilisationen auf seinem Profilfoto haben musste, andernfalls hat ihn die Stasi geholt und abgeknallt. Ich kann das bezeugen, ich habe selbst Facebook und war auch bei der Stasi!“  Der Baggerfahrer fährt mit seiner Schaufel richtig brutal in den Haufen hinein und bugsiert sein Vehikel danach gefährlich nahe an uns vorbei: wir können die Verdummungshitze der echauffierten Gemüter sogar noch unter unserer Schutzbekleidung spüren! Besonders alarmierend: wir vermeinen für den Bruchteil einer Sekunde sogar so etwas wie eigene Betroffenheit in uns wahrzunehmen. Betroffenheit darüber, dass sich Menschen nur deswegen für wenige Wochen in einen Meinungsumbildungsprozess hineinziehen lassen, um ihrem Erschütterungsgedöns kurzfristig adäquat Ausdruck verleihen zu können – und um sich in der Welt der Oberflächlichkeitsplattärsche einen Platz zu sichern, den ihnen ohnehin niemand streitig machen will.

Wir finden, dass das hochegoistisch ist! Sollte denn die Darstellungssucht dieser unserer Generation zu Lasten der nächsten Generationen gehen? Sind denn nicht auch Meinungen Gegenstände wie du und ich, die in einem langen Vorgang der Selbstfindung kultiviert und aufgepäppelt werden sollten, bis man sie in ihre wohlverdiente Freiheit des rationalen Diskurses entlassen kann? Sollte denn nicht die vehementeste und selbstloseste Ablehnung “ATOMKRAFT? NEIN DANKE!” länger bestehen, als lediglich ein paar kärgliche Wöchlein und somit genau so lange, wie der am stärksten meinungsmodebewusste Facebookfreund dieses in Preis und Verständlichkeitsniveau heruntergesetzte Affekt-Kleid einer vermutlich guten, freilich kaum gelebten Weltanschauung in seinem dunklen Schrank namens Unterbewusstsein wieder verschwinden lässt?*

Plötzlich stürzt ein Mann mit Schutzmaske und einem quäkendem Detektionsgerät für Moralinsäure auf uns zu. Er keuchhustet in sein Maske, sodass es lustig blechern schallt: „Sie sind kontaminiert!!! Schnell jetzt! Sofort entseuchen, dann eine ordentliche Reinigung der Großhirnrinde und dann gleich eine vierfache Überdosis Kamillentee, zwotausendachthundert Milligramm, geschüttelt nicht gerührt, gut ziehen lassen, ich sagte: GUT ZIEHEN LASSEN! Los jetzt, bringt sie mit dem Aufzug rauf!“

In einem top-ausgerüsteten und behaglichen Krankenwagen verlassen wir das Gelände des weltweit ersten Endlagers für Betroffenheitsmüll. Der Betreiber winkt uns noch freundlich hinterher – selbstverständlich winken wir zurück. Gerne kommen wir wieder!

[Fotomontage: Peter Raritäter; Text: Sebastian Klug]

* Dieser aufgrund radioaktiver Grammatik bis zur Unkenntlichkeit zerstrahlte Satz wurde aus unserer kommenden Publikation “Kritik des Schimpfens” entfernt und hier endgelagert. 

9/11: Looking for Ruth!

Posted by on September 9th, 2011

Webster Tarpley kann sich noch genau an den Tag erinnern. Er war gerade bei der Thai-Massage mit der Australierin Dong-Shen-Li, die seine Weichteile mit famoser Fingerakrobatik wieder flott machte, als sein Freund Harry zu Tür hereinstürmte: „Terroristen haben die USA angegriffen. Die Türme, die Türme … sie sind gefallen.“

Webster wusste sofort, dass so etwas nur eine Fraktion innerhalb der US-Kommandostruktur getan haben kann. „Hören sie mal, arabische Gotteskrieger und ein Flugzeug lenken? Und außerdem, die amerikanische Luftwaffe? Die soll dieses Passagierflugzeug nicht bei der geringsten Kursabweichung abgeschossen haben!?“

Webster begann zu recherchieren und wurde bald fündig. Gleichgesinnte gab es genug. Der Franzose Thierry Meyssan etwa, der 2002 das Buch „L’effroyable imposture“, der schreckliche Betrug, veröffentlichte. Seine These: Flug AA77 sei nicht in den Pentagon gekracht, sondern von einer Rakete getroffen worden. Das Pentagon hätten die Amerikaner selbst in die Luft gejagt. Seither werde eine Frau namens Ruth von den Behörden versteckt. Sie könnte die Drahtzieherin gewesen sein. Oder es war der Name einer Maus, die versehentlich über den roten Knopf mit der Aufschrift “Passagierflugzeug abschießen und Sprengladungen im Pentagon legen” gelaufen ist.

Marc Sullivan wiederum war einer der Mitbegründer der „D911-Ruth“-Bewegung. „Damals trafen wir uns fast täglich, um Neuigkeiten über den Verbleib von Ruth auszutauschen.“ Denn Ruth ist seither wie vom Erdboden verschluckt. Zu Zeiten von US-Präsident Bush war Ruth besonders verschwunden. Unter Obama hingegen ist Ruth nur manchmal weg. Aber die Ruth-Aktivisten, die Bezeichnung Verschwörungstheoretiker oder Gerüchtefanatiker weisen sie aufs Schärfste zurück, geben trotzdem nicht auf. Immer noch sieht man sie hin und wieder mit ihrem Transparenten vor dem Weißen Haus auf und ab gehen. Von der linken Grundstückskante zur rechten. Und dann wieder zurück. Immer auf der Suche nach Ruth. „Dieses Auf- und Abgehen hilft immens bei der Suche nach Ruth“, so Sullivan.  

Auch Webster Tarpley hat in der Zwischenzeit ein Buch veröffentlicht. Es lautet „Synthetic Terror – Made in USA“. Gemeinsam mit Sullivan hat er wochenlang auf einem Flugsimulator trainiert und kam zur Erkenntnis: „Es ist unmöglich! Man kann ein Flugzeug einfach nicht in ein Hochhaus steuern! In 99 von 100 Fällen klappt das nicht. Keine Ahnung, wie gelernte Piloten beim Landen die Landebahn treffen!“ Seither tourt Webster als Flagschiff der Ruther-Bewegung um den Erdball und hält Vorträge mit über 600 beweiskräftigen Dias (meist Phantombilder) auf der Suche nach Ruth.

Wenn Ihr irgendwo Ruth seht, dann meldet das unter http://www.911truth.org/

 
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