Archive for the ‘News’ Category

der buchhändler der herzen

Posted by on Januar 24th, 2012

Es begab sich vor vielen, vielen Jahren, als die Hydra-Redaktion noch knusprig anzusehen war und ihre Haare bis zur Stirn reichten. Da schrieben sie wie die Wilden (sog. Junge Wilde) und niemand wollte es kaufen. Es marterte sie gar grässlich und ihre Herzen wurden klein und hart wie die Lebern, die sie alle hatten (und manche noch haben (1)).

Man legte eine dicke Mappe mit Absageschreiben und Telefonprotokollen von Absagen an und stellte sie dem Ältesten ins Regal. Der war darob so erbost, dass er die anderen mit der Absagenmappe drosch, dass die Funken stoben und der Witz spritzte (sog. spritziger Humor(2)). „Geht hin, meine Schreibaffen! Geht hin und findet einen Mensch, der sich unserer erbarmt und unserer Werke!“ So zogen sie aus, ein jeder und eine jede nach seiner oder ihrer Facon.

Als dem Dicksten – er war der Dickste, weil er am häufigsten gedroschen wurde – besonders traurig zumute war und dicke Tränen seine Pausbacken hinabkullerten, kam ein Mann vorbei und frug: „He Dicker, warum so ein dickes Gesicht?“ und der Dicke schniefte und erzählte es ihm und schneuzte sich. Das rührte an der Kaufmannsseele des Wanderers und er sprach: „Na, das kömma schon machen!“ Und siehe, er erbot sich und seine Literakarawanserei. So kam es, dass der Fremde den Dicken von den Ketten des Schimpf und der Schande befreite und sie fürderhin inmitten von lesbaren Viktualien feilbot. Dank sei ihm und sein Name nie ausgelöscht im Firmenbuch der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft.

Der Alte, hoch erfreut über die glückliche Kunde, sprach: „So sei es, Fremder! Du sollst den Namen Kettner tragen!“ und wer dich erinnere oder frägt, dem sage „Den Namen hat mir der Alte gegeben, weil ich mich um seinen Dicken kümmerte.“

Fußnoten: (1) Obacht, Doppeldeutigkeit! Hier lachen; (2) siehe 1

 

Die Kritik des Schimpfens (Hydra, Hg.) ist bei Walter Kettner

http://www.buecheramspitz.com/

BÜCHER AM SPITZ,
Am Spitz 1,
1210 Wien

erhältlich.

Außerdem übrigens u. a. bei den Komischen Künsten im MQ und in der Fachbuchhandlung des ÖGBs in der Rathausstraße 21.

http://www.komischekuenste.com/
http://www.oegbverlag.at/servlet/ContentServer?pagename=V01/Page/Index&n=V01_4.3
Autor: Max Zirkowitsch

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Digitale Posen 2012

Posted by on Januar 7th, 2012

Veeing
Das Internet ist die große Mutter! 2012 kriechen wir alle zurück in ihren Schoß. Und wieder heraus. Und wieder zurück. Fotos, auf denen User zwischen den Beinen hübscher oder weniger hübscher Menschen auftauchen, sind 2012 der abgeschrägteste Selbstperformertick. Wer sein Konterfei auf facebook “veet”, der sagt damit: “Das Internet geht mir diese Woche gehörig gegen den Strich, warum nicht einfach mal wieder einen Spaziergang machen, aber keine Sorge, das ist nur eine Laune, morgen bin ich wieder den ganzen Tag ohne Unterbrechung online, aber jetzt leckt mich mal am Arsch!“ Trotzdem hat Veeing natürlich absolut keinen Sinn, sonst würde es ja kein Trend werden.

 

Passiving
Passives Naschen ist ein jetzt schon unübersehbarer Trend. Wer fett, korpulent, unansehnlich oder ganz einfach nur eine blade Sau ist, ist es 2012 vor allem deswegen, weil er den falschen Umgang hat. Unmäßiges Essen, insbesondere Naschen, ist nachweislich ansteckend und verpestet somit die zwischenmenschliche Atmosphäre. Und gerade dort, wo man einer perfiden Einladung zum Naschen widersteht, ist passives Naschen am gefährlichsten. Denn Naschverweigerung erhöht die Stresswerte und führt unmittelbar, direkt und sofort zu vorzeitigem Tod. Dasselbe gilt übrigens auch für passives Langweilen, passives Nasebohren, passives Eierkratzen und passives Sich-unsexy-fühlen. All das wird 2012 unausweichlich zum Trend.

 

NLSing
Fotos, auf denen nur verschwommene Pickel zu sehen sind? Der eigene Fuß im Backrohr fotografiert? Vom eigenen Atem beschlagene Schaufensterscheiben als Profilbild? Das letzte Foto der Kamera mit Selbstauslöser, bevor sie in den Fluss gefallen ist? Richtig! Das nennt sich „Next Level Shit“ und wer 2012 etwas auf sich hält, lässt sich verdammt noch mal etwas einfallen für seine visuelle Onlinepräsenz. Oder klaut zumindest von wirklich kreativen Köpfe einige wirklich nutzlose Ideen. Zum Beispiel das eigene Handy hacken um die eigenen Bilder auf die eigene Website zu leaken. Was man dann als Gerücht auf facebook ausstreut. (So haben schon manche Leute Millionen verdient. Wirklich!)

 

Antiing
2012 sind die User gegen alle Trends, die ihnen von Trendsettern, Trendagenturen, Trendscouts, Trendnibletts und Trendfriends vorgebetet werden. Wird irgendwo auch nur der geringste Trend oder Hype oder auch nur ein Funken Coolness deklariert, gilt automatisch jeder, der dabei war, als uncooles, trendverhurtes Drecksarschloch, das nun aber wirklich bei jedem noch so platten, einfallslosen Mainstream dabei ist. Das einzige, das 2012 nahtlos cool bleibt, sind bloße Gerüchte. Zum Beispiel: Dass eventuell irgendwo eine Brubru-Tour stattgefunden haben könnte, bei der man beinahe dabei gewesen wäre, wird im Dezember 2012 das geilste Ereignis des Jahres gewesen sein. Garantiert.

 

Satyring
Etwa Mitte 2012 werden die letzten Banken Pleite gehen. Europa landet in der Krisenzwangsjacke, Massenselbstmorde von Börsenspekulanten werden zum fröhlichen Alltag gehören. Und bald auch werden erste Analysten von den ökonomischen Vorteilen eines Weltkriegs sprechen. Dann, ja genau dann ist ohnehin schon alles wurscht. 2012 engagiert man sich darum nicht mehr für ein soziales Projekt, sondern geht zur Hydra und lebt rücksichtslosen No-Future-Zynismus aus. Etwa bei der großen Hydra-Aktion „Ohrfeigen für Passanten“. Oder bei unserem Verdauungsmysterienspiel „Brechreiz bei McDonalds“. Oder ihr bastelt Flaggschiffe für die virtuelle Eröffnung unseres erstens Flagship-Stores am Wiener Graben. Und vieles mehr…

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BINGO: Episode 69!

Posted by on November 10th, 2011

EPISODE: 69!

„Mutter?!“ – „Ja genau, mein Schatz, ich bin kurz vor Hütteldorf! Überraschung sozusagen!“  Lotte verdreht die Augen und erwidert mit leicht genervter Stimme: „Ach, wie ich deine Überraschungen liebe!“ – „Ich freu’ mich auch sehr, dich zu sehn“, ertönt es von der anderen Seite der Telefonlinie.

Lottes Mutter Lisa war seit dem Tod ihres Mann Herbert – Gott hab’ ihn selig! – wie ausgewechselt. Es schien, als hätten die Jahre, in denen sie ihren krebskranken Mann pflegte, die Augen für die Kurzlebigkeit der menschlichen Existenz geöffnet. Sie fing an, weit weit weg auf Urlaub zu fliegen – mit Herbert wäre das ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Sie trat einer EDV-Schulung für Pensionisten bei und hatte sich sogar einen Twitteraccount angelegt. Und sie liebte es, Lotte mit kurzfristig angekündigten Besuchen zu „überraschen“.

„Dingdong“ tönt es von der Tür, während Lotte mit einer Hand im Waschbecken steckt, um eine Verstopfung zu entfernen, und mit der anderen Hand noch eine minimale Staubschicht, die kein Jugendlicher der Welt als solche erkennen würde, wegzuwischen. „Ich komme schon, Mutti!“ – „Mei, du Liebe, ich hab dich schon so vermisst, ich musste dich einfach sehen, außerdem hab’ ich auch was vor in Wien, aber hilf mir erst einmal meinen Mantel auszuziehen … setzen wir uns doch ins Wohnzimmer.“

Bevor Lisa verrät, weswegen sie eigentlich gekommen ist, muss sie noch die wichtigsten Infos aus der Ortschaft loswerden. Siggi, der Bürgermeister, war vom Landeshauptmann geehrt worden, und Tante Gitti soll in der Kirche einen Schwächeanfall bekommen haben, der die gesamte Pfarrgemeinde erschüttert hat. „Sogar ein Krankenwagen war da, aber der polnische Pfarrer hat nur ‚Keine Sorgen, keine Sorgen’ gerufen und Tante Gitti zu zwei Runden Rosenkranzbetten eingeteilt!“ Lottes Augen rollen leicht gelangweilt nach oben.

„Aber jetzt, meine Kleine, möchte ich dir verraten, wieso ich nach Wien gekommen bin: Ich habe angefangen, Bingo zu spielen.“ – „Bingo!?“ Lotte lacht: „Mama, das ist doch nur was für Leute, die auch gar nichts mit ihrem Leben anzufangen wissen“ – „Na, na, sei nicht so voreingenommen mein Kind. Ich bin zwar alt, aber ich weiß noch immer was Spaß macht und wo man sich amüsieren kann. Du kommst heute mit, bitte schön.“ – „Na gut, Mutti, ich hab ja eh nichts vor. Und vielleicht wird es ja auch lustig, aber ich sag dir gleich, ich hab’ keine Ahnung, wie man das spielt.“ Lisa lächelt gönnerhaft. „Kleines, das ist gar kein Problem. Die werden dir vor Ort schon alles beibringen!“

Kurz vor acht machen sich beide auf den Weg ins Café „Latte“. Bei ihrer Ankunft hat sich schon ein Grüppchen von gut 30 Personen versammelt, die auf sieben Stehtische verteilt munteren Smalltalk führen. Um Punkt neun Uhr klimpert ein Mann um die 40 an seinem Glas und heißt die Gäste willkommen. „Ich bin der Hans … für alle, die mich noch nicht kennen!“ – „Hallo Hans!“, kommt es erwartungsfroh von den Stehtischen. „Und ich grüße euch alle recht herzlich. Ich hoffe, es haben sich schon die einen oder anderen Pärchen gebildet. Wenn noch jemand frei sein sollte, bitte ich die Hand zu heben.“ Da Lisa heftig in eine Konversation über Zahnhaftcreme mit einem Lotte unbekannten Mann steht, hebt sie die Hand und blitzartig kommt schon der 24jährige Thomas, ein Student, wie sie später erfährt, zu ihr und bietet seine Dienste an.

Erst jetzt bemerkt Lotte, dass eigentlich keine Stühle vorhanden sind, bloß Gymnastikmatten an der Seite. Fragend blickt sie zu ihrer Mutter, doch die erwidert ihre Frage nur mit einem nickenden Blick und lächelt.

„So, Leute, lasst es uns angehen!“ Während Hans diese Worte spricht, lässt er seine Hosen fallen. Lotte bemerkt, dass er damit nicht alleine ist. Alle Gäste lassen ihre Hüllen fallen. Bange fragt sie Thomas: „Was soll das?“ Der antwortet kurz: „Du hast keine Ahnung, oder? Zieh dich einfach aus und ich erklär’ dir alles!“ Zögernd willigt Lotte ein.

Hans beginnt aus einer schwarzen Kiste Bingokugeln zu ziehen. „Nummer 69“, verkündet er. Ein allgemeines Gelächter geht durch den Raum. Lotte schaut sich verwundert um. Alle Pärchen nehmen die Position „69“ ein und geben sich dem Geschlechtsakt hin. „Bist du bereit?“, fragt Thomas vorsichtig, Lotte erwidert: „Hehe, klar, aber ich liege oben!“

Nach 15 und etlichen „Ohhs!“ und „Ahhhs!“ ruft Hans „47“. Lotte verwundert: „Wie geht denn die?“ Thomas antwortet: „Kneel and conquer, baby! Knie dich einfach hin!“ Er hingegen kniet nur mit dem linken Bein, das rechte hat er angewinkelt. So umschlingt er Lottes Oberschenkel und fährt mit seinem erigierten Penis ihn ihre Scheide. „Ohhhhh!“ Lotte schließt die Augen und lässt sich treiben. Das von überall kommende, andauernde Stöhnen treibt sie in ungeahnte Höhen.

Es folgen noch Zahlenkonstrukte wie „53“ oder auch „Lazy lie-in“, bei der Lotte vor Sinnlichkeit fast zu quicken beginnt , die „39“ alias „Lover’s Limbo“, bei der Hans für alle, die es für nötig empfinden, eine Runde Viagra ausgibt . Oder die „13“, auch bekannt als „Tongue twister“, bei der Thomas sie an Stellen berührt, die vorher noch nie ein Mann zu berühren in der Lage war. Schließlich die „35“ aka „the love bullet“, bei der Thomas Lotte den letzten Schuss seines Liebessaftes hinein schießt.

Nach gut zwei Stunden Herumgerammle ist der gesamte Raum in Liebesschweiß getränkt und eine für Lotte unbekannte Wärme, die durch die unzähligen Partnersexakte entstanden ist, breitet sich aus. Thomas flüstert Lotte Ins Ohr: „Gruppensexorgien sind doch echt das Geilste wo gibt!“ Lotte erwidert: „Bingo, Kleiner!“

[Bartlomiej Szatkowski]

PS Ihr könnt immer noch mitschreiben! Informiert Euch unter http://www.sexfick.at/

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Schirm eingeschleppt!

Posted by on Oktober 31st, 2011

Lahore/Grosny/Antalya -  Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) fordert einen „Schutzschirm“ gegen illegale Migration in die EU. Da diese aber in der Geiselhaft von korrupten Bonzen (Lobbyisten) und großteils Fremden (EU-Inlandsausländer) ist, schritt Mikl-Leitner selbst zur Tat.

In einer Gemeinschaftsaktion mit dem Österreichischen Bundesheer drang sie in den Urdu Bazaar in Lahore (Pakistan) ein und erwarb einen kompletten Schutzschirm, um die Grenzen der EU vor Regen, Schnee und anderem Fremdmaterial abzuschirmen.

„Da haben wir ganz schön handeln müssen, dieser Tschusch wollte ursprünglich 10 Euro dafür, stellen sie sich das vor, 10 Euro! Beim Nachbarstand hätt’s die um 5 gegeben, fünf!“

Unfassbar, oder? So ein sauteurer Schirm. Hydra hat sich das Produkt genauer angeschaut und muss sagen: Hier hat unsere Innenministerin gut eingekauft. Überraschend mag die Farbe sein, aber Mikl-Leitner wäre nicht die erste Dame, der aufgefallen ist, dass Pink das Resultat ist, wenn man die Farben Rot, Weiß und dann noch einen Tupfer Rot mischt. Mit diesem Schirm ist Österreich jetzt jedenfalls fit für den Migrationstsunami …

[Text & Montage: Weecee, Bart & Cuisine]

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Acht Absurde Fakten über Gaddafi

Posted by on Oktober 28th, 2011

  

1. Gaddafi führte auf Reisen stets ein Zelt mit sich. Dieses vermochte er aber wegen der komplizierten Aufbau-Anleitung kaum jemals selbst aufzustellen, weswegen er meist gezwungen war, in den üblichen Neun-Sterne-Suites zu übernachten.

2. Gaddafi hielt sich eine Leibwache bestehend aus 40 weiblichen Bodyguards, die mit ihrem durchwegs katastrophalen Äußeren potentielle Attentäter schon von weitem abschrecken sollten (sg. Buchverkäuferinnen bzw. Amazonen).

3. Gaddafi war ein Freund grotesker Kostümierungen, die er allesamt am Bazar von Tripolis zu absoluten Ladenhüter-Schnäppchenpreisen erfeilschte (siehe auch: Wüstenklima-Niemals-Schluss-Verkauf!).

4. Gaddafi konnte weder lesen noch schreiben, weswegen er jeden einzelnen seiner Befehle in den warmen Wüstensand zeichnen musste.

5. Gaddafi litt an extremer Flugangst der übelsten Sorte, seltsamerweise aber nur bei Flügen über britischem Hoheitsgebiet.

6. Gaddafi konnte nicht mit ‘normalen’ Zahlen rechnen: Das arabeske Jahresbudget für Libyen erstellte er deshalb stets an seinem kleinen Abakus.

7. Gaddafi konnte nicht sprechen. Deshalb stammelte er oft unverständliches Zeug, das von internationalen Diplomaten oftmals fälschlich als eine rustikale Variante von Libysch mißinterpretiert wurde.

8. Gaddafis charakteristische geschwollene Augenlider stammten vom Durchlesen besonders langer und blödsinniger Listen.

[Sebastian Klug]

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Race-isten geben Gas!

Posted by on Oktober 25th, 2011

Sondermeldung: In einer spontan einberufenen Pressekonferenz kündigte noch-BZÖ Chef Josef Pücher eine völlig neue Pole-Positionierung seines Rennstalles für den Innkreis 500 an.

Klagenfurt –  „Ich weiß, wir hatten in letzter Zeit einige Schikanen zu meistern – und ich weiß, Haider bin I leider keiner – dennoch sehe ich gute Chancen für uns, mit unserer Neuorientierung die Konstrukteurs-Meisterschaft zu gewinnen! Österreicher, die Zukunft des Bündnis Zukunft Österreichs ist orange!“ So Parteiobmann Joseph Pücher heute morgen in einer überraschend schnittigen Wende.

„Österreich war schon immer ein Land, das gerne mit Vollgas in die Vergangenheit rast. Und als überzeugte Race-isten haben wir von der BZÖ den Rückwärtsgang nie gescheut. Bereits unser Gründer, der selige Landeshauptmann der Herzen, hat mit seinem VW Phaeton viel gewagt. Nur, ohne Jörg hat man uns nix zugetraut. Gewiss: Als Landeschef hat er keinen Stein auf dem anderen gelassen. Einen fescheren, international kontaktfreudigeren, einfach ehrlicheren Piloten für den Boliden Kärnten konnte man sich nicht wünschen. Er war ja gewissermaßen der Ayrton Senna der österreichischen Politik – nur halt hübscher, und, naja, eben Inländer!“

Soweit nichts Neues aus BZÖ-Kreisen. Aber dann der Knüller: „Wir haben endlich die Quadratur des Kreises geschafft, das Unerreichbare erreicht und das Unmögliche zumindest plausibel gemacht – und damit meine ich nicht das Kärntner Landesbudget! Wir verhandeln für die Saison 2012 mit einem renommierten – selbstverständlich inländischen – Rennstall um einen neuen Piloten, der dem alten Erfolgsmodell Haider um nichts nachsteht: Genauso spitzbübisch-jugendlich, genauso ein Rechtsaußenüberholer, genauso bereit, nicht für zweisprachige Ortstafeln (und notfalls das Verfassungsgerichtshof) zu bremsen. Er ist vielleicht nicht gar so braun – aber dafür haben wir den kritischen Fehler des alten Modells bereinigt: Der zukünftige BZÖ-Obmann wird mit Sicherheit auch bei 142 km/h jede Kurve kratzen, egal, wie viel Red Bull mit Wodka er trinkt!“

Den Namen des Bolidenpiloten wollte Pücher noch nicht nennen, aber sein branchenübliches Bartgemurmel ließ den Namen Niki Pacifico-Mateschitz-Pröll erahnen. Abschließend fügte der Pücher noch hinzu: „Ich bin überzeugt davon, unser neuer Vollgasprogramm wird wieder Part of the game in Kärnten. Und falls nicht – bleiben uns immer noch unsere guten Kontakte aus dem EU-Parlament. Sind ja nicht alles verdeckte Ermittler.“ Pücher selbst will weiterhin Aktiv im Rennsport bleiben. Als Crashtestpilot.

Text by Binu, Montage by Bart. 

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Aliennazis & Weltinsolvenz

Posted by on Oktober 20th, 2011

Live von der Game-City-Vienna: Unser Gaming-Experte Art Zoccomeij über die allerheißesten Konsolenspiele für den kommenden Spieleherbst!

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Im Action-RPG „Silent Null“ schlüpft die SpielerIn in die Rolle eines minderbemittelten Volksdemagogen. Durch unentwegtes Drücken der X-Taste (manchmal auch die O-Taste) wird eine „Wall of Lies“ aufgebaut, mit deren Hilfe der Spieler schließlich das Level „Parlament“ erreicht. Dort geht es dann genauso weiter. Nervtötendes Buttonsmashing, bis 2/3 der Staatsbevölkerung bereit ist, nach einem Ziegelstein zu greifen, sobald sich auch nur die Silhouette eines Minaretts am Horizont zeigt.

Das Spiel gewinnt jedoch in der Regel der Spieler, der bis zum Ende des Parlamentlevels seine Klappe hält. „Das Ende ist überraschend, der Rest spielt sich so öde wie die Realität“, meint unser Game-Korrespondent Art Zoccomeij.

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„World of Banks“ ist ein ausgefeilter Strategietitel, der von den SpielerInnen haarsträubende Investitionen abverlangt. In jeder Spielrunde werden neue, ungedeckte Kredite aufgenommen. Diese Kredite werden versichert, der Versicherungsdeal wird selbst zur Spekulationsmasse. Nachdem auch diese Milliarden durch den Rauchfang gerauscht sind, wird auch das Staatsdarlehen zur Deckung der verspekulierten Unsummen als High-Risk-Aktie angelegt. Das Spiel endet mit dem Highscore Worldinsolvency. “Ein spannender Spielspaß für Jung und Reich“ so unser Game-Experte Zoccomeij.

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„Call of Booty“ ist definitiv ein Spiel, das in keine Kinderhände gehört. Aber hinschauen dürfen Kinder natürlich, wenn der Held des Spiels, Sergeant Arthur Pembrake – schwerstens traumatisiert, nach dem Aliennazis seinen Großvater auf Beteigeuze umgebracht haben – mit nur einer Pumpgun, einer Derringer, einer Winchester-Rifle, ein paar Dutzend Granatwerfern, etwa 300 halbautomatischen Schusswaffen, einer LKW-Ladung voller Handgranaten und diverser Optionen auf artillerieunterstützte Vernichtungsangriffe ein Bordell in Singapur aufmischt.

Der Titel wird in Deutschland nur indiziert erscheinen (angeblich hätten die herumfliegenden Geschlechtsteile der zersiebten Frauenleichen irgendein sittliches Empfinden gestört). „Ein klassischer Call of Booty Teil mit hirnloser Action am laufenden Band. Auf den Multiplayer darf man gespannt sein“, so Zoccomeij. Und Zoccomeij weiter: „Nein, echt, das ist keine Floskel. Das sag ich nicht nur so hin. Auf den Multiplayer darf man wirklich gespannt sein.“

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In „House of the dept“ übernimmt der Spieler die Rolle eines Steuereintreibers für das rote Wien. Man fängt ganz klein an, in dem man Mahngebühren eintreibt, später kann man sich bis zum „Kingpin“ aka Bürgermeister von Wien hocharbeiten. Einen tieferen Sinn hat dieses Treiben nicht, aber die grafisch tadellosen Passagen mit den ausgedehnten Heurigenbesuchen sind definitiv ein Pluspunkt des Spiels. „Ich wäre ja gerne als Wiener Bürgermeister Amok gelaufen, wie das Cover durchaus suggeriert, aber House of the dept ist eine klassische Wirtschaftssimulation im Stile von Monopoly. Nur noch schlechter“, so unser Mann an der Konsole.

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„Girl of Store 2“ will ganz offensichtlich an den gewaltigen Erfolg des ersten Teils anschließen. Das Motto also: Noch mehr Shoppingmalls, noch mehr Einkaufstaschen, noch mehr leicht bekleidete Lolitas, die kugelschreibernuckelnd eine Styleboutique nach der anderen leer räumen. Der besondere Clou dieses First-Person-Shoppers ist die eingebaute Kreditkartenfunktion.

Für die vielen virtuellen Dinge in diesem virtuellen Spiel, für die man im realen Leben absolut Null Gebrauch hat, zahlt man reales Geld – und zwar Länge mal Breite. „Eine fantastische Spielidee, die zwar schon so manche MMORPGs hatten, aber noch nie wurde sie so sinnentleert umgesetzt“, so Zoccomeij Art.

Zoccomeijs Gesamtfazit von der Spielemesse: Wieder steht uns ein heißer Spieleherbst ins Haus. Ich rate, erst gar nicht heim zu gehen, sondern gleich im Wirtshaus zu übernachten.

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