Archive for the ‘Mustard’ Category

In rein beleidigender Absicht!

Posted by on Mai 6th, 2012

Das Reicheisen-Hochhaus am Wiener Schöpfwerk. Fidel Kostrad thront an seinem aufgeräumten Schreibtisch, an der Wand glänzt ein Politikergeweih neben einem wurmstichigen Holzkruzifix. Aus den Augen hinter der dunklen Hornbrille blitzt der Kalk. Am Vorabend erst habe er eine kapitale Maus geschossen, erzählt der herzlose Freizeittiermörder. „Das niedere Getier rundherum war schon sehr unruhig. Die Hasen und Fasane sind plötzlich wieder rein in den Raps und in die Erbsen. Die Maus war die Erklärung. Sie hat’s nicht überlebt.“ Breites Siegerlächeln. Dann seien die Hasen gekommen und hätten sich vor seinem Hochstand verbeugt, die kleinen Schnäuzchen tief im Dreck. Das habe Kostrad gefallen.

Hydra: Welcher arme Politiker hängt da hinter Ihnen?
Fidel Kostrad: Das war ein neoliberaler Steirer, der drei Jahre lang nicht nach meiner Pfeife tanzen wollte. Ende September habe ich ihn endlich erwischt. Der Sauschädel, der vorher an der Wand hing, ist heruntergestürzt.

Hydra: Wie ist das passiert?
Fidel Kostrad: Da ist ein neugieriger Fotograf trotz mehrfacher Warnungen meinerseits so lange um den Schädel herumgestrichen, bis es Rumpold gemacht hat. Der Kopf ist runter gefallen und aufgebrochen. Da waren lauter Geldscheine drinnen, die sind mir vorher gar nicht aufgefallen. Habe sie alle wegräumen lassen müssen.

Hydra: War das ein Kollege aus Ihrem Medienimperium?
Fidel Kostrad: Ich habe kein Imperium.

Hydra: Dazu kommen wir noch… Herr Kostrad, Sie beenden nach 22 Jahren Ihre Ära. Das stinkt doch zum Himmel?
Fidel Kostrad: Nein, es gibt keinen Himmel!

Hydra: Finanzkrise, faule Kredite?
Fidel Kostrad: Ganz im Gegenteil. Wir haben in den letzten 20 Jahren nur Geld gescheffelt und die Zügel der Macht so souverän in Händen gehalten, dass es schon langweilig wurde.

Hydra: Warum gehen Sie dann zwei Jahre früher als geplant?
Fidel Kostrad: Weil ich mir den Wecker falsch gestellt habe … nein, im Ernst, ich habe das Sudern meiner Nachfolger nicht mehr ausgehalten.

Hydra: Sie sind mit Reicheisen groß geworden, haben Sie diese „Firma“ deswegen nie verlassen – oder weil man sich eher in die Kehle stechen lassen würde, als einen Führungsposten bei einer Bank aufzugeben?
Fidel Kostrad: Reicheisen ist viel mehr als ein Unternehmen, es ist eine Idee, eine Haltung.

Hydra: Und die wäre?
Fidel Kostrad: Scheffeln, scheffeln, scheffeln. Und wenn das nicht mehr klappt, sich vom Staat die Boni pumpen!

Hydra: Sie sind in 15 Unternehmen Aufsichtsrat, in weiteren fünf Mitglied des Aufsichtsrats, Sie sind Geschäftsführer, Vorstand, Obmann …
Fidel Kostrad: Ja, das stimmt.

Hydra: Ähm …
Fidel Kostrad [Blickt finster]: Grrrr …

Hydra: Und dann gibt es da noch ihr weitverzweigtes Mediennetz –  Der Österreichische Kirchenkurier, Profit, Hype …
Fidel Kostrad: Bitte, das ist historisch entstanden. Ich habe eben ein Unternehmen nach dem anderen aufgekauft, irgendwann bin ich zwangsläufig in die Mehrheitsposition gekommen … na, und wo ich dann schon so mächtig war, hätte ich mir in die eigene Suppe spucken sollen?

Hydra: Welche Ihrer vielen Posten behalten Sie sich für die sogenannte Pension?
Fidel Kostrad: Ich gehe nicht in Pension. Ich pfeife lediglich auf die Reicheisen und werde weiterhin in einem Dutzend Vorständen sitzen. Nicht schlecht, oder? Insbesondere, dass darüber alle österreichische Medien so berichten, als würde ein Kaiser abdanken. Ich denke, das habe ich mir auch verdient.

Hydra: Was verbindet sie mit dem Landesfürsten Erwin Brüll?
Fidel Kostrad: Wir ziehen gemeinsam Fäden. Seit 45 Jahren. Außerdem knallt er genauso gern wie ich Tiere ab. Besonders die kleinen, herzigen Viecherln. Aber schreiben’s das nicht, da könnt’ sich wer vom Fußvolk aufregen.

Hydra: War da nicht etwas mit dem Sohn von ihrem Tierkillergenossen?
Fidel Kostrad: Ja, der Joschi. Der hat gar keine Lust mehr gehabt, weil er nicht viel zum mitreden gehabt hat, so zwischen Papa und Onkel. Na ja, wir alten Herren haben da halt das Problem, dass es zunehmend schwieriger wird, gute Leute für die Politik zu motivieren. Vielleicht sollten wir das Jungvieh auch ein bisserl mitreden lassen.

Hydra: Auch weil Jagden und Festspieleinladungen verpönt sind?
Fidel Kostrad: Da haben die Medien wieder maßlos überzogen. Wahr ist nur, was in meinen Medien steht. Die berichten wirklich unabhängig, besonders wenn es um meine Person – und alle meine Proteges– geht.

Hydra: Wird es mit der Weltwirtschaft irgendwann wieder aufwärts gehen – ich meine, solange alte Knacker wie sie alles Geld an sich reißen?
Fidel Kostrad: Also Geld ist auf der Welt ja vorhanden, jede Menge. Es wird ja ständig neues generiert. Denken Sie nur an die Rohstoffförderung. Die Frage ist, wer es wem gibt. Also ich würde alles neue Geld nur Leuten wir mir geben. Ich habe ja bewiesen, dass ich die Sachen zusammen halten kann. Wer hat das denn sonst noch in Österreich, hm?

Hydra: Haben Sie leicht autoritäre Züge?
Fidel Kostrad: Ich bin eine Autorität, nicht autoritär. Ich habe immer getan und gemacht, was mir passt. Und daraus auch keinen Hehl gemacht. Und wenn ich damit viele beleidigt habe, war das Absicht. Und warum war das Absicht? Weil es mir am Arsch vorbei geht, weil es mich nicht kratzt. Mir kann man …

Hydra: Können Sie selbst auch Kritik einstecken?
Fidel Kostrad: Nächste Frage. Aber in meinen Medien wären sie längst rausflogen!

Hydra: Abschließend eine philosophische Frage. Glauben sie an den Himmel!
Fidel Kostrad: Nein, nein und nochmals nein. Im Himmel gibt es keine Banken, Aufsichtsräte, Vorstände. Das muss die Hölle sein! Das darf und kann es nicht geben. Mein Himmel ist hier. Sehen Sie, mein Vater hat mir einmal gesagt: „Bua, merke dir: Mit einer Milliarde einkaufen gehen kann jeder, aber mit eine Handvoll Mille, das ist schon schwieriger.“ Und so werde ich es auch in Zukunft halten.

Das Gespräch endet mit einem breiten, selbstgefälligen Siegergrinsen eines sichtlich zufriedenen Fidel Kostrad. Ein ähnliches Interview mit einem ganz anderen Herren findet sich hier.

Filmtipp der Woche

Posted by on Februar 9th, 2012

Ins Kino gehen ist wieder in, denn nirgendwo fühlen sich gute Mütter und brave Hausfrauen wohler als im Kino. “Cineplexx statt Sex” ist darum der Leitspruch vieler Frauen, und nicht wenige Männer gehorchen ihren Frauen auf’s Wort. Was für ein Glück, dass es eine Reihe hervorragender Filme gibt, die in jüngster Zeit ins Kino gekommen sind, und die einen Kinobesuch so richtig schmackhaft machen.

Da ist zunächst “Arier Süß” mit dem jungen Hollywood-Talent H. C. Strache in der Titelrolle als von aller Welt verfolgter Arier. Zum Inhalt: Der junge Arier sieht sich selbst als Musikant, spielt aber grottenschlecht auf seiner Bassgeige, weswegen das Publikum bei seinen Zurufen oft genug den Bass durch einen Arsch ersetzt. Außerdem liebt der Musikant Arier Süßes, nicht Saures, wie bei diesem amerikanisch-haidnischen Halloween-Spektakel, wo man mit Vorliebe über ganz grausliche Dinge lacht und erkennt, dass viele schiache Sachen ja im Grunde gar nicht so schlimm waren. Regie führte Regieveteran Veit Harlan, der zuletzt mit seinem Film “Opfergang” von sich reden machte. “Opfergang” schildert die letzten Stunden eines FPÖ-Funktionärs vor einem Ballbesuch.

Ebenfalls brandneu in den Kinos ist der Film “True Lies” mit Arnold Stracheneger in der Titelrolle. In “True Lies” geht es um einen Agenten, der sich bei einem Einsatz dermaßen in die Hose gemacht hat, dass man die braune Spur immer noch riechen kann. Doch der Agent leugnet beharrlich alles Braune in seiner Hose ab. Bis er die Liebe seines Lebens kennen lernt, eine Schäferhündin namens Eva. Fortan lebt er mit ihr in einer metaphorischen Beziehung und muss keine Lügen mehr erzählen, nur noch Gleichnisse. Regie führte James Cameron, auch bekannt durch seine brachialen Terminatorfilmen, in denen Roboter alles kurz und klein schießen. Rein metaphorisch gesprochen natürlich.

Ein Melodram speziell für zarte Herzen ist der Film “Hetzer in the Dark”. In diesem utopischen Meisterwerk geht es um eine neofaschistische Drecksau, die aufgrund eines Unfalls das Augenlicht verliert. Da in dieser Utopie eine beherzte Zivilgesellschaft Realität ist, zeigt niemand dem blinden Neonazi den Weg. Also tappt der Protagonist des Films 97 Minuten lang durch die Dunkelheit. Am Ende taucht aus dem Nichts ein Bundespräsident auf und reißt alle Ehrenabzeichen an sich. Regisseur Lars von Trier dazu: “Die Handlung selbst ist ein Gleichnis auf die intellektuellen Leistungen der Ewiggestrigen. Mich eingeschlossen übrigens.”

“Fear and Loathing in Vienna” ist schließlich eher ein Film für experimentelle Naturen. Gezeigt wird der Werdegang eines einst hoffnungsfrohen jungen Studenten, der an falsche Freunde gerät, sich mit Drogen und Klebstoff (schnüffeln) das Gehirn wegbläst, bis man ihm ärztlich attestiert, dass seine Gehirnleistung auf 8,8 Prozent gesunken ist. In diesem Zustand gründet der Protagonist des Films eine freiheitliche Partei. Ein deprimierender Film, der oftmals für seinen grimmigen Realismus getadelt wurde. Regisseur Terry Giliam erhält darum auch praktisch keine Angebote mehr aus Hollywood. [schluss]

Drillinge von Geburt an

Posted by on Dezember 22nd, 2011

Hydra hat in die eigenen Reihen geblickt und nach augenscheinlichen Ähnlichkeiten zwischen Hydranten und echten Menschen da draußen in der Welt gesucht. Und wir wurden mehr als fündig. Hier die definitiven Hydra-Drillinge.

Wäre unser Bart nicht schon auf der Welt, hätte er als Bart Reynolds auf die Welt kommen müssen. Dieser wiederum hat – wie jedes Kind weiß – frappierende Ähnlichkeit mit Bart Simpson. Was einem vermutlich aber nur auffällt, wenn man Fotos vom erwachsenen Bart Simpson kennt (der Typ ist ja mittlerweile in den späten 20ern und drogenabhängig).

Max sieht aus wie Gusi und Yvonne. Sagt er selbst. Und Recht hat er. Ein Blick auf die Knuddellippen beseitigt alle noch irgendwie bestehenden Zweifel. Und der Alfred E. Neumann Grinser würde auch Frau Catterfeld ganz gut passen.

Was haben Otto Wanz und Kate Moss gemeinsam? Außer Gewichtsproblemen jetzt. Ganz klar: Stefan Rathreimer ist das Missing Link zwischen Catwalk und Heuwalk. Ein Mann mit der klobigen Grazie eines Models und dem schlanken Charme eines Telefonbuchzerfetzers.

Von Planet der Affen zum Planet der Yetis kommt man nur mit einem Mountainbike. Mit einem turbogeilen Mountainbike wohlgemerkt. Wer Messner und McDowell sagt, muss also auch Klug sagen. Und an Diavorträge denken.

Mit der Brille auf die Welt gekommen, darum auch unzertrennlich bzw. nicht voneinander zu unterscheiden: Menschen, die der Welt schöner gerahmte Augen geschenkt haben. Raritäter, Lagerfeld und Fielmann, Optiker im Geiste.

Politik ist sexy. Sport ist sexy. Satire ist sexy. So weit die Theorie. Dass das alles Blödsinn ist erkennt man anhand dieser drei GenrevertreterInnen, deren unmittelbare, augenscheinliche Unähnlichkeit sich erst beim dritten Blick offenbart. Dann aber umso unbarmherziger.

Palinpalin, die Nasenglocke läutet. Mit offenbar ein- und demselben Zinken auf die Welt gekommen sind diese drei Menschen. Ein übles Schicksal, das hier Verbindendes behauptet, sind doch beide Männer grundsympathische, intelligente Kerle. Die Frau hingegen hat weniger Hirn als ein Kessel auf einer Teeparty.

Im Osten ist die Sonne untergegangen, in New York ist dafür der Playboy auserkauft. So ist das Leben. Insbesondere wenn man an die Globalisierung denkt. Da hängt nämlich alles irgendwie zusammen. Sogar Sophie hat ihre Finger mit im Spiel. Schlimmschlimm.

Ganze Männer, das sieht man auf einen Blick. Was Freud in den Träumen seiner Patienten anrichtet, das macht Bruce Willis aus Wolkenkratzern. Und darum auch studiert Matthi Architektur. Weil echte Männer von echten Häuser träumen, die sie dann am liebsten echt zerstören wollen. So verrückt ist das alles. Irgendwie.

Fröhliche Weihnachten seinen liebsten Hydranten und selbstverständlich auch der Marion, dem Weecee, dem Teufel, dem Platz!Sitz!Folg!, dem Käferchen, dem Renneh, dem schönsten Florian aller Zeiten und allen anderen, die heuer das Hydra-Chaos zigfach vermehrt haben
wünscht
Curt Cuisine

Hydra-Witze-Schluss-Verkauf

Posted by on Dezember 17th, 2011

Hier eine Auswahl unserer Angebote:

Habsburgerwitze
Der Top-Renner im vorvorvorigen Monat! Also praktisch immer noch. Habsburgwitze garantieren königlichen Humor, selbst bei herzlosesten Temperaturen! Besonders bei Radprofis sehr beliebt! Kaufen Sie einen Habsburgerwitz jetzt um nur 99,- statt 199,- Euro! Der Top-Verkaufsschlager!

Parteiausschlusswitze
Parteiausschlüsse haben immer Saison, vom launigen Wortwitz (Parteiausschuss, Parteiausguss, Parteiabfluss) bis zur total uniquen Tierfabel („Kommt ein Königstiger in den Zoo …“). Mit einem Parteiausschlusswitz haben sie garantiert die volle Aufmerksamkeit ihres Sitznachbarn beim Villacher Fasching! Und zwar jetzt schon! Nur 79,- statt 119,- Euro! Treten Sie aus und greifen Sie zu!

Facebookwitze

Seit Google+ der heißeste Renner! Witze über unsere allerliebste Freizeitbeschäftigung sind stets up to date! Von fetten Facebookjunkies bis zu analfixierten Facebook-Verweigerern: Bei einem Hydra-Facebookwitz kriegen alle ihr Fett ab. Insbesondere Fettbooknerds. Jetzt um 49,- statt 89,- Euro! Okkasion!

Pestwitze
Obacht! Ausgefallen ist wieder in! Witze über den schwarzen Tod sind mondän, elitär, stilbewusst und diffus. Außerdem wider Erwarten politisch total korrekt. (Wussten sie etwa, dass Dschingis Khan ein größerer Nazi als Hitler war?) Jetzt nur 29,- statt 69,- Euro! Sonderrabatt für KrankenpflegerInnen!

Diktatorenwitze
Ein zeitloser Klassiker für jede Zielgruppe. Über Diktatoren lässt sich immer mit Gewinn witzeln, insbesondere wenn die Arschgeige weit entfernt wütet. Kaum eine Witzgattung wirft mehr sozialen Zusatznutzen ab! Jetzt nur 19,- statt 29,- Euro! Pro Witz wird ein Euro an eine wohltätige Organisation gespendet! (Nicht von uns natürlich!)


Norwegenwitze
Absolut in, inner geht gar nicht! Wer heute einen Witz über Norwegen macht, zeigt Nerven wie Drahtseile und muss sich wegen nach abgestandenen Fichten stinkenden Socken gar keine Sorgen mehr machen. Alle Norwegenwitze jetzt im Supersonderangebot! Nur noch 9,- statt 49,- Euro. (Beschädigte Ware.)

Kaufen Sie diese oder einen von diesen oder viele von diesen oder überhaupt alle jetzt in unserem interstellaren Witzeshop auf Proxima Centauri. Die ersten fünf real anwesenden Kunden erhalten zusätzlich einen Lollipop. Und erfahren den nächsten BruBru-Termin!

Die spektakulärsten Spekulationen

Posted by on Dezember 7th, 2011

Februar 1995: Herings, eine der ältesten Investmentfischereien Englands bricht zusammen. Auslöser ist der Fischhändler Nick Leeson, der bis nach Singapur tuckerte, um einen Wal zu fangen. Wale sind bekanntlich keine Fische, doch Leesons verwegene Spekulation, dass die Menschheit nur darauf warte, endlich ein Walkotelett zu essen, wird zum Desaster. „Für den gemeinen Anleger sind Wale auch nur Fische – wer Wal sagt, muss also auch Walhalla sagen“, so die Ratingagentur Tonno, Tonne & Tenno. Herings muss alle Aktien verkaufen und liegt heute zwischen zwei Zeitungspapieren auf dem Markt von Dover.

Juni 1995. Der japanische Spielzeughersteller Sumitomo fährt 2,6 Mrd. Dollar Verlust ein, weil der Händler Yasuo Hamanaka Animefigürchen mit echten Geschlechtsteilen auf den Markt bringt. Hamanaka spekuliert damit, dass diese Puppen die Phantasien pervers veranlagter Gummipuppenfreaks in schwindelnde Höhen treiben würde. Doch die Geschlechtsteile verfaulen binnen weniger Tagen, was neben der Sanitätspolizei auch das Tokyoer Morddezernat auf den Plan ruft. Hamanaka verbüßt heute eine 3.217-jährige Haftstrafe, Sumitomo hat die Spielebranche ganz aufgegeben und produziert Pornos in Kalifornien.

April 2006: 10 Mrd. Dollar Verlust sind das katastrophale Resultat einer kaum erklärbaren Investitionsente. Der umtriebige Bauherr und Nebenerwerbsoligarch Rasputin Putin legt dem österreichischen Bankdirektor Hannes Andreichl Pläne für einen Flughafen mit Standort Wien City vor. Der „St. Stephan Skylink“ mit einem 55 Hektar-Hangar nach Dubaier Vorbild  stößt sofort auf Gegenliebe bei den traditionell in großen Maßstäben denkenden österreichischen Bankern. Ein Jahr später stehen tausende Pensionisten in Österreich vor dem Nichts. Andernfalls wären die ohnehin bescheidenen Managerboni nicht zu finanzieren gewesen.

Juni 2008: Der Händler Evan Doddle verkauft 20 Tonnen Weizen. Dann kauft er sie wieder. Dann verkauft er sie wieder. Dann kauft er sie wieder. Usw. Vier Wochen später merkt irgendein Typ an der Wallstreet, dass hier etwas im Busch ist. Gerüchte machen die Runde, dass man mit einem Haufen Weizen viel Geld bewegen kann. Weltweit wird der Weizen aufgekauft, die halbe Menschheit droht zu verhungern, weil kein Körnchen mehr verfügbar ist. Dann wird er wieder abgestoßen, einige Bäckereien und Weizenlager explodieren, die Menschheit leidet an Brotallergie („ennui du pain“), doch an der Wallstreet ist man glücklich. Immerhin: Monate später wird Evan Doddle von einer gewissen Merrill gelyncht.

August 2008: Die SPÖ (eine österreichische Partei, Anm. der Red.) spekuliert damit, bei den nächsten Wahlen Höchstwerte einzufahren, indem man eine Strohpuppe zum Parteivorsitzenden macht. Gesagt, getan. Man ernennt einen gewissen Faymann zum Bundeskanzler, doch der Mann erweist sich als Schwarzes Loch der Indifferenz. „Shortly, without von delay“ sinken die Bonitätswerte der Republik, Wirtschaftstreibende überlegen vermehrt Standortflucht und die WählerInnen (das von der SPÖ sogenannte „Stimmvieh“, Anm. der Red.) schwächeln sogar beim Weihnachtseinkauf. Als die Strohpuppe am Ende sogar Facebook-Freunde zukauft, wissen sogar die Parteistrategen, dass hier einiges aus dem Rudas läuft.

Juni 2011: Jerome Gervais hackt das eigene Banknetzwerk und bewertet eine Handvoll fauliger, modriger Kredite als Triple A Geldanlagen. Diese gefakten Kredite werden von der Bank weiterverkauft. Die Kaufsumme wird versichert. Eine andere Bank übernimmt die Garantie für die Versicherungssumme und legt diese in weitere Fonds an. Der Erlös dieser Fonds wiederum wird in irgendeinen Trust investiert. Inzwischen werden die ersten Kredite fällig. Griechenland übernimmt einige der fauligen Obligationen … Halt, Moment … das ist ja gar kein Witz!

[Text: Cuisine, Montagen: Matrattel & Cuisine]

Schimpfen zwischen Katharsis und Regress

Posted by on November 28th, 2011

Das kann nicht angehen, das ist schlichtweg unfassbar! Da mühen sich meine KollegInnen mit ihrem epochalen Werk zur Malediktologie ab, um in letzter Konsequenz das wichtigste Thema, der grundlegendste Fragestellung einfach zu vergessen. Aber streng genommen ist es natürlich streng unwissenschaftlich von mir, mich in dieser Causa zu Wort zu melden, bin ich doch nach einem furiosen Wortgefecht mit dieser unsäglichen Wogl-Watritsch jäh verstorben (nachzulesen auf Seite 132 in der „Kritik des Schimpfens“, die dementsprechend ohne Heinz Novak abgeschlossen werden musste, Anm. d. Hrsg.), aber ich kann meine KollegInnen nun mal nicht so mir nichts dir nichts ins Bockshorn laufen lassen.

Die entscheidende Fragestellung, das große Dilemma, die epochale Kluft der Malediktologie entspinnt sich zwischen den Polen Katharsis und Regress. Auf der einen Seite ist es wissenschaftlich erwiesen, dass Schimpfen eine Katharsis zeitigt. Wer schimpft, betreibt Spannungsabbau. Innerlich aufgestaute Aggressionen werden abgeführt, ja, verdampfen auf verbalem Wege. Nicht nur für grobianische Naturen, sondern für jede Art von erregbarem Charakter gilt dies. Was im Übrigen die Frage aufwirft, wie denn dies physiologisch gehen soll?!

Man nehme etwa folgendes Fallbeispiel: Nach einem harten Tag im Büro (gedacht als Krönung eines seit Jahrzehnten währenden, unerträglichen Büroalltags) wird man beim Betreten der wohnhäuslichen Müllkammer von einer offensichtlich gehirnamputierten Hausbesorgerin angepöbelt. Der chronische Stress, der sich in psychosomatischen Dauerbeschwerden bis hin zur Gehirnfäule, Hinkebeinen oder krummen Buckeln äußert, soll dann durch ein elegantes „Dreckige Hausbesorgerfotze“ oder ein schlichtes „Putztrampel“ bereits kuriert sein? Natürlich nicht. Aber hätte man in den unzählbaren Jahren bis hin zur skoliotischen Wirbelverkrümmung und den chronischen Magengeschwüren öfter mal einen Fluch, einen Schimpf oder eine rücksichtlose Pauschalverunglimpfung riskiert, wäre es womöglich nicht ganz so schlimm gekommen.

Wissenschaftlich erwiesen ist: Wer sich oft und viel ärgert, wird früher krank als etwa ein Holzfäller in Kanada. Und noch kränker wird, wer seinen Ärger stumm in sich hineinstopft, anstatt ihn unflätig über die Flure wehen zu lassen. Das gesundheitsförderliche Potential des Schimpfens steht also außer Frage, doch warum gilt das Beleidigen als Wortflatulenz, als unflätige Unsitte, als „bad manner“? Warum wird Schimpfen verpönt und geächtet – bis hin zur zivilrechtlichen Klage?

Schließlich leben wir in Zeiten, wo nebst der Schönheit vor allem die Gesundheit als Lifestylegötze angebetet wird. Da sollte man doch erwarten dürfen, dass wirkungsvolle Schimpfwörter in jeder nächstgelegenen Apotheke ganz oben auf der Verkaufstheke liegen und man jeden Menschen, der einem nicht mit einem herzhaftem „Arschloch, dreckiges!“ begrüßt, aus gutem Grunde meiden sollte. Muss doch als erwiesen gelten, dass jene einen ungesunden Lebensstil pflegen!

Das große Missverständnis besteht darin, dass Zivilisation als Prozess der Disziplinierung und Selbstdisziplinierung betrachtet wird, als Sublimationskette von Bedürfnissen und Ausdrucksformen. Gesittet ist, wer die Arschbacken zusammen klemmt, auf das kein Tönchen entweichen möge, wer die persönliche, ungeschönte Meinung verschluckt und den Finger beim geräuschlosen Teetassentrinken wegspreizt. In etwa dieser Reihenfolge.

Es ist nicht einfach, die Ursachen dafür zu benennen. Die Soziologie bietet uns hier bloß niederschmetternde Erklärungen. Eine eindeutige Bejahung dieser Sichtweise finden wir in „Über den Prozess der Zivilisation“ von Norbert Elias, gleich hinter dem Aufsatz über das Serviettenfalten als Ausdruck höfischer Leitkultur. Wir können aber ebenso Niklas Luhmann befragen. Um von ihm zu erfahren, dass soziale Systeme den einzigen Sinn haben, sich auszudifferenzieren, um damit Umweltkomplexität zu adaptieren bzw. kompensieren. Je komplexer unser Lebensumfeld, desto mehr Techniken entwickeln wir, um einen Furz oder eine Beleidigung zu unterdrücken. Ergo nehmen wir nach Luhmann Magengeschwüre in Kauf, um mit unserem sozialen Umfeld in Gleichgewicht zu bleiben. Ja, geht es noch deprimierender?

Weitaus erhellender ist hier die Sichtweise von Pierre Bourdieu. Soziale Distinktionsmerkmale, die „feinen Unterschiede“ also, sind in erster Linie dazu da, damit sich Bevölkerungssegmente voneinander abgrenzen können. Eben die Schimpfer von den Nicht-Schimpfern, die Furzer von den Furzunterdrückern, die Nasenbohrer von den Fingerabspreitzern. Die Unterdrückung des ureigensten Bedürfnisses zu schimpfen ist also gewissermaßen der Eintrittszettel in die höheren Kreise der Gesellschaft, wo das unausweichlich Unflätige dann nur hinter verschlossenen Türen geschieht. Dort also , wo sich die Macht ihrer selbst gewiss ist. Bzw. zumindest dort, wo die Macht genau weiß, dass sie die Ehrenbeleidigungsklage auf jeden Fall gewinnt, weil sie sich die besseren Anwälte leisten kann.

Aber Schimpfunterdrückung ist nicht automatisch bereits Sublimation und damit gehobener Zivilisationsstatus, nein, dies geschieht erst mittels der sozialen Ächtung des Schimpfens durch eine „schimpffreie“ Oberschicht. Das ist das Instrumentarium, mit der sich die Elite vom steuerschuldenzahlenden Bodensatz abzugrenzen versucht. Nach dem Motto: Zeig mir wie du schimpfst, und ich sag’ dir deine  Gehaltskategorie.

Darum gilt: Schimpfen an sich ist eine Universalkonstante, gewissermaßen das Überdruckventil im Kochtopf Menschheit, um die Worte meines Klug zu verwenden (vgl. S. 101 in der „Kritik des Schimpfens“, Anm. d. Hrsg.). Die soziale Ächtung des Schimpfens hingegen ist Ausdruck der Abgrenzungs- und Unterdrückungsmechanismen zwischen sozialen Lagen, namentlich von „Oben“ nach „Unten“. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verkehrt, im Schimpfen auch einen revolutionären Gestus zu vermuten (der uns hier aber nicht beschäftigt, wesentliche Anregungen dazu liefern uns allerdings die Kollegen Gaspar, S. 57ff, bzw. Ramm, S. 127ff., in der „Kritik des Schimpfens“).

Ich meine also: In diese Richtung muss die Malediktologie forschen, will sie der Welt auch in Zukunft noch etwas Bedeutsames mitteilen. Diesen Hinweis möchte ich meinen Kollegen aus der tiefen, finsteren Gruft, in die mich diese Schimpfdilettantin Wogl_Watritsch befördert hat, noch mitgeben. Und beuge mich dabei zähneknirschend dem Umstand, dass dieser „Nachruf“ an sich ein wenig unwissenschaftlich ist, wie es ein Leben nach dem Tod nun einmal ist.

Herzlichst,
Heinz Novak (sel.)

Was tun gegen den Spamteufel?

Posted by on November 15th, 2011

Du bist also zugespamt auf Teufel komm raus? Du kannst gar nicht mehr klar denken, weil Dir ständig irgendeine unnütze Information um die Ohren oder Augen geknallt wird? Okay … was du jetzt brauchst ist ein Schraubgewinde. Aber nicht irgendeines. Nein, ein Normschraubgewinde. So eines, wie man sie auf den Unterseiten von Kameras findet. Also mit Kameras meinen wir Fotoapparate, die digitalen, die es jetzt überall zu kaufen gibt. Eigentlich schon seit einer ganzen Weile. Und diese Normgewinde, das sind so kleine Vertiefungen an der Unterseite. Diese Unterseite findet ihr, wenn ihr die Kamera umdreht und irgendwo in der Mitte von der Bodenplatte nachschaut. Es gibt irgendwo im Internet einen Thread, wo man das nachschauen kann, dort sind auch Bilder und so, aber ich bin jetzt zu faul, den Link herauszusuchen, aber du findest das sicher ganz schnell selbst.

Für diese Vertiefung braucht man natürlich auch etwas anderes, ein Gegenstück, das ist dann meistens ein Stativ. Für die Kamera natürlich. Ihr müsst aber kein Stativ verwenden. Ihr könnt die Kamera auch einfach so auf den Boden oder ein Fensterbrett stellen. Oder ihr schraubt einen richtigen Schrauben hinein, aber natürlich geht das nur, wenn der ein Normgewinde hat. Es gibt irgendwo im Internet eine Tabelle, wie das genau aussieht und wie man das genau nennt. Aber auch dafür bin ich ein wenig zu faul, aber man kann alles im Internet finden. Wirklich! Ich habe schon alles Mögliche im Internet gefunden, praktisch weiß ich jetzt schon alles, was man überhaupt wissen kann. Darum suche ich gar nichts mehr, sondern hänge am liebsten in Chatforen und sonst wo rum. Und gebe hin und wieder ein paar nützliche Tipps. Das Feine am Internet ist ja, dass man den ganzen Tag plaudern kann. Ich liebe nichts mehr als eine Plauderei, so ein unverbindliches Zuprosten beiläufig aufgeschnappter Fakten und Meinungen. Außerdem bin ich meist geil wie ein Spazierstock. Vor allem, als ich vorhin das mit der Gewindevertiefung und dem Schraubstift geschrieben habe, ist mir fast einer abgegangen. Da fällt mir ein, ich wollte ja noch auf Facebook bei dieser hübschen Corinna einen Kommentar schreiben. Mann, bin ich geil gerade, aber kein Wunder, bei meinem hübschen, durchtrainierten Körper …

Sorry, hier abbrechen zu müssen. Ihr hättet sicher gerne weiter gelesen, aber wir müssen einfach abbrechen, denn dieser Text ist natürlich nicht der richtige Text. Hier hat sich der Spamteufel eingeschlichen und diesen ursprünglich total hilfreichen Text (Wirklich! Wir schwören es!) in reines Geschwafel, eben Spam umgewandelt. Und das Schlimme daran ist: Wir finden einfach nicht mehr das Original, ja, wir wissen nicht einmal mehr, was wir ursprünglich sagen wollten. Verflucht. Auch diese Seite ist also völlig zugespamt. Wieder ein Stück Internet in der großen Dampfplauderwolke verschwunden!

 
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