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Der Architekt auf der Anklagebank

Posted by matrattel on März 3rd, 2010

matritekturEin Interview von Matrattel.*

Hydra: Sie sind Architekt. Warum?
Architekt: Ich möchte nichts verändern, damit das gleich klar ist! Architekt bin ich, weil mir das Wort Architektur gefällt. Ganz einfach.

H: Das klingt interessant. Erzählen Sie uns doch mehr!
A: Wieso „uns“? Sie sitzen alleine vor mir.

H: Mit „uns“ meine ich „unser“ Magazin.
A: Na ja … also Architektur. Das ist wie Bäume und Sträucher und Blumen und wenn man das alles wegdenkt, dann bleibt übrig: Architektur. Ein schöner Gedanke.

H: Das klingt sehr nachvollziehbar und in vielerlei Hinsicht wunderbar. Was trägt Sie, was bewegt Sie?
A: Ich frage mich das auch immer. Die Liebe zum … ähh Menschen? Falsche Antwort?

H: Kann es denn so etwas wie Falschheit in der Architektur geben?
A: Nein und ja bzw. nein! Da kann es alles geben, von großem Ooooh!!! bis zu gar nicht mal so großem Ooooch. Was Falschheit ist, das wissen doch immer nur die Fälscher. Nicht wahr?

H: Kann schon sein. Zu etwas anderem: Zeitlosigkeit. Ein bis zur Reizbarkeit dehnbarer Begriff?
A: Durchaus. Architektur muss zeitlos scheiße sein, um immer wieder und wieder aufwühlen zu können, von ganz tief drinnen her. Architektur ist das Fäkalium des Menschen.

H: Muss es nicht Fötus heißen?
A: Vielleicht ist Fötus-Scheiße das was ich meine. Ja, vielleicht ist es das. Vielleicht aber auch nicht!

H: Johannes Paul der Zweite oder Zweiter Weltkrieg?
A: Zweiter Weltkrieg, ganz klar. Mir steht diese große Architektur zu Gesichte beziehungsweise Geschichte. Haben Sie den Wortwitz bemerkt?

H: Nein. Darf es denn  so etwas wie Witz in der Architektur geben?
A: Gute Frage. Ich finde die Hauptsache ist, dass es nicht lustbetont rüberkommt, ich sage auch gerne „transportiert wird“. So lange das gewährleistet ist, sehe ich wenige Probleme damit. Alles hat seinen Rahmen, seine konnotationsspezifische Bedeutungsspektralität.

H: Können Sie uns einen Tipp mit auf den Weg geben?
A: Sie meinen so wie ein Pausenbrot?

H: Ja.
A: Niemals unterkriegen lassen, und wenn dann nur von Typen, die das Ausbeuten richtig verinnerlicht haben, so wie ich ungefähr. Das ist gleich eine ganz andere Erfahrung. Man verinnerlicht das.

H: Würden Sie für uns das Dreieck Macht – Geld – Architektur skizzieren?
A: Alle schwul die Drecksficker. In der Mitte ist aber die Architektur, ganz klar.

H: Dann ist es aber eine Linie …
A: Das kann sein. In der Architektur sind Linien von großer Bedeutung müssen Sie wissen…

H: Sagte wer?
A: Das sagen alle. Alle, fast seit dem Mittelalter. Sehen Sie sich einen Kondensstreifen an! Linie. Wo ist Gott, wenn nicht in der Linie?

H: Im Himmel?
A: Sehen Sie, dort sind auch die Kondensstreifen. Ich habe Sie ausgetrickst.

H: Sie meinen wohl „uns“.
A: Haha, Ist das jetzt eine Art Majestätsplural? Wegen Gott usw.? (Zwinkert lässig)

H: Sie sind mir einer! Haben alle Architekten Ihr Talent, den umherschwirrenden Witz einzufangen, niederzudrücken und dann zu penetrieren, ganz tief und fest. Bis es weh tut?
A: Wir bohren immer nach. Ein Architekt der nicht bohrt ist kein Suchender.

H: O.k., gut, Danke. Das war’s eigentlich! Könnten Sie jetzt von mir runtersteigen? Nicht dass es mir nicht gefallen würde. Ich muss nur leider eine Pause machen.
A: Natürlich. Hat Spaß gemacht! Gerne mal wieder. Morgen bin ich Pilot.

H: Das ist mir nur Recht.
A: Haha, Pilot und nicht Jurist!

H: Wollen Sie mich gleich hier bestrafen?
A: Wenn Sie wollen, dann gerne, sage ich mal. Ich hole rasch meinen Kodex.

H: Ich warte einstweilen ganz entspannt auf der Anklagebank.

 Ende des Interviews von Matrattel.

* Wer Texte oder Zeichnungen von Matrattel nachmacht oder kopiert oder in nachahmender Weise reproduziert ohne ihm etwas von den Millionen abzugeben, die sich damit verdienen lassen, wird von der HYDRA Corp. strafrechtlich belangt, verfolgt und gevierteilt. Die Rechtsabteilung.  

schneediebe!

Posted by matrattel on Februar 17th, 2010

news schneeTatort: Wien.
Die Täter: die Südmafia.
Die Tat: Eine dreiste Demütigung der Opfer.
Das Motiv: Hitze, schier unerträgliche Hitze.

Dem kritischen beziehungsweise sogar kritisch-aufmerksamen Beobachter wird bereits aufgefallen sein, was sich in den Wintermonaten in Wien abspielt: Kaum fällt Schnee, ist er auch schon wieder weg. Die Stadt versucht uns zu beschwichtigen. Doch mittlerweile lassen sich die Widersprüche nicht mehr verheimlichen, die Bürger werden unruhig. „Wo ist unser Schnee?“ fragen sie, „Wo ist unser Schnee?!?“ und meinen damit gefrorenes, geflocktes Wasser, schön und nützlich zugleich, eine Wohltat für die Sinne und der Wintersinn an sich.

Die Antwort ist so kurz wie niederschmetternd: in irgendeinem Scheißdrecksland, nicht ganz klar welches, klar ist nur: Er wird von irgendeinem dreckigen Beduinen angebetet, ja, richtig gelesen, die kristallisierte Unschuld an sich, die Königin des Aggregatzustandes „fest“, die Mutter aller Kinderträume sieht sich dem afrikanischen Unhold, dem Sand ausgeliefert und gegenübergestellt. Schnee der innerlich gefriert wenn er an das Wort „Sandmann“ nur denkt.

Musste es soweit kommen? Vielleicht nein. Beziehungsweise vielleicht ja, denn die Stadtväter haben auf ganzer Linie versagt. Sie haben über Jahrzehnte hinweg zugelassen, dass die emsige Südmafia ihr Netzwerk auf sämtliche Bezirke ausdehnen kann. Die Effizienz der schneestehlenden Diebe ist erschreckend: In ihren orangen Anzügen räumen sie den Schnee schneller auf ihre Karren, als man das Wort Flocke als wirklich sehr, sehr schön erkennen kann. Die Schaufeln in den schönen Schnee hinein, *RAMM* und nochmals *RAMM*. Wer das gut findet, der mag auch Sommer, Wärme und das Gefühl mehr Zehen zu haben als Reinhold Messner.

Der Schnee, er schreit. Bettelt um Hilfe. Doch wer? Wer ist da? Wer hilft dem Schnee, rettet ihn aus den hässlich heißen Klauen der Südmafia? Nobody. Das ist Englisch und heißt niemand. Und dann sind sie auch schon wieder weg, verschwunden von der Bildfläche, abgetaucht. Wenige Stunden später starten dann riesige Frachtsegelflieger in den Feldern der pannonischen Tiefebene. Bis obenhin beladen mit Schnee. Auf ihrem Flug gen Süden verlieren die maßlos gierigen Täter einen Gutteil ihrer Beute, die Frachtensegler drohen aufgrund massiver Überladung oftmals abzustürzen. Der Schnee, er fällt wieder zu Boden und stirbt im Fallen einen grausamen Tod (wg. Sauerstoffmangel usw). Die Schneeleichen liegen dann in unseren Straßen, fahl, grau, dreckig. Die Stadt will uns weißmachen: „Der Verkehr macht den Schnee grau.“ Doch wir, wir wissen, dass es anders ist. Wir kennen die Wahrheit und werden nicht schweigen. Und wenn wir schweigen, dann nur weil es draußen ganz schön kalt geworden ist und wir unsere Münder hinter angenehm wärmenden Wollschals hineinkuscheln, so ist es besser, mhmm. peter & sebastian

[...] Ich kann nicht behaupten, dass ich Trümmer nicht mag. Kein ernstzunehmender Mensch wird das von sich behaupten wollen. Nur irgendwann muss eben Schluss sein. Ich setze mich also in die Straßenbahn und fahre zur Wetterverwaltung. Ich nicke ein und taumle durch einen unnötigen Traum, als ich aufwache ist der Traum vorbei und die Straßenbahn steht in der Endstation. Ich steige aus und gehe hinüber zur Wetterverwaltung. Ich gehe hinein, und wecke die riesige Terrorschildkröte auf. Sie ist versehentlich auf dem Schneegravitationshebel eingeschlafen, naja. Ich schiebe sie noch ein wenig auf die Seite und drehe sie auf den Rücken, um sicherzugehen (Das ist aber nicht so wichtig für das Verständnis der Geschichte). Als ich wieder hinausgehe ist der ganze Himmel ziemlich blau. Die Gefahr ist gebannt, deswegen endet die Erzählung an dieser Stelle.

„Ach du Scheiße!!“ denke ich mir als eine Schneeflocke mit gut und gerne 250km/h in die Hauswand neben mir rast und das Gebäude in klitzekleine, handliche Stücke zerbombt, die ich aber trotzdem nicht mit nachhause nehme, weil ich schon viel zu viele Wandstücke in meinem Zimmer liegen habe. Schließlich hat es in letzter Zeit reichlich geschneit.

Wir hoffen ihr hattet ein schönes Fest!

Posted by matrattel on Dezember 28th, 2009

Zum Beispiel:
Diamant > sehr fest
Korund > etwas weniger fest
Topas > sogar noch weniger fest
Quarz > ritzt immerhin Fensterglas (wg. fest)
Orthoklas > da wird nichts mehr fest
Apatit/Magnan > sogar bei uns nicht mehr
Fluorit > mit Messer gut ritzbar (peinlich, peinlich)
Calcit > haha, meine Oma würde den fertig machen, ich schwöre!
Gips/Halit > das ist überhaupt kein schönes fest mehr
Talk > wir haben das in unseren Poren, das hat weder etwas mit Festlichkeit noch mit Festigkeit zu tun

Anmerkung: Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass wir die Werkstoffeigenschaft Festigkeit unzulässigerweise mit der Werkstoffeigenschaft Härte gleichgesetzt haben. Außerdem wurde teilweise so getan als wäre Talk Talg. Wir bitten dies vielmals zu entschuldigen.

mustard schwoolWir, die VertreterInnen der AG-HYDRA, geben Folgendes bekannt: Wir müssen – ja nachgerade dürfen – in diesem Augenblick (jetzt) endgültig und ohne jeden Zweifel davon ausgehen, dass endlich überhaupt kein gleichgeschlechtliches „Interesse“ mehr in den Redaktionsräumen angetroffen werden kann. Keiner will mehr, und wenn dann: zackzack Rambazamba!

Dieser Zustand konnte erst nach langem und hartem Kampf gegen unsere Triebe tsss tierischen-animalischen Unter-Ichs (siehe FREUD) erreicht, um nicht zu sagen („nicht“) stabilisiert werden, was aus der Sicht der gesellschaftlich eindeutig herzeigbareren ungleichgeschlechtlichen Fickerei (wollen meinen Herumfickerei) keine allzu schlechte Sache ist und sein kann bzw – ja, und das vor allem – sein wird, wobei – auch das sei erwähnt – wir prinzipiell sehr WENIG gegen dieses Gesindel haben; das einzige was uns immer wieder bösartigst aufstieß war eben, dass wir uns beim Ansichtigwerden von solchen Megapfuigacks arg und ärger an uns selbst „erinnert“ – im ekelhaften Sinne von „angegeilt“ bitte sehr zu verstehen – gefühlt haben, und das – Entschuldigung bzw Pardon! – kann doch niemand wollen.

Die Schwulheit und auch das andere (bei den Frauen das, genau) ist besiegt, getötet, angezunden, in den Graben hinabgestoßen usw! Und jetzt zackzackzack, die Holzscheite raus aus der schmucken Lederhose, die Kerzen ganz weit weggelegt von den guten Feiertagshosen und die Hydranten ganz wo anders aufgestellt als in der Nähe der Feuerwehrmonturen….Moooment. Jetzt – also allerspätestens jetzt – ist aber Schluss mit diesen Anspielungen, wobei wir gar nicht genau wissen worauf eigentlich angespielt wird. Wie sollten wir denn auch? Hauptsache aber und wirklich sehr gut: Schwulheit tot, wir trinken darauf ein Bier – Prost! – und schlafen – wie nicht anders zu erwarten – ruhig. mtrl

HYDRA macht Geschichte (nach)!

Posted by matrattel on Dezember 2nd, 2009

Nicolas Sarkozy hat also quasi eigenhändig die Berliner Mauer abgerissen. Wir wollen es gerne glauben. Man sollte aber auch nicht übersehen, wo die Hydra schon überall eifrig mitgemischt hat! Zum Beispiel beim Sturm auf die Botschaft der BRD in Prag im Jahre ‘89. Unser Bilder beweisen zweifelsfrei: die HYDRA war auch dort! Mit dem Cover “Du kommst hier nicht rein!” Damoklesschwert ihrer selbst, hat ein Exemplar der vierten Ausgabe hartnäckig alles versucht und tapfer gekämpft, allerdings war es dann doch so: sie kam dort nicht rein. Die Staatsgewalt hatte ein paar tschechische Knödel zuviel verdückt, summa summarum: keine Chance für ein Heft vom Formate A4 über einen Riesenzaun zu klettern, wenn ein Polizist am Hosen ähh Heftbund dranhängt. Trotzdem: die HYDRA ging als erstes Heft in die Geschichte ein, das versucht hat irgendwo drüberzuklettern. Immerhin. (Übrigens: derjenige, der uns nachweisen kann, dass die Fotos nicht bei der Botschaft der BRD in Prag aufgenommen worden sind, erhält ein Gratisabo!)

Und hopp! Schon ist die Zeitschrift oben!

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Feiste Sicherheitsbeamte versuchen die Hydra wieder herunterzureißen...mit Erfolg.

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