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Resurrection, Baby!

Posted by evakiel on Juli 21st, 2010

bristol stool chart 300Ich darf mich kurz vorstellen. Ich bin ein Scheißtrümmerl, Typ 3 nach der Bristol Stool Chart. Das Licht der Welt erblickte ich am 16. Juli 2010 auf einer Toilette des Szenelokals RHIZ. Die Geburt war geräuschvoll, über mir stöhnte und presste ein männlicher Kotbehälter (ich erkannte es an den haarigen Schenkeln und dem schlaffen Gehänge). Nochmals über ihm donnerte eine U-Bahngarnitur über die Stadtbahnbögen, während zugleich Straßenlärm und dumpfe Beats mein noch vor Wärme dampfendes, neues Sein umhüllten.

Ich hatte anfangs keine Orientierung. Die weiße Porzellanhalle mit dem Abführstutzen half mir allerdings ein wenig, die genetischen Erinnerungsfragmente abzurufen, die bei allen Scheißtrümmeln eincodiert sind. Ich wusste, dass ich vorschriftsmäßig auf die Welt gekackt wurde, und nicht etwa im Wald hinter einem Baum verscharrt werden würde, und das heißt, ich wusste auch, dass ich die lange Fahrt durch den großen Kanal der Scheiße noch vor mir hatte. Von meinem Erzeuger habe ich nicht viel gesehen, er war ein dunkles, kleines Loch für mich (mit leichten Anzeichen von allmählich sich entfaltenden Hämorrhoiden übrigens).

Auch nach dem Geburtsvorgang bekam ich seine Frontpartie nur kurz zu Gesicht, wie so viele Menschen schien er nicht näher an mir interessiert zu sein. Er wischte sich beschämt den Arsch und bedeckte meine Existenz mit einigen Blättern des Geburtsteppichs ab (dieser wird in der Sprache der Kotbehälter Toilettenpapier genannt, so viel ich weiß). Ich war erfreut, hieß es doch immerhin, dass ich nicht sans papiers auf die Welt gekommen war, ich war also ein legales Scheißtrümmerl, ein echt österreichisches Produkt – und damit automatisch stolz auf meine Herkunft.

Zu recht übrigens, denn ich war ein durch und durch gesundes Scheißtrümmerl (Typ 3, ich erwähnte es schon), und das heißt, nur echte, gestandene Lebensmittel sind in meine Ursubstanz eingeflossen. Wenige Geschmackverstärker, kaum Chemie, ja, ich vermeinte sogar in mir noch das saftige Grün der Wiesen zu spüren, auf der die Kuh stand, deren Euter gemelkt und deren Milch in Tetrapacks abgefüllt wurde. Jene Milch, die am Ende in den Kaffee wanderte, der zu meiner Erzeugung den allerletzten Schliff lieferte. Mein Vater (jetzt, nachdem ich so viel schon verraten habe, kann ich es gleich frank und frei aussprechen) war eine Tasse Espresso, während meine Mutter ein Kebab vom Naschmarkt war (ein recht fettes Huhn übrigens).

Ich dankte dem Scheißgott (ja, auch wir haben einen) für meine halbwegs anständige Geburt. Natürlich wäre ich lieber als Kind einer Designermahlzeit und eines 12 Jahre alten schottischen Whiskeys auf die Welt die gekommen, andererseits … ich hätte es schlimmer erwischen können. Es gibt keine mickrigeren Scheißtrümmerl als die Salatkinder, wie wir sie verächtlich nennen. Egal. Ich war auf der Welt, ich war gesund, ich war bereit für die Reise. Schon hörte ich das Fluschen der Spülung und der große Strudel der unterirdischen Existenz nahm mich zu sich. Es ging abwärts, Baby!

Finster war es anfangs und natürlich klitschnass. Aber in dieser Nässe fühlte ich mich wohl, denn ich wusste ja, dass ich in dieser Nässe bestens geborgen war. Sie würde das Medium meiner Transformation sein, aber so weit sind wir noch nicht. Erstmal kam ich nach einem strudeligen und schaumigen Intermezzo an die Oberfläche und fand mich sofort in bester Gesellschaft wieder. Ich war in einem der großen Zuträgerkanäle angekommen, dort wo die große Abfallparty auf halber Flamme lief. Überall schwammen tratschende Scheißtrümmerl herum, manche tanzten zum Rhythmus der Pumpanlagen, andere schlossen sich zu Scheißklumpenvereinigungen zusammen, meist die ganz Braunen, die fühlen sich einfach besser im Verbund.

Es gab ein paar unschöne Szenen am Rande. Ein blutiges Tampon wollte mittanzen, wurde aber nicht gelassen, weil es kein reinrassiges Verdauungsprodukt war. Ein Kotzfleck prügelte sich mit einem Dünnpfiff wegen einem Hundstrümmerl, bis das ganze Rohr die beiden Perverslinge verjagte. Mir wurde das zwischendurch zu bunt und ich ließ mich in einen kleinen Nebenkanal treiben, wo ich ein Bad in warmer Pisse nahm und mir danach den Rücken von ein paar philippinischen Typ 5 Trümmerlnutten massieren ließ. Ich war zufrieden und dachte: „Was für ein Scheißleben!“

Natürlich dauerte es nicht lange, als auch schon ein Priestertrümmerl vorbei kam und mir Schuldgefühle einreden wollte. Sicher hätte ich gesündigt und wenn ich Wert legen würde auf ein beschissenes Leben nach dem Scheißtod, dann solle ich mich Scheiße noch mal zur einzig wahren Scheißreligion bekehren. Ich versuchte erst gar nicht mit ihm zu diskutieren, war auch nicht notwendig, denn der Priester entdeckte ein paar minderjährige Scheißtrümmerl – und weg war er.

Weg war ich aber kurz danach ebenso, denn die Strömung wurde stärker und eine an mir vorüberzischende Typ4 (sehr fesch übrigens, in die hätte ich mich glatt verlieben können) rief mir zu: „Da vorne ist es! Die Haide! Die mythische Haide! Ressurection, Baby!“ Ich war ein wenig entsetzt und dachte: „So schnell schon?“ Denn ich wusste ja nicht, dass unsere Lebensdauer gar so bescheiden ist. Zufällig kam das Priestertrümmerl wieder vorbeigeschwommen und feixte: „Na, machst du dir schon ins Hemd?“ Ich war sauer und schrie zurück: „Ich bin vielleicht Scheiße, aber anscheißen tu ich mich nicht!“

Dann kam das große Glubb. Wir wurden aufgeschwemmt und strandeten in einem Becken, wo das vorher so gemütlich stinkende Wasser plötzlich eng und zwickend wurde. Ich spürte, wie ich mich in meine Bestandteile auflöste – und dann kam ein rotierendes Gestänge, das mich in mehrere Teile zerpflückte. Der Arsch der feschen Typ 4 wirbelte an mir vorbei und rief: „Na, jetzt schauen wir aber schön aus. Aber keine Angst, ist alles Teil des Plans.“ – „Welcher Plan?“, wollte ich noch zurückbrüllen, aber meine Scheißstimme versagte … und ich spürte, wie meine echte, meine wahre Wiedergeburt begann. Ich hörte auf ein Scheißtrümmerl zu sein und wurde Teil des großen Ganzen! Ich wurde Eins mit der unermesslichen Armee des Kots, ich wurde Teil der großen Kacke, ein Humuspadawan, ein Pilger des großen Kreislaufs, ein Stuhlsamen.

Manche Scheißtrümmerl behaupten ja, dass man als Teil des großen Ganzen im Grunde trotzdem tot ist. Mit der Individualität ist es vorbei, einen vernünftigen Gedanken kriegt man auch nicht mehr auf die Reihe. Es bleibt nur noch ein diffuses Wissen darüber, dass man als Klärschlamm weiter existiert, bald danach als Humus auf den Feldern landet und auf diese Weise an der großen Metamorphose teilnimmt … sprich: am Ende wieder zum Nahrungsmittel wird. Darum auch wissen alle Scheißtrümmerl stets, dass sie Scheißtrümmerl sind. Weil sie es vorher schon waren, und davor und wieder davor. Der ewige Kreislauf des Lebens eben. Ein Scheißleben, wenn sie mich fragen.

Jedenfalls. Davon wollte ich ihnen erzählen. Dieses eine Mal nur. Nicht, dass ich glaube, dass ich deswegen ein besseres Scheißtrümmerl als andere wäre, nur weil ich ein beschissener Autor bin … aber ich wollte Euch Kotträger diese Kunde mit auf den Weg geben. Denkt an uns und an den großen Kreislauf des Lebens, wenn ihr das nächste Mal auf die Toilette geht. Denkt daran, dass das, was ihr da unten rauskackt, letztendlich, über kurz oder lang, auch das ist, was vorher oben reingekommen ist.

Eine (anonyme) Kotbrezel

PS An dieser Stelle müssen wir natürlich Josef Hader für die ursprüngliche Idee danken … lange hat’s gedauert, aber man ist ja nicht immer in einer Scheißstimmung …

Insekten abschaffen!

Posted by evakiel on Juli 11th, 2010

Der Sommer wird heiß und regnerisch, wie Carl Michael Belcredi exklusiv der HYDRA verraten hat. Und mit so einem Sommer kommen nicht nur die Tränen, sondern auch die unnötigsten Viecher der Welt: Insekten. HYDRA fordert daher: „Insekten abschaffen“ (endlich eine vernünftige Aufgabe für die Politik) oder zumindest einen „Führerschein für Blutsauger“ (noch eine vernünftige Aufgabe für die Politik).

Aber bis ein entsprechender Gesetzesantrag eingebracht, begutachtet, revidiert, neubeantragt, den Gang durch die Gremien absolviert, eingetütet, neu verpackt und in der nächsten Legislaturperiode wieder unter den Tisch fallen gelassen wurde, vergeht bekanntlich viel Zeit. Darum gibt es hier den großen Hydra-Insektencheck 2010. Welche Tiere euch diesen Sommer nerven! Und was ihr dagegen tun könnt!

all the insectsDie Mücke
Platz 1 unter den chitinummantelten Nervtötern. Die Mücke aus dem Stamm der Arthropoda teilt sich ein in Fenster-, Lid-, Zuck-, Stech- und Etcmücken. Sie kommt gerne in der Dämmerung aus ihrem Gemeindebau und hinterlässt beim Blutsaugen ein Jucksekret auf der menschlichen Haut. Eine Mücke macht bekanntlich noch keinen Sommer, versaut ihn aber doch ziemlich sehr. Gegen Mückenstiche hilft ein flinker Schlag mit der rechten oder linken Hand, Kettenrauchen und ausgiebiges Rülpsen und Furzen. Mitunter helfen auch branchenübliche Frauenparfüms. Mückensprays sind erfahrungsgemäß völlig nutzlos.

Die Gelse
Ist eigentlich auch eine Mücke, aber weil sie so eingebildet ist, hat sie sich einen eigenen umgangssprachlichen Namen zugelegt. Gelsen sind über 100 Millionen Jahre alt, man sollte also keine Scheu haben, sie zu erschlagen, denn diese Viecher leiden alle an Altersdemenz. Wenn man eine Gelse aufbläst (ungefähr auf Menschengröße), erlebt man meist eine große Überraschung, denn plötzlich hat man es mit einem ausgewachsenen Vampir zu tun. Entgegen anderslautenden Meldungen stammen Vampire nämlich von diesen Blutsaugern ab und nicht von Fledermäusen. Ein entsprechender Antrag zur Neuverfilmung sämtlicher Hollywoodfilme über Vampire wurde von Arnold Schwarzenegger bereits eingebracht. Gegen Gelsen hilft am besten radikale Blutarmut.

Die Zikade
Die Zikade ist die Zicke unter den Insekten. Sie sticht nicht, dafür nervt sie, weil sie auf ihrem Rücken einen Schallplattenspieler befestigt hat, der aber ständig hängt (kein Wunder, diese Dinger halten keine Minute still). Durch das Hängen der Schallplatte entsteht ein trommelartiger Ton, der durch Wälder und Fluren scheppert. Auch die Zikaden erschlägt man am besten mit der flachen Hand. Macht aber unangenehme, durchaus eklige Flecken.

Die Politschnake
Ebenfalls ein echter Blutsauger. Beschließt mit Vorliebe einschneidende Blutsparpakete, die vor allem Familien und Mittelschichtszweibeiner den letzten Cent rauben. Geht dann gerne in Sommerpause mit lausigen Ausreden oder verschiebt drastische Maßnahmen auf Nachwahlzeiten. Es wurde noch keine Politschnake gesichtet, die das Wort Vermögenssteuer in den Mund nahm. Lebt und gedeiht im Millionärs- und EntscheiderInnenmilieu, wildert und blutsaugt mit Vorliebe im Rest der Bevölkerung. Abhilfe: Abwählen! (Aber Achtung: Alternativen sind Mangelware!)

Die Fliege
Hat einen pelzigen Körper und einen oder mehrere Stacheln, mit denen sie auf bösartige Weise zusticht. Manche Fliegen sterben danach, man nennt sie dann Bienen, andere werden nach diesem ersten Stich als Hornissen wiedergeboren. Fliegen können so groß wie Adler werden, aber nur in einigen US-Bundestaaten. Dort werden sie dann zu Militärhubschrauben dressiert. Ansonsten gilt die Faustregel: Alles was Flügel hat fliegt, alles was Stacheln hat ist eine Stachelbeere. Unser Tipp: Erschlagen ohne Wenn und Aber.

Die Miezekatze
Beist selten, schnurrt dafür aber ziemlich nervig. Ein felliges Wollknäuel an einem heißen Sommertag, das sich gegen verschwitzte Haut pressen will, ist nicht weniger lästig als mit einer Wollmütze in den Swimmingpool zu springen. Gegen Miezekatzen ist ein Schlag mit der flachen Hand nur die zweitbeste Lösung, an erster Stelle steht ein sanfter, aber nachdrücklicher Tritt. Aber Achtung: Miezis können nur nachts fliegen, tagsüber sind sie zu faul dafür.

Eva “die Mücke” Kiel

Um jetzt schalte!

Posted by evakiel on Juli 2nd, 2010

the zidane 250Liebe Freunde, liebe Römer, liebe Mitbürger,

liebe Spaghettimampfer und Antispaghettimampfer,

liebe Dünnbrettbohrer und Dickblechfräser,

liebe Teutonen, Kommilitonen und Ballafficonados …

es wird Zeit umzuschalten. Und zwar endgültig! Argentinien vs. Deutschland? Wen interessiert das? Das einzige was wirklich zählt, was wirklich Sinn macht, das ist der simple Umstand, dass der Ball rund ist. Überhaupt, der Ball, wie er so rund, so richtig rund und voll ist, so rundherum, so gerundet, so aus weichem Leder, mit feinen Nähten, ein rundum balliges Vergnügen also, dieser Ball in seiner ganzen Rundheit, das ist, was zählt! Nicht ein Ball jedoch genügt, nein, noch besser, noch runder, noch vollendeter sind zwei Bälle. Zwei runde, weiche Bälle in stiller Eintracht, wie sie so wiegen und wogen, in kleinen Körbchen etwa, in Cups meinetwegen, in praller, spitz zulaufender Vollendung, aber auch klein, zierlich und keck, meinetwegen sogar hängend und schlapp und üppig und ausladend, ja, so macht das ledrige Rund wirklich Spaß.

Was kann man nicht alles anfangen mit Bällen, mit zwei vor allem. Man kann sie kneten und drücken, sie knautschen und zwicken, sie befühlen und befummeln gar. Wobei wir natürlich wissen, je runder der Ball, desto verbotener die Zone, desto mehr hat es sich mit dem Befühlen und Betasten. Es bleibt einem armen Wicht nur das Begaffen und aus den Augenwinkeln Bestaunen. Bälle, ja richtig runde volle Bälle sind nichts, um sie zu treten, nichts, um sie zu kneten, nein, sie sind nur da zum Anbeten. Eine Doppelball-WM, das wäre die Vollendung aller Gelüste, alleine das wäre die höchste Wonne, die Rundheit des Runden sozusagen, die Ballheit des Balles.

Ich darf mich einem prominenten Nachspielredner anschließen, dem Trainer der Slowakei namentlich, der nach erfolgtem Achtelfinalaufstieg gegen Spaghettanien meinte: „Das ist nach der Geburt meines Sohnes der schönste Tag in meinem Leben!” Der Sohn und der Fußball, exakt. Ist hier von Weibsvolk die Rede? Nein! Die Frau spielt am kalkumrandeten Grün keine Rolle, der erste Kuss, der erste Fick, die Hochzeit … alles für’n Arsch. Erst der Sohn (der dereinst Fußballer wird) und dann der Viertelfinaleinzug. So tickt der Hängeschwanzbesitzer nun mal. Aber wehe, die We-Äm ist vorbei, dann werden sie wieder raunen von den wahren Bällen, den Doppelbällen, denen sie hinterher zappeln, die sie umdrippeln mit gierigen Blicken, die sie befummeln, begrapschen, begeifern wollen. Aber die rote Karte steckt schon in meiner Brusttasche (wo sonst), denn wer heute nicht mit meinen Bällen spielen will, der soll sich auch in drei Wochen sonst wohin verpissen! Nach Argentinien oder Deutschland!

Herzlichst, Eva Kiel (würde nur für Zinedine schwach werden)

Und hier noch ein kleines Trostliedchen für die Deutsche Elf germans crying 2

Historischer Sieg für G-20!

Posted by evakiel on Juni 28th, 2010

g20 matchToronto – Murphys Law, wonach alles, was schiefgehen kann, auch schiefgehen wird, gilt besonders in der Welt des großen Abzocke. So auch beim G-20-Achtelfinalmatch dieses Wochenende in Toronto, wo das Team der G-20 erneut  gegen die Antigloblalisierungsgegner (AGG) antrat – und selbstverständlich haushoch gewann.

Das Match begann gemächlich, die G-20 waren von ihrem Trainer Geer N. Capitalism hervorragend eingestellt auf die internationalen AGG, die wie üblich vor allem mit individuellem Spiel und reichlich Disziplinlosigkeit punkteten. In der 8. Minuten hob Baroso den Ball gefühlvoll über die Latte: „Soviel zur klaren Tagesordnung der EU“, so Baroso nachher im Interview. Die AGG kamen zu einer Reihe von Chancen, vor allem deswegen, weil rechts außen der schwache Verteidiger Berlusconi regelmäßig patzte. Offenbar richtete der Italiener seine Aufmerksamkeit mehr auf die Kameras am Spielfeldrand denn auf das Spielgeschehen.

Die 17. Minute. Obama verlängerte einen Pass von Van Rompuy, Medwedew übernahm und flankte weiter zu Merkel, die diese Steilvorlage trocken ins Kreuzeck setzte. 1 : 0 für G-20 und die Besteuerung von Finanztransaktionen war damit praktisch vom Tisch.

In dieser Tonart ging es weiter. Nach einem Faul eines Molotowwerfenden Globalisierungsgegner verwandelte Cameron den Freistoß mit viel Glück (er prallte von der Gitarre eines Demonstranten ab) zum 2 : 0. Aus war es damit auch für die Bankenabgabe.

Beim Weg in der Kabine kam es kurz zu einer Rangelei zwischen enttäuschten Demonstranten und Polizeikräften, bei dieser Gelegenheit wurde auch ein kokainabhängiger Typ in Anzug bemerkt, der mehr Ringe als Finger an den Händen trug. Gerüchten zufolge handelte es sich um die Hand Gottes, was selbstverständlich keinerlei Bedeutung in keinerlei Hinsicht hat.

In der zweiten Spielhälfte kam die G-20 ersatzgeschwächt aus den Kabinen. Mittelstürmer Obama war verhindert, er sah sich, wie er unter Tränen zugab, ein wirkliches Fußballmatch im Fernsehen an. Die Tränen galten allerdings dem Ausscheiden der USofA, nicht seiner laschen Einstellung gegenüber dem „spirit of the global financial game“. Trotzdem hatte die G-20 vor allem in Hälfte Zwei ein leichtes Spiel. Die AGG, die erneut keinerlei Unterstützung aus dem bürgerlichen Publikum erhielten (richtig, diese verdammten Vuvuzelas), ging gnadenlos unter. Nun fielen die Tore fast im Minutentakt, meist billige Abstauber übrigens. Erwähnenswert nur das Tor zum 20 : 0 und somit auch Endstand, das Angela Merkel irregulär mit ihrem Stinkefinger erzielte.

Das Resultat des Spiels also: Ein Schuldenabbau aller Staaten wurde beschlossen, selbstverständlich auf dem Rücken der Bevölkerung, die in den nächsten Jahren weiter finanziell ausgeblutet wird. Banken, Spekulanten und Vermögende gehen weiterhin leer an Belastungen aus und können darum erneut durch finanzkräftiges Lobbying dafür sorgen, dass auch beim nächsten Aufeinandertreffen beider Mannschaften alles so bleibt, wie es ist.

 Aus Toronto berichtete Sportreporterin Eva Kiel (die den Einstieg in die Geschichte übrigens ungeniert aus dem “Standard” fladderte? Was? Ungerecht? Ist das nach diesem Wochenende noch ein Thema?)

feldsprache

Posted by evakiel on Juni 16th, 2010

ronaldodemel 250Was sich Christiano Ronaldo und Guy Demel wohl am Feld zu sagen haben? Hydra hat nachgeforscht und dir ein kleines Kompendium verbaler Erregung zusammengestellt. Nun weißt du, was du sagen kannst, wenn du nächstes Mal adrenalinschwanger einem anderem Mann an den Busen springst und dir eine Zidane’sche Kopfnuss förmlich schon am Stirnbein liegt.

„Dir zieh ich die Ohrläppchen bis übers Nasenbein!“

„Dir bohr ich ein Loch in den Tränensack!“

„Dir scheiß ich in die Kleinhirngrube!“

„Dir reiß ich die Haare einzeln aus und kleb sie ebenso einzeln wieder auf meinen seit Wochen kahlen Wischmopp, hast Du eine Ahnung, wie es in meiner Junggesellenbude aussieht, du schweißgetränkter Trikotträger du!“

„Dir lös ich die Schuppennaht und verkauf die Einzelteile deiner Schädelknochen bei einem südafrikanischen  Bauernmarkt!“

„Dir stemm ich den Kieferwinkel ab!“

„Dir spuck ich in den Gaumen und schau seelenruhig zu, wie der Glibber deinen Gaumen runtersurft!“

„Dir stemm ich den Ringmuskel ab, ja, du Arsch, denn den hast du auch unter den Lippen, das hättest du jetzt nicht gedacht, was glaubst du wohl, warum ich von Frauen immer nur das Eine will!“

„Dir zermalm ich das Infraorbitalloch (du Sau)!“

„Dir massier ich den Schläfenmuskel mit den schlaffen Titten deiner Mama!“

„Dir zerhacke ich den Mundbodenmuskel und mach mir daraus eine Mundbodenmuskeleierspeise!“

„Dir schlage ich den Faserknorpel aus der Visage!“

„Dir stecke ich den linken Augapfel in den rechten Gehörgang und dann spiele ich Flipper mit deinem hohlen Schädel!“

„Dir wirble ich den Halswirbel auseinander und zwirble mir einen Bart damit!“

„Dir breche ich das Zungenbein ohne daran zu zerbrechen!“

„Dir wetz ich die Hirnsichel und mähe den künstlichen Stadionrasen damit!“

„Dir schlitz ich den Bindehautsack auf (du Sack)!“

„Dir spiele ich einen Tusch auf dem Trommelfell, dass du die Vuvuzelas bis ans Ende der WM nicht mehr hören kannst!“

„Dir trete ich den Schneckennerv gerade!“

„Dir kratz ich die Keilbeinhöhle aus und male dort einen Hornochsen an die Wand!“

„Dir kneif ich in den Zungenbeinschulterblattmuskel, während ich mir dieses Wort genüsslich auf den Lippen zergehen lasse! Zungenbeinschulterblattmuskel!“

„Dir …“

Ihr seht also, es müssen nicht immer Mami und die Schwester eine Schlampe sein, alleine schon der Kopf eines Fußballers ist eine Spielwiese für Schimpffetischisten. PS Foto (c) Reuters

Parademachos und Alltagsluschen

Posted by evakiel on Mai 30th, 2010

mr properDer Hydra-Männerreport 2010
Das Wichtigste vorweg: Die Zeit des patriarchalischen Dominanz ist vorbei. Männer stehen heute endlich auch am Herd oder hinter dem Staubsauger. Allerdings steht trotzdem meist eine Frau zwischen Mann und Herd, vorzugsweise bekleidet mit einer rüschchenverzierten Schürze. Das hat den Vorteil, dass Mann bei Frau hinten herum nicht viel frei machen muss, um seinen Arbeitsanweisungen den richtigen Nachdruck zu verleihen.

„80 Prozent aller Männer haben schon einmal das Wort Staubsauger gehört, und die meisten Männer können das Wort sogar fehlerfrei ausschreiben“, so Studienautorin Polly Duster. Männer sind also definitiv softer geworden. „Nur noch 5 von 10 Männern befürworten „eine gesunde Ohrfeige“ für die Partnerin als angemessenes Züchtigungsmittel“, so Duster. Die Aufzucht von Frauen in schicken Gemeindewohnungskäfigen sei ebenfalls aus der Mode gekommen. „Frauen haben heute mehr Auslauf als früher, sie müssen auch nicht mehr bellen, wenn der Mann nach Hause kommt. Daran wird deutlich, wie sehr sich Männer mittlerweile den Wünschen der Frauen angepasst haben“, so Duster.

Sorge macht der Studienautorin hingegen die Einkommensschere. „Dieses biestige kleine Ding klemmt dauern und reißt beim Schneiden das Papier ein – eine völlige Fehlkonstruktion aus meiner Sicht.“ Duster empfiehlt stattdessen die völlig neu designte Auskommensschere. „Viele Männer finden mit nur drei oder vier Frauen das Auskommen, während Frauen wiederum von einem Mann schon die Schnauze voll haben. Hier klafft ein großes Loch, das nicht einmal der größte Macho zu füllen vermag … na ja, ein Afrikaner vielleicht“, so Duster.

Erhoben wurden in der Studie auch zeitgenössische Männertypen. „Der Parademacho von einst hat ausgedient, ebenso wie der Pomademacho, der Panademacho und der Pastramimacho.“ Auf dem Vormarsch seien hingegen die Alltagsluschen. „Typen, die versuchen Frauen zu verstehen, sogar extra Palmersunterwäsche anprobieren,  um sich in die Rolle einer Frau hineinzuversetzen.“ Duster macht keinen Hehl daraus, was sie von solchen Männern hält. „Mir hat es bislang kein noch so softer Bobo richtig besorgen können, ich brauche Sex, bei dem ich abgrundtief verachtet werde. Aber“, räumt die Studienautorin ein, „es kann natürlich sein, dass nicht alle Frauen so denken wie ich, schließlich habe ich Karriere gemacht. Und das hätte ich wohl kaum können, ohne unzählige Schw … estern im Geiste, oder?“

Dusters Fazit aus dem Männerreport:  „Was sich wirklich geändert hat ist, dass Männer heute versuchen die Frauen zu verstehen – und sie trotzdem unterdrücken. So wissen die Männer heute mehr denn je, was sie uns antun. Mir persönlich ist das aber Essig, ich brauche kein Verständnis durch Männer, ich will harte, erigierte … “ [Hier wurde das Interview aus uns unbekannten Gründen seitens der Studienautorin abgebrochen. Das finden wir sehr bedauerlich. Zum Trost singen wir jetzt alle ein kleines Liedchen im Chor. Eins, zwei, vier: Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo. Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.Tiamo Ti-Aaaamo. Tiamo Ti-Aaaaamo. TiamoTiamoTiamoTiamo Ti-Aaaaamo.]

Wie finde ich die richtige Wohnung?

Posted by evakiel on Mai 27th, 2010

munsterhouse 250Wie finde ich die richtige Wohnung?
Ein ewiger Burner unter den kleinen Detailproblemchen, die das Leben für uns alle bereit hält. Wir raten Euch jetzt nicht a) einfach Geld zu haben oder b) zu einem absoluten Geheimtipp-Immo-Magazin, denn wir sind ja keine Sadisten. Stattdessen haben wir einen Tipp für Euch, der Nerven aus Stahl und stählerne Nerven verlangt. Und beides ist ja durchaus erschwinglich, oder?

Also, küble den ganzen Immobiliensuchedotcommüll. Vergiss Bazar, Immorent, Hausversteigerung, etc.. Du steigst ins Auto oder die Straßenbahn und suchst dir eine schicke Wohnung, genauso wie sie dir gefallen würde. (Ja, kann auch ein Haus sein.) Dann klingelst du und fragst ganz höflich, wer hier jetzt wohnt, wie alt sie oder er ist, ob da eine Familie dran hängt, vielleicht etwa gar ein paar Erben, was man hier so zahlt für diese noble Absteige und wann man gefälligst daran denkt, endlich auszuziehen.

Das war schon eine ganz passable Vorstellung, aber fürs erste reicht das natürlich nicht. Du musst morgen wieder kommen, und übermorgen auch. Aber Achtung, nicht unhöflich werden, das ist der Trick daran. Denn wirst du ungeduldig oder rabiat, hält man dich in Nullkommapenthouse für einen Stalker und könntest behördlich entfernt werden. Aber wenn du ganz unschuldig nachfragst, immer wieder und immer wieder mit ausgesuchter Höflichkeit, dann erzeugst du ganz von selbst einen absolut nervigen Druck, gegen den niemand etwas unternehmen kann.

„Verdammt, ich habe ihnen schon gestern und vorgestern gesagt, dass wir nicht daran denken, auszuziehen.“
„Ja, aber es hätte doch sein können, dass sie ihre Meinung inzwischen ändern.“
„Lassen Sie uns auf der Stelle in Ruhe, sonst rufen wir die Polizei!“
„Sehen Sie, ich frage hier ganz höflich nach, schließlich bin ich nur ein armer Schlucker, sie leben aber in einer feudalen Traumwohnung, und schon drohen Sie mir mit der Polizei, also wirklich, ich glaube, ich komme morgen mit einem Anwalt und einer Handvoll Zeugen.“ Etc.

Noch ein guter Tipp zum Schluss. Ein klein wenig Menschenkenntnis ist vielleicht ganz hilfreich, möglicherweise gibt es Mieter, die weniger Nerven und manche wiederum, die noch stählernere Nerven haben als ihr selbst. Die solltet ihr eher meiden. Aber sonst verspricht dieses Vorgangsweise den direktesten Weg zu einer Wohnung. Fest versprochen!

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