Von der Wirtschaft ausgegrenzt: die FPÖ!

whosafraidPolitiker sein bedeutet in Hauptsache Geld ausgeben und Ausgaben für Flüchtlinge einschränken. Eine Pressestunde mit lauter Zeitungschefs, geschaut & protokolliert von Kerstin Kellermann, während sie auf ihr leeres Börsl schielte.

Vom Begriff des „Ausgrenzens“, das die FPÖ so gerne verwendet, grenzt sich der Kurier-Chefredakteur ab. Dabei wird die FPÖ doch wirklich ausgegrenzt! Von der Wirtschaft! Niemand lässt sie an die wahrhaft großen Töpfe! Chefica werden! Diese lächerlichen kleinen Staats-Budgets …, die sind ja so schnell leer, das zahlt sich gar nicht wirklich aus, dieser Aufwand. Der Presse-Chefredakteur kriegte nach eigenen Angaben „keinen großen hysterischen Anfall“, als er von der Burgenland-Koalition mit der FPÖ hörte. „Es wird eine Koalition der Geldausgeber, die sich nicht um die Finanz kümmern.“ (Tiefes Luftholen). „Als bürgerlicher Standpunkt: Wirtschaft! Wundere mich nur über die FPÖ, die linkspopulistische Positionen vertritt, z. B. Pensionen nicht anrühren!“ Denkt Nowak wirklich, FPÖ-PolitikerInnen wollen nach einem Berufslebens des fröhlichen Geldschöpfens mit weniger Gestaltungsmöglichkeiten in Pension gehen? Pandi von der Krone ist froh, dass die Bank Burgenland nicht dem Burgenland gehört. „Vielleicht macht die SPÖFPÖ-Koalition auch etwas gut – mit dem Geld“, sagt er. Die Standard-Chefin sieht den Staat als Unternehmen an: „Der Kanzler ist beschädigt, weil er sich nicht mehr durchsetzen kann. Es ist wie, wenn ich in einem Konzern etwas vorgebe und die Unteren halten sich nicht dran…“ Zur FPÖ mit oder ohne Geldausgeberei: „Vor der FPÖ muss man sich schon fürchten.“ Die FPÖ Landstraße forderte, dass alle legal lebenden Ausländer in sechs Monaten „weg“ sollen, erzählt Brandstätter, „nur die aus den Kronländern nicht. EU-Austritt wollen die auch. Die FPÖ hat ein Verarmungsprogramm vor!“ Arme FPÖ! Mölzer wurde nicht eingeladen zur Runde der Chefredakteure. Aber mit Wirtschaft hat er nichts am Hut und Geldausgeben tut er auch nicht so viel.

Kleinen Männern Geld geben
„Leute des Landes verweisen und enteignen, das gefällt manchen Leuten“, behauptet die Chefredakteurin des News. Enteignen?! So weit hat noch nicht einmal die FPÖ gedacht, denn mit den kleinen Familienbeihilfen ins Ausland und den Mini-Pensionen, ist nicht viel finanzieller Staat zu machen. Und es wäre doch ein enormer Verwaltungsaufwand, das den Ausländern wieder wegzunehmen, das bissl Geld. Dann geht es um ein mögliches Schwarz-Blau. „Ein Gleichgewicht des Schreckens“, lacht Pandi. „Darf ich etwas Staatstragendes sagen?“, fragt Brandstätter, „Wir diskutieren über Pograpschen, das finde ich ganz schlimm. Über einen Deppen. In dieser wirtschaftspolitischen Lage!“ Ja eh, lieber jemand in die Brieftasche greifen als an den Hintern, stimmt doch wirklich. „Warum wählt Österreich aus Protest rechts?“, fragt Pandi. „Es hätte doch eine Alternative gegeben: die Neos!“ Die Neos, die den Staat als die Reinkarnation neoliberaler Ideen per se ansehen! Eigenwerbung, Selbstoptimierung, AMS-Kurs… Weissenberger mit ernstem Gesicht: „Etliche Gewerkschafter sagen, die FPÖ sei nicht so schlimm. Das Sozialpolitische überschneide sich. Wenn man den Autofahrern, den Pensionisten und den kleinen Männern das Geld, äh recht gibt.“ Nowak: „Wenn man die FPÖ wählt und sich denkt, die kommen nicht in die Regierung, ist das eine billige Form des Protests. Man müsste denen sagen, ihr riskiert wirklich, dass die an die Regierung kommen.“ Er kann auch lustig sein.

Entzauberung der Regionalregierung
Brandstätter: „Alle verteilen wir das Geld: Die SPÖ will die Vermögenssteuer, die FPÖ will noch mehr Geld ausgeben, aber schreit, keine Steuer! Die FPÖ sagt nicht einmal, wie sie die Geldausgeberei finanziert.“ Pandi: „Der FPÖ-Hofer hat neulich gut im Fernsehen diskutiert, der wird nicht in einem halben Jahr das Burgenland bankrott machen.“ Das ist die neue Hoffung an Politiker, Leute: Macht uns bitte nicht so schnell bankrott! Laßt uns bitte vorher noch ein bissl Beachvolleyball genießen. „Zum Stichwort Entzauberung der FPÖ: Das ist die Hoffnung, ich mache den Bock zum Gärtner, um zu zeigen wie der Bock ist.“ Weissenberger schiebt immer mit todernsten Gesicht die härtesten Wuchteln. Nowak: „Das ist eine Regionalregierung, da kann nicht viel passiern…“ Pandi ist sich sicher, dass die EU dem  rotblauen Burgenland keine Sanktionen verhängen wird – das war schon ein wahrhaft  traumatisches Erlebnis, diese Sanktionen damals!

Unternehmensfreie FPÖ
Dann kommt der Höhepunkt: Bundeskanzler Faymann schaute den Medienmachern zu und wird nun interviewt! „Man soll nicht übertreiben“, meint er. „Die Vorschläge der FPÖ sind unbrauchbar und unsere sind nicht gut genug.“ Faymann wird bald in einer FPÖ-Holding sitzen, prophezeit die Journalistin. Holding? „Wie lange können Sie diesen Spagat noch halten?!“ Faymann jovial: „No, sehr lange….! Wenn die ÖVP ständig versucht…. hinter unserem Rücken, die FPÖ! Ich interessiere mich nicht für Strache. Die Hackler in der Steiermark…“ Die Journalistin steigert sich rein: „Was haben Sie falsch gemacht, dass die FPÖ so stark ist?“ Faymann: „Ich will nicht nachdenken über rot-blau. Wir machen nix nach beim Aufhetzen der Leute. Jetzt habe ich mich an den vierten Schwarzen gewöhnt. Jeder hat sein Hobby, nur ich hab’ Verantwortung.“

Ich persönlich, als Frau, die viel mit Handwerkern diskutiert, glaube ja, dass nicht wenige die FPÖ wählen, weil die mit den Unternehmen, die sie effizienz-, arbeitszeits- und geldbörslmäßig quälen, garantiert nichts am Hut hat. Auch wenn die FPÖ das gerne ändern würde! Man braucht sich nur diese unwirtschaftlichen Aussagen der FPÖ-Gesundheitssprecherin anzuhören: Hercules-Militärmaschinen, um Flüchtlinge abzuschieben! Diese Kosten! Die würden doch leer zurück fliegen!

Kerstin Kellermann, exklusiv für Hydra

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