Hydra Jahresrückblick 2014

Es war ein ödes Jahr, das kann man ruhig so sagen. Um euch darüber hinweg zu trösten, gibt es hier drei exklusive Auszüge aus dem Hydra-Bauernfänger-Kalender.

Jänner: Sie kam, sah und ätzte. Larissa Marolt nervte gewaltig im RTL-Dschungelcamp. Das musste natürlich postwendend zu einer glanzvollen Karriere im Free-Brain-TV führen. Wie sagte schon Obelix treffend? „Gebt dem Fernsehen, was des Fernsehens ist.“

kal_februar_2Februar: Burgtheater-Chef Matthias Hartmann verjubelte Unsummen durch Misswirtschaft und Eigenwerbung und wurde damit zum Kulturbuhmann des Jahres. Was alle Welt übersah: Hartmanns Debakel war ein Gesamtkunstwerk, eine Hypo-Nachinszenierung, die sich nicht bloß auf eine Dramatisierung auf der Bühne beschränkte, sondern sich auch noch im Kassabuch niederschlug. Kunst am Puls der Zeit!

März: Das entbehrliche Comeback des Bermuda-Dreiecks: Eine Passagiermaschine der Malaysian Airlines verschwindet mit 239 Passagieren und Crewmitgliedern an Bord spurlos über dem Südchinesischem Meer. Zum Glück gab es auch Dinge, die 2014 (wieder) verschwanden, ohne dass man ihnen eine Träne nachweinen musste, z.B. Markus Lanz, Andreas Mölzer, Hannes Kartnig, diverse Nacktfotos von Hollywood-Stars, die Ice-Bucket-Challenge …

kal_april_2April: Im März beschl0ss ein Teil der ostukrainischen Bevölkerung, heim ins russische Reich zu kehren. Ein Bürgerkrieg auf Kosten der ohnehin in bitterer Armut lebenden Bevölkerung ist die Folge. So soll es nicht sein. Nur wenig später zeigte der Meidlinger Separatistenführer Rudi Raclette mit der Gründung der Freien Volksrepublik Meidling, wie man ein Land sinnvoll spaltet: unblutig, ungentrifiziert, unhipsterisiert.

Mai: Österreich fand zumindest musikalisch endlich wieder eine Anschlussmöglichkeit als triefende Nebenhöhle zu den nächtlichen Atemwegsbeschwerden der deutschen Helene Fischer. HeiFi rules germany! Apropos „Rise like a Fischer“: Seit einem gewissen Tag im Mai sind Witze mit dem Wort „Wurst“ total abgegriffen, obsolet, unangebracht. Dinge gibt’s.

Juni: Der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi rief im Nordwesten des Irak und Osten Syriens ein Kalifat aus. Was darauf folgte war so frei von jeglicher Ironie, dass einem selbst die Laune auf lausige Burkawitze verging. Ganz anders hingegen in Wien. Hier errichtete Polizeipräsident Gerhard Pürstl für einen Tag lang ein Polifat, einen Polizeistaat für 1.700 Beamte und ein halbes Dutzende Autonome.

Juli: Deutschland wurde Weltmeister. Ein internationaler Trauertag, an dem sich viele Menschen verzweifelt ins nächstbeste Sommerloch stürzten. Hierzulande blieb ein kleiner Trost namens David Alaba: endlich ein Österreicher der aussieht, wie Österreicher aussehen sollten …

kal_august_2August: Der ÖVP-Vizekanzler Michael … ah, wie hieß er gleich nochmal … Spindelwurzer, genau, erklärte seinen Rücktritt. Nachfolger wurde der erste intelligente Mensch in der ÖVP seit Erhard Busek. Ein Missverständnis, dessen Folgen noch nicht absehbar sind.

September: Et voila, Ebola. War auch da. Aber die westafrikanische Seuche blieb auf ihrer Seite und Andreas Gabalier auf unserer und so kam es zu keiner Mutation der beiden zur apokalyptischen Super-Plage, die man nur noch mit einem Actionspektakel à la Roland Emmerich oder toxischen Hypo-Assets bekämpfen hätte können. Nochmal Glück gehabt.

Oktober: Der Google-Manager Alan Eustace wagte einen Stratosphärensprung aus 41.419 Metern Höhe und brach damit den Höhenrekord von Felix Baumgartner aus dem Jahr 2012. Was? Noch nie davon gehört? Tja, Eustace hatte keinen Werbevertrag mit einem Chemiegetränkehersteller – und er war auch nicht halb so dämlich wie Baumgartner.

November: Ein Monat, in dem rein gar nichts Nennenswertes auf dem Planeten Erde passierte. Selbst auf irgendeinem durchs Weltall schwirrenden Kometen war mehr los. Dort warf die europäische Raumfähre Rosetta einen Mini-Satelliten ab. Wow. Auf einem Kometen müsste man wohnen.

Immer noch November, aber stellvertretend für den noch öderen Dezember: Kärnten fing an sein verbliebenes Vermögen zu liquidieren und verscherbelte die 300 Jörg Haider DVDs an koreanische Fetisch-Importeure. Die Briten verboten daraufhin im November gewisse grausliche Praktiken in Erotikfilmen, etwa das gegenseitige Beschmieren mit braunen Polit-Ausscheidungen.

Von Bibi und die Binsenweisheit & Curt Cuisine

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