Hydra liest nochmal

lesung450„Genossen! Ihr seid die Avantgarde des zukünftigen demokratischen Reiseführer- und Satiretums!“ Mit diesen Worten hieß – laut vielen historischen Ohrenzeugen – Genosse Lenin die Gründung des Satirekombinats Hydra für gut und dem Kampf des internationalen Proletariats (die sog. „ganz armen Leute“) zuträglich.
Unmittelbar danach erstürmten die Gründerväter der Hydra praktisch im Alleingang das russische Parlament. Allerdings nicht im Oktober 1917, sondern erst im Sommer 1918 vor laufender Kamera. Das dafür jedoch mehrmals (die Einstellung mit Trotzki mußte ohne selbigen wiederholt werden).
Wenige Jahre später marschierte die Hydra in der DDR ein und errichtete die sogenannte Hornbacher Mauer (mit dem Schlachtruf „Yippie-Ay-Ay-Yippie-Yippie-Ay“). Von so vielen Erfolgen berauscht zog sich die Hydra für ein paar Jahre zurück, was dazu führte, dass anstelle eines kommunistischen Paradieses bloß ein lauer „Realsozialismus-Abklatsch“ gesellschaftlich verwirklicht werden konnte.
2007 schließlich, als niemand mehr ohne ein schiefes Grinsen das Wort „Kommunismus“ in den Mund nehmen konnte, fühlte sich die Hydra berufen, erneut eine gewichtige Rolle bei der Eroberung der Weltherrschaft durch blinden Parteigehorsam zu spielen. Die Satire wurde neu erfunden und wird seither in Buchform herausgegeben.
Revolutionäre Auszüge daraus werden am 17. Jänner 2014 vorgelesen. Aufgrund historisch notwendiger Gesetzmäßigkeiten wird diese Lesung objektiv lustig. Pünktlich erscheinen wird vorausgesetzt. Regelmäßiges
und lautstarkes Klatschen ist von oberster Erforderlichkeit. Alles nähere und weitere und sachdienliche hier.

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