Wer hat den längsten Bart?

Der Nationalratswahlkampf 2013 geht in seine heiße Phase! Fast alle Parteien haben ihre Wahlkampfsujets enthüllt. Wir haben uns angeschaut, welche Wahlversprechen den längsten Bart haben.

Die Grünen: Das Damenbärtchen
Megaschlau zieht man sich bei den Grünen aus der Affäre. „Weniger belämmert als die anderen“ heißt es da, ergänzt um das Motto: „Saubere Umwelt, saubere Politik“. Das ist gleichzeitig der stinkige Zeigefinger auf die Fehler der anderen, ergänzt um eine Wischiwaschi-Absichtserklärung. Das reicht nicht einmal zu einem Bart, sondern nur zu einem Damenbärtchen – unausgegoren und halbherzig wie stets bei den Grünen. (Originalfoto © Die Grünen)

Die SPÖ: Das aufgeklebte Leninbärtchen
„Wir kämpfen für Arbeit, Bildung, Wohnen“ heißt es bei der SPÖ. Auf einer zweiten Plakat-Serie steht dann überhaupt nur noch „Wohnungen“ oder „Pensionen“. Das trifft die übliche Schlagwortpolitik der SPÖ schon eher. Von einem „Kämpfen“ ist die SPÖ seit Jahrzehnten so weit entfernt wie Michael Häupls Wampe von einer Fitnessstunde. Darum ist der Bart dieser leeren Versprechung ein bloß aufgeklebtes Leninbärtchen. So kämpferisch wie ein im Abverkauf erstandenes Che-Guevara-T-Shirt. (Originalfoto © SPÖ)

Die ÖVP: Der Kaiserbart
„Gegen die Faymann-Steuern“ schießt sich der ÖVP-Wahlkampf ein. Indirekt wird also auch hier das Blaue vom Himmel versprochen („Entlasten statt Belasten“) während man sich andauernd als Zukunftspartei präsentieren will. Aber den Regierungspartner anfauchen und keine einzige eigene Idee präsentieren, das ist so zeitgemäß wie eine Fiakerfahrt am Stadtrand von Wien. Wie empfehlen den Wiedereinsatz von Frakturschriften für die ÖVP-Kampagnen und ein dazu passendes Kaiserbärtchen. (Originalfoto © APA)

Die FPÖ: Der Fundi-Bart
Auch hier wenig Neues. Nach einer kurzen Anrufung einer gewissen „Nächstenliebe“, klammert sich die Strache-FPÖ wieder an die altbackenen Slogans von der heilsversprechenden Heimaterde („Österreich zuerst“, „EU-Wahnsinn“), während zugleich biestige Sündenbockattacken geritten werden (mindestens drei ranghohe FPÖ-Funktionäre sollen unfreiwillig ejakuliert haben, als die Kronen Zeitung und das Innenministerium das Märchen von der Votivkirchen-Schleppermafia in die Welt gesetzt haben). Wer über Jahre hinweg so beharrlich im Reich der Engstirnigkeit verweilt, verdient einen Fundi-Bart. (Originalfoto © Matthias Cremer / Der Standard)

Stronach: Der Märchenonkel-Bart
Österreich hat einen neuen Märchenonkel, sein Name ist Frank. So wie Frank und frei erfunden. Oder wie falsch frankiert. Denn Frank hätte in Kanada bleiben sollen, wo er schon vor Jahren kläglich mit seiner Dampfplauderpolitik gescheitert ist. Zu Recht. Wir verleihen Frank den Märchenonkel-Bart (frei nach Steven Spielberg, nur wesentlich weniger unterhaltsam). (Originalfoto © SN/APA Hans Klaus Techt)

BZÖ: Der Weihnachtsmannbart
„Zurück zur guten alten Bodenständigkeit“, dachte sich Josef Bucher vermutlich und versprach zum Wahlkampfauftakt einfach das Naheliegendste: Niedrigere Steuern. „Hohoho“, möchte man da wie Santa Claus rufen. Der Weihnachtsmann hat endlich einen Nachnamen, er lautet Bucher. Wer BZÖ wählt, kann sich schon mal zum Kamin stellen und auf den versprochenen Geldsegen warten. (Originalfoto © Prosperia Salzburg*)

Die Piraten: Der Drei-Tages-Bart (von Ed Snowden)
Die Piraten hätten wohl gerne ein verwegenes Bärtchen wie Cpt. Jack Sparrow, aber vermutlich reicht es nicht weiter als zu Edward Snowdens milchgesichtigem Drei-Tages-Bart (mit dem man ja unfassbarer Weise auch wirbt). Dieser Bart passt leider perfekt zu dieser österreichischen Eintagsfliegenpartei. Hiesige Wettbüros nehmen nur noch Wetten darauf an, ob man die Piraten einen Tag oder drei Tage nach der Wahl völlig vergessen hat. (Originalfoto © The Guardian)

Anmerkung: Das Foto von Josef Bucher wurde ohne Copyright-Angaben auf der Website von Prosperia Salzburg veröffentlicht.

 

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