Wir werden einen Staat dazu stellen …

Meine lieben Israelis und meine lieben Palästinenser,

das geht wirklich nicht und ich finde das unmöglich, dass ihr zwei traumatisierten Völker bzw. eure herrschenden Mächte euch weiterhin so mit Bomben und Trompeten, Langstreckenwaffen und Pauken aneinander abarbeitet – Ende nie! So viele Tote schon wieder! Für was?! Es muss doch jedem klar sein, dass diese existenziellen Verletzungen, Erniedrigungen und Demütigungen, diese ständigen Kämpfe auf Leben und Tod und vor allem die Millionen Opfer des europäischen Holocaust, Folgen auf die nachfolgenden Generationen haben – also die Verhaltensweisen der Kindeskinder. Beziehungsweise, dass andere Gruppen diese Schwachstellen und Schäden für sich ausnutzen.

Es muss doch mittlerweile auch jedem klar sein, dass es nicht leicht ist, mitten zwischen lauter arabischen Staaten auf einem Mini-Gebiet so groß wie Niederösterreich (und statt einem Landeshauptmann Pröll mit einem karrierebewußten russischen Migranten als Staatsoberhaupt!) den Betrieb eines Staates aufrechtzuerhalten, in dem die Orangenbäume  blühen und der Eingang zur Hölle sich befindet, und dass es noch mühsamer ist, auf einem wirklich winzigem Gebiet wie dem Gaza-Streifen oder dem Westjordanland mit wenig Wasser und Strom in einer Art Hartholz-Gestrüpp-Steppengebiet zu überleben, vor allem jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem in vielen Ländern Regierungen gestürzt wurden und sich die Machtverhältnisse ständig verändern.

Glaubt mir, meine lieben Israelis und Palästinenser, wir Österreicher kennen uns aus, was der Zusammenhang zwischen Individualpsychologie und den Schäden von ganzen Generationen bedeutet. Wenn der Großvater zum Beispiel als Jugendlicher im Ersten Weltkrieg kämpfen musste (Adolf Hitler bezeichnete seine Erlebnisse auf Leben und Tod im Ersten Weltkrieg als seine schlimmsten aber gefühlsintensivsten Momente, die er wiederholen wollte!), und wenn  der Vater im Zweiten Weltkrieg als Kleinkind alleine auf der Flucht war – wir Österreicher wissen genau, was Kriegs-Traumata über Generationen hinweg auslösen können. Sogar heute noch versuchen unsere werten FPÖ-ler, aber nicht nur sie, damit klar zu kommen, dass ihre Eltern einer verhängnisvollen Ideologie verfielen – um es einmal höflich auszudrücken.

Exportierter Antisemitismus

Liebe Palästinenser, Israelis und die euch zugehörigen Machthaber: Hört bitte auf, euch wie gequälte und quälende Kinder zu benehmen, die aus Neid und Eifersucht, Verzweiflung und Verfolgungswahn, wie in einem klassischen Familien-Gewalt-Trauma den Hass lieber auf die Geschwister richten, und die wahren Täter und Mittäterinnen außer Acht lassen. Denn ihr steht gerade ziemlich alleine in der Region und euer militärischer Konflikt ist der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich seltsamerweise alle einigen können. Wollt ihr der Faustpfand für die Interessen anderer sein? Ihr seid es, die unter die Räder kommen.

Und noch ein wichtiger Punkt aus der Vergangenheit, aus meinem christlichen Wissen und Gewissen heraus: Hätten damals die anderen Länder mehr von den vor dem Holocaust flüchtenden Juden aufgenommen, England z.B. nicht nur vorwiegend Dienstmädchen und Kinder, hätten sich auf der Konferenz von Evian nicht alle Länder von den armen jüdischen Menschen abgewandt („Wir wollen mit den Juden nicht den Antisemitismus importieren“, sagten einige Staatschefs), hätte es nicht diesen Engpaß an Land im Gelobten Land geben müssen! In Wirklichkeit wollten damals gar nicht alle jüdischen Flüchtlinge aus Österreich nach Palästina, sondern durchaus auch in andere Länder, was jedoch unsere Väter-Generationen durch die Wegnahme des Vermögens dieser Menschen bis 1943 zu verhindern wußten, bevor sie noch Schwerwiegerendes taten, worauf ich aber im Moment nicht eingehen möchte.

Österreichische Traktorenkette

Wir als Europäer sind uns also unseres Beitrages zur Entstehung dieser äußerst schwierigen und beinahe unlösbaren Situation wohl bewußt. Daher wird Österreich sich bemühen, zumindest so lange andere, näher liegende Länder nicht bereit sind, euch außer  Flüchtlingslagern richtiges, echtes Land beizusteuern, palästinensische Familien mit Hilfe von EU-Förderungen auf unseren Bergbauernhöfen anzusiedeln – selbst wenn Österreich auch nicht so groß ist und nicht so viel Land besitzt, das im übrigen von unseren Großbauern benötigt wird, um EU-Überschüsse zu produzieren. Wir werden ein Resettlement-Programm starten! Und Israel darf sich auch ein paar Schollen Erde von uns wünschen, die verlassene Seebühne am Wörthersee wäre z. B. noch zu haben, bzw. könnte man eventuell in einer Art Austauschprogram die migrantischen Kleinunternehmer der Copa Kagrana an den Strand von Tel Aviv exportieren. Wir haben ja sogar die Donau Insel errichtet! Was spricht also gegen ein Insel-Aufbau unter europäischer Federführung? Unser saudiarabischen Freunde, die meine Wenigkeit eventuell zu finanziellen Zuschüssen animieren kann, bauen ja auch ständig Inseln im Meer.

Auf diese Weise werden wir, wie ich in der Nachrichtensendung „Zeit im Bild 2“ bemerkte, um „der Wahrheit die Ehre zu geben“, eine „klare Haltung“ einzunehmen und ein „klares Signal zu senden“ und da „wir immer für eine Zweistaatenlösung“ waren, einen „neuen Staat dazustellen“. Ich bin bereits in Verhandlung mit berühmten burgenländischen Pfahlbau-Architekten, Brückenbau-Ingenieuren und meinen Bauern, die in einer Traktoren-Kette – gesponsert von Steyr Daimler Puch – echte österreichische Erde nach Palästina exportieren werden, um Land aufzuschütten. Schwarze Schollen aus Österreich, exzellente Qualität made in Austria. „Ich bin Realist“ und da „sich jetzt viele Länder aus der Deckung wagen“, „glaube ich, das ist der richtige Weg in Richtung Frieden zu kommen.“

Applaus.

Von Kerstin Kellermann

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