Dieses Buch lässt euch lachen …

Also sprachen die Damen von www.stadtbekannt.at:
„HYDRA ist zurück. Und zwar mit einem neuen Buch, das garantiert jeden in Rage bringt und und alle zu einem Wutbürger machen (kann/will). Es wird garantiert, dass das Buch so zornig macht, dass man es am liebsten in die nächste Ecke werfen möchte. Das Satireprojekt HYDRA hat den Smithschen Aufruf zur Wohnzimmerkreativität auf die Schaufel genommen und daraus ein Aktivierungsbuch für Hipster, Bobos, Weltverbesserer und Gentrifizierer gemacht. Wer heute noch immer keinen revolutionären Funken in sich spürt, der hat spätestens nach der Lektüre dieses Buches den Zorn der Gerechten gefunden – oder zumindest einen ironischeren Umgang mit falscher Betroffenheit gefunden.“

Wir sagen: Großartige Ankündigung, zu finden hier inklusive Gewinnspiel!

Also sprach der Haubentaucher:
„Ganz ehrlich: das ist das witzigste Buch, das wir seit längerem in Händen hielten. Angeblich gedacht für Mut- und Wut-Bürger und -innen, in Wahrheit aber feinste hinterfotzige Satire. Aggressionen gegen den Chef? Das Gefühl, immer und überall zu kurz zu kommen? Dann muss dieses Buch her. Mit erstklassiger Ironie wird nicht nur die Ungerechtigkeit auf der Welt demaskiert, sondern auch die ewige Jammerei hierzulande. Lakonisch. Voller schwarzweiß-Witze. Mit Kreuzwuträtsel als Top-Extra. Und das ganze gibt es bereits um EUR 9,90.“

Wir sagen: Danke, danke, danke! Zu lesen hier, ebenfalls mit kleinem Gewinnspiel.

Also sprach das Literaturgeflüster:
“Dieses Buch macht dich fertig!”, steht auf dem schwarzen Umschlag, wie ein Schulbuch schaut das aus.
Auf der Seite darauf steht dann “Ein Tatenbuch für angehende Wutbürgerinnen von Hydra, deinem stinkestiefeligen Satiredings” und erst wann auf Seite hundertvierundsechzig blättert bekommt man heraus, daß auch dieses Buch, genau wie “Sex mit 45″ vom Chefkalligraph Curt Cuisine herausgegeben wurde und die “großartigen Talente von Stefan Gruber, Peter Rathmann, Stefan Rathmanner, Andreas Riegler, Thomas Schandl, Binu Stanegg, Bartlomej Szatkowski und Maximilian Zirkowitsch versammelt.
Neugierig geworden? Ich bin es, bin ich ja eine, die meinen Klienten auch einmal empfiehlt in den Keller zu gehen und und mit einem Ball auf eine Wand einzuschlagenoder um das Haus zu rennen, bzw die Wutgefühle aufzuschreiben und den Zette zu verbrennen, aufzulösen etc.
Ein solches Buch ist das Hyda Buch für Wutbürgerinnen und es enthält Ratschläge für sämtliche Gelegenheiten von denen ich einige sehr brauchbar finde, mit anderen wieder nichts anfangen kann, bzw. sie schlicht und einfach nicht verstanden habe.
Ebenso geht es mir mit der Sprache, da sind österreichische Ausdrücke dabei, anderes klingt wieder sehr bundesdeutsch, wird wohl an den Verfassern liegen. Manches ist für die politische Wut gedacht, den Weltschmerz, der Ungerechtigkeit dieses Lebens, anderes denke ich wieder, könnte man sehr gut in den verhaltenstherapeutisches Alltag einbauen und sehr heilsam ist es allemal das Buch durchzublätten und die Übungen zu machen oder darüber zu lächeln, also ein Blick hinein:
“Dieses Buch gehört:” beginnts auf Seite drei, dann steht “Schreib hier den Namen deines Chefs, streich ihn durch, spuk ihn an, verreib die Spuke und jetzt legst du das Buch auf den Schreibtisch deines Chefs”, aha, interessant, ist vielleicht für die Supervision zu gebrauchen oder als Ratschlag für den Ehemann, der auch manchmal über den Chef schimpft.
Dann gehts los mit den üblichen Ungerechtigkeiten. Auf die eine Seite soll man sein Jahresgehalt schreiben, auf der anderen stehen dann die von Andreas Treichl, Wolfgang Ruttensdorfer etc und schon kann, soll die Wut beginnen.
Nun ja, nun gut, nicht wirklich neu und unbekannt und schon daran gewöhnt, man kann ja nicht über alles wütend werden, sonst bekommt man Gastristis und das ist auch nicht gut. Es geht dann gleich weiter “Nenne fünf Menschen, die wesentlich komfortabler und trotzdem günstiger wohnen als du”, etc.
Es gibt “Das lustige Karrierespiel”, “Geldgolf”, wo man einen Geldschein zerknüllen und ihn in einen Tunnel treten soll, das Bastel oder Selbsterfahrungsbauch also, das man aus den Seminaren kennt.
“Schlafe mit einem Politiker, Vorstandsdirektor, Chef einer Werbeagentur” – “Schreib hier über diese Erfahrung. U. s. w. u. s. f.
Ein richtiges Übungsbuch mit viel Platz zum Eintragen, Spiele, Rätsel und das ganze auf hundertachtundsechzig Seiten. Zeichnungen dazu. Manches ist ein wenig derb und einheitliche Linie, Kunststück bei so vielen Autoren, scheint es auch nicht keine zu geben.
Trotzdem scheint mir die Idee gelungen und es ist, denke ich, ein Stück Selbsterfahrung sich durch dieses Buch zu lesen, blättern und zu schreiben, die einen zumindestens ein bißchen nachdenklich machen kann.
Ja, das Leben ist ungerecht, wie wir wissen. So könnte ich wahrscheinlich auch locker fünf oder mehr Autoren aufzählen, die nicht besser schreiben als ich, aber mehr Erfolg damit haben und auch ein paar putzige Tierchen könnte ich aufzeichnen, die ich schon gegessen habe, bin ich ja keine Vegetarierin, was man jetzt vielleicht sollte.
Heilsam also, dieses Buch durchzublättern und amusant, so daß es fast die Therapeutin mehr als die Literatin anspricht und man wird wahrscheinlich ruhiger, wenn man sich durchgearbeitet hat und kann lachen, was ja auch ein Abwehrmechanismus ist.
Manches war nicht ganz gendergerecht, Kunststück da von männlichen Autoren erdacht und die Maske von Anders Breivik würde ich mir nicht umbinden und damit auch nicht zu einer Party von Prince Harry gehen, aber dort bin ich ohnehin nicht eingeladen.
Die Idee das Buch in einen Supermarkt mitzunehmen und Seite hundertdreißig aufzuschlagen, wenn man eine zweite Kassa geöffnet haben will, ist dagegen ganz brauchbar, man kann das aber natürlich auch durch den Supermarkt rufen und braucht sich nicht mit dem Buch beschweren, das es übrigens, wie man auf der Rückseite sehen kann, auch als VHS-Video gibt.

Wir sagen: Danke für die wunderbare Nacherzählung, die es übrigens hier im Original gibt.

Also sprach Fräulein Van Lure:
Wer oder was ist HYDRA? Das habe ich mich gefragt, als ich auf dem Bucheinband nach einem Autorennamen gesucht habe. Ein Künstlername? Ein X-köpfiges Wesen der griechischen Mythologie?
Knapp daneben.

Hydra ist ein politisch unabhängiger Kulturverein, dessen Mitglieder ehrenamtlich arbeiten und sich für die ‘Förderung von Humor, Ironie und Satire’ einsetzen. Folglich kann man auch nicht genau sagen wer nun der Autor im klassischen Sinne ist und muß deshalb auf den Begriff „Herausgeber“ ausweichen. Herausgeber sind also HYDRA und dessen Mitglied Curt Cuisine, ebenfalls die erste Anlaufstelle für Beschwerden und Kommunikation rund um das lt. Eigener Aussage ‚endgute‘ Satiremagazin.

Zum Inhalt
Kein Roman, kein Selbsthilferatgeber, kein Comic. Dieses ‘Werk’ bricht die Regeln was man unter einem Buch im klassischen Sinne versteht. Sein Ziel ist es, wie der Titel schon sagt, dich fertig zu machen, dich wütend zu machen! Richtig, richtig wütend! Und das erreicht man am Besten indem man den geneigten Leser bzw. Betrachter zum Mitmachen zwingt.

Man wird aufgefordert sein Jahreseinkommen mit namentlich genannten Besserverdienern zu vergleichen, seinen Frust einer leeren Seite entgegenzubrüllen und auf den Namen seines Chefs zu spucken. Ganz andere Denkanstöße geben Aufgaben wie eine Seite mit Wurst einzureiben und sie nach Äthiopien zu schicken, sich Ausreden zu merken NICHT zu Spenden (Was haben die Kindersoldaten je für mich getan?), oder mit einer ausgeschnittenen Anders Breivik-Maske die nächste Party von Prinz Harry zu besuchen (wir erinnern uns an den Nazi-Eklat von 2005),

Neugierig geworden?
Richtig schwierig werden Aufgaben wie mit einem Politiker zu schlafen um seine Erfahrungen niederzuschreiben (wer will das schon?) oder sich die Pulsadern an einer Buchseite aufzuschneiden. Das überlasse ich dann doch lieber den Die-Hard Fans;)

Meine Meinung
Als Blogger darf meine Beschreibung auch mal ganz unprofessionell ausfallen. Darum sage ich dazu, genau das, was mir als erstes beim flüchtigen Durchblätttern schon über die Lippen gekommen ist:  ‘ist das geil’.

Und später, bewaffnet mit einem Stift, um mich gegen das Buch wehren zu können, hat sich dieser Eindruck auch nicht geändert. Zuerst musste ich mich etwas überwinden die Seiten auch wirklich vollzukritzeln. Schließlich sind wir nicht mehr in der Schule… Aber auch wenn einem dieses Werk Ungerechtigkeiten vor Augen führt und vor teilweise unmögliche Aufgaben stellt, hat es mir viel Spaß gemacht es auszufüllen. Zumindest was davon in meiner Macht stand. Es rang mir mit seinem teilweise bitterbösen Humor auf jeder einzelnen Seite zwischen einem lauten Lacher, einem kleinen Schmunzeln bis hin zu einem ungläubigen Schnauben ab. Dafür gibts volle *****(5/5) Sternen in meiner Van Lure Wertung;) Für Leute die (schwarzen) Humor haben absolut empfehlenswert!

Wir sagen: Geile Review! Nachzulesen hier bitte.

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