Hitler’s Tagebücher nochmals entdeckt!

 2. Juni, 1941

Toller Tag! War Katzen-Schießen mit Göring. Ich mag ihn nicht. Ich gab ihm die Stelle bloß, weil er so lustig grunzt beim Essen. Da hab ich ihn gern dabei! Nach dem Katzen-Schießen lud ich ihn zum Spaß noch zum Diner ein. Es gab Boeff Stroganoff für uns und Schmalzbrot mit Mist für Rommel, das wir ihm als „une petite surprise avec beaucoup de Mist“ vorsetzten. Er hatte seit Geburt an keinen Geschmackssinn, was sehr zu unserer Belustigung beiträgt. Wir saßen in der Runde, Goebbels, Göring, Himmler und der ganze Verein halt und sahen dem Trottel zu, wie er ein halbes Kilo Mist in sich hineinschaufelte.

Grunzend bestellte er die Nachspeise: „Bringen Sie mir doch bitte noch etwas von dem Schweineschnauzen-Eintopf mit Fleischallerlei!“ (Ich will gar nicht ansatzweise erwähnen was wirklich hinter dem sogenannten „Schweineschnauzen-Eintopf“ steckt. Disgusting! – würde der verhasste Engländer sagen. Und damit hätte er verdammt Recht!) Und er fügte in einem Sing-Sang hinzu: „Und geizen Sie nicht mit den Pferdehoden, gnädige Frau!“ und an mich gewandt: „Einen vorzüglichen Hintern hat das Weib, nicht wahr!“

Ich konnt’s nicht glauben. „Das ist meine Frau, Sie hirnverbranntes Mistvieh!“ schrie ich ihn an. Mit Göring bin ich per Sie. Die einzigen zwei Menschen, die mich duzen dürfen sind Eva Braun und Goebbels. Eva, weil Sie mein Weib ist und Goebbels, weil er zu blöd ist. Tagebuch, du weißt wie schwer es ist, einem Kind das Siezen beizubringen. Dreimal schwerer ist es bei Goebbels. Mein Tagebuch, es deucht mir, ich bin von Schwachsinnigen umgeben.

„Entschuldigen Sie, mein Obernazi. Das konnte ich nicht ahnen.“ Er mampfte zur Ablenkung in sich hinein wie eine krasse Mistsau beim letzten Abendmahl.

„Ich halt’s nicht aus, der grunzt wie ein Schwein“ sagte ich laut und die Runde brüllte vor lachen. Görings Gesicht lief Rot an und er fraß noch schneller in sich hinein. Das macht er immer, wenn er sich schämt. In dem Moment war ich glücklich, dass ich ihn hatte. Gibt’s nicht! Grunzt wie ’ne Mistsau, der Göring.

3. September, 1942

Heute war ich im Theater. Öde Vorstellung, das Stück hieß „Drei Nazis in Südafrika“.  Die übliche Nazi-Hau-Drauf-Action halt. Um was es ging, na ja, blöde Frage, drei Nazis mischten wieder mal die Neger auf. Seit ich die absolute Gleichschaltung aller Medien und Unterhaltung befohlen habe, ist das Programm relativ eintönig. „Zwei Nazis außer Rand und Band“, „Vier Fäuste für ein Heil Hitler“, „Zwei Himmler-Hunde auf dem Weg zur Hölle“ und so Zeugs halt.

Vor meiner Zeit als Obernazi (wie mich nur meine engsten Freunde nennen, nicht Führer wie das gemeine Volk) war ich ja bekanntlich Kabarettist. Mein Programm bestand aus heiteren Tanzeinlagen und Hetzparolen gegen die Kommunisten. Mein Manager sagte mir immer, ich solle mich auf die Hetzparolen beschränken, da ich beim Tanzen wie ein „vertrottelter Dummarsch aussehe“. Das tat ich dann auch.

Meine Spezialität war es aber, das Publikum zu beschimpfen. Mein Eröffnungssatz war immer: „Guten Abend, ihr angepissten Saufnasen, willkommen bei meinem Programm politischen Spasses und produktiven Frohlockens zum Zwecke allgemeiner Leistungssteigerung, Sauerkraut, strunz und die strunz, schrmmpf schst drumm, rotzdidotz, abereidschibummbeidschibummbumm. Bei diesem Zeitpunkt flogen meist die ersten Stühle – oder Kleinkinder, was das Deutsche Volk halt so zur Hand hatte. Ich beschränkte mich also darauf, nur einzelne Personen oder Minderheiten zu beschimpfen: Dicke, Frauen, dicke Frauen oder Juden halt. Kam drauf an, wer so in der ersten Reihe saß. Da hatte ich so einige Brüller. Zum Beispiel brüllte ich einmal: „Du dicke Juden-Frau! Hast wohl zu viel  Shalomi gegessen, was.“

„Verpiss dich, du Karnickel!“ Schrie sie zurück und warf mir ihren Erstgeborenen an die Stirn. Zackprack, das haute mich von den Socken. In dem Moment wusste ich, ich würde einmal ein großer Redner werden.

 [Hitlers Tagebücher, Teil 2, wurden uns zugeschanzt von Michael Bichler, 1000jährigen Dank dafür.
Die Fotostrecke „Der alte Mann und das Meer“ stammt aus dem längst eingestellten Satiremagazin „Pardon“ … denn welcher Tag ist heute?]

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