BINGO: Episode 69!

EPISODE: 69!

„Mutter?!“ – „Ja genau, mein Schatz, ich bin kurz vor Hütteldorf! Überraschung sozusagen!“  Lotte verdreht die Augen und erwidert mit leicht genervter Stimme: „Ach, wie ich deine Überraschungen liebe!“ – „Ich freu’ mich auch sehr, dich zu sehn“, ertönt es von der anderen Seite der Telefonlinie.

Lottes Mutter Lisa war seit dem Tod ihres Mann Herbert – Gott hab’ ihn selig! – wie ausgewechselt. Es schien, als hätten die Jahre, in denen sie ihren krebskranken Mann pflegte, die Augen für die Kurzlebigkeit der menschlichen Existenz geöffnet. Sie fing an, weit weit weg auf Urlaub zu fliegen – mit Herbert wäre das ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Sie trat einer EDV-Schulung für Pensionisten bei und hatte sich sogar einen Twitteraccount angelegt. Und sie liebte es, Lotte mit kurzfristig angekündigten Besuchen zu „überraschen“.

„Dingdong“ tönt es von der Tür, während Lotte mit einer Hand im Waschbecken steckt, um eine Verstopfung zu entfernen, und mit der anderen Hand noch eine minimale Staubschicht, die kein Jugendlicher der Welt als solche erkennen würde, wegzuwischen. „Ich komme schon, Mutti!“ – „Mei, du Liebe, ich hab dich schon so vermisst, ich musste dich einfach sehen, außerdem hab’ ich auch was vor in Wien, aber hilf mir erst einmal meinen Mantel auszuziehen … setzen wir uns doch ins Wohnzimmer.“

Bevor Lisa verrät, weswegen sie eigentlich gekommen ist, muss sie noch die wichtigsten Infos aus der Ortschaft loswerden. Siggi, der Bürgermeister, war vom Landeshauptmann geehrt worden, und Tante Gitti soll in der Kirche einen Schwächeanfall bekommen haben, der die gesamte Pfarrgemeinde erschüttert hat. „Sogar ein Krankenwagen war da, aber der polnische Pfarrer hat nur ‚Keine Sorgen, keine Sorgen’ gerufen und Tante Gitti zu zwei Runden Rosenkranzbetten eingeteilt!“ Lottes Augen rollen leicht gelangweilt nach oben.

„Aber jetzt, meine Kleine, möchte ich dir verraten, wieso ich nach Wien gekommen bin: Ich habe angefangen, Bingo zu spielen.“ – „Bingo!?“ Lotte lacht: „Mama, das ist doch nur was für Leute, die auch gar nichts mit ihrem Leben anzufangen wissen“ – „Na, na, sei nicht so voreingenommen mein Kind. Ich bin zwar alt, aber ich weiß noch immer was Spaß macht und wo man sich amüsieren kann. Du kommst heute mit, bitte schön.“ – „Na gut, Mutti, ich hab ja eh nichts vor. Und vielleicht wird es ja auch lustig, aber ich sag dir gleich, ich hab’ keine Ahnung, wie man das spielt.“ Lisa lächelt gönnerhaft. „Kleines, das ist gar kein Problem. Die werden dir vor Ort schon alles beibringen!“

Kurz vor acht machen sich beide auf den Weg ins Café „Latte“. Bei ihrer Ankunft hat sich schon ein Grüppchen von gut 30 Personen versammelt, die auf sieben Stehtische verteilt munteren Smalltalk führen. Um Punkt neun Uhr klimpert ein Mann um die 40 an seinem Glas und heißt die Gäste willkommen. „Ich bin der Hans … für alle, die mich noch nicht kennen!“ – „Hallo Hans!“, kommt es erwartungsfroh von den Stehtischen. „Und ich grüße euch alle recht herzlich. Ich hoffe, es haben sich schon die einen oder anderen Pärchen gebildet. Wenn noch jemand frei sein sollte, bitte ich die Hand zu heben.“ Da Lisa heftig in eine Konversation über Zahnhaftcreme mit einem Lotte unbekannten Mann steht, hebt sie die Hand und blitzartig kommt schon der 24jährige Thomas, ein Student, wie sie später erfährt, zu ihr und bietet seine Dienste an.

Erst jetzt bemerkt Lotte, dass eigentlich keine Stühle vorhanden sind, bloß Gymnastikmatten an der Seite. Fragend blickt sie zu ihrer Mutter, doch die erwidert ihre Frage nur mit einem nickenden Blick und lächelt.

„So, Leute, lasst es uns angehen!“ Während Hans diese Worte spricht, lässt er seine Hosen fallen. Lotte bemerkt, dass er damit nicht alleine ist. Alle Gäste lassen ihre Hüllen fallen. Bange fragt sie Thomas: „Was soll das?“ Der antwortet kurz: „Du hast keine Ahnung, oder? Zieh dich einfach aus und ich erklär’ dir alles!“ Zögernd willigt Lotte ein.

Hans beginnt aus einer schwarzen Kiste Bingokugeln zu ziehen. „Nummer 69“, verkündet er. Ein allgemeines Gelächter geht durch den Raum. Lotte schaut sich verwundert um. Alle Pärchen nehmen die Position „69“ ein und geben sich dem Geschlechtsakt hin. „Bist du bereit?“, fragt Thomas vorsichtig, Lotte erwidert: „Hehe, klar, aber ich liege oben!“

Nach 15 und etlichen „Ohhs!“ und „Ahhhs!“ ruft Hans „47“. Lotte verwundert: „Wie geht denn die?“ Thomas antwortet: „Kneel and conquer, baby! Knie dich einfach hin!“ Er hingegen kniet nur mit dem linken Bein, das rechte hat er angewinkelt. So umschlingt er Lottes Oberschenkel und fährt mit seinem erigierten Penis ihn ihre Scheide. „Ohhhhh!“ Lotte schließt die Augen und lässt sich treiben. Das von überall kommende, andauernde Stöhnen treibt sie in ungeahnte Höhen.

Es folgen noch Zahlenkonstrukte wie „53“ oder auch „Lazy lie-in“, bei der Lotte vor Sinnlichkeit fast zu quicken beginnt , die „39“ alias „Lover’s Limbo“, bei der Hans für alle, die es für nötig empfinden, eine Runde Viagra ausgibt . Oder die „13“, auch bekannt als „Tongue twister“, bei der Thomas sie an Stellen berührt, die vorher noch nie ein Mann zu berühren in der Lage war. Schließlich die „35“ aka „the love bullet“, bei der Thomas Lotte den letzten Schuss seines Liebessaftes hinein schießt.

Nach gut zwei Stunden Herumgerammle ist der gesamte Raum in Liebesschweiß getränkt und eine für Lotte unbekannte Wärme, die durch die unzähligen Partnersexakte entstanden ist, breitet sich aus. Thomas flüstert Lotte Ins Ohr: „Gruppensexorgien sind doch echt das Geilste wo gibt!“ Lotte erwidert: „Bingo, Kleiner!“

[Bartlomiej Szatkowski]

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