Am Oktoberfest – Ein Biergedicht

Maß eins, Maß zwo – sind schnell bestellt!
Ich sitz am Tisch und zähl mein Geld.
Da fällt aus Ungeschicklichkeit
die Börs’ in Hopfenflüssigkeit.

Maß drei, Maß vier – folgen im Nu!
Wie’s Börslein trocknet, jammert’s mir zu:
„Neun Euro!!! So teuer wie in diesem Jahr
war es noch niemals, wirklich wahr!“

Maß fünf, Maß sechs – sind schon geordert!
Von der Börs’ ich jetzt gefordert:
„Sauf lieber Bier, anstatt zu klagen!“
Das lässt sie sich nicht zweimal sagen.

Maß sieben, Maß acht – folgen am Fuß!
Die Börs’ im Bier schwimmt mit Genuß
und lallt besoffen wie ein Schwein:
„S’Leben kann so schön *hicks* sein!“

Maß neun, Maß zehn – sind schon gezapft!
Das Leder naß, die Geldbörs’ stapft
am Tisch nun ihren Torkelgang
stimmt an den dümmsten Biergesang!

Maß elf, Maß zwölf – sind abbestellt!!!!
Die Börs’ pöbelt herum im Zelt
und starrt der Schankkraft auf den Busen!!
Um sie danach wild abzuschmusen.

Maß dreizehn, vierzehn – aus die Maus!
Hals über Kopf flücht ich nachhaus
und schwöre dort mir insgeheim:
„Wennst wieder säufst: laß Geld daheim!“

 

[Sebastian Klug]

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