Weh mir! Ein Klagesonett zum Börsenkollaps.


Das grenzenlose Unglück – Ein Klagegedicht bzw. Klagesonett in Reinform (und Reimform)

Oh ihr Kurse! Ihr dümmsten Schweine ohne gleichen!
Wie ihr mit eurem Gang bescheuert
meine Angst ihr stets erneuert –
Lang zählt‘ ich zu den ohne gleichen Reichen!

Doch nun DAS: Fort ist mein Geld, ohne Vorzeichen!
“Alles Paletti!“ hat’s Brokerarschloch noch beteuert
Von € 40 Millionen morgens auf den Markt gefeuert (unversteuert)
mittags nur 39,97(!) Mille mir blieben…(Anm.: muß man sich mal vorstellen!!) Des ungnädigen Schicksals Weichen?

Oh Fortuna! Der härtesten Fügungen Schmiederin, gib Kunde:
Wie soll ich Geprügelter durchs Leben mich nun schlagen?
Wer wird ein Zuhülfmireiler wenn Möbbe (vgl. ‚Mob’) plündern wie die Hunde?

Werden auslangen Champagnerflaschen deren täglich sieben und wohlig runde
Eskortdamen deren täglich acht mal acht bei den Gelagen?
Muß ich nun leben bitterärmstens von fei(n)ster Goldhand in den Munde?? (Anm.: 24-Karat-Klunker!)

 

 

[Sebastian Klug]

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.