Die schlechtesten Romananfänge

Lektion No 4: Der miese Buchtitel

Schnöde Redundanz
„Sebastian“ sagte sie leise zu mir. „Sebastian. Sebastian. Sebastian.“ Und flüsterte zärtlich weiter: „Sebastian. Sebastian. Sebastian. Sebastian.“ Und hauchte mir murmelnd ins Ohr: „Sebastian. Sebastian. Sebastian.“ Um schließlich erschöpft zu einem Ende zu kommen: „Sebastian. Sebastian.“ Sie hatte schweres Alzheimer und es war gut, dass sie meine Großmutter und nicht meine Freundin war.

Verwirrte Präzision
Ich weiß noch genau, es war in Unterhafnerbach, das ist etwa drei Kilometer von Bergingen entfernt, genau genommen vier Kilometer, wenn man es genau nimmt, wobei das gar nicht so wichtig ist, denn wenn man ein schnelles Auto hat, sind das nur ein paar Sekunden Unterschied, und zum Glück habe ich ein schnelles Auto, dank meines ersten Romans, aber das nur nebenbei. Jedenfalls, Unterhafnerbach … da fällt mir ein, das liegt eigentlich gar nicht bei Bergingen.

Epische Vorsätze
Also beschloss Moser, den Mozzarella so lange anzustarren, bis er sich in eine schimmlige, eklige Masse verwandelt hatte und alles andere bedeutungslos geworden war. In der ersten Sekunde änderte sich zunächst gar nichts. Moser bohrte in der Nase und fühlte sich gut. In der zweiten Sekunde fiel ihm eine trockene Stelle links oben auf dem Mozzarella auf. Er nahm sich vor, diese Stelle in der nächsten Sekunde genauer zu betrachten. Aber soweit sind wir noch lange nicht …

Zu viel des Guten
„Sitz!“, brüllte ich die Katze an, doch sie wollte einfach nicht hören. Ich holte tief Luft und probierte es erneut – und plötzlich explodierte sie vor meinen Augen. Das war der Moment, an dem ich meine supersonischen Kräfte entdeckte. Im ersten Augenblick jedoch war ich entsetzt und schrie laut um Hilfe. Unglücklicherweise befand ich mich in einem Streichelzoo und rings um mich herum explodierten diese niedlichen, kleinen Viecher, mit denen die Kinder spielten. Ich meine, das muss man sich mal in allen Details vorstellen!

Das feuchte Plagiat
Solange ich denken kann, habe ich Tränensäcke. Viele, viele Jahre habe ich gedacht, ich dürfte das keinem sagen. Weil Tränensäcke doch nur bei Opas wachsen. Ich fand die immer sehr unmädchenhaft. Wie oft ich mit denen schon beim Tränensackologen war! Der hat mir aber empfohlen, die dran zu lassen, solange sie mir keine Schmerzen verursachen. Das taten sie nicht. Sie juckten nur, wenn ich heulte. Also habe ich beschlossen, nie mehr zu heulen.

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