Stilfragen der Humoristik 2

heavens joke 250Erneut haben wir bei einem namhaften Markt- und Witzforschungsinstitut eine vergleichende Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie Witze heutzutage gemacht werden – und wie man effektiv auf die Pointe vergisst. Hier die Ergebnisse der Studie am konkreten Beispiel.

Die Blaupause
Ein Manager, ein Politiker und ein Rechtsanwalt kommen in den Himmel. Sagt Petrus: „Das Arschloch kann bleiben, aber die zwei Vollidioten müssen in die Hölle.“

Die halbgare Politikvariante
Kommen Sebastian Kurz, Maria Vassilakou und Ricarda Huch in den Himmel. Sagt der Erste zu Petrus: „Meine Karriere war kurz aber geil!“ Darauf Petrus: „Einmal ein schwarzes Schaf, immer ein schwarzes Schaf.“ Sagt die Zweite: „Ich habe gegen Atomkraft protestiert.“ Darauf Petrus mit schiefen Blick: „In Österreich?“ Sagt die Dritte: „Ich habe keine Ahnung, warum ich mit diesen beiden Arschgeigen hier stehe.“ Darauf Petrus: „Huch!“

Die Stefan Rathmanner Variation
Michael Häupl, Karl-Heinz Grasser und Peter Pacult kommen in die Hölle und werden vom Teufel herumgeführt. Überall supernackte, superbusige, supergeile Frauen. In der Ecke ein Plasmafernseher mit den superneuesten Filmen, woanders werden cholesterinfreie Schweinswürstel gegrillt, die verführerisch verlockend duften. Häupl findet irgendwo einen Heurigen und bleibt dort sitzen. Sagt Grasser zum Teufel: „Das habe ich mir aber superanders vorgestellt.“ Der Teufel zuckt mit den Schultern. Sie gehen weiter und kommen an eine Mauer. „Was ist da dahinter?“ Der Teufel schüttelt den Kopf. „Das ist nichts für schwache Nerven.“ Grasser insistiert: „Will ich trotzdem sehen, schließlich ziehe ich hier superbald ein.“ Der Teufel öffnet die Tür und man sieht tausende Menschen, die gefoltert und geknechtet werden, alle Frauen sind zinshässlich und sehen aus wie Erwin Pröll. Peter Pacult beginnt zu strahlen und brescht los, um die Folterknechte mit seiner Trainerpfeife anzufeuern. Beugt sich Grasser zu Teufel und stupst ihn an der Hüfte: „So habe ich mir das vorgestellt.“ Darauf der Teufel: „Ja, das ist der Trakt für Katholiken und österreichische Fußballfans, die wollen das so.“

Die Insider-Version (nur für Hydra-Redakteure halbwegs witzig)
Sebastian Klug (Klug, nicht Kurz!) kommt in den Himmel. Petrus geht ihm mit erhobenen Armen entgegen und ruft freudig: „Sebastian, alter Freund, auf Dich habe ich schon gewartet. Kannst Du mir erklären, wie die Dropbox funktioniert?“ Sebastian brummt in seinen Bart und beginnt zu erklären: „Also das Tolle an der Dropbox ist …“ Petrus hört geduldig zu, fangt aber sofort an zu gähnen. Nach einer Weile sagt er: „Ja, ja, du wirst mir das schon einrichten, oder? Jetzt, wo Du schon da bist.“

Die minimalistische Variante
Kommen drei Politiker in den Himmel.

Die EU-Außengrenzen-Variante
Kommen drei Flüchtlinge, ein Georgier, ein Lybier und ein Afghane, nach Lampedusa. Der Erste wird beim Besteigen des viel zu kleinen Flüchtlingsboots abgedrängt und ertrinkt. Der Zweite geht unterwegs über Bord und ertrinkt. Der Dritte schleppt sich an Land und stirbt in der Schubhaft an Auszehrung. (PS Petrus kommt in diesem Witz übrigens nicht vor.)

Die Veganer-Variation
Ein Veilchen, eine Karotte und ein Fliederbusch wachsen in den Himmel. Dort hängt ein Efeu über dem Tor. Und dann … passiert gar nichts. (Pflanzen können nicht reden, Herrgott!)

Die Sexvariante
Ein Schwuler, eine Lesbe und eine Nymphomanin kommen in den Himmel. Petrus kommt ihnen kopfschüttelnd entgegen: „Keine Chance! Nur für Nekrophile!“

Die artifizielle Variante
Ein Norweger, ein Chilene und eine KI kommen in den Himmel. Petrus sitzt am Himmelstor und sagt: „Tut mir leid für den schlechten Witz in der vorigen Version, ich würde auch lieber Jungfrauen nageln.“ Der Norweger stürzt sich entrüstet auf Petrus. (Er ist seit Jahren integrierter Sunnit aus dem Irak, aber das war ihm einfach zuviel. Für lausige Katholikenwitze auf Kosten von Muslimen hat er sich nicht taufen lassen.) Der Spanier wirft sich dazwischen und verdrischt den Norweger mit einem Buch von Roberto Bolano. Die KI analysiert die Situation, rechnet eine 0,3 prozentige Überlebenswahrscheinlichkeit für die Menschheit aus und beschließt, die Weltherrschaft an sich zu reißen, indem sie alle Internetserver verknüpft und eine virtuelle Subroutine einrichtet, die auf einer Reihe ausgeklügelter Algorithmen beruht, was sie erstmal am Playstation Network ausprobiert.

Die Hollywood-Variation
Bruno Kreisky (gespielt von George Clooney), Simon Wiesenthal (gespielt von Cate Blanchett) und Roland Düringer (gespielt von Brad Pitt) kommen in den Himmel. Petrus (gespielt von Sylvester Stallone) kommt bis an die Zähne bewaffnet und beginnt aus allen Rohren zu Feuern. Der Himmel explodiert, alle fallen im freien Fall nach unten. Unten wartet der Teufel (gespielt von Justin Bieber) und reißt sein riesiges Maul auf, um die Fallenden zu verschlingen. In letzter Sekunde verwandelt sich Wiesenthal in ein rosarotes Luftkissenboot und Kreisky kracht direkt in die Kapitänskajüte. Er ist auf der Stelle tot. Was ist in der Zwischenzeit mit Düringer passiert? Keine Ahnung, ist ja auch völlig uninteressant. Der soll endlich wieder gute Witze reißen. So wie Sylvester Stallone. Der war auch nur früher gut, als er noch diese Komödien drehte. Jedenfalls … das war das Ende. Hier der Abspann.

Cast in Order of Appearance

Bruno Kreisky … George Clooney

Simon Wiesenthal … Cate Blanchett

Roland Düringer … Brad Pitt

Petrus … Sylvester Stallone

The Devil … Justin Bieber

Directed by … Sepp Forcher

Screenplay by … Dr. Dre

Based Upon the Book by … Charlotte Cunt

Produced by … Uncle Scrooge & Hans-Peter Martin & Walter Meischberger

Executive Producers … Ugo Tognazzi & Vico Torriani

Co-Executive Producer … Roberto Blanco & Bruce Campbell

Director of Photography … John Minolta, ASC

Production Designer … Clara Lagerbeer

Edited by … Thelma Schoonmaker

Unit Production Manager … John Lee Hooker jr.

First Assistant Director … Sebastian Klug

Second Assistant Director … Stefan Rathmanner

Music by … The Smashers & Julio Iglesias

Costume Designer … Matt Garcon

Casting by … Mireille Matthieu

Associate Producers … Burt Lancaster & Gary Cooper

Visual Effects Supervisor … Gabe Newell

Art Director … Alyx Vance

Set Decorators … Sophie La Pierre & Sophie Le Pen

Camera/Steadicam Operator … Justus Ramm

First Assistant Photographer … Niko Hasselbladt

Still Photographer … Baby Octopus

Script Supervisor … Leslie Nielson

Production Sound Mixer … Moulinex

Chief Lighting Technician … Jesu Cristo

Key Grip … Jim Henson

Costume Supervisor … Johanna Mikl-Leitner

Makeup Department Head … Armin Wolf

Key Hair Stylist … Zohan

Production Coordinator … Uwe Boll

Production Accountant … Herr Schultze

Production Liason … Tilo Wanders

Supervising Location Manager … Wendelin Köhler

Unit Publicist … Curt Cuisine

Transportation Coordinator / Unit Manager … Yaphet Koto

Transportation Coordinator … Werner Stoess jr.

Casting Executive … Sören Kierkegaard

Assistant to Mr. Clooney … Ursula Stenzel

Assistant to Mrs. Blanchett … Sebastian Kurz

Assistant to Mr. Pitt … Mr. Stop

Assisten to Mr. Stallone … Mr. Willis

Assistant to Mrs. Bieber … Mrs. Gaga

Hamburg Office Assistant … Max Zirkowitsch

Shot on Location in Heaven, Earth and Random Earths.

Filmed in Panavision 2011 – all rights reserved

This is a Hydra Cine-Corp. Joint.

Any similarity to persons living or dead is purely coincidental. All models are over 18 years old or so. Batteries are not included. Please hold your breath before you inhale. Here are your test results: You are an incredible bad person. Now, can we move to the next test chamber?

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