foa ned mitn bus …

Wir treffen Hans-Peter Falkner und Markus Binder in einem Wiener Hotel, um 12 Uhr mittags. Binder sieht mittlerweile ein bisschen wie Bill Murray aus, und Falkner sieht, ja,  immer noch ein bisschen wie Falkner aus. Beide Herren wirken müde – aber doch auch zufrieden. Die Zufriedenheit hat wohl mit ihrer neuesten CD »flux« zu tun, die Müdigkeit hingegen ist laut Hans-Peter Falkner Folge des Sommerzeit-Jetlags. Wieder eine Stunde verloren … aber was ist das schon, wenn man fünf Jahre auf die neue Attwenger-CD warten musste. Aber die Zeit vergeht eben „flux“, gerade bei einem Interview, geführt von Curt Cuisine (HYDRA) und Michael-Franz Woels (SKUG).

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HYDRA: Wir haben 17 Fragen, zu jeder der 17 Nummern auf der neuen CD und fangen von hinten an. Bei »swing« spielt Harry Stojka mit, wie kam es dazu?

MB: Beim letztn Geburtstogsfest vom Christoph Moser, der leider scho vastoam is, hot da Harry Stojka mit am Trio gspüt. Und, jo, wie woa des daun? Von »shaking my brain«, des ist ja der Zwilling von »swing«, woa no Text übrig und … Harry Stojka gsegn und docht: »swing«, Text, passt auf »swing« … Harry Stojka gfrogt, der sogt: »Ka Problem, moch ma!«  So war des. Is des verständlich gwesn? I muss erst die Sprechwerkzeuge eischoitn.

HYDRA: Bei »durchdrahn« hab’ ich mich gefragt: Wie kommen Attwenger eigentlich zur Ruhe?

MB: Najo… wie kummt ma zur Ruhe?
HPF:  Na, eigentlich kumman ma ned wiaglich zua Ruhe. Weil waun des ned is, is wos aundares. Es schreit imma irgendwea noch irgendwem. Und wauns ned um die Musik ged, daun schreit hoit a Kind. Oda es leit a Händy. Es reisst afoch ned o. Und wenn du glaubst es ged nicht mea, kommt wida ein Anruf daher. Und daun geds wida von vuan los. Oba zur Ruhe kommen wäre a recht a wichtige Gschicht.
MB: I find eigentlich des dazwischen … so a Tog ist eh gaunz sche laung. Oda a Wochn. Ma find scho imma wida Ruhe. Dea Strom der Ereignisse und Informationen is scho imma wida gewoitig und es is ned so leicht, si zu absentian maunchmoi.  Oba irgendwie ged si si scho aus.

HYDRA: Es waren aber doch fünf Jahre zwischen »flux« und »dog«: Ging es da immer weiter mit der Musik oder habt ihr irgendwann gesagt: Jetzt ist Ruhe?

MB: Na, eben ned. Fünf Joa klingt so laung und ma dengt si sicha, in de fünf Joa haums sicha drei Joa geschlofn oda wos. Oba im Gegenteil, wia haum so vü gspüt wia nu ni. Und a Füm nu, und des Remix-Album woa nu, umzogn sama beide, private Veränderungen. Jo, und aun dea Plottn hauma jetzt a, i glaub, 20 Monat rumdau. Wos hauma jetzt, 2011? Voa zwa Joa haum uns scho di eastn Stücke beschäftigt. Die Stücke entstehn jo a ned vo an Tog aufn aundan. Oba fünf Joa, des is scho … oiso in fünf Joa, do entstehn und vagehn Wödkarrieren, do stüazn Regime, gehn Wödreiche unta … und des is nua der Zeitraum zwischn zwa Attwenga-Plottn.

HYDRA: Die ersten drei Platten kamen innerhalb von drei Jahren, dann haben sich die Abstände deutlich vergrößert. Hat das auch mit dem Alter zu tun oder gehört das zum ständigen »flux« des Projekts Attwenger?

HPF: I glaub wia woan in de letztn fünf Joa so fleissig wi sunst a. Nu hauma hoit ned a CD gmocht. Ma duad jo eh dauernd wos, es is so fü zu tuan, i wissad eigentlich goa ned wos ma do nu ois einiflickn hädn kennan in dem Zeitraum.

HYDRA: Für viele Fans ist die CD eben das wichtigste.

HPF: Di wean eh geduldig.
MB: Des is echt so. Des is vü weniga massiv wi früha, wo’s scho noch an hoibn Joa gsogt haum: »Jetzt miassts oba scho wida ane mochn.« Di Frog is jetzt eha: »Hobts jetzt scho a CD gmocht, di i vielleicht übasegn hob?« Oba im Grunde kummt eh imma wida ane, drauf kauma si schon valossn. Oba ma was natürlich nie genau waun. Und es is jo a a Transportproblem im Grunde. Wia missn jo de olla rumtransportian. Und je mea es san, umso schwieriga isses, olla mitzuhaum.
HPF: Umso gressa wiads Auto.
MB: Und daun kumman de Vinyl a dazu, de san nu gressa.
HPF: Und de T-Shirts east. Di san vom Gwicht her echt schwea.
MB: Des pockst nima! Drum missma des Veröffentlichungstempo radikal runtafoan. Wei waun ma 20 CDs hättn, kenntat ma pro CD nua an Stickl mitnehma, sunst schoffst des ned. Des Lustige is jo, de oidn CDs san jo ned oid. Wauns da de auhuachst, wüad i jede noch wi vua mit an guadn Gwissn heagebn und sogn: »Hey, is a guade CD.« De san oiso imme nu aktuell auf a gewisse Weise, soitn oiso olla vafügbar sei, drum soidns net so fü sei, damit ma des rein vom Merchandise-Aufwand nu dablosn kaun.

HYDRA: In »ani« ist mir aufgefallen, da kommt der »Bedasü« zum zweiten Mal vor und überhaupt viel Gemüse: Wird der kulinarische Aspekt bei Euch wichtiger?

MB: I muass zugebn, dass der Bedasü a Allegorie is fü mi, oba i was net füa wos. Oba da Begriff »vü bedasü« spukt scho laung in mein’ Kopf herum. Afoch weus geil klingt. I was net, es gibt afoch a poa phonetische Knolla, di imma wida auftauchen und di i in a Liad eibaun woit. Und da Bedasü taucht komischaweise jetzt in zwa Songs auf. Des wüad i gean ois Rätsel steh lossn, wei i was söwa ka Auntwurt drauf. Es hot auf jeden Foi weniga mit Essn ztuan.

HYDRA: In »Internet ged« spielt die Maultrommel wieder eine Rolle. Wie hast du zur Maultrommel gefunden?

MB: Sibirien is die Antwort. Die Maultrommel gibt’s im alpenländischen Raum a, oba i hob ma ni vuastön kenna, wi des in Zusaummenhaung mit unsara Musik passt. Oba wia i gseng hob, wi di des in Sibirien spün, nämlich als Trancesoundinstrument, des so steht für a permanente Musik, des fand i irgendwi vü inspirierender. I hob ma daun a poa mitgnumma und auf da »song« haum ma des zum eastn Moi probiat. Mittlerweile is des a live a sea aungeneme Soundkomponente. Des is imma recht spaunend. Und es ist a a gaunz guate Durchlüftung des Körpers, weil ma da auf a bestimmte Oat atmen muas. Wauns vor an Computermonitor stehst, muast amoi Maultrommel spün, do glaubst, du flippst aus, wei des Büd auf a gaunz sötsame Oat und Weise vibriert.

HYDRA: Die Nummer ist ja eher kritisch gegenüber dem Internet und auch wieder nicht?

MB: Des is jo kloa, des is eh wia ma vü Sochen seng muas. Das ma’s kritisch siacht, oba das ma a di Vorteile davon sicht. Es is a double-sided Gschicht, des Internet. Des sieht ma auch bei den Überwachungsgschichten, das de Übertrogung a gleichzeitig de Überwochung is. Es registriat dei Leben, und es mocht olles abrufbar, überwochbar.

HYDRA: Aber es sind so viele Informationen, wer soll damit was anfangen?

MB: Eh. Die Froge, wer des übawochen soi ist eh offen. Oba waun sie jemandn dawischen woin, daun ged des natürlich a. Und de Gschichten kennt ma jo a, waun die Leit in Facebook irgendwöche Fotos einistön, die eana daun söwa aum Schädl foin. Und so weita und so foat. Des soi hoit in dem Song ausakuma, dass des Intanet a virulentes, zeitgenössisches Ding is und dass oba a bedenkliche Aspekte hod.

HYDRA: Es kommt zum ersten Mal eine Akustikgitarre vor.

MB: Die Gita, jo, de hob i söwa gspüt. Kaun eh Gita spün. Wau oba eh net so a große Leistung, das ma’s extra hischreiben miassat. Woa scho gut gspüt, muss ma scho sogn. Des Talent is scho do. Des Ende von »internet ged« woa kloa, des soit so an Epilog haum, da soi was nochschwinga… oba, bah: Waum ma 17 Songs haum, do missma weitatuan!

HYDRA: Wir sind eh schon bei »haussn«.

MB: Jo, oba des is east da drittletzte, oda?

HYDRA: Jedenfalls, bei »haussn« hab ich gedacht, das könnte man auf »most« oder »pflug« auch finden.

MB: Jo, do gibt’s a poa davon.

HYDRA: Bei »Proberaum« gibt’s einen Seitenhieb auf das Musikbusiness. Euch ist ja die Selbstbestimmung immer noch wichtig. Hat sich da was geändert?

MB: Njo, net wirklich. Oba des mit der Selbstbestimmung is ja so: Wer soisn außa uns mochn?
HPF: Wia wüadn schon gean Sochn obgebn, oba des is letzten Endes a Verständnisfrage, a Kompliziertheitsfrage, a Kostnfrage …
MB: De Selbstbestimmtheit hat einen hehren Anspruch, hot oba oft nua den schnödn Grund der ökonomischn Knappheit der Ressourcen.

HYDRA: »Kantri« ist ja das Land: Wo fühlt ihr euch daheim?

MB: I fühl mi auf Reisen daham. Das Mobile find i an sea aungenemen Zuastand. I bin in Linz und in Wien daham, i fü mi duat und do wohl. I fü mi a in Berlin wohl. Ich kennt kann Hotspot sogn, wo … Oba des mit Kantri und Landl(er) is so a koketteristische Soche, is jo lustig, dass Landler Kantri hast, waun ma’s jetzt banal übasetzt. Dass Kantrimusik so was is wie Landlermusik. Im weitesten Sinne is des Kantrimusik, wos wia spün. Kantrimusik klingt natürlich gaunz aundas wia Landler, und hod a a bisserl wos reaktionäres, wos’ jo a beim Landler bei de puren Traditionalistn gibt. Des is bei Attwenga lustig, dass ma de traditionellen Begriffe a bissal duachanaund bringt und wos mocht damit.

HYDRA: Die wirbelt ihr ja bei »flux« ziemlich herum. So viele Stilrichtungen, von Funk bis Rockabilly, gab’s noch nie auf einer CD, mit Ausnahme von »sun« vielleicht. Sie klingt auch viel offen, verspielter, fröhlicher. »dog« war im Vergleich dazu regelrecht düster.

HPF: I was genau, wos du manst. Es is mea Spielfreude erkennbar. Und des stimmt genau. So soll’s auch gewesen sein. Vielfalt is jo supa, oba es gibt ka Garantie, dass die Nächste ned wida a Thema vafoigt, konsequenterweise. Oba es is de Lust am Spün do, duach des mocht’s a auf. Und des taugt ma a söba.
MB: Oba düsta is »dog« ned, bitte Einspruch Euer Ehren.

HYDRA: Na, nicht unbedingt düster, aber sperriger, eckiger. Ich habe länger gebraucht, um in die Nummern reinzufinden.

HPF: Wos a wida sche is.
MB: Des is oba a wida a Grund, warum’s so laung bis zu »flux« dauert hot, weil des »dog«-material füa uns a extrem interessante und laung aunhoitende Wirkung ghobt hot. Wia haum des bis vor kuazem gspuit … und spün des nu imma so, ois ob ma des Stück east voa zwa Wochn erfunden hätten. Des Material hot scho a Kroft ghobt. Du mochst jo a neiche Plottn east, waunst mit dem oiden Material featig bist … wauns sei Faszination valiat.
HPF: Es gibt jo a Stücke wie »sun«, de hauma laung gspüt, mit dea sama jetzt fertig. Oiso wia kennans nima hean. Oba des »livedog«, des ist imma wida a Erlebnis, mia gangat des total o, waun i des ned live spün tät. Des kaun 5 minuten, 20 Minuten dauern, ma was net wias ausged. Es is so: Neiche Plottn daun, waun die oide gessn is.

HYDRA: Wen hat Attwenger »gfressn«?

MB: Eigentlich niemand. Wia haum kann wiaklichen Feind. Wia haum oba natürlich ned mit ollen Frieden gschlossen. Oba bei dem Song siach i eha so a Beziehungssache, wias zwischen zwa Menschen vorkumt, a aggressive Form des Umgangstons. Den Song kaun ma auf Attwenger schwea runterbrechn. Des is bei olle Songs so, jeda versuacht an bestimmtn Aspekt auf di Spitze zu treim, das es a bissal überdeutlich wird. So ist Popmusik jo irgendwie. Wiad scho a bissal übatriebn. Ohne übatreibn wärs fad. Oba es muss scho so sei, dass es erkennbar bleibt, dass ma sie widafind.

HYDRA: »Orkan« wäre die Frage nach der Spielfreudigkeit gewesen, das haben wir ja schon. Zu »ohne« habe ich mir Kinder und Musik notiert.

MB: Jo, mei Bua singt mit. Des woa a wida aus okönomischer Not. Um überhaupt so a Album finanzieren zu können, miassn söbst Attwenger zu Kinderobeit greifn. Na, bei dieser Textzeile, di jo eher erwochsn klingt (»ohne stress is des lebn wida lässig«) is a Kindastimme doppelt effektiv. Und des Lustige is, dass mei Bua mit seine dreizehn Joa jetzt a völlig aundare Stimm hot und si goa nimma drauf wida eakennt. Er dengt sie: Wea singtn do?

HYDRA: Was war der schlimmste Attwenger »trip«?

HPF: Do gibt’s ur vü. Des miassat ma jetzt aufglidan. Auf Reisen hauma vü oage Situationen erlebt. Oba bei aner Reise geds eh net um leise Anekdoten, sondern um an Zuastand.
MB: Die äagste Reise woa scho Sibirien. Des woa unheimlich intensiv. Es woa zwoa oag, oba es woa a toll. Beides. Vielleicht woas so toll, wäus so oag woa. Des woa zwa scho 1995, oba es is imma nu gspeichat. Es woa a Trip auf de Oat.
HPF: In zwa Sätzen woa des so. Wia haum a Sibirientournee ausgmocht, kuman aum Flughofn au, wean net oghoit, haum daun iagend a Numma, rufen de au, eakläan eana des und de sogn uns: De, von denen ia do reds, de haum si vor drei Togn olle mitn Auto dastessn. Des gaunze Kulturbüro is tot. Oba wia hoin euch o. Wir kumman in a Wohnung, de woan total net, und wia foan mit an Lift, wo so Rostlächa woan in da Bodnplottn san, in den viatn Stock. I denk ma: Oida, pfuh, hob i nu net ghobt. Aum nächsten Tog in da Fruah, der easte Schock is weg, deng i ma; Jetzt gehst zfuaß owi. Und daun trogns ausn zweiten oder dritten Stock a tote Frau außa. Hobi ma docht: Scheiße, wa i do mitn Lift gfoan. Heat des jetzt grod goa nimma auf? Jeden Tog da Tod um di herum. Do hob i ma docht: Hüfe, i wü jetzt irgendwie weg. Ned dauernd Tod. Von mia au Fuaß brechen, oba ned glei so.

HYDRA: Wie viele Minuten haben wir noch? Fünf Minuten? Scheiße. Na gut, die restlichen 10 Nummern in fünf Minuten. Wordrapmässig.  Bei »kugl« ist mir der Begriff »denglisch« eingefallen. Das Englische ist ja auf »flux« sehr stark vertreten.

MB: Jo, eigentlich miast ma »dialenglisch« song. Zwischn Deitsch und Englisch zu reimen is vü schwieriga zu reimen als zwischen Dialekt und Englisch, erfahrungsgemäß. Bei »shaking my brains« san oba die meisten Rhymes drinnen.

HYDRA: Muss ma oft genau hinhören, um es zu erkennen.

MB: Gö, merkt ma goa ned. Wichtig is natürlich, dass es ned aufgsetzt wirkt. Es ist scho a Spülarei, oba es so ned nua a Gag sei, sondan dass es a weitara Aspekt der attwengerschen Sprachspielerei is.

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HYDRA: Bei »Mief« bin ich auf Studiomief gekommen. Es wurden ja fünf verschiedene Studios bespielt. Spiegelt sich das auch in der musikalischen Vielfalt wieder? Hören tut man es ja schon ein bisschen …

MB: Ich finde, duachs Mastering haums doch wida an schönen Flow. Voam Mastern woan de Sprünge massiv, vom Sound her. Dadurch is die Vaschiedenheit a lässig zu huachen, oder? Oda es woa scho a bewusste Entscheidung und es hot si a auszoit. Und es woa sicha a a Grund, warums länga dauert hot. Sunst probst, probst, probst, gehst ins Studio und mochst ois auf amoi. Des fand i ni so lässig. Es wiad ois ähnlicha und so vü auf amoi. Im Grunde woan des drei Phasen, in denen des Album entstaundn is. Wo de an scho aufgnumman und de aundan nu goa ned entwickelt woan. Is scho lässig, dauert a länger. HPF: Woa a komplizierta. Es is sicha afocha, des in an Studio zu mochn und Schluss. Oba es gibt wahrscheinlich des perfekte Attwenger-Studio a ned. Imma waun ma wo aufaungan kumma daun drauf, na eigentlich was duat eh a lässig: Ma schau, dea hot a schene Aussicht und dea a Terassn … Und warum san die Studios imma im Kölla und ned obm?

HYDRA: Apropos perfektes Attwenger Studio. Gibt es irgendwann eine Attwenger Live-CD? Ihr habt doch sicher Unmengen an Tapes.

MB: I find, dass a DVD die bessere Option is. Es spüt die optische Komponente scho a große Rolle. Die Leit nochn Livekonzert kumman hea und sogn: Wa, es is so geil gwesn heite, gibt’s ned a Live-CD? Jetzt muast oba obziagn de gaunze Stimmung, den Schweiß, den Geruch, die Büda, daun tuast a CD daham eine und denkst da: Woat amoi, oba live woa des vü äaga.

HYDRA: Das ist immer das Problem mit den (notorisch überschätzten Live-CDs), aber schön wäre doch eine CD mit live völlig neu interpretierten Attwengersongs.

MB: Des eher, aber da miasst ma recherchieren, si olle Tapes anhuachen, die entsprechenden Nummern raushoin.
HPF: Jedes Jahr miasst es eigentlich eine Live-CD gebn, daun host immer den Staund, wo Attwenger grod is.
MB: Oba i was wosd manst, oba des is a Aufwand, man miast si des auhuachn, nu amoi omischn. Oba daun heat ma si des au, denkt si, do hot ma sie vaspüt, des is zlaut, des kaun ma si jo net auhuachn.

HYDRA: Ihr müsstet nur wen fragen, es gibt sicher genug Leute, die das gerne vorsortieren würden.

MB: Mochst das ned Du mochn? Du redst irgendwie, ois hättest a bissal a Motivation dazu. I gib da de 38 CDs mit Livemitschnittn.
HPF: Außerdem gibt’s jo a LP Attwenger Live, oda davon gibt’s nur a Stück und i wissat jetzt goa ned, wea de hot. Und es gibt nu de »wirrwarr«, do san zwa Live-Stücke drauf, de is owa nima zum kriagn, oba auf da »dog 2« is des »dog live« drauf.

HYDRA: Ja, schon klar, eine Live-CD wär’ ja dann auch wieder eine CD mehr zum herumschleppen. Ist ja eh nur eine Frage der Fans, sonst nix.

MB: Genau. De Fans! Oiwei passt eana nu wos net …

HYDRA: Bei »wort« die Frage: Text oder Musik, was ist zuerst da?

MB: Bei »wort« woa de Musik zerst do, woanders woas aundas.
HPF: Es gibt ka Rezept für Attwenga-Numman. Du kaunst jetzt heagehn und von »most« bis »flux« zu jeda Numma a Anekdote eazöhn und vielleicht ähneln si de irgendwi, oba es gibt ka Rezept.

HYDRA: Angesichts des funky Schlagzeugs bei »hintnumi«, was sind deine Lieblingsfunkgruppen?

MB: The Meters. Die sind so unique in der Musikgeschichte und nicht zu toppen. Des Irre is, wie grindig des im Grunde aufgnumma is … die Gschicht is jo di, dass des a Studioband is, di Sänga begleitet hod. Und The Meters san eigentlich erst entstaunden durch de Sessions in de Pausn, ois Nebenprodukt. So ged die Legende, i was ned genau, ob des so stimmt, i woa ned dabei. Des klingt a so, so hinkotzt, oba es gibt nix, wos funkiger is ois des.

HYDRA: Bei »duamasche«: Wie wichtig ist Attwenger der Applaus?

HPF: Applaus ist das Brot, die Jause, das Essen, die Motivation, olles. Waun du live spüst und dea Applaus kummt richtig schee, is des füa olle Beteiligten supa.

HYDRA: Da wäre dann die Gegenfrage: Wie geht Attwenger mit Kritik um?

MB: Sea daunkboa. Wia wan sea daunkboa, wauns jetzt amoi a gscheide Kritik üben datats, füa de Zukunft. Waun des jetzt ois nua supa is, daun duat ma si schwea. Ma wüad hoit gean hean: Jo mei, des is hoit scho a bissal so, kennt’s ned amoi so.

HYDRA: Ihr seid doch eh selbstkritisch?

MB: Jo, oba des is a hoibe Soche, weu man si selbst gegenüber imma so schaumgebremst ist. Weu ma si söba ned wehtuat.
HPF: Wauns komplett Scheiße war, hätt mas ned außabrocht. Ich geh a imma wida hea und hurch ma des au, wi waun i do goa ned mitspün dat. Is schwierig, oba ob und zua gelingt ma des.

HYDRA: Ist aber auch schwer. Ihr hat fünf Jahre an »flux« gewerkt, was sollen wir kritisieren, was ihr euch nicht schon 100x gedacht habt?

MB: Oba hobt’s jetzt ka Kritik oda wi?

HYDRA: Nur an eurer fehlenden Bereitschaft, nicht doch ein paar CDs mehr zu schleppen. Aber wir müssen zur letzten bzw. ersten Nummer weiter: »shakin my brain«.

MB: Ja, do woat scho längst da nächste.

HYDRA: Wie hält’s du es mit dem Soul?

MB: Najo, eben a die 70er-Gschichte, Curtis Mayfield und wis olla hassen. Is imma nu a sea modeane Musik, die einen sea permanentn Aspekt hat, dea ma imma gut gfoin hot. Oba do kennt man si nu vertiefen, um di Schnittpunkte zwischn dem USA-Soul und dem Soul des Gstanzl-Singens zu findn.
HPF: Ma muss jo ned imma de Begriffe fü des söbe vawendn. Soul hast afoch Seele. Und waun wos Soul hot, daun is guat. Autofoan kaun a Soul sei … wauns grooved.

Und dann war die Zeit um. Die Herren Cuisine und Woels nahmen ihren Hut und die Herren Binder und Falkner durften noch ca. 200 weitere Journalisten empfangen. Die unter anderem mit ganz lustigen Fragen kamen, etwa warum das Cover der neuen CD so hässlich ist … Aber auch das verging ja recht »flux«. PS Die gekürzte und viiiiiel leichter lesbare Fassung dieses Interviews gibt’s in der nächsten SKUG-Printausgabe, einstweilen watch for http://www.skug.at/

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