das kleine hydra-osterlexikon

hydra eiDotter der; [-i]: Bildet gemeinsam mit dem Eiklar die Innereien des → Ei; ugsprl. auch als akademischer Titel in Verwendung (z.B. „Herr Dotter, ich hab’ so ein Jucken im Ei.“)

Ei du; [-er]: Beschimpfungssubstantiv, in Form eines nahegelegten Vergleichs von Kopfform mit Hode[n], etwa auch „Eierkopf“ (veraltet) oder „Eierbär“ (bes. veraltet); wird stets auf die zweite Person Singular angewandt; Man sagt also nie: „Siehst Du das Ei [die Eier] dort?“, da die Verwendung eines Artikels (z.B. die Ei) irreführend wäre. Das Verschenken von Eiern in der → Osterzeit gilt als prähistorisch überliefertes Ritual der Verbrüdung (z.B. „Ey, Eitausch, Bruder!“)

Gründonnerstag der: Als Spinatkotzorgie bekannter, unechter Feiertag (schulfrei, aber dennoch ein Werktag). In ländlichen Gegenden bis heute jener Tag des Jahres, an dem „Vati“ mit dem Mittagsessen unzufrieden ist und „Mutti“ deswegen Gewissensbisse hat.

Hase die; [-chen]: Synonym für „Oide“, „Schorfe Schnoin“, „Fickfetzn“; als Hasen werden weibliche Lebewesen bezeichnet, deren Verhalten als sexuell affirmativ eingeschätzt wird (vgl. rammeln, die Rammler, etc.). Das Verschenken von Schokoladehasen in der → Osterzeit stellt eine kulinarisch chiffrierte Anspielung dar (z.B. süßer Hase, Einladung zu Sexualpraktiken mit heißer Schokolade, etc.).

Innerei das; [-en]: Das aus Eiklar und Herrn → Dotter bestehende Innere vom Ei.

Lamm das; [-er + ä]: Wurde von Agentin Clarice Starling vor dem bösen Farmer gerettet; auch als Lammkotelett (islam.) oder Lamm Gottes (christl.) erhältlich. In beiden Fällen schwer verdauliche Kost.

Jesus der; [-i]: Hat die Ostern gemacht, angeblich in seiner Betlehemer Tischlerwerkstatt. Wurde deswegen von der aufgebrachten Menge ans Kreuz genagelt. (Erkl.: Freizeit ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, früher waren die Menschen über jeden Tag verzweifelt, an dem sie faulenzen mussten.) Achtung: Jesi werden zur  → Osterzeit nicht verschenkt.

Karfreitag der; der Tag an dem keinesfalls eine neue Regierungsmannschaft (s. a. → Schwarzei) vorgestellt wird, da dies medientechnisch ungünstig wäre; sonst keine Bedeutung.

Karsamstag das: Karsamstag war bis ins späte 20. Jahrhundert das größte Frühlingseinkaufhaus Deutschlands, wurde danach von Karstadt abgelöst.

Nest das; [-er]: Die → Hase baut sich mit den Eiern ihrer Verehrer ein Nest. Dort vergammeln diese, da Frauen entgegen landläufiger Ansicht viel weniger oft an Sex denken als Männer. Aufgrund dieser Nestpraxis gilt die → Osterzeit häufig auch als weibliches Sexbefreiungsfest („Nicht jetzt, Schatz, die Kinder sind zu Hause!“).

Ostern die: Zeitangabe. Als O. wird die Zeit des → Ei- oder → Hasenverschenkens bezeichnet. Ursprünglich stammt der Begriff vom Ausruf „Oh, Stern[hagelvoll bin ich heute wieder]“, im Laufe der zweiten germanischen Lautverschiebung, bei der unter anderem der Landesteil Nordrhein-Westfalen auf den europäischen Kontinent geschissen wurde, verschwand die vieldeutige Endung dieser Formulierung.

Osterzeit die: Begriffsdopplung, siehe die → Ostern, die ja bereits eine Zeitangabe darstellen.

Palmsonntag der: Kommt vor oder nach die → Ostern, jedenfalls wird dabei mit Palmen gewedelt, was offenkundig der kranken Fantasie pragmatisierter Kirchenbediensteter entsprungen ist.

Schwarzei das; [-er]: Auch als „schwarzes Ei“ bekannt, bezeichnet Geschenke oder Überraschungen, die keine sind. Etwa beim Austausch einer konservativ-reaktionären Regierungsmannschaft durch eine konservativ-reaktionäre Regierungsmannschaft (gilt insb. für das sog. „schwarzgeile Kurzei“).

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