Ohrwaschelkaktus

Physiognomie ist ein fröhlicher Freizeitratesport, bei dem es darum geht, anhand markanter Gesichtszüge den Charakter eines Menschen zu erraten. Nun, man könnte auch ein Gespräch mit der betreffenden Person führen und sich so etwas erwerben, das Markt- und Meinungsforscher irreführend als „Meinung“ bezeichnen, aber natürlich ist das nicht annähernd so präzise wie das fröhliche Grimassenraten.

Physiognomie hat meistens Hochsaison, kurz bevor man anfängt auch „Rassen“ munter mit Charaktereigenschaften zu verzieren*. Physiognomie sollte aber nicht mit Fistognomie verwechselt werden, dabei geht es nämlich darum, kleine Fäuste, kleine Männer und kleine Schwänze in einen Topf zu werfen, diesen zu erhitzen und das Ganze kräftig zu würzen.

Sehen wir uns nun einige Beispiele für markante Physiognomien an:

physiognomie 250Das Trapezgesicht, wie z.B. Dwayne Johnson oder Helmut Kohl
Das Trapezgesicht verrät, dass man lange Jahre ein langes Gesicht gemacht hat, weil die anderen stets den Längeren hatten. Also schoben sich die Wangenbacken bis hinunter zu den Arschbacken. Was dann auch stets eine Leistung war.
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Das Dreiecksgesicht, wie z.B. Barack Obama oder Gunkl
Das Dreiecksgesicht verrät, dass Barack Obama in Wahrheit Chinese ist, aber Sushi trotzdem verachtet. Klar doch, wurde ja auch von den Japanern erfunden. Gunkl hingegen hätte seine Seele niemals Alfred Dorfer verkaufen dürfen.
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Buschige Augenbrauen, wie z. B. Leonid Breschnew oder Theo Waigel
Buschige Augenbrauen haben meist Männer, denen kein entsprechender Bart gewachsen ist. In Kompensation mussten die Augenbrauen dran glauben. Ein leichter Hang zur Verbuschung des eigenen Lebensumfeldes konnte nicht nachgewiesen werden, obwohl George W. Bush und Leonid Breschnew gerne von CSU-Chef Edmund Stoiber verwechselt werden.

Abstehende Ohren, wie z.B. Prinz Charles oder Prinz Charles
Sind kennzeichnend für Überflieger bzw. verhinderte Flugzeugpiloten. Würde man Prinz Charles aus einer Höhe von 10.000 Meter fallen lassen, würde er in einem Anflugwinkel von exakt 34 Grad sanft auf dem Erdboden landen. Ein Antrag, dieses Experiment bei allen Angehörigen königlicher Familien durchzuführen, wurde von der HYDRA bereits bei der UNO eingebracht.

Große Lippen, wie z.B. Angelina Jolie oder Dolly Zaster
Große Lippen sind meist ein Beleg für die Kurzsichtigkeit von Schönheitschirurgen. Unter großen Lippen leidende Menschen nennt man hingegen oft Schmetterlingskinder, weil sie ihr Umfeld ausnahmslos als stachelig erleben und versuchen, dieses mit Hilfe einer dicken Fleischwulst im Gesicht sanft zu stimmen.

Bärte, wie z.B. Lew Tolstoj oder der freundliche Fundamentalist nebenan
Lange, struppige Bärte sind stets ein Zeichen für ultimative Verbohrtheit. Ausufernde Romane schreiben oder Bomben in U-Bahnstationen platzieren, sind als verzweifelte Hilferufe aufzufassen, weil man erneut den Rasierer nicht gefunden hat.
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Asymmetrische Gesichtszüge, wie z.B. Ellen Barkin oder sämtliche Frauen Picassos
„Warum habe ich mich mit diesem Arsch eingelassen?!“, ist die Frage, die Frauen mit asymmetrischen Gesichtszügen permanent verfolgt. Über diesen Gram verschiebt sich das Gesicht so nachhaltig, dass man sich eigentlich nur noch in eine mit Farbe bekleckerte Leinwand verwandeln müsste, um Millionen wert zu sein. Männer erreichen dieses Ziel meist mit nachhaltigem Alkoholkonsum.

Wir sehen also, die Physiognomie ist eine Wissenschaft, die Bedeutsames zutage fördert. Einen schönen guten Abend noch.

* Wir danken dem Kurier vom 20. 3. 2011 für die bescheuerte Anregung.

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