Inside Hydra!

inside hydraBislang, nein eigentlich schon seit Anbeginn der Zeit, verband man Hydra mit einer einzigen Person: Sebastian Klug, Justus Ramm, Hermann Göring und Curt Cuisine. Und natürlich, nicht zu vergessen, das kleine Stofftierchen „Puschel“! Puschel war einst ein in China hergestelltes (garantiert kinderfreundlich produziert) Stoffkaninchen, doch der brilliante Gehirnchirurg Julian „Igor“ Assange konnte das mit asbesthaltigen Sägespänen gefüllte Stofftier zu echtem, biologischen Leben erwecken. Doch zu welchem Preis! Puschel ist seither ein Rottweiler und höchst unzufrieden damit. Vor allem da sich Puschel nichts sehnlicher wünscht, als einmal eine Hauptrolle in einem der vielen Hydra-Projekte zu spielen, namentlich in der geplanten Verfilmung „Die pikanten Abenteuer des Kommissar Muz“.

Da für die Hauptrolle in diesem bahnbrechendem Meisterwerk (keiner der Hydra-Redakteure hat jemals einen Walt Disney Film gesehen, schon gar nicht „Cats&Dogs“) eine Katze vorgesehen ist, sucht Puschel gerade via Facebook nach einem begabten Veterinärmediziner, der ihn in eine Katze umwandeln kann. Und hier betritt Daniel Klugscheiß-Berg die Bühne. Daniel Klugscheiß-Berg war einst begeisterter Mitstreiter der Hydra und langjähriger Verfechter der zentralen Anliegen des Satireprojekts, die allerdings 1978 von einer vergesslichen Sekretärin in einer Schublade eines zwangsgeräumten Redaktionsbüros vergessen wurden. Seither weiß niemand mehr, was die Hydra eigentlich will, was aber, wie die Geschichte zu berichten weiß, dem nachfolgenden Weltruhm keinen Abbruch tat.

Klugscheiß-Berg blickt mit einem einerseits glücklichen und einem andererseits traurigen Auge zurück auf seine Zeit bei der Hydra (behauptet allerdings felsenfest, er könne beidseitig sehen, sei also weder Links- noch Rechtsseher), denn einerseits sei die Hydra, all ihre Mitstreiter(innen) und vor allem jede einzelne, noch so popelige ihrer Aktionen „genial“ gewesen, zugleich aber, so Klugscheiß-Berg, bestünde dieser „ganze Dreckshaufen“, diese „Arschgretzen“ in erster Linie aus „größenwahnsinnigen“ und vor allem „paranoiden“ Spießerarschkopfsautrotteldeppen.

Klugscheiß-Berg versucht nun einen Rund-um-270-Grad-Befreiungsschlag – und das in aller Öffentlichkeit. Dazu gehört sein Buch „Inside Hydra“, das er am heutigen Übermorgen in seiner 9 m² Wohnung aus dem Epson-Valdez-Drucker auf blütenweißen Lochstreifenpapier ausdrucken ließ. Und Klugscheiß-Berg gründete die Gegenplattform Harpyien. „Damit meine ich diese Weiber mit den Schlangen am Kopf, denn diese waren es, die die hirnamputierte Arschgeige von Chefkochredakteur eigentlich meinte, nur hat der nie auf Wikipedia nachgeschaut, ja, in Wahrheit hat der keine Ahnung von Titten und Blaskapellen“, so Klugscheiß-Berg.

Der aus Frauenheim stammende Klugscheiß-Berg war schon in jungen Jahren in diversen Hacker-Communities tätig, unter anderem als erster Unkrautjäter im Garten der Fürstin Dolorez Montalbon de Finci Gardena und im Klub der Gartenumhacker von Erlenscheidt-Langenscheidt-Bandscheidtenvorfall. Dort lernte er auch den späteren Hydra-Chefredakteur Curt Cuisine kennen, der damals noch unter dem Pseudonym Karl-Heinz Hasser operierte, welches er aber später an einen Hydra-Kommilitonen und Rotfrontisten ersten Grades und unbekannten Namens weiterreichte.

Nach dem Abschluss seines Studiums der Angewandten Denunziatik arbeitete er von 2005 bis 2009 beim Megakonzern „Megakonzern“, wo er Millionengelder veruntreute und sie an das Satireprojekt Hydra weiterleitete. Leider kamen diese dort nie an. Ein anderer unfähiger Hacker hatte sie aufgrund einer Reihe zufälliger Operationen auf das eigene Konto überwiesen. Ohne diese Finanzspritze, die üblicherweise das verlegerische Herzstück jedes modernen Medienprojekts darstellt, gelang es Hydra nur durch gezielte Fehlinformation globale Schlagzeilen vorzutäuschen.

Von diesen Fehlinformationen selbst geblendet sah Klugscheiß-Berg nun seine Stunde gekommen. „Im Zuge dieser weltweiten Wahrnehmung hat mir mein Anwalt und Finanzberater dringend empfohlen, ganz schnell ein Buch herauszubringen, denn, ich zitiere meinen Anwalt, ‚ganz egal was da drinnen steht, es wird garantiert ein Bestseller’. Und das habe ich jetzt auch gemacht“, so Klugscheiß-Berg. Auf die Frage, was denn seine Leistung in dieser ganzen Sache sei, ob das noch irgendetwas mit den ursprünglichen Intentionen des Projekts, dessen Herz und Seele er einst gewesen sei, zu tun habe, zuckte Klugscheiß-Berg mit den Achseln und sagte: „Sehen sie, wie schön ich mit den Achseln zucken kann. Ich hab’ sie sogar rasiert. Aber das verrate ich nur ihnen.“

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