Sieben Euro Fünfzig!

hydra at tdfm 250 allHydra besuchte als unangekündigter Hauptact den vom „Österreichischen Medienverband“ ins Leben gerufenen „2. Tag der freien Medien“ am 15. Oktober 2010 im Museumsquartier und … und … ja, was eigentlich?  und beeilt sich schon auf Zeile Sechs dieses Textes, dem Veranstalter Rosen zu streuen (weiße, nicht rote, wir wissen, was sich gehört), einfach dafür, dass sie diesen Tag auf die Beine gestellt haben. „Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, einen Tag auf die Beine zu stellen. Wir haben das selbst schon oft versucht und sind kläglich an dem Versuch gescheitert, die Tagesbeine zu finden“, so Hydra-Herausgeber/in Curt Cuisine (aus genderkorrektiven Gründen sowohl männlich als auch weiblich).

Für die Hydra war die Appearance am Tag der freien Medien ein voller Erfolg, konnte man doch durch Sales on Point (SOP) das Umsatzvolumen des laufenden Jahres (Euro 42,60) um ganze Euro 7,50 steigern. „Das entspricht einem prozentuellen Anstieg von … Moment, müsste ich erst nachrechnen“, so Hydra-Spokesman Wilhelm von Ramm, der für die professionelle Präsentation des Hydra-Geschäftsberichtes verantwortlich zeichnete (der im Übrigen von einer Agentur nicht ganz kostengünstig erstellt wurde). Dass die Hydra als einziges Medium unter den TeilnehmerInnen trockene Geschäftszahlen präsentierte, mag verwundern, geht jedoch auf ein Missverständnis zurück. „Wir dachten, wir haben es dort mit seriösen Medien- und vor allem altehrwürdigen Familienunternehmen zu tun, die ebenso wie wir an rücksichtsloser Gewinnmaximierung interessiert sind“, so Cuisine.

Nicht zuletzt wurde dieser Irrtum durch die im Vorfeld bekannt gewordene Kritik am Österreichischen Medienverband genährt, wonach dieser kommerziell orientiert sei und darum die Interessen wahrhaft alternativer Medien nicht ausreichend vertrete. Diese Kritik wurde in einem „offenen Brief“ geäußert und von namhaft unbekannten Medien unterzeichnet. „Zu unserer Verwunderung ließen die kommerziellen Ambitionen, und, man muss es sagen, auch die Professionalität nahezu aller vertretenen Medien schwer zu wünschen übrig“, so Spokesman Ramm. Keine Zahlen, keine wegweisenden Strategien zur Weltherrschaft, nichts dergleichen wurde präsentiert. „Stattdessen hörten wir andauernd die Frage: Und, wie finanziert ihr Euch so?“ – „Als ob das für einen Konzern vom Format der Hydra eine Rolle spielen würde!“, so Ramm, sichtlich entrüstet.

Auch abseits inhaltlicher Fragen konnte übrigens von einem Tag der „freien“ Medien kaum die Rede sein. Nahezu alle TeilnehmerInnen der Veranstaltung erhielten bei ihrer Ankunft eine gelbe Handfessel, die sie aus Gründen der Fluchtgefahr nicht mehr ablegen durften. Cuisine prophetisch und abschließend dazu: „Hätte man zum ‚Tag der geknechteten Medien’ aufgerufen, hätte man sich wohl viel Kritik im Vor-, Nach- und ganz besonders im Mittelfeld erspart.“

1 Comment
  • caterpillar

    18. Oktober 2010 at 01:21

    gott, wie kindisch! zum glück, gab es auch einige erwachsene dort. die haben aber ihre aufsichtspflicht sträflich vernachlässigt!