Oops, BruBru did it again!

on tour with 300„Es war herrlich! Ich habe mich so geschämt“, berichtet Lisa K. (voller Name den Veranstaltern bekannt), die vergangenen Sonntag erstmals bei einer der schon legendären BruBru-Stadtführungen teilgenommen hat. Und Gerhard M. (den Veranstaltern gänzlich unbekannt) ergänzt:  „Ich bin sprachlos. Wenn man nicht selbst dabei war, glaubt man es nicht.“ Treffender kann man es kaum ausdrücken: Die BruBru-Tours – who city and mankind make love to each other …

Erneut wählten die TouristikexpertInnen der beliebten Hydra-Stadtführung eine Route, die keine Wünsche offen ließ. Die 227. Tour begann im ostflügeligen Gefängnistrakt des Martialischen Quantums. Man passierte den buddhistischen Stern der Volksentsagungsbühne und das legendäre Posierdenkmal, flanierte weiter entlang der größten Papierbüttenfabrik Wiens. Die mit goldenem Papier verzierten Statuen vor dem tempelartigen Eingang direkt am Ring verrieten auch bereits das geheime Thema dieser zweiten Stadtführung: Prunk und Trunk. Eine diesbezüglich traurige Nachricht dann im Hundeausführpark mit seinem wunderschönen Theseustempel aus Nierenziegeln: Die zehn Flaschen BruBru-Sekt waren bereits zur Gänze geleert. Zum Glück war noch BruBru-Bier vorhanden.

Weiter ging es etwa zum legendären Geschäft am Graben, wo den Wiener Eingeborenen die Zeit darselbst verkauft wird. Zu den traditionelle Zwischenstation zählten weiters das unverdaulichste Eis der Welt („Malaga“) bei Zannnoni, die Parade der Ausgrenzungskünstlerinnen vor dem mit 18.000 Pferden an seinen heutigen Standort transportierten Sankt Stephan, und die ganz in märchenpink gehaltene Konsumhölle M. Schnitten.

Nach all der leerlaufenden Konsumhektik, die so bezeichnend für die Sonntage im 22. Außenbezirk Wiens sind, schlugen die BruBru-Tours im Wiener Stadtpark wesentlich entspanntere Töne an. Dank des Gastvorexerzierenden „Michael“ konnten alle BruBru-TeilnehmerInnen einmal selbst ganz zum Baum werden, erfuhren weiters „die schlimmen fünf Sekunden einer Trennung“ und trugen, last, but not least, zur fälschlicherweise als „Rattenplage“ titulierten Selbstauslöschung der Wiener bei. Seinen glorreichen Abschluss fand die 227. Internationale BruBru-Tour bei einem Beinaherausschmiss aus dem Flüchtlingshaus Intercontinenzia, von dem man sich durch das andächtige Beiwohnen einer Probe erlesener Avantgardemusik im Künsterlhaus erholte.

„Ich war von den Socken! So habe ich Wien noch nie erlebt! Alle meine Erwartungen wurden übertroffen!“, so einer der 32 TeilnehmerInnen der Tour abschließend. (Die Teilnahmezahl war übrigens streng limitiert, 234 enttäuschte TeilnahmskandidatInnen mussten am Beginn der Tour ihrem Schicksal überlassen werden.) 

BruBru-Tours, die erste satirische Stadtführung durch Wien, wird präsentiert durch die HYDRA Corporation. Alle Fotos zur Tour findet ihr rechts unten auf unserem Flickrdings.  

Die nächsten Termine werden hier oder auf Facebook bekannt gegeben. Infoflyer senden wir auf Anfrage gerne zu bzw. demnächst unter „Portfolio“ downloadbar: office@hydrazine.at

1 Comment
  • peterska

    5. Oktober 2010 at 06:26

    sehr treffend portraitiert. gott sei dank hab ich mich rechtzeitig angemeldet und konnte mitgehen!