Plipp-Plapp-Plopp  in Barcelona

Barcelona_Matrattel 300Dritter und letzter Teil unserer Miniserie „Hydra-Travelogue“. Unterwegs mit dem Hydra-Team in fernen Ländern. Dieses Mal: Barcelona.

Gestatten, dass ich mich vorstelle, mein Name ist Hamp Elmann, ich bin ein handelsübliches Touristendummy (kurz auch „Toudu“ genannt). Ich wurde in einer kleinen Fabrik südlich von Wien hergestellt. In jedem Staat der Welt gibt es mittlerweile Fabriken, wo Touristendummys wie ich hergestellt und dann quer durch die Welt geschickt werden.

Ich bin aus der Serie der Familienindividualtouristen (3.0), d.h. ich habe ein bisschen mehr Bewegungsfreiheit als andere Dummys, aber im Grunde bin ich genauso aus Pappmache und mein Gesicht, meine Kleidung und mein Rucksack sind allesamt mit Farbfolie aufgezogen und verwittern im Laufe eines Sommers ganz schön. Bis auf die kleine Plipp-Plapp-Plopp-Öffnung zum Herausziehen des Geldes natürlich, die bei jedem Dummy woanders angebracht – aber immer obligatorisch – ist.

Heuer wurde ich gemeinsam mit meinen drei Co-Familiendummys nach Barcelona geschickt und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Barcelona ist eine geile Stadt für Dummys. Schon am  wunderschönen Flughafen mit seinen schicken Duty-Free-Shops fühlten wir uns wie Popcorn in der Popcornschüssel. Plipp-Plapp-Plopp ging es unentwegt, um First-Minute- und Last-Minute-Gifts zu erstehen. Herrlich!

Wir wohnten in einem Hotel mit Pool am Dach, das nicht allzu teuer war, weil es nicht im Zentrum lag. Das war einerseits fein, andererseits ein trauriger Anblick, denn jedes Mal wenn wir zurück ins Hotel gingen, waren die Straßen fast menschenleer. Irgendwer hatte die ganzen Pappkameraden weggetragen und nicht zurückgebracht. Und eine öde, verlassene Stadt, also deswegen setzt sich ein Toudu nun wirklich nicht in den Flieger.

Weiter ging es am nächsten Tag mit den legendären La Rambles, der großen Shopping-Allee, die quer durch die Altstadt von Barcelona führt. Das war ganz nach unserem Geschmack. Dummys, wohin das Auge reicht! Dummys vor dem Kiosk, Dummys vor dem Designergeschäft, Dummys vor den Straßenkünstlern, Dummys in Gruppen, Dummys mit Fotoapparaten und Fotohandys, Dummys Hand in Hand mit Dummys und überhaupt Didadodidummys! Wir fühlten uns wie ein Fisch im Barcelonischen Hafenwasser und dauernd ging es natürlich Plipp-Plapp-Plopp! Das schönste Geräusch auf Erden!

Komisch waren die Metrostationen in Barcelona. Wer dort umsteigen will, muss seinen Pappkameraden oft kilometerweit von einem Bahnsteig zum nächsten schleppen lassen. Und just in so einer Metrostation hat auch ein langfingriger spanischer Eingeborener ungefragt in meine Geldversenkungsöffnung gelangt. Ein Jammer! Kein Geld mehr, um es für überflüssige Souvenirs auszugeben! Hätten wir Dummys ein Hirn würden wir uns glatt fragen, warum so ein Eingeborener sein eigenes Land so schamlos bestiehlt. Egal, wir haben uns zu einer Polizeistation tragen lassen, wo gerade ein großer Fernando-Torres-Look-a-like-Wettbewerb stattfand und andere Dummys damit beschäftigt waren, gestohlenes Geld zu bejammern und automatisch neues Geld zu beschaffen.

Am nächsten Tag sahen wir uns die nationalen Heiligtümer an, die große Barcelona-Gaudi-Dummy-Tour. Was für ein Spaß für unsere Pappmache-Augen! Aber überall, wo wir hingingen, hatte man die Pauschal- und Allinclusivedummys schon in riesigen Mengen abgeladen. Vor der Sagrada-Familia-Gaudi standen die Dummys glatt um den ganzen Platz herum, um nach drei Stunden Wartezeit brav ihr Plipp-Plapp-Plopp-Spielchen zu spielen. Das musste dann doch nicht sein.

Also fuhren wir an den riesigen Strand von Barcelona, wo wir unsere Pappmache-Körper in den Sand steckten. Fast hätten wir schon geglaubt, dass dabei unsere Ploppmonaies gar nichts zu tun bekämen, aber kaum lagen wir ein bisschen im Sand herum, kam auch schon ein Eingeborener und wollte Geld für die Strandliegen haben. Sofort fühlten wir uns wohler.

So ging es munter weiter und nachdem wir ganz viel Munny for Dummyfunny in Barcelona ausgegeben hatten, fuhren wir wieder nach Hause. Plipp-Plapp-Plopp.

Euer Touristendummy
PS Teil 4 dieser Serie musste leider gestrichen werden, weil Stefan soooooooooo faul ist!

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