Auf nach Vlcrkpopolkrecev!

Bierägypter_Matrattel 300Ein ägyptischer Cluburlaub … darüber soll ich schreiben. Dabei möchte ich viel lieber darüber schreiben, dass das K verloren geht. Karte, Klub, Krem … Diese Wörter sehen viel hübscher UND lustiger aus, wenn man das schöne K verwendet. Die Herausforderung bei so einem Text wäre, nicht in das Presseabonnentengejammer über den Verlust „unserer Muttersprache“ zu jammern. Das passiert ja auch nicht. Was passiert ist, dass diese Menschen Trottoir kennen, aber nicht wissen, was ein Sidewalk ist. Sic transit gloria … so würde ich enden und das ist sehr satirisch, denn so enden auch immer die Presse-Leserbriefe. Noch ist aber nicht Zeit für ein Ende, sondern wir stehen erst am Beginn eines Urlaubs.

Ich denke mir, dass so ein Text über einen Kluburlaub gehässig sein muss und voller Spott für Menschen, die nicht durch mittelalterliche Städte spazieren, die Zeit Zeit sein lassen und „das Lebensgefühl der Leute da“ genießen. In Museen gehen weder die einen, noch die anderen, von Kultur sprechen beide.

Ich mag aber nicht über Hausmeister und Frisörinnen herziehen. Sollen doch die GTI-Fahrer über die Frisörinnen „herziehen“. Hr, hr, hr … Das ist übrigens kein Hüsteln, sondern ein hämisches Kichern.

Kichern kann man nämlich gut im ägyptischen Badeurlaubsstrandhotel. Wieso? Weil es einem so gut geht, da man sich um nichts kümmern muss. Die ersten drei Tage lacht man lauthals und schallend. Aber davon wird man müde und durstig. Dehydrierung ist sehr gefährlich in Ägypten und fordert viele, viele Opfer. Sogar mehr Opfer als der Terrorismus!

Am meisten Opfer forderte Tut Ench-Amun. So heißt die Schnapsbar im Golden Beach Holiday Hotel. Der Pharaoh ließ sich keine Menschen Opfer, was glaubt ihr denn? Pffff!

Damit sind wir auch schon beim Kern des Kluburlaubs, dem Alkoholabusus, angelangt. Denn Hausmeister und Frisörinnen trinken gerne, sagt der Volksmund. Wessen Volkes Mund das sein soll, weiß ich nicht. Es ist aber doch zumindest davon auszugehen, das die Hausmeister und Frisörinnen das nicht über sich selbst sagen … es sei denn sie sind betrunken. Es ist eher anzunehmen, dass die kulturbeflissenen Maturainhaber und Freiberuflerinnen sich so etwas denken, wenn sie die malerische Innenstadt von Vlcrkpopolkrecev betrachten. Und nach ihrem fünften Achterl rot sagen sie es auch.

Was sie nicht sagen, ist malerisch, denn „das klingt irgendwie so nach Reiseführer“ sagen sie. Nach Vlcrkpopolkrecev fahren sie einfach so. Einen konkreten Anlass dafür haben sie nicht. Weder reizt sie das schöne Dorfmuseum in dem ein Webstuhl aus dem 18.Jahrhundert steht, noch die kleine Privatbrauerei (es ist die älteste im ganzen Verwaltungsbezirk). Wie sollen sie auch davon erfahren? Reiseführer lehnen sie genauso ab, aber darum geht’s ja nicht. Es geht um die Kultur, die Leute und das Lebensgefühl. 

Das können Herr Hausmeister und seine Gattin natürlich nicht inhalieren, wie manche Austropoper. Die inhalieren höchstens beim Wasserpfeiferauchen. Sie lernen auch etwas, nämlich dass das Schischa heißt und in Österreich sind sie dann verwirrt, weil es bei uns Shisha heißt und ist das gar nicht schön eingedeutscht.

Das ist deswegen, weil Hippies und alternative Zumpferl ein neues Wort gebraucht haben, um ihre Haschischwasserpfeifen von ihren Pfirsichtabakwasserpfeifen unterscheidbar zu machen. Da ward die Dychotomie Bong-Schischa geboren. Geschrieben wird Schischa Shisha, weil geknechtete Familien mit Migrationserfahrung die Pfeifen nach Österreich importieren, um sie zu verkaufen und ein bisschen Geld zu verdienen. Und selbst davon schicken sie etwas in die Heimat zurück. Und an wen verkaufen sie? An die Haarschweine. Die haben natürlich keine anständigen Jobs, so wie Hausmeisterei oder Freiberufe, und deswegen kein Geld.

Darum bleibt die ägyptische Familie el-Fakhahaní arm und ungebildet. Sie kann nicht lernen, dass ein Sch-Laut auch als Sch geschrieben wird. Wären sie nur in Ägypten geblieben und hätten sauteuren Rotwein an die Kulturbeflissenen verkauft! Aber die fahren ja nicht nach Ägypten.

Max,
glücklich zurück aus Ägypten. In Kürze folgen noch aufschlussreichere Berichte aus Spanien, Italien, Island und vielleicht sogar Gramatneusiedl.

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