Um jetzt schalte!

the zidane 250Liebe Freunde, liebe Römer, liebe Mitbürger,

liebe Spaghettimampfer und Antispaghettimampfer,

liebe Dünnbrettbohrer und Dickblechfräser,

liebe Teutonen, Kommilitonen und Ballafficonados …

es wird Zeit umzuschalten. Und zwar endgültig! Argentinien vs. Deutschland? Wen interessiert das? Das einzige was wirklich zählt, was wirklich Sinn macht, das ist der simple Umstand, dass der Ball rund ist. Überhaupt, der Ball, wie er so rund, so richtig rund und voll ist, so rundherum, so gerundet, so aus weichem Leder, mit feinen Nähten, ein rundum balliges Vergnügen also, dieser Ball in seiner ganzen Rundheit, das ist, was zählt! Nicht ein Ball jedoch genügt, nein, noch besser, noch runder, noch vollendeter sind zwei Bälle. Zwei runde, weiche Bälle in stiller Eintracht, wie sie so wiegen und wogen, in kleinen Körbchen etwa, in Cups meinetwegen, in praller, spitz zulaufender Vollendung, aber auch klein, zierlich und keck, meinetwegen sogar hängend und schlapp und üppig und ausladend, ja, so macht das ledrige Rund wirklich Spaß.

Was kann man nicht alles anfangen mit Bällen, mit zwei vor allem. Man kann sie kneten und drücken, sie knautschen und zwicken, sie befühlen und befummeln gar. Wobei wir natürlich wissen, je runder der Ball, desto verbotener die Zone, desto mehr hat es sich mit dem Befühlen und Betasten. Es bleibt einem armen Wicht nur das Begaffen und aus den Augenwinkeln Bestaunen. Bälle, ja richtig runde volle Bälle sind nichts, um sie zu treten, nichts, um sie zu kneten, nein, sie sind nur da zum Anbeten. Eine Doppelball-WM, das wäre die Vollendung aller Gelüste, alleine das wäre die höchste Wonne, die Rundheit des Runden sozusagen, die Ballheit des Balles.

Ich darf mich einem prominenten Nachspielredner anschließen, dem Trainer der Slowakei namentlich, der nach erfolgtem Achtelfinalaufstieg gegen Spaghettanien meinte: „Das ist nach der Geburt meines Sohnes der schönste Tag in meinem Leben!“ Der Sohn und der Fußball, exakt. Ist hier von Weibsvolk die Rede? Nein! Die Frau spielt am kalkumrandeten Grün keine Rolle, der erste Kuss, der erste Fick, die Hochzeit … alles für’n Arsch. Erst der Sohn (der dereinst Fußballer wird) und dann der Viertelfinaleinzug. So tickt der Hängeschwanzbesitzer nun mal. Aber wehe, die We-Äm ist vorbei, dann werden sie wieder raunen von den wahren Bällen, den Doppelbällen, denen sie hinterher zappeln, die sie umdrippeln mit gierigen Blicken, die sie befummeln, begrapschen, begeifern wollen. Aber die rote Karte steckt schon in meiner Brusttasche (wo sonst), denn wer heute nicht mit meinen Bällen spielen will, der soll sich auch in drei Wochen sonst wohin verpissen! Nach Argentinien oder Deutschland!

Herzlichst, Eva Kiel (würde nur für Zinedine schwach werden)

Und hier noch ein kleines Trostliedchen für die Deutsche Elf germans crying 2

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