Der Marx Karl

philosophie 13 marx 300Ho Tschi Minh war natürlich ein Hurensohn. Mao Tse Tung war ein Sushigericht und Pol Pot ein Urlaub für gestresste Manager in Kambodia. Und Karl Marx? Karl Marx war Deutscher. Er war bei seiner Geburt winzig klein und auch später blieb er ein ganz kleiner Mensch, mehr als einen Meter dreißig wurde er laut wirklich glaubwürdigen Quellen nicht, obwohl er alles tat, um die Leute glauben zu machen, er sei viel größer. Darum trug er als erster Mann der Philosophiegeschichte Stiefel mit Absätzen und bei Diskussionsrunden orderte er immer einen extra hohen Stuhl. Und er schrieb jedem Journalisten und Biographen obszöne Drohbriefe … man solle es bloß nicht wagen, der Öffentlichkeit seine wahre Körpergröße zu verraten.

Größe war wirklich ein Problem für Marx. Lange Zeit versuchte er seine fehlende Größe durch wilden Bartwuchs zu kompensieren. „Wenn ich den längsten Bart aller Philosophen habe, wird keiner mehr lachen, wenn er mich sieht“, dachte der junge Karl Marx am Unicampus von Trier. Aber auch das klappte nicht, die Studenten kicherten trotzdem über ihn, besonders die Studentinnen, was ihn am meisten ärgerte. Es hatte sich eingebürgert, dass die Mädchen ein Zeichen mit Zeigefinger und Daumen machten, wenn Marx über den Campus ging. Je näher er kam, desto kleiner wurde der Abstand zwischen Zeigefinger und Daumen. Ganz schön gemein, nicht?

Irgendwann hatte Marx dann die großartige Idee, nicht sich selbst, sondern seinen Namen zu vergrößern. „Es gibt keinen Descartismus, keinen Kantismus (schon aber Kantianer) oder Hegelismus, die haben es alle nicht geschafft, zu einer eingetragenen Marke zu werden. Also muss ich eine Philosophie schaffen, die mehr ist als nur ein Haufen Gedanken, sie muss eine Bewegung werden, eine Bewusstseinskampagne, irgendetwas, das die Welt nicht nur beschreibt, sondern sie auch verändert. Wie dieses Coca Cola Zeugs. Und dann werden die Leute nicht nur von mir, Karl Marx, reden, sondern vom Marxismus. Manno, das wird ganz, ganz groß!“

Also setzte er sich in ein stilles Kämmerlein und sog sich dieses Märchen von den Produktionsverhältnissen und dem Klassenkampf, von der Bourgeoisie (kein Mensch weiß heute mehr, was das sein soll) und der Arbeiterklasse aus den Fingern – und siehe da: es funktionierte. Plötzlich ging ein Gespenst um in Europa, das Gespenst des Kommunismus, das unter eingeweihten Philosophen auch Marxismus genannt wurde. Marx war zufrieden, er lehnte sich zurück und wurde fetter und fetter, bis er schließlich mehr breit als hoch war. Das war seinem Lebensgefährten Friedrich Engels (in der Schwulenszene von Brüssel auch als der „blaue Engel“ bekannt) zu viel, er ließ sich von Marx trennen. Marx magerte wieder ab und die beiden Freunde versöhnten sich und schrieben vor lauter Glück „Das kommunistische Manifest“, das ja, wie jedes Kind weiß, als frivole Bettlektüre in die Geschichte eingegangen ist. (Darum auch findet man Kommunisten heutzutage fast nur noch in finsteren Kellern, in gottverlassenen Priesterseminaren, in Swingerclubs und in der Pratersauna.)  

Marx und Engels jedenfalls lebten glücklich bis an ihre Lebensende von den Tantiemen ihres Werkes. Und alle anderen haben die Sache mit den Proletariern in den Ketten und der Weibergesellschaft und diesen ganzen anderen Fetischkram einfach nur falsch interpretiert. So einfach ist das mit Karl Marx, der übrigens, haben wir das schon erwähnt, ein Deutscher war.

Was kann uns Karl Marx heute noch mit auf den Weg geben?
Wenn ihr Euch klein und unbedeutend fühlt – belasst es bei den hohen Absätzen. Das reicht, ehrlich. Denn wollt ihr erst mehr als die hohen Absätze, kommen bald die Strümpfe und die Seidenunterwäsche dazu. Dann die Peitschen, die Ledermasken und die Anus-Stöpsel. Bald findet ihr Euch in einem Swingerclub wieder und damit seid ihr beim Lumpenproletariat gelandet (Die Bourgeoisie bestellt sich nämlich einen Escort-Service …). Und dann beginnt diese ganze alte Leier mit dem Geschlechter- und Klassenkampf … wollt ihr das wirklich? Eben. Also, egal ob ihr Männlein oder Weiblein seit, bindet euch eine Schürze um, stellt euch an den Herd und lasst euch (von wem auch immer) von hinten nehmen. Denn gefickt werden wir immer. Und wenn etwas seine Kinder fickt, dann erst recht die Revolution.

Und in der nächste Folge … keine Ahnung. Aber demnächst gibt es die komplette Serie als hübsches PDF. Fest versprochen.

2 Comments
  • MaZirki

    5. Juli 2010 at 08:20

    ach, ach, ach, …

  • LeCoach

    5. Juli 2010 at 09:39

    was denn? sei froh, dass ich ihn überhaupt (d)ran genommen habe! sitzt ja immer ganz hinten in der klasse, so klein, dass man ihn gar nicht sieht …