Historischer Sieg für G-20!

g20 matchToronto – Murphys Law, wonach alles, was schiefgehen kann, auch schiefgehen wird, gilt besonders in der Welt des großen Abzocke. So auch beim G-20-Achtelfinalmatch dieses Wochenende in Toronto, wo das Team der G-20 erneut  gegen die Antigloblalisierungsgegner (AGG) antrat – und selbstverständlich haushoch gewann.

Das Match begann gemächlich, die G-20 waren von ihrem Trainer Geer N. Capitalism hervorragend eingestellt auf die internationalen AGG, die wie üblich vor allem mit individuellem Spiel und reichlich Disziplinlosigkeit punkteten. In der 8. Minuten hob Baroso den Ball gefühlvoll über die Latte: „Soviel zur klaren Tagesordnung der EU“, so Baroso nachher im Interview. Die AGG kamen zu einer Reihe von Chancen, vor allem deswegen, weil rechts außen der schwache Verteidiger Berlusconi regelmäßig patzte. Offenbar richtete der Italiener seine Aufmerksamkeit mehr auf die Kameras am Spielfeldrand denn auf das Spielgeschehen.

Die 17. Minute. Obama verlängerte einen Pass von Van Rompuy, Medwedew übernahm und flankte weiter zu Merkel, die diese Steilvorlage trocken ins Kreuzeck setzte. 1 : 0 für G-20 und die Besteuerung von Finanztransaktionen war damit praktisch vom Tisch.

In dieser Tonart ging es weiter. Nach einem Faul eines Molotowwerfenden Globalisierungsgegner verwandelte Cameron den Freistoß mit viel Glück (er prallte von der Gitarre eines Demonstranten ab) zum 2 : 0. Aus war es damit auch für die Bankenabgabe.

Beim Weg in der Kabine kam es kurz zu einer Rangelei zwischen enttäuschten Demonstranten und Polizeikräften, bei dieser Gelegenheit wurde auch ein kokainabhängiger Typ in Anzug bemerkt, der mehr Ringe als Finger an den Händen trug. Gerüchten zufolge handelte es sich um die Hand Gottes, was selbstverständlich keinerlei Bedeutung in keinerlei Hinsicht hat.

In der zweiten Spielhälfte kam die G-20 ersatzgeschwächt aus den Kabinen. Mittelstürmer Obama war verhindert, er sah sich, wie er unter Tränen zugab, ein wirkliches Fußballmatch im Fernsehen an. Die Tränen galten allerdings dem Ausscheiden der USofA, nicht seiner laschen Einstellung gegenüber dem „spirit of the global financial game“. Trotzdem hatte die G-20 vor allem in Hälfte Zwei ein leichtes Spiel. Die AGG, die erneut keinerlei Unterstützung aus dem bürgerlichen Publikum erhielten (richtig, diese verdammten Vuvuzelas), ging gnadenlos unter. Nun fielen die Tore fast im Minutentakt, meist billige Abstauber übrigens. Erwähnenswert nur das Tor zum 20 : 0 und somit auch Endstand, das Angela Merkel irregulär mit ihrem Stinkefinger erzielte.

Das Resultat des Spiels also: Ein Schuldenabbau aller Staaten wurde beschlossen, selbstverständlich auf dem Rücken der Bevölkerung, die in den nächsten Jahren weiter finanziell ausgeblutet wird. Banken, Spekulanten und Vermögende gehen weiterhin leer an Belastungen aus und können darum erneut durch finanzkräftiges Lobbying dafür sorgen, dass auch beim nächsten Aufeinandertreffen beider Mannschaften alles so bleibt, wie es ist.

 Aus Toronto berichtete Sportreporterin Eva Kiel (die den Einstieg in die Geschichte übrigens ungeniert aus dem „Standard“ fladderte? Was? Ungerecht? Ist das nach diesem Wochenende noch ein Thema?)

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