Die besten Metaphern aller Zeiten

metaphern 300Metaphern werden von dir häufig verwendet, wenn du etwas beschreiben willst und keine präzisen Begriffe dafür auf der Festplatte gespeichert hast, z. B. „Ihre Beine waren so schlank wie ein abgenuckelter Kugelschreiber.“ Schon weiß der/die Leser/in inutitiv, was du gemeint hast, ohne dass du Fremdwörter wie grazil, lasziv oder promiskuitiv verwenden musstest. Im Grunde aber ist das eine Art Gleichnis (nona): Du vergleichst eine beliebige Sache mit einer anderen beliebigen Sache.

Das lässt sich auch auf Sachverhalte oder ganze Geschichten ausdehnen, z. B. „Der Witz hat einen Bart, der so lang ist wie die Irrfahrt des Odysseus.“ Klar? Wobei das eigentlich gleich zwei Gleichnisse auf einem Haufen waren, denn Witze haben ja keine Bärte in echt … aber seht ihr, genau das ist ein Gleichnis.

Manche Leute lieben Gleichnisse, andere tun sich schwer damit, Literaturkritiker hingegen meckern oft und sagen, dass Gleichnisse nur Leute verwenden, die gar nicht richtig schreiben können. Aber das stimmt gar nicht, viele berühmte Schriftsteller haben Gleichnisse verwendet, ja, sie haben richtig damit um sich geworfen, wie ein Schneeschaufler im Winter mit dem Streusalz. Trotzdem gibt es kaum etwas Peinlicheres als ein schlecht umgesetztes Gleichnis. Hier darum ein paar Gleichnisse, die außer dir niemand kennt (garantiert!) und die wie die Faust aufs Nudelauge passen.

Ich werde schweigen wie eine Handgranate.
Eine ganz wichtige, oft gebräuchliche Phrase und ein Gleichnis, das an Drastik und Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt. Kann auch hübsch ausgeschmückt werden, z.B. „Ich werde schweigen wie eine Handgranate im Winter“ oder „Ich werde schweigen wie eine pinkfarbene Handgranate aus Krokodilsleder“ …

Ich liebe dich wie bügeln.
Für den Smalltalk zwischen Turteltäubchen unverzichtbar. Wird oft und gerne gerade von Männern in Anschlag gebracht. Nicht zuletzt wegen der koketten Analogie zum „Niederbügeln“ und „jemanden mal richtig durchbügeln“. Ergo: Sexy und rabiat zugleich, eine Metapher fürs Leben.

Er durchschreitet das Zimmer wie ein Westentaschentsunami.
Eine launige Charakterumschreibung, die erst von wenigen Jahren in Mode gekommen ist. Früher beispielsweise, um das en passant zu erwähnen, schrob man etwa: „Er durchschreitet das Zimmer wie ein Gestapo-Offizier“ oder „Er durchschreitet das Zimmer wie ein Konzentrationslagerleiter“. (Wobei man damals noch „durchschrottete“ schrob). Besonders die letzte Metapher war wegen der wunderschönen Alliteration von „Konzentrationslagerleiter“ (das muss man sich einfach auf der Zunge zergehen lassen) sehr beliebt.

Sie war so schön wie eine echte Schönheit.
Überrasche dein literarisches Umfeld mit einer sogenannten Nullsummenmetapher. Wenn du nach einer atmosphärischen Lesung den Blick von deinem Manuskript erhebst und mit diesem typischen Das-hättet-ihr-jetzt-nicht-gedacht-Blick in die Runde blickst, ist dir der durchschlagende Erfolg gewiss.

Er hatte Augen so schwarz wie gepresste Kohle.
Die Kurzform einer Metapher, die ursprünglich so lautete: „Er hatte Augen so schwarz wie jahrtausendelang unter enormen Druck und gewaltiger Hitze gepresstes Sedimentgestein“.

Mein Leben ist wie im Arsch.
Ist offensichtlich keine Metapher. Du sollst Literatur und Autobiographie immer streng voneinander trennen. Gaaanz wichtig!

So. Das war’s für heute. Mehr hilfreiche Tipps findest du natürlich in unserem brandneuen Lebensratgeber (Werbeeinschaltung No. 318). Klick auf „Abo“ und er gehört fast schon dir.

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