ein 3. hoch auf die 1. frau im staate!

gedichte rosenkranzMit stolzgeschwellter Brust, um nicht zu sagen mit Brust und Keule präsentieren wir unseren dritten Finalisten. Gernot kommt aus der Kulturwüste Baden (bei Wien), wo er eine Kindheit unter denkbar ungünstigen Umständen durchleiden musste. Sein Vater war ein anarchosozialer Schmarotzer und Störenfried, seine Mutter eine Ausländerfreundin und Linkslinkslinkalternative. Schön früh musste Gernot „positive Gefühle“ für andere Kulturen entwickeln, wie er uns schrieb, was in ihm, wie er uns ebenfalls schrieb, vor allem ein „großes Kotzen“ auslöste. Gernot versteht sich allerdings selbst nicht so recht, denn er weiß nicht, ob er Präsidentin Rosenkranz verteufeln oder anhimmeln soll. Sein Gedicht schafft den bewundernswerten Spagat zwischen beiden Extremen, was unsere Jury dann schließlich von seiner poetischen Qualität überzeugt hat. (Aber für Gernot selbst müssen wir sagen: Was für ein bemitleidenswertes Opfer linksliberaler Weicheierziehung.)

Jedenfalls: Wir gratulieren, Gernot, auch du wirst an unserer großen Schlußverlosung nach der Präsidentinnenwahl teilnehmen.

Strache, Mölzer, Rosenkranz,
Laden heute ein zum Tanz.
Seht wie sie das Tanzbein schwingen,
Und um eure Stimmen ringen.

Immer zu nur rechts herum,
Ihnen ist es nicht zu dumm.
Wie sie sich im Veitstanz drehen,
Vergeht den Tänzern Hör’n und Seh’n.

Schauet, wie sie schwindlig werden,
Weil sie sich zu toll gebärden.
Und schon reckt’s die rechten Recken,
Verzweifelt suchen sie nach Ecken.

Schaut, Barbara, das kleine Licht,
Schafft es in die Ecke nicht.
Die Hausfrau fängt nun an zu spei’n,
Genau aufs Mikro! Muss das sein?

Die braune Brühe sich ergießet,
Und landauf, landab hinfließet.
Baden ist auch zugekotzt,
Uns hat sie noch nichts abgetrotzt!

Gernot, 9 Jahre

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