schneediebe!

news schneeTatort: Wien.
Die Täter: die Südmafia.
Die Tat: Eine dreiste Demütigung der Opfer.
Das Motiv: Hitze, schier unerträgliche Hitze.

Dem kritischen beziehungsweise sogar kritisch-aufmerksamen Beobachter wird bereits aufgefallen sein, was sich in den Wintermonaten in Wien abspielt: Kaum fällt Schnee, ist er auch schon wieder weg. Die Stadt versucht uns zu beschwichtigen. Doch mittlerweile lassen sich die Widersprüche nicht mehr verheimlichen, die Bürger werden unruhig. „Wo ist unser Schnee?“ fragen sie, „Wo ist unser Schnee?!?“ und meinen damit gefrorenes, geflocktes Wasser, schön und nützlich zugleich, eine Wohltat für die Sinne und der Wintersinn an sich.

Die Antwort ist so kurz wie niederschmetternd: in irgendeinem Scheißdrecksland, nicht ganz klar welches, klar ist nur: Er wird von irgendeinem dreckigen Beduinen angebetet, ja, richtig gelesen, die kristallisierte Unschuld an sich, die Königin des Aggregatzustandes „fest“, die Mutter aller Kinderträume sieht sich dem afrikanischen Unhold, dem Sand ausgeliefert und gegenübergestellt. Schnee der innerlich gefriert wenn er an das Wort „Sandmann“ nur denkt.

Musste es soweit kommen? Vielleicht nein. Beziehungsweise vielleicht ja, denn die Stadtväter haben auf ganzer Linie versagt. Sie haben über Jahrzehnte hinweg zugelassen, dass die emsige Südmafia ihr Netzwerk auf sämtliche Bezirke ausdehnen kann. Die Effizienz der schneestehlenden Diebe ist erschreckend: In ihren orangen Anzügen räumen sie den Schnee schneller auf ihre Karren, als man das Wort Flocke als wirklich sehr, sehr schön erkennen kann. Die Schaufeln in den schönen Schnee hinein, *RAMM* und nochmals *RAMM*. Wer das gut findet, der mag auch Sommer, Wärme und das Gefühl mehr Zehen zu haben als Reinhold Messner.

Der Schnee, er schreit. Bettelt um Hilfe. Doch wer? Wer ist da? Wer hilft dem Schnee, rettet ihn aus den hässlich heißen Klauen der Südmafia? Nobody. Das ist Englisch und heißt niemand. Und dann sind sie auch schon wieder weg, verschwunden von der Bildfläche, abgetaucht. Wenige Stunden später starten dann riesige Frachtsegelflieger in den Feldern der pannonischen Tiefebene. Bis obenhin beladen mit Schnee. Auf ihrem Flug gen Süden verlieren die maßlos gierigen Täter einen Gutteil ihrer Beute, die Frachtensegler drohen aufgrund massiver Überladung oftmals abzustürzen. Der Schnee, er fällt wieder zu Boden und stirbt im Fallen einen grausamen Tod (wg. Sauerstoffmangel usw). Die Schneeleichen liegen dann in unseren Straßen, fahl, grau, dreckig. Die Stadt will uns weißmachen: „Der Verkehr macht den Schnee grau.“ Doch wir, wir wissen, dass es anders ist. Wir kennen die Wahrheit und werden nicht schweigen. Und wenn wir schweigen, dann nur weil es draußen ganz schön kalt geworden ist und wir unsere Münder hinter angenehm wärmenden Wollschals hineinkuscheln, so ist es besser, mhmm. peter & sebastian

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