Heißer Käse, müde Milch

  Käse-Aufreger in Wienkäseladys Käsession: 40 Jahre zu spät, 140.000 Euro Schaden

 Ein bisserl Schweinemilch, zwei Latex-Verpackungen – und sonst nicht viel mehr. Das Käseprojekt, das noch bis April in der ehrwürdigen Wiener Käsession Besucher „anregen“ sollte, ist eigentlich keine acht Zeilen der Beschreibung wert.

Deutlich mehr Beachtung sollte aber der Umstand finden, dass dieser „Schmarrn“ (O-Ton eines Secessiongastes [wobei sich der Mann begrifflich geirrt hat, ein Käse ist nicht automatisch ein Käseschmarrn, wenn schon, dann Käsespätzle]) die Steuerzahler ziemlich viel Geld kostet. Also der Republik, deren populistische Vertreter fast täglich lautstark die Spar-Solidarität von Pensionisten, Studenten, Mittelschicht und noch auch sogar von Banken einfordern [da muss ich sogar beim Abtippen lachen].

Laut „Hydra“-Recherchen entgehen dem Staat täglich 2.500 Euro an Einnahmen, weil die Käsessionsleitung der Räumlichkeiten gratis mit Käse füllt. Käse, den man anderweitig hätte bezahlen müssen! Der Gesamtschaden in nur 58 Tagen: 140.000 Euro. [Der Rest der Meldung ist fad, also wirklich fad zum stinken, diese verlogene Betulichkeit jeden Tag, diese Hochgemotze zum Skandal und dann noch diese Bigotterie, nicht zuzugegeben, dass man sich wegen ein bisschen Sex, äh, Käse aufregt, sondern stattdessen so tut, als würde man sich wegen dem Geld aufregen, als wäre das besser; im Gegenteil: um so biederer, echt… Aber am Ende kommt noch ein Absatz, der uns interessiert …]

Gleich noch zwei Künstler-Gruppen bemühen sich etwas krampfhaft, Wien zu schocken: Das Trio Doe, Sarg und Gras, lässt an der Westbahnstraße 22 mit einer echten Pistole auf Käse-Fotografien (zu erstehen um 550 Euro) schießen … [Donnerblitz! Schöne Grüße an den Herrn Gras für die gelungene PR, demnächst übrigens als Kooperationsparter der HYDRA-Corp.]

[Das Ganze war übrigens eine „Heute“-Meldung im fast O-Ton. Hach, wir lieben dieses Käseblatt!]

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.