d. g. phil., teil 4

philosophie 4 diogenesDie großen Kata … nein, egal, … sophen, jedenfalls. Teil 4: Diogenes

Diogenes, das ist der Typ in der Regentonne, der nasebohrend und furzend in den Suburbs von Athen-City herumlungerte und Zeus einen lieben Herrgott sein ließ. Die Legende berichtet, dass eines Tages der große Alexander des Weges kam (nicht Peter, sondern der berühmte Eroberer, also mehr so eine Mischung aus Obama und Madoff). Diogenes war damals als zungenfertiger Gossenprolet recht bekannt, und Alexander wollte zwischen seinen Feldzügen mal die Sehens- und Hörenswürdigkeiten von Athen begaffen. Also besuchte er den versoffenen Philosophen und fragte ihn, wie die Dinge so stehen. Diogenes blickt kurz auf, bläst einmal kurz über den Flaschenhals (die Melodie von „Griechischer Wein“ natürlich) und sagt dann: „Geh mir aus der Sonne!“

Starkes Stück, oder? Diogenes war also einer der ersten Rüpel unter den Philosophen, nebenbei ein Schüler von Sokrates, natürlich einer der vorlauten und ungemütlichen. Sokrates hat ihn trotzdem gemocht (klar, mit dem konnte er stundenlang diskutieren), Platon hingegen hat ihn gehasst. Auch klar, oder? Denn wäre er mit Diogenes zu Dionysos, dem Tyrannen, gefahren, wären die beiden nicht mit heiler Haut zurückgekommen. Für Diogenes war im Zweifelsfalle alles ziemlich lächerlich, insbesondere jeder Anspruch auf erhabene Gedanken, darum war (öffentlich) Scheißen und Pissen für ihn durchaus gleichwertig mit dem Formulieren eleganter Gedanken. Der ließ da nicht viel gelten …

Was kann uns Diogenes heute noch mit auf den Weg geben?
Dass es erstaunlich ist, dass sich der Traum vom idyllischen Leben in der Regentonne bis heute bei so manchen Althippies gehalten hat. Und dass es schon ganz cool ist, rotzfrech zu sein, dass man davon aber auch nicht mehr als eine Anekdote in den Geschichtsbüchern hat. Das dicke Konto auf der Bank gehört weiterhin denen, die die Köpfe rollen lassen wie sie kommen. Das ist doch eine durchaus wichtige Lehre (die übrigens dann auch ein gewisser Hans Hölzl in einem Lied namens „Nie mehr Schule“ vertont hat: „Du hast die Wahl, willst du Segen oder Qual, verärgere deine Lehrer nicht.“) Ergo: Frechheit oder Erfolg. Beides geht nicht. Und weil das eine universelle Konstante ist, gibt es Peergroups. Die Erfolgreichen scharren permanent Typen um sich, die ihnen versichern, wie cool und itchy sie sind (gilt insbesondere für Rockstars und Hiphopper). Die Rotzfrechen hingegen hängen in diversen Regentonnenklubs herum und erklären einander, dass Reichtum nicht alles ist in der Welt. Und so bleibt denn auch alles stets wie es ist. cuisine

 Nächste Woche klappern wir auch noch Aristoteles ab, aber dann lassen wir es mit den Griechen gut sein. Ich kann die Melodie von „Griechischer Wein“ echt schon nicht mehr hören.

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.