fickt das system!

Der Uniprotest droht endgültig im großen Gully namens Internet zu versickern. Hydra gibt praktische Tipps, wie man dem Protest auch jetzt noch sexy Facetten abgewinnen kann.

fickt das system„Revolution ist wie Sex“, meinte schon Mao Tse Tung in seinen (bislang unveröffentlichten) Memoiren. Wer das System ficken will, muss Standhaftigkeit beweisen, sonst droht ihm (und selbstverständlich auch ihr) dasselbe Schicksal wie einst den TeilnehmerInnen der Donnerstagsdemos. Offensichtlich reicht es nicht, bloß ein Zeichen zu setzen, man muss schon bis ins Schlafzimmer der Macht vordringen. Allerdings steht man dort dann vor zwei Alternativen: entweder legt man sich mit der Macht ins Bett, und das heißt über kurz oder lang, dass man diese nicht nur fickt, sondern eben auch gefickt wird. Oder aber man protestiert sitzend, stehend oder mit dem Banner wehend vor dem staatlichen Himmelbett, in dem sich Wirtschaft und Politik so innig aneinanderkuscheln. Aber wie sich schon unter Blau-Schwarz gezeigt hat, scheint es diesem staatstragenden Pärchen völlig egal sein, ob man ihnen bei der systemerhaltenden Kopulation zuschaut oder eben nicht. Nein, die machen das im Notfall auch öffentlich, nicht nur hinter verschlossenen Türen.

Hier dringen wir zum Kern des Problems vor: „Die ficken nämlich einfach weiter“, wie uns ein nachnamenloser Vertreter der AudimaxbesetzerInnen ratlos versicherte. Natürlich, es gibt Gesprächsangebote, Arbeitskreise werden ins Leben gerufen. Aber wie jedes politisch geschulte Kind weiß, ist „Arbeitskreis“ nur ein anderes Wort für „Zeitvernichtung“. Endlose Diskussionsprozesse, an deren Ende Resultate stehen, die im Sinne des großen Ganzen schließlich doch einem Kompromiss geopfert werden. Denn Macht ist sexy – und nicht talky. Am Ende des Tages (Platz 1. für die beschissenste Phrase aus Politikerkehlen beim Düsseldorfer Phrasenwettbewerb 2007) zählt nur, welcher Schwanz in welchem Arsch (seltener auch Möse) steckt. Und natürlich, welche Monster dieser Machtfick gebiert. Meistens geht es dabei um Geld und Gesetze, das sind die zwei üblichen unansehnlichen Babys, die der staatstragende Fick erzeugt.

Also? Wie weiter durchhalten? Ihr müsst runter von der Straße, raus aus dem Audimax, und hinein die Betten der Macht. Wir wissen schon, das ist ekelerregend, das ist Prostitution, das verstößt gegen die Menschenwürde. Aber es gibt ein altes Stichwort von Che Guevara (nur mündliche Überlieferung): Wer nicht fickt, der wird gefickt. Wenn ihr dem Pärchen von Politik und Finanz keine Babys macht, dann dürft ihr euch nicht wundern, wenn auch weiterhin die üblichen Günstlingskinder entstehen. Fickt mal darüber nach…

2 Comments
  • peter

    1. Dezember 2009 at 00:41

    verwendet die regierung auch gleitgel? oder ist es mit övp-beteiligung schmalz?
    wichtig ist: entspann dich…

  • Wie bei Hänsel und Gretel

    2. Dezember 2009 at 08:11

    ganz richtig. in den Betten der Macht ist erst ein Eindringen in verschiedene geheimnisvolle Löcher möglich. Es ist doch aber eben viel wichtiger, die Rammelhorde auch auf den Boden, auf den Küchentisch und wenn nicht auch unter der Dusche fiscken zu können. Raus aus ihren verschwitzten Gefilden, dass das Geficktwerden nicht ein blindes Geficktwerden ist. Hätte Hänsel der Hexe also nicht einen Stock, sondern seinen kleinen Spatzi durchgesteckt hätte die Hexe die armen Kinder wohl weiter gefangen gehalten. Ist kein schönes Ergebnis, aber 100 mal bedeutender und… der Swingerklub würde nicht wissen wo der kopf, oder das Loch steht.