Was tun als Frau während der Euro?

news mackUnd was tun Frauen während der EURO? Richtig, sie greifen zum Vibrator. Ein Hydra-Interview mit „liebenswert“ Inhaberin Ingrid Mack. (Auszug aus dem Euro-Special von Hydra No. 3, das aufgrund von Terminverzögerungen nie erschienen ist …) 

Hydra: Sie führen ein Sexartikelfachgeschäft für aufgeschlossene Menschen. Wie kam es dazu?

Ingrid Mack: Das “Condomi” wurde vor 14 Jahre gegründet. Seinerzeit war die Thematik Aids noch relativ neu, zudem war eine Freundin von mir HIV positiv. Nachdem viele Menschen diesbezüglich sehr kopflastig sind, nach dem Motto “Weiß ich eh alles”, war die Idee, auf lustige Weise und mit entsprechender Auswahl Kondome anzubieten. Also wie in einem Sockengeschäft, wo man sagt, ich habe Schuhgröße 48…

Hydra: Kondome mit Größe 48? Handelsüblich ist das ja nicht…

Ingrid Mack: Wenn das Kondom zu eng ist, kann es reißen, ist also nicht sicher, wenn es zu groß ist, flattert es herum, schützt also auch nicht. Bei uns findet man die individuell richtige Größe.

Hydra: Und das genügte als Ausgangspunkt? Ein Kondomsortiment?

Ingrid Mack: Das “Condomi” hat vom ersten Tag an gut funktioniert. Natürlich gab es klassische Geschenkartikel oder Massageöle, also alles, womit sich Liebende beschäftigen können bzw. sollen. Es wurde schnell angenommen als kleiner Shop, wo man alles, was einem für den Liebesakt in den Sinn kommt, erhält, und wo man sich inspirieren lassen kann. Wir hatten damals nur einen Vibrator namens “Die summende Biene” im Geschäft. Aber wie sich die Zeiten eben ändern, kam es zu einer immer größeren Nachfrage. Die Damen bzw. die Gesellschaft wurde offener, über sexuelle Bedürfnisse zu sprechen und sich zu outen.

Hydra: Die Zeiten wurden offener? Waren das nicht eher die 70er?

Ingrid Mack: Einen gewissen Amerikanismus kann man immer feststellen. Viele Menschen stößt wohl auch die Allgegenwärtigkeit von Sex in der Werbung ab. Aber die verkorkste Einstellung “Huch, Sex macht man nur Zuhause im Finstern!” hat sich in den letzten fünf Jahren stark geändert. Da hat auch “Sex and the City” viel geholfen. Das war ein großer Denkanstoß für viele Frauen und Paare. Nach dem Motto, wenn ich das im Fernsehen sehe, darf ich auch Probleme mit meinem Orgasmus oder meinem Mann haben oder eine Schamlippenkorrektur durchführen lassen. Zum Beispiel.

Hydra: Das klassische Argument lautet, dass Sexualität überbewertet wird.

Ingrid Mack: Heutzutage wird alles andere, wie man aussieht, welche Haarfarbe man hat oder wie man die Fingernägel lackiert hat, wichtiger bewertet als der Umstand, ob ich zweimal in der Woche einen ausgeglichenen Orgasmus habe. Viele Paare sind heute in ihrer Beziehung unglücklich. Und auch Frauen im Alter wollen noch Lust empfinden.

Hydra: Zu Ihnen kommen auch ältere Damen?

Ingrid Mack: Ja, das ist oft rührend. Wir haben eine 80jährige Dame, die zum Batterienwechsel kommt, weil sie ganz gichtige Finger hat und das Batteriefach nicht aufbekommt. Sie sagt dann: “Es ist wieder mal soweit.” Und wir sagen: “Ja, bitte, gerne.” Wie soll so eine Frau noch zu einem Orgasmus kommen? Also kauft sie sich einen Vibrator und steht dazu. Und jede Frau, die einmal Bekanntschaft mit einem Vibrator geschlossen hat, möchte nicht mehr darauf verzichten.

Hydra: Spielt das Aussehen des Vibrators tatsächlich eine Rolle?

Ingrid Mack: Aussehen und Qualität. Ein Billigstdorfer um zehn Euro rapperlt und ist hart und hat auch nicht das Flair luxuriösen Selbstverwöhnens. Da legen die Damen lieber 50 oder 60 Euro für eine ordentliche Qualität hin.

Hydra: Ich habe mal gelesen, dass Vibratoren die Lustempfindungsfähigkeit von Frauen mindert.

Ingrid Mack: Das ist die größte Mär, die je ein Mensch in die Welt gesetzt hat, vermutlich, weil er selbst einen Mini…, einen Minderwertigkeitskomplex hat. Der Körper vergisst das immer wieder, wie eine kleine Katze. Ein Orgasmus ist ja auch jedes Mal anders und neu.

Hydra: Und wie ist das nun mit dem Fußball?

Ingrid Mack: Vor zwei Jahren bei der WM haben wir deutlich weniger Männer im Geschäft gesehen und demgegenüber mehr Frauen, die gesagt haben: “Mir reicht es jetzt! Der ist nur mit seinen Freunden unterwegs und kommt mit einem Rausch heim. Und dann ist er zu nichts mehr zu gebrauchen. Jetzt muss ein Vibrator her!” Der Fußballfrust ist bei vielen Frauen da und gibt dann oft den letzten Kick für die Anschaffung eines Vibrators. Dementsprechend werden wir heuer auch grüne Vibratoren mit einem Fußballfeldaufdruck anbieten. Damit der Mann auch Zuhause einlochen kann.

Hydra: Aber was hat der Mann von einem Vibrator, er wird ja nicht…

Ingrid Mack: Die Frau kann ja mit dem Vibrator winken. “Komm, jetzt machen wir noch ein Spiel…”

Hydra: “Verlängerung, Schätzchen!”

Ingrid Mack: Für die Verlängerung haben wir Sigra Plus, das ist ein natürliches Potenzmittel, das wir gerade mit dem Slogan bewerben: “Da geht jedes Spiel in die Verlängerung!”

Hydra: Trotzdem. Die Vorstellung, dass die Frau dem von fußballerischen Misserfolgen gequälten Mann mit dem Vibrator zuwinkt, scheint mir…

Ingrid Mack: Aber soll man zuschauen und still leiden? So ist zumindest die Chance noch da, ihn irgendwie zu verführen, mit Bauchtanz, mit Dessous…

Hydra: Oder Fußballtattoos auf den…

Ingrid Mack: Was wir zum Beispiel auch noch da haben sind Liebeskugeln in Fußballform. Also Sachen, wo man leicht in Stimmung kommen kann als Frau, um den Mann dann mitzureißen… Mit so kleinen Tricks und Hilfsmittelchen muss man das dann versuchen.

Hydra: Die Frau könnte sagen: Beim Kicken musst du ja auch erst Ballbeherrschung lernen.

Ingrid Mack: Genau, nicht nur am Spielfeld, sondern auch auf der Spielwiese.

Hydra: Aber vermutlich brauchen die meisten Männer bei der Euro vor allem den Trost ihrer Frauen.

Ingrid Mack: Das weiß ich jetzt nicht, wie der Mann reagiert, wenn seine Mannschaft verloren hat. Ist man dann so geknickt, dass man keine Lust mehr auf Sex hat?

Hydra: Definitiv.

Danke für das Gespräch sagt Curt Cuisine.

PS liebenswert ist das hier

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.