Testosteron. Dreck. Rock ’n‘ Roll.

mustard beastsAlso es ist so: The gap between star and audience, der schmale Grat zwischen denen da oben, und uns da unten soll unbedingt gewahrt bleiben. Meine ich. Denn ich will ja bittschön da unten im finsteren Publikum gerne zu jemandem aufschauen. Und das nicht nur wegen der erhöhten Bühne.

Ich will zu jemandem aufschauen, der ich nicht bin, der kann, was ich nicht kann, und der sich aufführt, wie ich mich nicht aufführe. Soll heißen: die sollen da oben bitte alle immer unbedingt hurtig heftig sein.  Ich will Performance sehen, ich will Bühnestyling und ich will die Welt erklärt bekommen, von jenen, die mehr von ihr mehr gesehen haben als ich (… was … nicht ganz schwierig ist, aber das ist eine andere … traurige Geschichte).

Nix schlimmeres gibt es als Menschen in Gummibundbeinbekleidung und Schlabberpulli mit Instrument oder gebückt am i-book. Da ist mein Ernst dahin, da kann die beste Musik kommen, da bleibt mir das Ohr zu und das Hirn sagt: Hearst, zieh dir was G´scheites an!

Das ist das eine. Gilt für jede Art Bühnenauftritt jeglicher Richtung Musik.  Das andere ist die für sich selbst und komplett unreflektiert stehende Kategorie: Testosteron. Dreck. Rock´n´Roll. Die Dreifaltigkeit des Yeaaaaaaah!

Weil: Coole alte Männer. Exaltierte Sänger. Durchgezuckte Gitarristen. Rotzende Schlagzeuger. Genervte Bühnenarbeiter. Das mag ich. Das ist: Eins, zwei drei – gib ihm! Das ist der dringliche Aufruf böse zu sein, immer.
Und sich nix, aber auch gar nix zu scheissen, nie. Und aber so was von kalt abprallen lassen, was gerade nicht gut tut.
Es ist das eindeutige: „Nimm dir was du kriegst und frag gar nicht erst ob du´s willst“. Denn wenn du’s denkst, hast du schon verloren. Das ist der Ablass für jegliches aufgestaute Arschgefühl! Das ist the bullet coming to your head! Das ist: Tex Perkins! Der Inbegriff des Mannes, des Arschlochs, des Irren. Die härteste Diva des alten Zirkus „Rock´n´Roll!“

Die Beasts Of Bourbon, Damen und Herren, habe ich im Juli gesehen, und was soll ich sagen:was ne Nacht. Jesus. Christ. Perkins` Jeans waren zwischen den Schenkeln komplett aufgewetzt. Also genau da, wo das Testosteron … eben. Und wir haben uns in der Szene noch gefragt, ob er´s mit einer Feile aufreibt. Da haben wir noch gelacht. Stunden später, nächtens im Chelsea, nicht mehr so. Ich habe ins Auge Charlie Owens geblickt und was ich sah bedarf keiner weiteren Worte.

Wahrlich ich sage euch: Legt euch nie, nie mit australischen Musikern an. Kommt nicht auf den Gedanken, ihr könnte mehr trinken. Glaubt nicht, ihr seid cooler. Und denkt nicht mal dran, auch nur einen Funken Respektlosigkeit zu zeigen. Denn diese Gang bangt euch so was von weg, da kommt ihr nicht mal um die nächste Ecke. Pilgert also Sonntags in die Szene, ihr unwissenden Sünder und lasset euch tapferen Herzens läutern. Im Lauten. Es wird wunderbar sein.
Believe those Words from a Woman! ag

Es war ein Sonntag, der  13.4.2008, und die Beasts of Bourbon spielten in der Szene.
Beasts On Msypace
Tex Perkins

1 Comment
  • conrad j. hancock

    27. Oktober 2009 at 22:21

    Gigantic page. Also shown normal in my new web browser MathBrowser.